Beiträge von Calida78

    Guten Morgen!
    siehste, jetzt hab ich letzte Nacht auch von Alkohol geträumt. Ich habe getrunken und es ging mir ganz beschissen, weil ich dachte: Sch...., jetzt muss ich immer weiter trinken.

    Beu mir wars auch si, dass mein selbstwert vorher schon zerstört war - und mit alkohol hab ich alles unter dem Deckel gehalten und zeitweise konnte ich damit ja auch recht euphorisch sein. Aber das war eben auch nicht ich.


    Zitat

    Ich denk übrigens, wenn man so richtig "Ego" ist, kommt man nichtmal auf die Idee irgendwem Alk anbieten zu wollen.

    Ich würde sagen, wenn ich ein unreflektiertes Ego hätte, ja. Aber so möchte ich gar nicht sein. Ich versetze mich schon in andere hinein und beschäftige mich damit, was sie erwarten könnten oder wie etwas bei ihnen ankommt. Das heißt ja aber noch lange nicht, dass ich mich dann dementsprechen verhalte. Ich handle dadurch eben ganz bewusst und entweder ist mir dann bewusst, dass ich anecken könnte oder ich entscheide mich bewusst, dass es sinnvoll ist, mich so zu verhalten, wie xy sich das vorstellt.

    Silvester mag ich nicht, weil es Silvester ist. Für mich ist das ein Tag, an dem ich es gemütlich mag, an dem ich gerne esse und rede - und zwar am liebsten mit lieben Menschen. Denn an diesem Tag hab ich auch Zeit. Da ist kein Druck da, dass die Kinder ins Bett müssen oder so - ich kann im Prinzip machen, was ich will, und das mag ich daran. Mir Zeit nehmen und einen shcönen Abend mit lieben Menschen verbringen - das ist so mein Ding.

    Mein Süß-Kpnsum schwankt. Ich esse abends gern Schokolade zu meinem Tee. Wenn ich ein paar Tage hinereinander ungesund esse, wie Pizza oder so, dann merke ich das an meinem Bauch. Dann mahce ich ein paar Tage langsam. Ich steig dann mal um auf Bitter-Schokolade. Die hat ja den besseren Effekt - und da reicht mir auch ein kleines Stück. Und ich frag mich immer: brauch ich das jetzt wirklich oder greife ich unbewusst in den Schokoschrank. Und so gehts ganz gut.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag!

    LG - Calida

    Hallo Rosa!
    Ich hatte auch Angstzustände - am Ende meiner Sauferei. Da hab ich mir auch eingeredet, dass ich täglich trinken muss, um das überhaupt noch aushalten zu können. Irrtum. Der einzige Weg, der mir geholfen hat: aufhören zu trinken. Es ging nicht von jetzt auf gleich, aber nach ein paar Wochen habe ich gecheckt, dass ich jetzt - nüchtern - die Chance habe, mit allem umzugehen, auch mit meinen Ängsten. Ich habe ganz viel an mir gearbeitet, was aber nur ging, weil ich nüchtern war.
    Alkohol kann Deine seelische Heilung nur stoppen. Besser werden kann es auf Dauer nur ohne.
    Womöglich ist eine LZT, wie Thalia schreibt, wirklich gut. Dann bist Du nicht auf Dich alleingestellt und hast Anlaufstellen um Dich, wenn es Dir nicht gut geht.
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Martina!
    Wie genau interpretierst Du denn den letzten Traum?
    Ich habe auch Phasen, in denen ich von Alkohol träume. Was ich jahrelang getrieben habe, ist eben in meinem Unterbewusstsein drin.
    Ich beobachte an mir selbst auch, dass ich unbequemer geworden bin. Und das hängt bei mir gar nicht direkt damit zusammen, dass ich nichts mehr trinke. Sondern damit, dass ich durch meine Nüchternheit Dinge neu entdeckt habe. Dazu zählen meine Bedürfnisse. die habe ich vorher betäubt und ich habs anderen immer Recht gemacht. Weil mein Selbstwertgefühl durch den Alkohol ganz mies war. Und so ein bisschen konnte ich mich dann besser fühlen, indem ich das gemacht habe, was anderen gefällt.
    Das brauch ich nun nicht mehr. Ich bin mir selbst etwas wert und richte mich nach meinen Bedürfnissen und nicht nach denen von anderen Leuten. Ja - das ist für viele sicherlich unbequem. Aber andere wissen genau das an mir zu schätzen.
    Ob ich Angst hatte, Leute zu verlieren? Bei einem hatte ich Bedenken, ob er es nicht total unhöflich finden könnte, wenn ich nur weil ich nichts trinke, das auch anderen nicht gestatte. Er war da, hat aber nichts gesagt - es hat auch niemand nach Alkohol gefragt. Und nachdem das so gut gelaufen ist, bin ich gestärkt. Ich habe keine Angst, jemanden zu verlieren. Jemand, der seine Beziehung zu mir von Alkohol abhängig macht, hat keinen Platz in meinem Leben. Aber so weit musste ich auch noch nie gehen. Bisher gab es überhaupt niemanden, der gesagt hätte, er käme nur, wenm er trinken dürfe oder so.
    Es gibt nur einen Tag im Jahr, an dem ich einsamer bin als ich gerne möchte. Und das ist Silvester. Da trinken auch Leute, die sonst kaum trinken. Ich könnte theoretisch mit meiner Familie zu meiner Freundin und deren Familie oder umgekehrt. Ich habe mit ihrem Mann bisher kaum etwas zu tun. Wir stehen uns nicht nah genug, dass ich zu ihm sagen würde, wir können zusammen feiern, aber nur wenn wir alle auf Alkohol verzichten. Deshalb ist für mich die Konsequenz, dass ich diesen Abend nur mit meiner Familie verbringe und niemand kommt und wir auch nirgendwo hingehen.
    Aber das ist auch echt der einzige Tag, ansonsten erlebe ich in meinem Leben keine Einschränkungen.
    Was hast Du bisher erlebt? Hast Du Menschen eingeladen ohne Alk?
    Es gibt auch immer Plan B, Martina. Warum nicht jemand zum Frühstück statt abends einladen? So hab ich das öfter gemacht, da stellte sich nicht die Frage, wie das mit Alkohol ist. Und das war für mich gut so, bis ich meinen Standpunkt geklärt habe.
    LG - Calida

    Hallo Martina!
    Schön, dass Du endlich hier bist!
    Gratulation zu vier Wochen ohne Sucht!
    Es klingt gut, dass Du Strategien hast, wie Du auch in stressigen Situation klarkommst. Sport hat mir auch sehr geholfen.
    Andere und Alkoholkonsum: ich habe lange gebraucht, um zu meinem Standpunkt zu kommen. Ich war lange sehr unsicher, wie ich damit umgehe. Deshalb habe ich mich lange auch sehr zurückgehalten. Ich bin nirgendwohin, wo es Alkohol gab, um mich zu schützen. Im Sommer habe ich sogar noch überlegt, ob es höflich wäre, für andere Leute, die zu meinem Geburtstag kommen, Bier zu kaufen. Ich hätte mich damit schlecht gefühlt, weil ich es wiedermal andern mehr als mir selbst recht gemacht hätte. Und dann hab ichs gelassen. Ich hatte einen Geburtstag - komplett ohne Alkohol. Das hat mir sehr geholfen, um einen Standpunkt zu bekommen, auf dem ich mich wohlfühle.
    Begründen die Menschen, die trinken und nun von dir Abstand halten, das auf irgendeine Weise? Oder woraus schließt Du das?

    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Antje!
    Mir hilft es, mich so zu akzeptieren, wie ich gerade bin. Bin ich müde, gehe ich früher ins Bett. Brauch ich süß, dann ist das so. Ich hatte auch eine Zeit Sorge wegen dem Gewicht, aber es hat sich reguliert. Rechne mal aus, wie viele Kalorien Du gesoffen hast und schau, was eine Tafel Schokolade hat.
    Dass Du müde bist, kann auch an der Jahreszeit liegen. Das hast Du vorher nie gemerkt, weil Du Dich mit Alkohol manipuliert hast. Und jetzt spürst Du die echten Signale Deines Körpers. Das ist doch schön! Und Du musst doch nicht immer aktiv sein.
    Liebe Grüße
    Calida

    Hallo Kamarasow!

    Die Gedanken mit der Gans ohne Wein hatte ich anfangs auch. Aber wenn ich ehrlich bin, ich hätte doch ein Glas getrunken, sondern ne Flasche. Und nass hab ich die Gans nie genossen. Ich hab doch vorher schon gesoffen. Nee, Genuss ist was anderes. Genuss ist das, was ich jetzt tu. Ich darf mich nur auf meinen Essen konzentrieren und muss nicht überlegen, ob ich mir noch ein Glas nachbestelle oder ob das peinlich ist.

    Ja, bei nassen Trinkern kannst Du nicht erwarten, dass sie sich freuen, dass du nicht mehr trinkst. Hättest Du dich gefreut, wenn Dein bester Kumpel aufhört, andere Wege geht und Dich in dem Wissne zurücklässt, dass Du zuviel säufst, du machst aber weiter, weil Du nicht anders kannst. Da fühlt sich ein nasser Trinker doch noch beschissener.

    Schön, dass Du auch das Positive siehst! Mir gehts auch so, dass ich jetzt erst richtig meine Kinder genießen kann. Weil ich in keiner Minute verkatert bin oder daran denke, wann ich das nächste Glas trinke.
    Ist doch schön so! Vielleicht findest Du noch mehr positives und kannst das noch ein bisschen nach oben stellen in Deiner Liste.

    Einen schönen Tag für Dich!

    LG - Calida

    Hallo Dede!
    Ein Süchtiger kann nicht zweimal im Jahr trinken, selbst wenn er das tatsächlich Ernst meinen würde. Dass es das so sagt, zeigt, dass er keine Krankheitseinsicht hat. Solange das so ist, kannst Du auch nichts erwarten. Ich kann Dir nur raten, Dein Leben zu leben.
    Was Du vorhast, klingt doch schon mal ganz gut. Mir persönlich hilft es auch, in kleinen Dingen gut zu mir zu sein, z.B. mein Gemüse auf einem schönen Markt kaufen, mir was Leckeres zu kochen, mich selbst einfach mal in den Mittelpunkt zu stellen. Das tut schon gut:-)
    Ich wünsche Dir gute Besserung!!!
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Dede!
    Ich bin auch Alkoholikerin, aber ich trinke nicht mehr. Aber ich weiß, wie verflucht die Sucht ist. Ich hätte alles versprochen und zwei Stunden später weitergetrunken. Ich musste trinken.
    Dass ich krank bin, musste ich selbst herausfinden und ich musste erkennen, dass ich trocken werden will. Kein anderer hätte mir helfen können.
    Wie Du schreibst, dreht sich in Deinem Leben alles um ihn. Er ist aber selbst verantwortlich für sich. Und Du für Dich. Wie geht es Dir denn? Was genau bedeutet seine Sucht in Deinem Alltag? Fühlst Du Dich eingeschränkt?
    Gibt es etwas, das Du für Dich tust?
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Kamarasow!

    Zitat

    Mehrere, vom Suchtzentrum beflügelte Gedanken kreiseln derzeit durch den Kopf:
    - Wenn es so leicht war, sich auf Abstinenz zu setzen, dann kann doch weiteres Trinken nicht schaden. Hey, die Leberwerte sind gut.
    - Nur ein kleines Gläschen Wein wird irgendwann später doch nicht schaden
    - Lebenslang kein Alkohol mehr, puh

    Das genau gehört zur Krankheit. Das Ziel ist, dass du weitertrinken sollst.
    Und dieses Ziel der Krankheit kann erreicht werden, indem Du Dir beweist, dass Du aufhören konntest. Denn dann kannst Du dir einreden, dass Du weitertrinken kannst und ka wieder aufhören kannst. Nat+rlich kannst du das irgendwann nicht mehr. Und das Ziel wäre erreicht. Du säufst di unglücklich und kaputt!

    Wie gehts dir denn? Willst Du nicht öfter hier schreiben?
    Mir hillft es sehr!

    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Martina!

    Du kannst ja auch erstmal in Ruhe lesen, bevor Du einen Faden eröffnest. Du wirst schon spüren, wenn es soweit ist.
    Mir persönlich hat das tägliche Schreiben sehr geholfen. Jetzt auch noch - allerdings schreibe ich hauptsächlich im geschützten Bereich.
    Viele Grüße und einen schönen Tag!

    Calida

    Hallo mal wieder im offenen Bereich!

    Ich muss gerade mit vielen nicht angenehmen Dingen aus meiner Arbeitswelt umgehen.
    Was mir unglaublich hilft, ist, bei mir bzw. in mir zu bleiben. Meinen Körper bewusst zu spüren, mir meiner selbst bewusst zu bleiben. Denn so schafft es niemand so einfach, mich an die Decke zu bringen.
    Ich sehe gerade eine Chance in allem Unangenehmen, dass ich genau das jetzt üben kann.
    Und ich bin immer noch froh, zu wissen, dass ich keinen Stoff brauche und sondern mein Leben klar leben kann!

    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Barthell!
    Ich finds gut, dass Du daran arbeitest, auch mal Hilfe anzunehmen. Das war in meiner nassen Zeit typisch. Ich hab immer alles allein gemacht und falscherweise unterstellt, dass mir niemand helfen will oder kann. Zu sehen, dass das nicht so ist, finde ich total erleichternd und manchmal auch beglückend. Das könnte ich erst ändern durch die Nüchternheit, und da bin ich froh.
    LG
    Calida

    Hallo Antje!
    Mir gehts gut, abgesehen von einer Erkältung.
    Danke.
    Das Problem ist, du kannst Dich nicht darauf verlassen, dass Du Dein Trinkerhirn überlisten kannst. Es wäre doch schade, wenn es schief geht. Findest Du nicht?
    Ich kann Dir nicht sagen, wie Du es machen sollst. Das musst Du für Dich rausfinden. Ich hab's so gemacht, dass die Leute, die oft zu mir kommen Bescheid wissen. Meine Schwester weiß, dass ich Alkoholikerin bin und dass es deshalb hier keinen Alkohol gibt. Ansonsten binde ich es auch nicht jedem auf die Nase. Meine Kollegen z.b. Geht das überhaupt nichts an. Dort trinke ich nicht, weil ich eben nicht trinke und fertig.
    Liebe Grüße
    Calida

    Hallo Antje,
    Ich kann Dich schon gut verstehen. Ich hab im Sommer meinen Geburtstag gefeiert und habe mit mir gehadert, ob ich nicht doch ein Bier kaufen lasse, falls jemand was trinken will.
    Aber ich hätte mich da mit mir selbst nicht wohlgefühlt. Denn das bin ich nicht mehr. Die, zu der man geht und trinkt.
    Dann hab Ichs gelassen und mich gut gefühlt.
    Wie ging es Dir denn damit? Weiß Dein Bruder, dass Du krank bist und trocken leben möchtest?
    Ich möchte nix im Haus haben, es könnte mich immer verlocken, das kann ich nicht ausschließen. Ich lade jetzt nur Leute ein, die Wissen, dass es hier nur alkoholfrei gibt. Vor flüchtigen Bekannten, die es nicht wissen, schütze ich mich. Ich verabrede mich da eher zum Frühstück. Denn da würde wohl kaum jemand erwarten, dass es da Bier gibt.
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Karsten und Antje,
    Ich denke auch, dass solche Tage normal sind. Wenn sie nicht überhand nehmen.
    Antje, ich sag mir eher ich muss nicht mehr trinken. Wir dürfen jetzt andere und bessere Strategien finden, um mit negativen Momenten umzugehen.
    Mich einfach mal ausklinken und im Forum schreiben, das hilft mir schon und ich seh dann oft klarer. Ich schreib aber mehr im geschlossenen Bereich. Vielleicht wäre das auch was für Dich, Antje?
    Viele Grüße
    Calida

    Ich weiß nicht, warum ich Tage habe, an denen ich nur nervös bin. Ich hatte so viele Momente am Wochenende, in denen ich Magenschmerzen hatte, überhaupt keine Muße, etwas zu lesen oder mir was Gutes zu tun. Ich wusste eines ganz genau: da hätte ich mich früher einen kompletten Tag lang besoffen. Ich hätte die Angst und Nervosität weggetrunken. Hinterher wars umso schlimmer - aber für den Moment war mir das egal.
    Ich habe daran gedacht, was ich früher tat, aber ich hatte keinen Saufdruck, in dem Sinn, dass ich gern was gehabt hätte. Es hat mich erschreckt, dass ich so eine extreme Nervosität empfinden kann, aber ich habe darauf vertraut, dass dieser Zustand vorbeigehen wird. Alles ist im Wandel (Danke Thalia:-)). Und mein Gefühl kann schon im nächsten Moment ganz anders sein.
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Grethe,

    Zitat

    ese Alkoholfreie Zeit jetzt ist so großartig, ich bin neu verliebt und ich habe das Gefühl, auch er genießt es. Ich lobe ihn so viel und sage ihm, wie stolz ich gerade auf ihn bin. Ich will nicht dahin zurück wo wir waren, das treibt mir gerade die Tränen in die Augen.

    Ich kann Dich da echt verstehen. Aber ich fürchte, dass das wenig nützen wird, wenn Du ihn lobst. Für mich war Lob ein Grund, wieder zu trinken. Warum? Weil ich mir gesagt hab: ich kann ja auch ohne. Also kann ich jetzt wieder trinken - und dann hör ich halt wieder auf. Der Alkoholiker biegt sich alles zurecht, wie es sein muss, um trinken zu können. Da kann ein Partner überhaupt nichts machen. Ich hätte nie für meinen Mann mit dem Trinken aufgehört. Das konnte ich gar nicht.
    Es musst aus mir selbst gherauskommen - aus meinem persönlichen Tiefpunkt. Ich bin heute froh, dass ich den hatte.

    Viele Grüße
    Calida

    Hallo RS!

    Zitat

    1. Warum sollte ein Alkoholiker nie wieder Alkohol trinken dürfen, weil das viele so sagen oder gibt es dazu wissenschaftlich belegte Aussagen?

    2. Was ist das Suchtgedächtnis, was macht es, gibt es das Suchtgedächtnis überhaupt?

    1. habe ich am eigenen Leib erfahren, dass es für mich nicht geht. Wissenschaftliche Nachweise sind mir da echt egal.

    2. Keine Ahnung, ob es das gibt. Hab ich mich auch schon gefragt. Ich würde bei mir eher von erlerntem Verhalten sprechen, das tief verankert ist, und das man nicht von heute auf morgen los wird.

    Was Experten und wissenschaftliche Nachweise angeht:

    Es gibt welche, die sagen, dass es bei Alkoholikern unterschiedlich ist, ob sie rückfällig werden, wenn sie ein alkoholhaltiges Produkt konsumieren. Es gibt Experten, die glauben, dass man nur dann rückfällig werden kann, wenn man weiß, dass Alkohol in einer Soße ist (vorausgesetzt es ist so wenig drin, dass man es nicht rausschmeckt).
    Und zum kontrolliert trinken können. Ich habe auch darüber gelesen, dass das der neue Ratschlag für nasse Alkoholiker ist. Aber weißte warum? Weil die Chance gering ist, die Mehrheit der Alkoholiker dauerhaft trocken zu kriegen. Und ein halbes Jahr kontrolliert trinken und dann wieder richtig saufen ist realistischer und diese paar Monate Leberregeneration besser als nix. Und so gesehen könnte das die Kassen etwa sentlasten. Um nix anderes geht es da.

    Und was macht man jetzt mit den Expertenratschlägen? Ich für meinen Teile sage mir, dass ich mir angebliche Studienergebnisse von Leuten, die selbst nicht alkoholkrank sind, besonders kritisch angucke. Und auch Ratschläge. Ich war anfangs in der Suchtberatung und hätte dort eine Therapie machen können. Dauer: 1 Jahr. Auflage: In diesem einen Jahr nichts trinken. Die haben klar gesagt: Viele finden das abschreckend, nie wieder trinken zu dürfen und deshalb wäre erstmal nur das eine Jahr wichtig.
    "Erstmal nur" - wo wäre ich da gelandet? Da meine ich, bin ich auf der sicherern Seite, wenn ich den Tatsachen von Anfang an klar ins Auge blicke.

    So - ich glaub, ich bin jetzt etwas abgeschweift.

    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Antje!
    Schön, dass Du im Alltag kein Umfeld hast, in dem Alkohol eine Rolle spielt. Das macht die Sache einfacher für Dich.
    Ich denke, wir begegnen den unterschiedlichsten Menschen - draußen in der Welt ganz genauso wie hier im Forum. Der eine ist so, der andere anders. Und es kommt vor, dass man sich angegriffen fühlt oder auch wirklich angegriffen wird. Aber Du bist diejenige, die entscheiden kann, wie sie damit umgeht. Ob ich mich wegjagen lasse oder nicht, ist ja allein meine Entscheidung.
    Das ist übrigens auch etwas, das ich als Alkoholikerin lernen musste. Dass eben nicht die anderen schuld sind, sondern dass es allein an mir liegt, wie ich mit Gefühlen umgehe und dass ich entscheide, was ich tue.
    Seitdem ich das kapiert habe, läuft vieles sehr rund in meinem Leben:-)
    Viele Grüße
    Calida