Lieber Andreas,
es geht mir wirklich nicht darum, etwas schön zu reden oder zu verharmlosen. Ich weiß auch, dass mich nicht der heilige Geist diesen Wein hat trinken lassen. Und wenn ich von "Vorfall" gesprochen habe, dann nur deshalb, um mir den Weg nicht zu verbauen. Sicher ist es ein Rückfall. Aber ich möchte nicht, dass das für mich bedeutet: jetzt bist Du rückfällig geworden und wieder mitten in der Sauferei drin und komme auch nicht mehr raus. Vorfall gibt mir persönlich die Chance zu sagen: okay, das ist passiert. Aber Du machst jetzt trotzdem weiter und bleibst auf dem Weg. Und - ich weiß nicht mehr wer's geschrieben hat - aber für mich macht es einen großen Unterschied, ob ich einen Wein getrunken habe oder einen halben Kasten Bier. Und das hat wieder nichts mit Verharmlosung zu tun. Sondern mit der Tatsache, dass ich nach dem Wein die Kraft hatte, aufzuhören und nicht am nächsten mit einem Kater wach geworden bin, der mich zum weitersaufen animiert, damit's mir besser geht. Ich bin immer noch dabei, daraus zu lernen und meine Schlüsse zu ziehen.
Viele Grüße
Calida
Beiträge von Calida78
-
-
Liebe Sunshine,
ZitatAlles anzeigeniebe Calida,
ich denke, Du hättest das Rückfallrisiko stark minimieren können, wenn zumindest Deine Freundin Bescheid gewußt hätte.
Dann wäre nämlich gar nicht erst der Alk ins Haus gekommen und die Situation wäre so nie eingetreten.
Wo ich gerade dabei bin, ansonsten ist Eure Bude aber alkfrei, oder?Inwieweit Du selbst wieder saufen wolltest, das steht ja nochmal auf einem anderen Blatt.
Und wenn dieser Wille da ist, dann wird man sich auch kaum davon abhalten lassen.
Ich weiß nicht, inwiefern Du selbst auch wieder saufen wolltest?
Denn Du hättest ja auch Nein sagen können, oder?Also dass wir verwandt sind ist eher Zufall, wir treffen uns eher selten und sind auch nicht wirklich eng befreundet. Da es mittags war, bin ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass sie Alkohol mitbringt. Abends wäre das was anderes gewesen.
Ansonsten ist unser Haus alkfrei, ja!
Und warum ich nicht NEIN gesagt habe? Ich stand nicht einfach da und wollte saufen. Es ist so, dass ich ein Problem mit Nähe habe und mit Menschen zusammen - gerade, wenn ich sie nicht so häufig sehe - unsicher bin. Wäre kein Alk da gewesen, natürlich hätte ich das dann irgendwie gemacht. Aber da war die Verlockung, ein Glas zu trinken und dadurch etwas lockerer zu werden.Was ich daraus lerne? Mich erstmal nicht verabreden, wenn es mir nicht geheuer ist. So habe ich jetzt eine Party abgesagt. Zu der bin ich seit einem haöben Jahr eingeladen und nach 5 Monaten Abstinenz dachte ich, ich könnte das machen. Lasse ich jetzt aber bleiben.
Und dann muss ich sehen, ob ich mein Problem aufarbeiten kann oder nicht.
LG - Calida
-
Zwei Dinge will ich noch ergänzen.
@Sunshine: Grundsätzlich gebe ich Dir Recht, dass man mit seine rKrankheit besser klarkommt, wenn man dazu steht - auch öffentlich. Allerdings: Ich denke, man muss schon dafür bereit sein. Wenn ich mir das nicht gründlich überlegt habe, könnte ich von den Folgen überrollt werden. Und natürlich wirst Du stigmatisiert - das kannst Du gar nicht verhindern. Die Leute fragen ja nicht Dich und sprechen Dich darauf an, sondern sie reden über Dich. Mir für mich allein könnte das nach einiger Überlegung vielleicht tatsächlich wurscht sein. Aber meine Kinder? "Ach - das ist doch der sohn von der Alkoholikerin....." Ich sag Dir eines: Da wird kein Unterschied gemacht, ob Du trocken bist oder nicht.
Und @alle:
Also ich finde es gar nicht so mutig, meinen Rückfall zuzugeben. Denn: Soll ich tagtäglich hier weiterschreiben und so tun, als wäre nix. Dann bräcuhte ich gar nicht mehr schreiben. Wäre außerdem wieder in der Heimlichtuerei drin, die so typisch für Krankheit ist. Und dann wäre der Weg nicht mehr weit, einfach heimlich weiterzusaufen.
Und außerdem - es kann ja tatsächlich jeden treffen. Jetzt war ich es eben! -
Guten Morgen allerseits!
Danke für Eure vielen Beiträge! Uns sunshine: ich lese auch gerne Dinge, die mir vielleicht erstmal nicht gefallen.
Was genau ich an unserer Krankheit bedauere ist: ich habe sie lebenslang! Und muss immer auf der Hut sein!
Wenn man sowieso selbstzerstörende Tendenzen hat, dann ist das absolut gefährlich. Ich sehe auch die Vorzüge und fühle ja selbst, wie gut es sich trocken lebt.
ICh habe eine gewisse Angst vor der Zukunft. Gerade genieße ich die absolute Offenheit meinem Mann gegenüber und fühle mich so verstanden von ihm. Ich habe ja schon mal thematisiert, dass er wesentlich älter ist als ich. Und wenn ich mir heute vorstelle, dass ich irgendwann allein dastehe - ich wüsste nicht, ob ich dieses Leben allein ertragen könnte und möchte. Ich würde heute nicht ausschließen, lange trocken zu sein und dann eben wieder zurückzuverfallen. Daran möchte ich arbeiten, dass ich das irgendwann auch anders sehen kann und Alkohol überhaupt keine Rolle mehr in meinem Leben spielt.
Mir geht es heute ganz gut - ich bin wieder auf dem guten Weg. Aber meine Zweifel in Bezug auf die Zukunft sind eben da.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Rattenschwanz!
Das mag mancher anders sehen. Jedenfalls finde ich, dass ich das Recht habe, mich auch ein bisschen selbst zu bedauern, dass ich diese Krankheit habe. Ich habe sie mir nämlich nicht ausgesucht! Und bei vielen anderen Krankheiten besteht die Chance auf Heilung - bei dieser nicht! Schuldgefühle hatte ich viel zu lange. Jetzt nehme ich mich eben einfach selbst in den Arm und tue alles dafür, dass ich nicht wieder abrutsche.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Thalia und Carl Friedrich!
Danke, es geht mir ganz gut. Ich mache mich jetzt nicht verrückt. Ich spreche für mich auch von "Vorfall". Rückfall würde für mich fast bedeuten, dass ich komplett verfalle, denke, jetzt ist es auch egal und weitertrinke. Ich muss das nur besonders im Blick haben, dass das eine Glas nicht nochmal kommt.
Ja - zur Hochsensibilität wollte ich ohnehin etwas lesen. Hab ich auch schon, weil es 'Hinweise gibt, dass mein Kind betroffen ist. Und da habe ich festgestellt, dass vieles bei mir ganz ähnlich ist. Bisher bin ich nut Internetschlau, aber ich wollte sowieso noch Bücher dazu lesen. Ein guter Anlass jetzt! Danke für den Tipp!
Und danke für Eure aufbauen´den Worte! Der Unterschied zum Sommer: ich weiß jetzt, dass es eine fiese Krankheit ist! Und ja! Ich konnte über mich selbst weinen! Im Sommer habe ich immer nur die Schuld bei mir gesucht!
Und ja - ich werde dies Woche noch mit meiner Thrapeutin reden - über Situationen der Unsicherheit und was ich dann mache.
Viele GRüße
Calida -
Hallo Thalia!
Ich glaube es war so. Da war eine Unsicherheit wie
Sie immer noch da ist, wenn ich mit anderen Menschen zu
Tun habe. Und dann war da der Wein. Und ich habe mich erinnert wie es damals war. Vor 15 Jahren. Kochen, dabei was trinken.... Ja, ich hab mir wohl gewünscht, dass es so beschwingt wie damals sein könnte.
Ja und hält die Unsicherheit. Aber wenn ich damit nicht klarkomme, muss ich dann ein Soziopath werden? Manchmal glaube ich eh schon, dass ich bin wie Sherlock..... gibt es Menschen, die so sind? -
Hallo Correns und Karsten!
Ich will wieder auf den trockenen Weg. Aber
Das ist gefährlich. Das kann jetzt ne Weile ausgehen.
Aber vielleicht denke ich in zwei Woche, das eine Glas ging ja. Also könnte ich ja nochmal eins trinken. Damit rechne ich. Meine Verwandte ist entfernt verwandt und gehörte nicht zu denen, die es wussten. Da es mittags war, habe ich nicht damit gerechnet, dass Alkohol zur Debatte stünde. Am liebsten würde ich so offen mit meiner Krankheit umgehen, dass ich es jedem erzählen kann. Aber das ist nicht wie MS. oder Krebs. Alle denken, man könnte es einfach lassen und es ist Willensschwäche oder Ruchlosigkeit.
Ich schlafe jetzt erstmal drüber. -
Hallo Correns und Karsten!
Ich will wieder auf den trockenen Weg. Aber
Das ist gefährlich. Das kann jetzt ne Weile ausgehen.
Aber vielleicht denke ich in zwei Woche, das eine Glas ging ja. Also könnte ich ja nochmal eins trinken. Damit rechne ich. Meine Verwandte ist entfernt verwandt und gehörte nicht zu denen, die es wussten. Da es mittags war, habe ich nicht damit gerechnet, dass Alkohol zur Debatte stünde. Am liebsten würde ich so offen mit meiner Krankheit umgehen, dass ich es jedem erzählen kann. Aber das ist nicht wie MS. oder Krebs. Alle denken, man könnte es einfach lassen und es ist Willensschwäche oder Ruchlosigkeit.
Ich schlafe jetzt erstmal drüber. -
Ich bin jetzt mal mutig. Ich hatte heute einen Rückfall.
Eine Verwandte kam zum gemeinsamen Kochen. Sie
Wusste nicht, was los ist. Unter ihren mitgebrachten Zutaten war Wein. Scheiße, ich habe mit ihr beim kochen ein glas getrunken. Ich versuche nicht mich aufzuregen, denke nicht, dass ich mehr brauche. Aber ich will es mitzuteilen, um nicht wieder in die Isolationskrankheit zu verfallen. Beschämende Grüße, ich bin eben doch krank..... -
Guten Morgen Thalia,
Ichche Dir ein schönes, gesundes und v.a. trockenes
neues Jahr!
Danke für Deine guten Wünsche. Leider hat's mich schon
wieder erwischt und ich bin gestern die meiste Zeit nur umgelegten
Aber egal, wir waren nur für uns und beim Bleigießen und Essen könnte ich dabei sein. Ja, es ist schön, das Jahr klar zu beginnen. Wunderschön. Wenn ich an letztes Jahr denke.. Da hab ich Vormittags den letzten Rest aus der Flasche getrunken. Never!!!
Ein wunderschönen Neujahrstag.
Calida -
Danke, Thalia!
Ich hoffe, Du hast auch schöne Tage!
Heute wars auch schön. Erst war ich laufen und heute Nachmittag nochmal zwei Stunden im Wald:-)
Eben haben wir nochmal die neuen Spiele gespielt. Und was ich allen empfehlen kann, auch denen, die keine Kinder haben:
Kakerlakak! Das bringt echt Fun. Da rennt eine batteriebetriebene Kakerlake übers Spielbrett, die man in seine Falle locken muss:-)))
Außerdem merke ich, dass mir die freien Tage gut tun. Ich habe viel mehr Zeit, um mein Innerstes zu hören und Dinge zu tun,
die gut für mich sind.
Ich frage mich, ob es mit meiner Krankheit besser für mich wäre, nicht voll zu arbeiten. Aber leider
wird mir wohl nix anderes übrig bleiben, wenn ich nicht m Lotto gewinne.
Wie auch immer, ich genieße jetzt erstmal meine Freizeit und Freiheit.
Viele Grüße
Calida -
Ich hatte einen wunderschönen Tag!
Wenn ich das mit letztem Weihnachten vergleiche - einen sensationell schönen:-)))
Einfach nüchtern sein und alles bewusst erleben.
Wir haben die neuen Spiele mit den Kindern ausprobiert, waren im Wald - einfach nur schön!
Vor der Verwandtschaft hatte ich erst Angst. Dass mich das alles stressen könnte und ich
wieder den Wunsch haben könnte, mein Mäuerchen um mich zu ziehen.
Es ist aber ganz anders. Die Ablenkung tut mir gut - und die ein oder andere Sorge, die
ich in den vergangenen Wochen hatte, ist etwas in den Hintergrund getreten.
Ich hoffe, das morgen ein genauso schöner Tag kommt.
Einen schönen Abend allen, die mich lesen!
Viele Grüße
Calida -
Guten Morgen, ich wünsche Euch allen frohe
Weihnachten!
Ich müsste mich gestern gar nicht so früh zurückziehen wie ich dachte. Kein Mensch hat zum Essen Alkohol getrunken. Nicht wie früher schon um 18 Uhr Wein, nur weil Weihnachten ist. Das fand ich sehr angenehm von der Atmosphäre.
Heute bin ich mit Kochen dran. Wildgulasch ohne Rotwein in der Soße.
Viele Grüße......
Calida -
Hallo!
Ich lag drei Tage mit Fieber im Bett. Jetzt geht's endlich wieder. Gestern hab ich die Geschenke für die Kinder verpackt. Und es war toll, dass ich nüchtern war! Ich glaube, in den letzten Jahren hab ich um diese Zeit besonders viel getrunken. Dieses Jahr war ich nur einmal auf dem Weihnachtsmarkt und da hab ich mich einfach nur aufs Essen gefreut. Auch anders als sonst, aber gut! Ich werde ruhige Weihnachten haben, und hab mir vorgenommen, viel im Forum zu sein. Auch weil ich mich der an Weihnachten trinkenden Gesellschaft entziehen möchte und mich mit Euch daran erinnern möchte, dass das der einzige Weg ist. Ich hoffe wir lesen uns!
Viele Grüße Calida -
Hallo Martin,
ich stehe in der Öffentlichkeit und deshalb bin ich da eben besonders auf der Hut. Das Interesse über mich zu tratschen, wäre für Herrn Müller größer als das meine, über ihn zu reden. Ich hätte einfach Bauchschmerzen damit. Und mein Bauch war bisher ein guter Ratgeber.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Thalia,
ja - habe ich. Das sehe ich aber nicht für mich. Ich weiß, nicht JEDER kann dann meine Beiträge mitlesen. Trotzdem wäre ich ungern zu offen, denn vielleicht ist mein Nachbar oder sonst wer auch im geschlossenen Bereich. Ich habe endlich ab Samstag Urlaub und habe mir fest vorgenommen, mich für mich zu sortieren, in dem ich schreibe. Ich glaube ich kann nur auf die Zeit setzen. Im Moment fühle ich mich wie ein Kind in der Trotzphase, das manchmal blöde Dinge tut, wie das Essen verweigern, obwohl es Hunger hat. Und ich setze daraif, dass ich ab dem Wochenende endlich auch wieder Zeit habe, bei Euch allen zu lesen, wie es Euch in den verschiedenen Phasen ging.
Viele Grüße
Calida -
Hallo!
Gefühle pur - das trifft es, was ich grade erlebe.
Es sind ein paar heftige Dinge in meinem Leben passiert, die mir gefühlstechnisch sehr nah gehen. Und das muss man erstmal aushalten. Jahrelang hab ich sie mit Alk verdrängt, auch danach konnte ich sie noch gut umterm Tisch halten und steuern. Jetzt ist es so, als hätte ich nix mehr unter Kontrolle, plötzlich bricht es aus mir raus. Das ist nicht so einfach, aber ich muss zugeben: interessant zu beobachten. Schwierig ist für mich, das zuzulassen als Teil von meinem Selbst, weil ich mich selbst eben immer noch nicht mag. Ich bin gespannt, wie das weitergeht.
Viele Grüße
Calida -
Hallo!
Ich konnte mich gestern nicht mehr melden. DAfür hatte ich ein wirklich gutes und langes Gespräch mit meinem Mann. Und ich konnte das erste Mal seit Jahren meine Gefühle rauslassen, habe so viel geweint, dass ich mich jetzt noch leicht aufgelöst fühle. Aber es fühlt sich so an, dass mir ein schwerer Stein vom Herzen gefallen ist. Ich sehe einen kleinen Hoffnungsschimmer. Ich denke schon, dass das die Früchte meine rTherapie sind. Und das ist mir ein ganz wichtiges Ziel: mit meinen Gefühlen umgehen zu können, sie nicht zu verdrängen. Denn dann, glaube ich, wird Alkohol für mich untinteressanter werden. Und schon jetzt fühle ich, wie der Druck deutlich nachlässt:-) Ich bin also wieder ein bisschen frohen Mutes.
Viele Grüße
Calida -
Danke Step, Sunshine und Ina!
Danke, dass Ihr da seid und mir geschrieben habt.
Ja, ich muss Grenzen setzen - das stimmt, mir fällt das immer schwer.
Kinder absetzen ist schwer, wir haben keine Verwandtschaft hier. Mein Mann hilft mir, wir bringen die Kinder jetzt immer gemeinsam ins Bett. Noch vor kurzem war das unter der Woche mein Job. Und ja: Ich kann mit ihm offen sprechen und bin froh darüber! Allerdings sieht er das Problem immer noch nicht so schlimm an wie es ist. Er kann sich irgendwie nicht vorstellen, dass ich richtig krank bin, dass es für mich nicht geeht: ein Glas ab und zu trinken und gut ist es. Sobald etwas Muße zu Hause ist, will ich ihm ein Buch üner unsere Krankheit geben. Ich glaube nicht, dass er das ansichtlich nicht Ernst nimmt, sondern dass er da etwas naiv ist.
Ich lese mir eure Nachrichten später in Ruhe nochmal durch und überlege, was ich jetzt - v.a. bis Weihnachten - alles nicht machen werde.
Ich melde mich später nochmal, sofern das kindertechnisch möglich ist. Mein Sohn liest gerne schon mal mit;-)
Viele Grüße an Euch alle!
Und ja: ich trinke gleich schon mal ein Wasser.