Hallo Ina,
was machst Du denn für eine Therapie?
Bei mir hat es etwas gedauert. Ich habe in den ersten fünf Sitzungen viel erzählt, aber nichts hat mich wirklich umgehauen. Das kam jetzt erst durch einen Traum, den ich erzählt habe. Ja - wir haben unsere Gefühle betäubt.
Bei mir kommt noch dazu, dass ich keine Gefühle zeigen kann - jedenfalls keine negativen. Ich kann nicht in Gegenwart anderer weinen. Und wenn ich allein bin, dann überkommt es mich manchmal. Ich sitze im Auto und heule plötzlich und weiß nicht warum.
Ich bin heute nicht mehr so aufgewühlt wie gestern, aber habe gemerkt, dass ich emotional total vereinsamt bin. Ich habe meine Familie, aber fühle mich so, als säße ich hinter einer Mauer. Mein Mann und die Kinder sind auf der anderen Seite.
Irgendwie fühlt sich alles nach Lüge an. Ich lebe mit anderen zusammen, aber keiner kennt meine Seele.
Weiß noch nicht, was ich mit dieser Erkenntnis mache.
Es ist anstrengend, ja! Aber für mich ist es auch anstrengend, immer eine Maske zu tragen. Ich bin vielleicht 90 Minuten am Tag mit mir alleine. In der Restzeit spiele ich immer eine Rolle. Und ich habe kein Drehbuch, an das ich mich einfacherweise halten kann.
Ich wünsche dir auch viel Kraft, Ina! Dass Du gute Wege findest, alles in die richtigen Bahnen zu lenken.
Viele Grüße
Calida