Beiträge von Calida78

    Traditionell bin ich krank zum Jahreswechsel. Vielleicht, damit ich mich besinne und mir nicht doch irgendwelche Aktionen einfallen lasse.
    Gestern hatte ich große Sorgen mit meinen Eltern. So was hat ich noch nicht, seit ich nicht mehr trinke. Das hab ich nun auch nüchtern überstanden:-)
    Ich wünsche Euch allen einen guten und trockenen Rutsch!
    Viele Grüße
    Calida

    Liebe Marie,
    Mich hat das Zählen anfangs auch total motiviert. Ich hab nach nem Monat mal ausgerechnet, wie viel Geld ich jetzt nicht für Wein ausgegeben habe und hab mir einen Ring gekauft.
    Ich find die Frage schwierig, warum man anfängt zu trinken. Ursprünglich vielleicht nur zur Entspannung wie bei anderen auch. Die Übergänge zur Sucht sind dann fließend und am Ende musst Du nur noch.
    Warum bist Du denn zum Neurologen? Und er nimmt auch Deine Blutwerte?

    Welches Stück schaust Du Dir denn an Silvester an? Pass nur in der Pause auf, wenn andere den obligatorischen Sekt trinken. Vielleicht hilft Dir Wasser in der Handtasche. Hab ich bei solchen Veranstaltungen immer dabei.

    Wir bleiben morgen einfach zu Hause. Ich kränkel schon wieder und mir steht der Sinn nach Ruhe. Wir werden leckere Fingerfood essen, mit den Kindern spielen, ne DVD gucken, so was in der Art.

    Wenn wir uns nicht mehr lesen, wünsch ich Dir einen guten Rutsch!

    Schön, dass Du hier bist!

    Liebe Grüße
    Calida

    Liebe Marie,
    nee, ich zähle die Tage nicht mehr. Ich weiß nur, dass sich im Januar mein Rückfall jährt und ich dann ein Jahr trocken bin. Davor wars ein halbes Jahr. Nüchternes Leben ist für mich insofern selbstverständlich geworden, als dass ich nicht mehr darüber nachdenke, dass ich Alkohol kaufe. Ich hab die Grundlagen gelegt und leb halt so.
    Aber Zähl ruhig die Tage weiter. Das hab ich ne ganze Weile auch gemacht.
    LG Calida

    Liebe Marie

    Zitat

    Möchtest Du sagen, was Du als Mangel für Dich definiert hast?


    Selbstwertgefühl, daran hat's mir gemangelt, was ich aber nass gar nicht so gemerkt habe. Erst im Rückblick wär mir das klar. Detaillierter will ich über meine Mängel hier draußen nicht schreiben, das mach ich nur in der Villa.


    Zitat

    Dankeschön manchmal find ich mich auch ganz okay und verbringe die Zeit gern mit mir. Seit ich abstinent bin, fühle ich mich eigentlich sogar jeden Tag "ganz okay", das Gefühl kenne ich so gar nicht. Meine längsten Abstinenzzeiten hatte ich sonst immer in der Psychiatrie..

    Und aus dem okay finden kann ein sich mögen werden. Anfangs wars auch ungewohnt für mich, aber heute freu ich mich drauf, mal nur mit mir allein zu sein. Früher hab ich gesoffen, wusste nix mit mir anzufangen. Heute zelebriere ich einen freien Abend mit Badewanne, einem Buch oder Film und gutem Tee.

    Liebe Grüße
    Calida

    Hallo Peerless,
    Danke für Deine Geschichte.
    Das war rückblickend ja Glück, dass Du gestürzt bist und geschlagen wurdest. Und dann an einen so aufmerksamen Arzt geraten bist.
    Und dann? Hast Du irgendwas beachtet? Suchtdruck? Mittel dagegen?
    Ich frage, denn ich habe auf all die Fragen Antworten hier im Forum gefunden. Da draußen hatte ich damals nicht viele Anlaufstellen. Und Du hast es allein geschafft oder mit regelmäßigen Besuchen bei der Beratungsstelle?
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Marie!

    Zitat

    "Mangel" erschließt sich mir in dem Sucht-Zusammenhang, ich weiß nur nicht so genau, wie es zu interpretieren ist.

    Für mich bedeutet es: es mangelte mir an etwas und deshalb würde ich süchtig. Ich habe versucht, den Mangel mit Alkohol auszugleichen.

    Gut, dass Du nicht zu der Party gegangen bist! Das Bad war doch sicher auch schön. Und Du hattest den Luxus, nur Zeit mit Dir zu verbringen. Nüchtern, so wie Du bist.

    LG Calida

    Liebe Marie,
    ich selbst bin nach etwa einem halben Jahr rückfällig geworden - kannst Du bei mir nachlesen, wenn Du willst.
    Da dachte ich vorher, dass ichs jetzt geschafft habe. Aber ich bin unvorbereitet in eine Situation gestolpert. Es gab Alkohol, ich war sozial noch sehr unsicher - und habe ein Glas getrunken. Da hab ich gemerkt, dass es noch nicht reicht.
    Ich hab weiter an mir gearbeitet und vor allem mit Bedacht überlegt, was ich machen kann und möchte und was ich besser lasse. Ich verabrede mich z.B. nur mit Menschne, mit denen ich mich wohl fühle, bei denen ich so sein kann, wie ich bin. Und auch das - sein wie ich bin - musste ich erstmal lernen. Und bin immer noch dabei.
    Geduld ist auch nicht meine Stärke. Aber kann ein Alkoholiker überhaupt geduldig sein? Ich konnte es meist nicht abwarten, bis ich endlich trinken konnte.
    Vielleicht gehörts zur Krankheit. Und vielleicht müssen wir gerade daran arbeiten, wenn wir trocken werden wollen.
    Viele Grüße
    Calida

    Liebe Marie,
    ich kann schon nachvollziehen, dass Du Dir das aus Deiner Perspektive zutraust.
    Für mich waren erst zwei, dann vier, dann sechs Wochen nüchtern der Hammer. Ich hätte Bäume ausreißen können - aber rückblickend weiß ich, dass ich alles andere als stabil war. Da kann Dich eine kleine Situation umhauen oder es passiert was, womit Du nicht gerechnet hast........
    Überleg mal, wie viele Jahre das Trinken dich geprägt hat. Das Hirn lernt nicht in 14 Tagen um, nur weil Du da nicht getrunken hast. Das dauert und Du brauchst Geduld.
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo!
    Die Horrorbilder auf Zigarettenschachteln sind wirkungslos. Das hat ne Umfrage ergeben - und das war auch vorher schon klar. Die Politik würde doch nix gegen die Tabaklobby machen. Im übrigen würde ihr ein Haufen Steuern flöten gehen.
    Die Politik unterstützt beides: das Rauchen wie das Trinken. Man könnte die Steuer auf Alkohol ja auch drastisch erhöhen. Dann würde sich ein Jugendlicher vielleicht eher überlegen, ob er jetzt ne Flasche irgendwas kauft. Aber das passiert eben nicht.
    Alles ziemlich verlogen.
    LG - Calida

    Hallo Marie,

    Wenn ich einen Suchtgedanken habe, dann sag ich mir ganz ruhig: Das wird vorübergehen. Das ist jetzt so und es ist okay - in fünf Minuten kann ich schon ganz anderes im Sinn haben. Das beruhigt mich.
    Wichtig ist, dass Du Deinen Notfallkoffer aktivierst und gleich mal Wasser trinkst oder so.
    Hast Du mit Deinem Freund darüber gesprochen, wie er Dich erlebt hat? Vielleicht kann Dir das helfen.
    Ich habe mich bei meinem Mann entschuldigt. Und dann wars aber auch Zeit, dass ich mich um mich selbst kümmere. Du darfst Dich auch gerne mal bedauern und liebhaben. Du hast eine Krankheit. Aber Du hast es erkannt und nimmst Dein Leben jetzt in die Hand. Und das ist gut so.
    Buchbelohnung find ich toll - das hab ich auch gemacht:-)
    Viele Grüße
    Calida

    Hi!
    Was genau für Problem hast Du mit Redewendungen? Das hab ich nicht verstanden.
    Ich hab mich damals über Therapuen informiert. Ich hätte eine machen können, in der sich alles um Alkohol dreht. Suchtberatungen bieten das an.
    Ich hab mich für eine niedergelassene Therapeutin entschieden, weil ich gern tiefer blicken wollte. Aber ob das ambulant sinnvoll ist, wenn man großes Leid erlebt hat, weiß ich nicht. Aber ein guter Therapeut wird da eine Einachätzung machen.
    Wenn Du Fragen dazu hast, kannst mich gern per PN Fragen.
    Hier kann ich keine Träger oder so als Beispiel nennen.

    Was außer ein Rückfall hätte denn ein Glas Wein sein können?
    Jedenfalls dann, wenn man sich entschieden hat, lebenslang trocken zu leben?
    LG Calida