Entschudlige Sunshine,
wollte Dich nicht falsch zitieren.
Es prasselte so viel auf mich ein. Und ich habe bei den Nachrichten von Dir und Karsten so einen Grundtenor gespürt, dass ich manches falsch mache, alles auf einmal.....
Ich denke eben, dass es für niemanden einen Tipp gibt, den er 1:1 umsetzen kann. Sondern dass jeder individuell gucken muss, was er braucht und was ihm hilft!
Und ja - es ist tatsächlich so. Meine Nervosität, die ich vor dme Besuch hatte, war kaum auszuhalten, so dass ich echt Bedenken habe, dass ich anfangen könnte zu saufen. Deshalb will ich auch unbedingt rauskriegen, was in meinem Leben passiert ist.
Viele Grüße
Calida
Beiträge von Calida78
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Hallo Thalia!
Danke für die Einladung! Ja - ich denke nochmal über den geschützen Bereich nach!
Mein Wochenende war zwiespältig. Also wenn ich nur mit meinem Mann und den Kindern zusammen sein kann, geht es mir meistens gut! Wir bekamen an einem Tag aber Besuch von der Verwandschaft. Es waren nur zwei Leute - aber das hat mich schon am Abend vorher total nervös gemacht. Ich kann nicht genau sagen, warum! Also soziale Kontakte sind wirklich ein Problem für mich geworden.
Der andere Tag war dafür umso besser. Ich hatte mal einen Nachmittag nur mit meinem Mann. Das war wirklich schön:-)
Viele Grüße
Calida -
Hallo Sunshine!
ZitatAlles anzeigenKann mich da Karstens Worten nur anschließen.
Wichtig ist, sich erstmal eine stabile Trockenheit aufzubauen und das dauert erstmal seine Zeit und ist auch anstrengend.
Dazu gehören Veränderungen, die auch anstrengend sind.
Die ganze "Trockenheitsarbeit" halt ... wie es hier manchmal genannt wird.
Das Aufarbeiten der Vergangenheit läuft ja nicht weg.
Ich halte nicht viel davon, alles gleichzeitig tun zu wollen, sondern lieber eines nach dem anderen.
Und erstmal die Vergangenheit aufarbeiten zu wollen, um DANN mit dem Saufen aufhören zu wollen, wäre wie das Pferd völlig von hinten aufzuzäumen.
Meine Meinung.Das mache ich doch gar nicht, erst meine Vergangenheit bewältigen und dann aufhören zu trinken.
Ich mache auch nicht alles gleichzeitig. Aber seit ich nüchtern bin, merke ich, dass etwas nicht mir bestimmt. Meine Stresssymptome, wenn Treffen mit anderen anstehen, sind kaum zum Aushalten. Da will ich schauen, woher das kommt und dass das besser wird. Und wenn mögliche Ursachen in der Vergangenheit liegen, dann ist das nunmal so.Ich mache das auch nicht, weil ich plötzlich Lust habe, irgendwas zu analysieren. Bei aller Schönheit des nüchternen Lebens: ich leide unter bestimmten Dingen und habe deshalb die Hilfe einer Therapeutin angenommen.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Karsten!
Ich habe das Gefühl, dass Du denkst, ich wäre der Meinung, man müsste sich interessieren, warum man krank geworden ist. Das denke ich gar nicht. Ich respektiere, dass jeder seinen Weg geht!
Warum wir verschieden sind? Weil jeder Mensch einzigartig ist und von anderen unterscheidet. Wir haben alle eine Gemeinsamkeit - unsere Krankheit - aber uns macht doch mehr aus als die Krankheit, oder?
Ja - ich bin alkoholkrank! Und der Obdachlose trinkende Mensch auf der Parkbank ist nicht besser oder schlechter als ich.
Weshalb denkst Du denn, dass ich mich über andere Menschen stelle?
Ich habe doch nur geschrieben, dass Menschen verschieden sind.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Max,
ich verstehe auch nicht, warum man so schnell Vorwürfe bekommt, wenn man schreibt, dass unsere Krankheit auch vererbbar ist. Ich sehe das wie Du und finde es wichtig, die Ursachen zu kennen.
Auch ich sehe meine Eltern in der Mitverantwortung! Aus unterschiedliche Gründen. Und für mich ist es wichtig zu gucken, was damals in meinem Leben passiert ist und wie lang verdrängte Gefühle in mir schlummern, die ebenso auslösen könnten, dass ich wieder trinke. Denn nur wenn ich die kenne und auf alles mal draufgucken kann, kann ich meine Krankheit besiegen. Bei mir ist das so. Bei anderen eben nicht. Andere kommen auch bestens ohne Therapeut zurecht - und das respektiere ich. Wir sind eben alle sehr verschieden.
Viele Grüße
Calida -
Nein. Ich wusste, dass es irgendwelche Säufer gibt. Ich dacht die saufen halt, weil sie saufen wollten. Aber dass man da abhängig werden kann? Und ich doch nicht. Schließlich hab ich doch nur auf Feten getrunken. So war das.
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Hallo Karsten!
Bei mir war es anders. Mir war nie bewusst, dass Alkohol eine Droge ist. Wir wurden immer vor schlimmem Rauschgift gewarnt, dass wir gar nie nehmen dürften. Aber vom bösen Alkohol war nie die Rede. Ich hab halt mal auf Parties getrunken, wie andere auch. So fing das alles an..... Später kamen dann andere Gründe als feiern dazu. Die liegen tief und die haben mich bis heute geprägt. Deshalb ist es für mich wichtig, meine Therapie zu machen, um das alles irgendwann durchbrechen zu können.
Viele Grüße
Calida -
Hallo!
Andreas Heinz und Günter Schumann z. B.
Wenn man weitersäuft kann man auf jeden Fall was dafür. Aber dieses Reinrutschen bis man überhaupt kapierr, dass man krank ist. Ich habs ja erst gemerkt, als es außer Kontrolle geriet. Und da war die Sucht unbemerkt schon fortgeschritten.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Karsten,
das sind Ergebnisse von Wissenschaftlern und Suchtforschern, die Studien dazu gemacht haben.
Wieso Entschuldigung? Das versteh ich nicht.
Ich finde die Frage interessant, warum von zwei Menschen, die mit 16 ihr erstes Bier trinken, und dann regelmäßig auf Parties trinken irgendwann der eine unkontrolliert trinkt und abhängig wird und der andere nicht.
Ist doch ne legitime Frage!
Viele Grüße
Calida -
Mal kurz: Alkolistmus ist zu 50 bis 60 Prozent tatsächlich genetisch bedingt. Das heißt nicht, dass jeder, der dieses Gen hat auch abhängig wird, liefert aber eine Antwort auf die Frage, warum wird der eine abhänging und der andere nicht, obwohl letzterer vielleicht auch jahrelang jedes Wochenende gesoffen hat.
VG - Calida -
Hallo!
Und schon muss ich meine Idee von gestern korrigieren. Habe da zusammen mit meiner Therapeutun herausgearbeitet. Ja - es können zum Teil die kleinen Dinge sein, die ich gegen meinen Willen mache, die mich unzufrieden machen. Aber wenn es um Treffen mit anderen geht, ist das etwas anders gelagert. Es timmt, ich möchte mich gerade mit niemandem treffen und der Gedanke daran verursacht Stresssymptome und den Gedanken an Alkohol. Aber das liegt nicht einfach am anderen, sondern daran, dass ich mich nicht öffnen möchte. Ich habe mich über Jahre keinem geöffnet, nicht mein wahres Ich gezeigt und meine Gefühlswelt verborgen - und der Alkohol hat mich bestens dabei unterstützt. Jetzt habe ich ihn als "Helfer" nicht mehr, um die Mauer zwischen mir und anderen aufrecht zu erhalten. Noch möchte aber ein Teil in mir diese Sperre haben.
Selbst guten Freunden erzähle ich nichts von meinen Sorgen und Gefühlen, weil ich das einfach nicht will. Also macht es das für mich unglaublich schwierig. Es muss und wird sich was verändern, aber ich weiß noch nicht was und wie. Freu mich, wenn jemand erzählt, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat!
Schönen Tag noch! Calida -
Hi Tiuri!
Ich habe Deinen Thread überflogen. Ab wann ist man denn Deiner Meinung alkoholkrank?
Wenn ich lese, dass Du erfolglos versucht hast, kontrolliert zu trinken und Du Dich auf Feten nur wegen Alkohol gefreut hast.....
Das Problem fängt an, wenn unsere Gedanken um Alkohol kreisen und wir viel Zeit damit verbringen nachzudenken: kauf ich was oder besser nicht? Was trink ich denn auf der Party?.....
Das hat ein Psychologe mal zu mir gesagt: und ich finde: da ist viel wahres dran. Wenn ich nämlich kein Problem habe, ist es vollkommen egal, ob ich was trinke oder nicht. Und dann muss ich mich auch nicht auf eine Party freuen, weil es da Alkohol gibt.
Viele Grüße
Calida -
Guten Morgen Thalia,
ja - ich genieße das jetzt auch. Gleichzeitig habe ich eine Idee, woher das kommt. Und zwar hab ich letzte Woche eine SMS einer etwas entfernteren (nicht im räumlichen Sinne) Freundin bekommen, ob wir uns diese Woche abends mal treffen. Sofort habe ich eine Abwehrhaltung in mir bemerkt. Es kamen Gedanken wie Stress, die Tage unter der Woche sind doch eh schon so voll.....
Ich habe auf mein Inneres gehört und habe gesagt, dass es mir nicht gut ging, dass ich mich gerade erst stabilisiere und dass mir das grad zu viel ist. Und es ging mir gut mit der Entscheidung. Ich habe eine ganze Zeit lang aber nur sehr schwer NEIN sagen können, habe oft Dinge gegen meinen Willen gemacht (typisch Säufer, um bei dem niedrigen Selbstwertgefühl irgendwie noch Anerkennung zu kriegen). Ja - und auch in den letzten Wochen ist es mir nicht richtig gelungen, auf meine innere Stimme zu hören. Ich glaube, es ist die Summe der kleine Dinge, die ich gegen meinen Willen tue, die es mir schlecht gehen lässt. Und das ist auch in trinkerischer Hinsicht gefährlich für mich. Denn: wenn ich mir nur vorstelle, dass ich einen alten bekannten treffe, dann bin ich mental sofort beim Rotwein. Mit Menschen, mit denen ich nicht alltäglichen Umgang habe, fällt es mir sauschwer, ich zu sein und locker zu sein. Ich denke sofort daran, wie es früher war. Ein Glas zusammen trinken und alles fällt mir leichter. Und das war es wohl auch, was mich letztens hat schwach werden lassen. Ich bin nur etwas ratlos, wie das werden soll. Erstmal meide ich das und höre auf mich, klar. Andererseits ist es natürlich auch schade, wenn ich mich nicht mehr auf Menschen udn Situationen einlassen kann. Aber wenn mein Leben davon ablenkt, ganz klar, dann gehe ich lieber den einsameren Weg.
Wie geht es Dir, Thalia? Kennst Du diese Problematik: Unsicherheit anderen gegenüber und hast Du auch jahrelang mit Alkohol gegengesteuert?
Viele liebe Grüße
Calida -
Hallo!
Ich hatte eine gute Woche und heute - obwohl frei - einen guten Tag! Ich genieße meinen Zustand, ohne genau zu wissen, weshalb es mir seit Montag urplötzlich besser geht!!!
Ich verschwende auch null Gedanken an Alkohol, also besser als jetzt könnte es kaum sein!
Schönes Wochenende allen!
Calida -
Hallo!
Also das Wochenende war nicht der Bringer, daran muss ich echt arbeiten. Dafür gehts mir heute ganz gut und ich bin einigermaßen zuversichtlich.
Ja, über Antidepressivum haben wir schon geredet. Im Moment möchte ich es noch ohne versuchen. Eigentlich leide ich ja auch immer nur an den Wochenenden. Da versuche ich jetzt, wo es mir gutgeht, darüber nachzudenken, was ich da anders machen kann.
Wie lange nimmst Du es denn schon? Und was genau hat sich für Dich dadurch verändert?
Viele Grüße, Calida -
Hallo nochmal!
Ich will noch einiges ergänzen. Ich habe mir auch Gedanken gemacht, was ich anders machen könnte, damit es mir besser geht. Erstmal glaube ich auch nicht, dass ich alles darauf reduzieren sollte, dass ich immer noch in der "Alkohol-aus-dem-Kopf-Streich-"-Phase bin. Manchmal denke ich, ich habe einfach eine Depression oder bin ausgelaugt, dass die kleinsten Dinge schwierig für mich sind.
Was mir wirklich Freude bereiten würde, wäre ein Hund. Heute Morgen bin ich aufgewacht - und meine Kinder haben nur rumgenörgelt und mich mit Forderungen genervt. Wer braucht das? Ich nicht!!! Wenn ich einen Hund hätte, hätte der sich gefreut, dass ich aufstehe. Ich wäre erst mal raus gegangen - die frische Luft hätte mir und dem Hund gut getan. Stattdessen höre ich mir hier Gezeter und Gezicke an. Vielleicht kann ich meinen Mann irgendwann überzeugen. Er mag ja auch Hunde. Aber er will tagsüber nicht der einzige Verantwortliche dafür sein, was ich auch verstehen kann.
Naja, dass Kinder zetern, ist nicht unnormal. Dass mir das so zusetzt, liegt eben wohl schon daran, dass ich allgemein sehr ausgelaugt bin.
Ich versuche mein bestes, ziehe mich selber aus dem Quark, indem ich mich zwinge, an die Luft zu gehen oder ein bisschen Krafttraining zu machen. Es geht mir dann hinterher auch besser. Aber ich muss eben jeden Tag neu gucken, ob das so noch geht oder ob die Schwelle überschritten ist und ich vielleicht tatsächlich medikamentöse Hilfe brauche.
Also, ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, Thalia!
Bis bald..... -
Hallo Thalia!
Mir gehts ähnlich. Ich habe auch den Kontakt zu Leuten abgebrochen, bei denen ich Druck spüre. Ich hab gemerkt, dass ich das eigentlich gar ni ht will. Leider hab ich seitdem nicht viele kennen gelernt, die mir guttun. Meine Freundinnen wohnen alle weiter weg. Ich bin also schon eher einsam. Aber besser so als sich mit den falschen treffen. Mein Sohn hat soziale Probleme, verabreden ist s hwierig, aber meine Tochter fängt langsam an. Ja, morgen steht Zimmer aufräumen an und Hausaufgaben. Irgendwie fehlt mir die Energie dazu. Aber was soll ich machen? Ich muss irgend wie da durch.......
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende! -
Hallo Thalia!
Also allein gelassen fühl ich mich hauptsächlich von meinem Mann, weil er am Wochenende oft arbeiten muss. Ich werfe ihm das nicht vor, aber so ist eben mein Gefühl. Dann bin ich fda mit den Kindern und fühle mich oft energielos. Letztes Wochenende kamen die Gedanken an früher, als ich dann einfach mal was getrunken habe. Das will ich nicht mehr, aber die Gedanken kommen halt.
Viel Planen am Wochenende ist für mich grad so wie weglaufen, um mich ja nicht mit mir selbst zu beschäftigen. Klar u ternehmen wir mal was, aber ich möchte mich mir ja schon gern stellen.
Und nach der Therapie gehts mir meist besser, weil ich mich verstanden fühle. Und das ist auch ganz wesentlich in meinem Prozess.
Wie ist das denn bei Dir? Wer hat Dir in der Anfang sphase am meisten geholfen?
LG Calida -
Hallo Thalia!
Die Arbeit hat mal wieder zugeschlagen. Im Moment bin ich in einer Firma in einem Großraumbüro. Kann mich nie ungestört hier einloggen. Trotzdem beobachte ich mi h selbst sehr genau. Die Werktage laufen gut, die Wochenenden weniger. Bestimmte Strukturen fehlen mir, ich empfinde das gerade als Leere und verspüre eine innere Unruhe. Fühle mich allein gelassen und kann das alles nur aushalten. Mit genießen ist da gerade nicht viel. Meine Therapeutin meint, dass tief in mir noch viele Gefühle verborgen sind, vor denen ich offen bar Angst habe. Was soll ich da machen? Nix, beoba hten, zulassen. Das fällt mir sehr schwer. Ich fürchte mich etwas vor dem nächsten Wochenende.
Liebe Grüße Calida -
Hallo Garcia und Andreas,
danke für Eure aufmunternden Worte. Den Spruch am Kühlschrank finde ich super - das werde ich mir merken.
Denn Lügen - meine nächsten Menschen anlügen - das war für mich schlimmer als dass es mir körperlich und psychisch nicht mehr gut ging.
Und nein, ich fasse das nicht als negative destruktive Kritik auf. Ich funde Eure Beiträge sehr weiterführend. Wenn ich nur ein Schulterklopfen "Wird schon wieder" haben wollte, dann könnte ich das alles irgendwelchen oberflächlichen Egal-Bekanntschaften erzählen. Aber ich habe mich ja bewusst für dieses Forum entschieden.
Im Moment bin ich etwas zurückhaltend, in di eThreads anderer zu schreiben. Gerade Neuankömmlingen möchte ich im Augenblick keine Ratschläge oder Tipps geben. Aber ich lerne, werde sicher wieder stabiler und dann kann ich mich auch wieder mehr bei anderen einklinken.
Viele Grüße
Calida