Beiträge von Calida78

    Hallo Ina,
    was machst Du denn für eine Therapie?
    Bei mir hat es etwas gedauert. Ich habe in den ersten fünf Sitzungen viel erzählt, aber nichts hat mich wirklich umgehauen. Das kam jetzt erst durch einen Traum, den ich erzählt habe. Ja - wir haben unsere Gefühle betäubt.
    Bei mir kommt noch dazu, dass ich keine Gefühle zeigen kann - jedenfalls keine negativen. Ich kann nicht in Gegenwart anderer weinen. Und wenn ich allein bin, dann überkommt es mich manchmal. Ich sitze im Auto und heule plötzlich und weiß nicht warum.
    Ich bin heute nicht mehr so aufgewühlt wie gestern, aber habe gemerkt, dass ich emotional total vereinsamt bin. Ich habe meine Familie, aber fühle mich so, als säße ich hinter einer Mauer. Mein Mann und die Kinder sind auf der anderen Seite.
    Irgendwie fühlt sich alles nach Lüge an. Ich lebe mit anderen zusammen, aber keiner kennt meine Seele.
    Weiß noch nicht, was ich mit dieser Erkenntnis mache.

    Es ist anstrengend, ja! Aber für mich ist es auch anstrengend, immer eine Maske zu tragen. Ich bin vielleicht 90 Minuten am Tag mit mir alleine. In der Restzeit spiele ich immer eine Rolle. Und ich habe kein Drehbuch, an das ich mich einfacherweise halten kann.

    Ich wünsche dir auch viel Kraft, Ina! Dass Du gute Wege findest, alles in die richtigen Bahnen zu lenken.

    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Uan!
    Danke für die youtube-info.
    Kann ein paar Tage dauern, bis ich 90 Minuten Zeit habe, wiel ich unterwegs bin. Aber ich freu mich drauf und spätestens Anfang nächster Woche sehe ich mir das an.
    Viele Grüße
    Calida

    Danke Cherokee und Lena!
    Ich weiß: ritzen ist keine Lösung. Das hab ich früher shcon mal gemacht, dann nicht mehr, dafür getrunken. Ich muss damit umgehen lernen. Ich frag mich nur gerade wie. Tobi Katze schau ich mir gerne mal an.
    Und meine Therapeutin..... also es ging nicht um Missbrauch oder ähnliches, wo man vielleicht automatisch damit rechnet, dass es dem Patienten schlecht geht.
    Ansonsten denke ich, dass es ja auf Dauer gesehen gut ist, wenn verdrängte Dinge hochkommen. Mein nächster Termin ist erst in einer Woche. Ich warte jetzt bis morgen, wie es sich nach einer Nacht anfühlt und werde mich dann evtl. bei ihr melden. Ich bin auch nicht allein. Meine Familie ist um mich. Ich kann zwar jetzt grad nicht drüber reden (noch nicht jedenfalls), aber zumindest bin ich nicht allein.
    Viele Grüße
    Calida

    Ich weiß grad irgendwie gar nichts mehr.
    War heute in Therapie. Und meine halbe Vergangenheit ist hoch gekommen. Dinge, an die ich überhaupt nicht mehr gedacht habe. Und die Auslöser sein könnten, dass ich mich oft selbst hasse und keine Nähe zulassen kann. Und die ich vermutlich im wahrsten Sinne des Worte runtergespült habe.
    Jetzt hab ich aber nichts zum Runterspülen. Ich muss ja irgendwie damit umgehen.
    Mir wäre jetzt danach, meine Arbeit stehen und liegen lassen, mich irgendwo hinzuhocken und meine Unterarme aufzuschlitzen oder irgendwas anderes in der Rcihtung.
    Dies nur so..... Was eben passieren kann, wenn man versucht, die Ursache seines Alkoholproblems zu ergründen.....

    Guten Morgen!
    Ich fühle mich frad sehr wohl im Forum. Ich habe das Gefühl, dass einige neue positive Menschan da sind und wir uns gegenseitig befruchten können:-)))
    Schade finde ichs, wenn Leute sich plötzlich nicht mehr melden. Wir alle nehmen uns Zeit, uns in Menschen hineinzuversetzen und ihnen Tipps zu geben. Und plötzlich sind sie weg und melden sich nicht mehr. Okay gut - wir haben eine fiese Krankheit und es ist wahrscheinlich, dass der ein oder andere wieder trinkt. Ich würde das keinem vorwerfen, aber ich würde mich freuen, wenn eine kurze Rückmeldung kommen würde. Viele habens nicht beim ersten Mal geschafft und ich denke keiner wird verachtet, wenn er zugibt, dass er rückfällig geworden ist und sich später wieder meldet.
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo uan!
    Ja, ich will gerne mehr wissen! Sport amche ich auch, 3 mal die Woche - laufen und schwimmen - das geht trotz Rauchens gut. Okay, ich rauche auch nicht viel - aber möchte es trotzdem gerne wieder ganz lassen. Schick mir gerne den Link oder den Titel, unter dem ich die Sendung finde.
    Und super, dass Du gestern auch alleine gut überstanden hast!!! Sei stolz auf Dich! Beim nächsten Mal wirds bestimmt einfacher.
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Karsten,
    kann sein, dass ich in fünf Jahren denke, dass ich damals noch instabil war. Aber ich fühle mich jetzt im vergleich zu den ersten Wochen schon stabil. Das heißt aber nicht, dass ich leichtsinnig werde und mit gefährlichen Situationen aussetzen würde. Danke für die Warnung!
    Ich weiß ja, dass das immer noch mein Feind ist.
    Und wo mache ich die Grenze?
    Also als ich noch drauf war, ging es mir ständig so, dass ich dachte, dass es mir ganz schlecht geht und damit einen Grund zum Trinken gefunden habe.
    Aber das ist vorbei. Wenn es mal nicht so gut läuft..... das wäre kein Grund. Weil ich ja weiß, dass es auch wieder aufwärts geht. Ich denke schon, dass etwas Schreckliches passieren müsste, ein sogenannter Schicksalsschlag. Wenn ich selbst keinen Sinn mehr sehe, dann würde ich vermutlich auch keinen in der Nüchternheit sehen bzw. würde mich wegbeamen wollen, egal mit welchen Konsequenzen.
    Jedenfalls kommen jetzt die Gedanken, wenn ich so darüber nachdenke. Aber ich hoffe doch sehr, dass so etwas Furchtbares nie eintritt!
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Forum!
    Ich kann schon gar nicht mehr sagen, wie viele Wochen ich jetzt frei bin. Bald drei Monate - so viel weiß ich.
    Durststrecken hab ich im wahrsten Sinne des Wortes nor ganz kurz und Momentweise. Wenn z.B. die Kinder streiten oder es zu Hause aussieht wie auf dem Schlachtfeld, dann kommt kurz der Gedanke: Den ganzen Tag aufräumen - war das schon alles? Wie wäre es mit einem Schluck zur Entspannung? Dann denke ich aber sofort, dass das kein Schluck, sondern eine Flaschen werden würde und sie ich dann auf dem Sofa hänge und zu nichts mehr in der Lage sein würde - und dann ist der Gedanke auch schon wieder weg. Was ich auch ungeheuer tröstend finde: ich weiß, dass der Gedanke nur jetzt da ist, dass er aber wieder geht und ich dann ganz andere Dinge im Sinn haben werde.
    Ich habe das Gefühl, dass ich im großen und ganzen stabil bin. Allerdings wenn was schlimmes passiert, dass ich keinen Sinn mehr in meinem Leben sehe, dann wüsste ich nicht was ich mache. Wenn meinem Mann oder meinen Kindenr etwas zustoßen würde, dann würde ich auch nicht mehr wollen. Dann wäre mir vermutlich auch egal, dass die Flasche wieder in mein Leben kommt. Oder ich würde gleich mit allem ein ende machen.
    Aber das muss ich mir hoffentlich nicht wirklich ausmalen.
    Schönen Tag noch!
    Calida

    Hallo Lena!
    Und - konntest Du heute zur Arbeit gehen?
    Klar ist es doof, wenn man am ersten Arbeitstag krank ist. Aber was willst Du denn machen? Es ist eben so wie es ist?
    Schreib doch mal, wie es heute war.
    Vielleicht hast Du auch ein Bauchgefühl, weil es neu und unbekannt ist. Vielleicht bist Du nach ein paar Arbeitstagen schlauer....
    Gönn Dir Zeit, um reinzukommen. Und wenn es nicht das richtige ist, kannst Du doch weiter nach anderem Ausschau halten.
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Uan!

    Zitat

    Hallo Calida

    schön, dass Du geantwortet hast. Kurz voraus geschickt, ich(wir) selbst haben keine Kinder, kann mich aber gut in die Lage versetzen. Da gehen einem nochmals sehr viel mehr Gedanken durch den Kopf, wie kann man seine Kinder schützen !!! Das Vorleben ist sicherlich mit einer der grössten Pfeiler die man machen kann. Ich würde mir überlegen ob zu gegebener Zeit nicht AUFKLÄRUNG sehr sinnvoll ist !!?? Damit meine ich nicht nur über unser Thema hier, sondern mehr das Thema SUCHT und die ganze Beeinflussung durch die Werbung. Denke einfach, je mehr man die ganze Thematik versteht umso größer die Chance damit bewusst umzugehen. (ziele bei dem gerade mehr auf das Thema KONSUMSUCHT ab).
    Aus Sicht der werbetreibenden Firmen geht es ja nur darum, Dich/ MICH / UNS zum konsumieren zu treiben !! Für mich gehört Alk. & Nikotin so gesehen als Untergruppe auch zu diesem Thema !! Das beide Konsumartikel entgegen einem Waschmittel auch viele Krankheiten und eine oft tödliche, lebenslange Abhängigkeit mit sich bringen SPIELT KEINE ROLLE!!! Hauptsache das Geld fließt !!!

    Darauf wollte ich Dir noch antworten.
    Ja - Aufklärung ist auf jeden Fall sinnvoll. Meine Kinder sind 4 und 8 - und ich mache das schon seit einige rZeit. Aber das ist wie mit dem Vorleben anderer Dinge - man muss es wiederholen und konsequent sein. Sie sehen z.B. Werbung für irgendwelchge Computerspiele, die sie dann haben wollen. Meon sohn - der Große - ist schlau und Argumenten zugänglich. Ihm erkläre ich das genau so, dass es denen nur darum geht, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und dass diese Spiele längst nicht so toll sind wie in der Werbung behauptet wird.
    Ja - es hilft. Wie konnten diese Zeug auf ein Gerät und wenige Spiele begrenzen, die sie auch nur während einer längeren Autofahrt spielen.
    Ich hoffen, dass wir das bei Alkohol un dZigaretten auch hinkrigen.
    Leide rrauch ich selbst ab und zu. Hab erst vor einem Jahr wieder angefangen. Ich will das auch nicht ewig machen, aber im Moment ist es mir wichtig, dass mein antialkoholisches Leben stabil ist. Ich möchte nicht zu viel auf einmal.

    Also - einen schönen Tag! Und bleib tapfer! Auch allein! Ich kenn das - aber wenn Du es einmal ohn Alk hinter Dir hats, wird es beim nächsten Mal viel einfacher!

    Viele Grüße
    Calida

    Schöne Idee, das zu HAuse zu machen. Könnte ich mir auch überlegen. Also bei uns aufm Dorf muss man Gänsemenü eh vorbestellen. Und am Telefon hab ich kein Problem, mir eine Soße ohne Wein zu bestellen. Wobei da mein Arzt meinte, das sei kein Problem. Wenn man etwas isst und nicht weiß, dass da Alkohol drin ist, würde das nichts machen. Es sei denn es schmeckt eindeutig nach Schnaps. Hab auch schon nicht wissend Kuchen mit Likör gegessen. Hat mir nix gemacht. Aber ja, wenn ich kann frage ich und verzichte auf Wein in der Soße.
    Naja und notfalls nimmt man halt ein Schnitzel. Ich Krieg Hunger:-)
    Gute Nacht!

    Hallo!
    Ja - die Vorbereitung ist wichtig!
    Dein Tipps sind super! Bei meinen Gänseessern gibts keinen einzigen Trinker. Fahren alle Auto und trinken dann gar nichts.
    Und was ich in diesem Fall nicht brauche, aber anderswo:
    ich muss nicht jedem von meiner Krankheit erzählen. aber ich habe einen guten Tipp aus einem Buch: Wenn Du lügst, dann lüge richtig.
    Sprich: wenn Kollegen mit Sekt anstoßen und mich unbeding zu mehr als O-Saft überredenwollen und ich sage, ich nehme Tabletten, dann ist das eine schwache Lüge. Denn dann muss ich mir bald die nächste einfallen lassen. Aber wenn ich sage: Mir fehlt ein entscheidendes Enzym und ich kann keinen Alkohol abbauen, dann ist das eine gute Lüge. Und: ich kann nicht mehr zurück und bei einer anderen Gelegenheit dann doch schwach werden. Denn das Enzym fehlt mir ja immer.
    Diesen Lügentipp finde ich gerade im Kollegenkreis super. Denn selbst wenn Verständnis moralisch angebracht wäre, ist es in den wenigsten Fällen gut, die Wahrheit zu sagen. sollte ich irgendwo einen Fehler machen oder ist jemand scharf auf meinen Posten, dann kann meine Krankeit immer gegen mich verwendet werden.
    Wie war es denn bei Dir? Wussten bei Eurer Feier alle von Deiner Krankheit oder nur Deine Frau?
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Thalia!
    Ich hoffe das sehr, dass sich noch viel verändert! Und bin gespannt darauf! Wobei vieles ja auch an mit hängt. Ich fühle mich gut in meinem beuen Leben und will es nicht mehr hergeben. Trotzdem habe ich immer noch Momente, in denen ich mich selbst hasse. Wie soll ich auch andere lieben, wenn ich mich selbst nicht liebe?
    Ich kann mir in diesen Momenten eben nicht vorstellen, dass mich andere liebenswert finden können. Und bevor ich mich dann auch noch verletzbar zeige, mache ich dicht. So in etwas läuft das.
    Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende!
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Uan,
    Du hast absolut Recht. Es ist längst überfällig, dass Werbung für krankmachende Dinge wie Kippen und Alk verboten wird! Aber die Lobbyisten haben mehr Einfluss als jegliches Verantwortungsgefühl!
    Und die meisten Menschen wohl haben das so verinnerlicht - für sie ist es ebenfalls normal, im Verein oder im Restaurant zu trinken. Und selbst wenn einer zu viel trinkt - das wird nicht geächtet. Da wird einer in Bayern eher noch bemitleidet, wenn er mit 1, 2 Promille am Steuer erwischt wurde.
    Jedesmal wenn ich Fernsehen sehe, dass da z.B. Leute zusammen kochen und beim Kochen schon mal Wein trinken, dann denk ich mir: das spüren die doch auch - den Alk im Blut. Entweder saufen sie weiter oder auch nicht - jedenfalls geht es danach immer darum, wieder nüchtern zu werden, weil man fahren mudd oder am nächsten Tag aufstehen. Was soll das also? Dann kann man es doch genauso gut gleich lassen.
    Ich denke, die einzigen, die aufklären können, dass es nicht normal ist, wenn man bei Zusammenkünften jeglicher art Alkohol trinkt, sind wir. Und darum bemühe ich mich, in dem ich es anders mache. Ach und was uns zu Alkoholikern gemacht hat? Verschiedenes. Das ist ja auch vererbbar. Aber eines, denke ich, ist sicher: ohne die Werbund und die ständige Präsenz hätte es der Alkohol nicht so leicht mit uns gehabt. Das gilt für mich als sicher.
    Meiner Kinder dürfen nur KIKA schauen. Man kann davon halten, was man will. Aber zumindest weiß ich, dass Sie dort nicht schon bewusst oder unbewusst solche Werbung mitkriegen.
    Viele Grüße
    Calida

    Guten Morgen Hesse,
    wenn man komplett mit dem alten Umfeld bricht, ist das schwer. Das kann ich mir vorstellen. Du musst Dir einfach Zeit geben. Du wirst Durch Dein neues Leben andere Menschen kennen lernen, neue Freunde finden. Das dauert aber. Ein Verein (DLRG?) kann Dir vielleicht helfen. Ich weiß, Du magst keinen Sport, außer Schwimmen. Ein Schwimmverein hat den Vorteil, dass da vermutlich keine Trinker sind wie z.B. im Schützen oder sonst einem Verein. Selbst beim Fußball gehört das Bier ja mit dazu.
    Sei nicht so negativ: ist doch egal wenn Du nicht backen kannst. Probiers, vielleicht klappts ja trotzdem.
    Gute Rezepte sind doch eigentlich idiotensicher.....
    Ich spüre bei Dir eine Abwehrhaltung, wenn Vorschläge kommen. Wenn Du wirklich Inspiration suchst, dann teste doch einfach aus. Wenn der Kuchen verbrannt ist, kannst Du immer noch sagen: Das lass ich besser.
    Ich wünsch Dir einen schönen Tag mit guten Einfällen!
    Viele Grüße
    Calida

    Glückwunsch zu Deinen 5 Monaten!!!
    Und toll, wie Du wieder eine neue Situation gemeistert hast.
    Ein Restaurantbesuch ist das, was ich auch noch nicht hatte. Ich habe jetzt keine Angst, dass ich schwach werde. Aber seit ich nüchtern bin habe ich, außer es kommt ein guter Film, nicht so viel Sitzfleisch. Ich muss häkeln oder irgendwas mit den Händen machen.
    Aber ich werde es ausprobieren, wenn das Gänseessen ansteht.
    Viele Grüße
    Calida

    Ich schreibe für mich und alle, die an meinen Gedanken teilhaben wollen.

    Hatte gestern meine 10. Therapiestunde
    Ich finde es spannend, weil ich irgendwie schon das Gefühl habe, dass ich mich selbst nicht gut genug kenne. Das hat natürlich auch die Sauferei verhindert.
    Und es ist merkwürdig: manchmal habe ich in oder nach der Stunde ein Schlüsselerlebnis und denke: das muss ich vertiefen - da komme ich auch den Gründen näher, warum ich überhaupt gesoffen habe. Und dann ist es wieder ein schleichender Prozess. Eines habe ich begriffen: ich muss selbst aktiv werden und mein Leben gestalten. Und ich muss sehr wahrscheinlich auch mehr reden.
    Im Suff habe ich alles nur mit mir ausgemacht, noch nicht mal viel mit meinem Partner geredet. Zum Teil hab ich das Reden auch verlernt. Ich habe zum Beispiel keine Lust, viel über mich zu reden - über meine Gefühlswelt oder wie es mir wirklich geht. Und ich gebe den Leuten auch keine Rückmeldung, wenn mich etwas stört. Ich denke mir meinen Teil und beende die Sache.
    Das ist der Grund, warum ich zu tieferen Bindungen offenbar nicht fähig bin.
    Ich dachte immer, ich habe etwas an mir, das törend ist und die Leute auf Distanz hält. Durch die Therapie hab ich das Bewusstsein, dass es genau umgekehrt ist. Dass ich diejenige bin, die keine echte Nähe zulassen kann. Ob ich das ändern kann und möchte weiß ich nicht, aber im nüchternen zustand bin ich mir selbst näher gekommen. Und das ist ja erst der Anfang. Und ich muss rauskriegen, in wie weit der Alkohol meine Persönlichkeit verändert hat und ich noch etwas revidieren kann.
    Es ist spannend, mir selbst zuzuschauen. Ich finde das alles sehr philosophisch, mich selbst zu finden.

    Ich glaube, dass ging vielen so. Ich war nie in der Kneipe und habe auch keine trinkenden Freunde. Ich hab allein gesoffen, aber alles was ich dann abends gemacht hab - immer war Alkohol dabei. Ob das Fernsehen oder was auch immer war. Musste mich auch dran gewöhnen, die Dinge nüchtern zu machen. Und alles, was ich zwei, dreimal nüchtern gemacht hab, war dann schön - viel shcöner als vorher......
    Halbvoll einen Film zu schauen ist doch schrecklich. Wenn man nix mehr rafft und fast einschäft.....

    Worauf hättest Du denn Lust?
    Gibts da nix, was Du immer schon mal machen wolltest?
    Du bist ein Mann, aber ich kenne Männer, die häkeln.
    Ich tus auch - es beruhigt total meine Nerven:-)
    Und ich bin stolz, wenn ich zu Weihnachten selbstgemachtes Zeug verschenken kann. Das hätte ich im Suff nie gekonnt!
    Jetzt lachst Du wahrscheinlich, oder?
    Ist ja auch ganz egal. Hauptsache, man findet etwas, was man gerne tut!