Beiträge von Calida78

    Hallo Dominik,
    kann Dich verstehen. In die Kneipe würde ich auch nicht gehen. Mich würde da noch nicht mal so der Alkohol stören. Aber die Leute, die trinken, hocken halt nur rum, reden und sind sich selbst genug. Das kann ich nüchtern nicht. Wie ist das bei Dir? Kannst Du es generell nicht aushalten, wenn Leute trinken oder liegts an der Kneipenatmosphäre? Wie wäre es denn mit was Aktivem? Wie Bowling oder so? Da trinken die Leute zumindest sicher nicht ein bier Bie rnach dem anderen.
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo,
    eine kleine Zwischenbilanz aus meiner Therapie:
    Als ich anfing über unsere Krankheit zu lesen, ging es auch darum, dass wir Alkoholiker oft Probleme mit Gefühlen haben, u.a. weil wir diese im Suff runtergepült oder anders oder gar nicht mehr wahrgenommen haben. Ich habe das gelesen, aber es hatte weiter keine Bedeutung für mich.
    Inzwischen hatte ich sechs Sitzungen bei meiner Therarapeutin. Und tatsächlich kristallisiert sich immer mehr heraus, dass das auch mein Thema ist. Ich spreche oft darüber, was ich in manchen Situationen denke - sie fragt mich dann immer was ich fühle. Und das allein in Worte zu fassen ist eine Herausforderung für mich. Ich habe das Gefühl, dass manche Gefühle mir fremd geworden sind, dass ich mich mit vielem arrangiert habe und keinen Schmerz, keine Enttäuschung mehr empfinde. Ich glaube, dass ich damit einen ganz entscheidenden Knackpunkt gefunden habe und damit weiterkommen kann - zu mir selbst.
    Viele Grüße
    Calida

    Willkommen im Forum.
    Wie gehts Dir denn ohne Alkohol? Hast Du oft Saufdruck?
    Hast Du was, was Du degegen tun kannst?
    Ich bin auch erst seit Mitte Juli clean - und ich habe ganz viele Tipps hier bekommen, die mich auf dem Weg gehalten haben.
    Kannst Du Dir vorstellen lebenslang auf Alk zu verzichten oder ringst Du noch?
    Viele Grüße Calida

    Über sieben Wochen sinds jetzt - und mein Zustand hat sich etwas verändert. Zum einen in vielen Situationen stabiler, zum anderen bin ich ruhiger und nachdenklicher.
    Oft bin ich mir selbst genug und freue mich wenn ich zu Hause bei meiner Familie bin. Muss ich auch, Freunde habe ich eh keine.
    Ich habe ne ganze Weile, auch als ich noch gesoffen habe, darum gekämpft, dass ich in meiner Wahlheimat Freundschaften knüpfe. In diesen Tagen frage ich mich, ob ich mich besser damit abfinde ohne Freunde durchs Leben zu gehen. Alkohol hat damit nix zu tun. Ich hab nur gesoffen, wenn ich abends allein zu Hause war und dann auch keinen getroffen oder angerufen. Die Frage, ob ich vielleicht zu versoffen und abschreckend war, kann ich mit Nein beantworten.
    Jedenfalls hab ich mit Beginn meines neuen Lebens gedacht: schön - jetzt habe ich als immer nüchterner Mensch viel Raum für Freunde. Aber da ist keiner. Manche haben sich wochenlang nicht gemeldet - andere Kontakte haben sich in Schall und Rauch aufgelöst. Habe keine Lust mehr, den Leuten hinterherzulaufen. Würde auch mal gerne überrascht werden, in dem Sinne, dass einfach einer spontan anruft. Offenbar gibt es in ihren festen alten Strukturen keinen wirklichen Platz für Neuankömmlinge. Schade. Würde gerne schöne Dinge und Freude teilen.
    Dieses nur Gedanken..... Früher hätte ich mich jetzt besoffen, heute stelle ich das einfach mal fest.
    Schönen Tag noch.....

    Wichtige Frage!
    ich weiß gar nicht, in welcher Reihenfolge ich schreiben soll.
    In erster Linie bleibe ich für mein einmaliges Leben trocken, das ich geschenkt bekommen habe. Ich möchte es selbst gestalten, und das geht nur trocken.
    Genauso wichtig: ich bleibe trocken für meine Kinder. Ich arbeite viel und in dem bisschen zeit, in der ich mit ihnen zusammen bin, möchte ich jeden Moment bewusst und intensiv erleben - das geht auch nur trocken.
    Und ich bleibe trocken für meinen Mann. Seit ich nicht mehr trinke, verstehen wir uns viel viel viel besser. Ich höre ihm zu, bin für ihn da, bin aktiv mit ihm - das geht auch nur trocken.
    Und ich bleibe trocken für alle schönen Dinge, die das Leben zu bieten hat und von denen ich nur etwas habe, wenn ich trocken bin.

    Hallo Ina,
    Glückwunsch zu Deiner alkoholfreien Woche!
    Du hast dei eersten Schwierigkeiten ohne Alk überstanden! Und schaffst das auch weiter! Ich habe auch immer 'Gründe zum Trinken gefunden, wie so ein verpatzter Familientag - Am Anfang hab ich nach solchen Missgestücken auch öfter Saufdruck verspürt. War das bei Dir auch so? Was machst Du dann dagegen?
    Ich merke, wie das bei mir immer mehr nachlässt. Ab und zu kommt noch der Gedanke, aber selten. Dann mach ich mir klar: Teufelszeug - nie wieder! Und der Gedanke verschwindet.
    Eine schöne zweite Woche in Deinem neuen Leben wünsche ich Dir!
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Andi!
    Dann ist heute der 5. Tag! Herzlichen Glückwunsch!
    Ablenkung ist gut. Hast Du was zum Notfallkoffer gelesen? Das hat mir am Anfang auch sehr geholfen. Ich hab während der Sauferei oft nix gegessen, weil der Alk schon so viel Kalorien hatte. Dann habe ich gemerkt: wenn ich esse, was richtiges Leckeres, macht mich das zufrieden - und das Bedürfnis was zu trinken war gar nicht mehr da. Also Essen ist ein Teil meines Koffers, aber auch Bücher über unsere Krankheit, der Gedanke an meine Kinder und Sport. Die Bewegung hemmt den Saufdruck ganz stark - bei mir jedenfalls. Und wenn der Gedanke kam zu trinken, dann bin ich laufen gegangen oder habe was gegessen oder.....
    Ich wünsche Dir gutes Gelingen!
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Thalia,
    und was ich manchmal denke: wer weiß, wofür es gut war, dass ich dem Alkohol verfallen bin?!? Hört sich erstmal komisch an. Aber es kommt mir so vor, als kann ich jetzt ganz bewusst mein Leben gestalten und mich darauf freuen, weil es mir nicht selbstverständlich ist, dass ich ein klaren Kopf habe und stark bin. Vielleicht steckt auch eine große Chance darin, so eine fiese Krankheit zu überwinden. Ähnliches habe ich schon mal erlebt, nachdem ich mit einem Bein im Grab stand. Ich wäre mal fast verblutet und konnte gerade so gerettet werden. Danach war ich traumatisiert hat, aber ich habe dann mit der gleichen Frage gelebt: Wer weiß wofür es gut war?!?
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag!
    LG - Calida

    Hallo Andi,
    Herzlich willkommen bei uns!
    Wie lange bist Du denn schon trocken? Geht es oder hast Du oft Druck? Ich bin seit fast (oder erst - wie man es sehen will...) 7 Wochen trocken - und gerade am Anfang haben mit die Tipps hier im Forum wirklich sehr geholfen! Das allerwichtigste: ein alkoholfreies Zuhause. Damit konnte ich dem Druck in den ersten Tagen nicht nachgeben - und das war gut!
    Ich wünsch Dir, dass Du dranbleibst!
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Thalia,
    hach - es so schön, wenn mir jemand wie Du schreibt und ich mich da absolut wiederfinden kann:-)
    In den Suffjahren war ich wie ein Hamster im Laufrad, der nicht rauskam und nix ändern konnte. Ich empfinde das genau wie Du: Was ich nüchtern plötzlich gestalten kann, das hätte ich vorher nie geahnt. Und Du bist ja schon viel länger trocken als ich. Da habe ich doch Grund zur Freude, was noch so kommt in den nächsten Wochen und Monaten und hoffentlich Jahren.
    Ja - und gucken, wo die Anspannung herkommt... da erinnerst Du mich, dass ich an diesem Thema dranbleibe.
    Viele Grüße
    Calida

    Liebe Ina,
    Suchtberatung kann ich nur empfehlen. Das war meine erste Anlaufstation. Und ich habe das Gefühl, dass damit die Dinge ihren Lauf nahmen. Diese Langeweile wie Du sie schilderst, kannte ich auch. Furchtbar. Aber nach einigen Gesprächen kam es wieder, dass ich einfach angefangen habe etwas zu machen, wie Schwimmen oder Radfahren oder ein Spiel mit dne Kindern spielen. Am Anfang gewöhnungsbedürftig. Aber alles was ich ohne Alk einmal gemacht habe, fiel mir das zweite, dritte, vierte Mal leichter. Und heute freue ich mich auf Dinge, die ich noch vor sieben Wochen gar nicht gemacht habe. Also - mach weiter - es lohnt sich!:-)
    LG - Calida

    Ja, stimmt ihr habt Recht. Das weiß ich natürlich auch. Ich habe mich nicht richtog ausgedrückt. So ne gewisse Entspanntheit kann man ja aber auch erreichen, wenn man den IST-Zustand wahrnimmt und ihn akzeptiert, wie er ist und darauf vertraut, dass wieder bessere Momente kommen ohne zu denken: was kann ich jetzt tun, um einen IDEAL-Zustand herzustellen? Da bin ich dran, das hinzukriegen. Das hört sich so selbstverständlich an. Aber damit bin ich ja erst seit 6 Wochen konfrontiert. Vorher hab ich ja noch versucht, es ideal zu saufen - was natürlich nicht (mehr) geklappt hat.
    Es soll sich auch nicht nach Jammern anhören - ich finde es eine schöne Aufgabe, mich mit dem Leben und mir selbst auseinanderzusetzen.
    Einen schönen Tag Euch!
    Calida

    Hallo Karsten,
    das ist schön, dass Du diesen Wunsch gar nicht mehr hast! Ich hoffe das für mich auch. Den Wunsch, ihn durch Alkohol herbeizuführen habe ich auch nicht. Allerdings hätte ich manchmal gern ein gewisses Entspanntheitsgefühl. Ich mache mir Gedanken, warum das so ist bzw. warum sich das nicht einfach so einstellt. Also natürlich bin ich manchmal einfach so zufrieden - aber manchmal auch nicht. Alkohol ist sicher eines der schlechtesten Mittel, sich in Entspannung zu versetzen - aber dieser Wunsch ist ja schon sehr verbreitet. Manche machens mit Sport und sind erst dann zufrieden, wenn sie täglich 20 km gelaufen sind. Ich weiß nicht genau, was das ist, das die einen drogensüchtig, die anderen sportsüchtig, sexsüchtig oder essgestört werden lässt. Ich würde gern herausfinden, wie man einfach mit sich selbst zufrieden ist - ohne das Bedürfnis zu haben, das Bewusstsein zu verändern oder etwas zu konsumieren.....
    Maßhalten ist ja im Buddhismus wichtig. Vielleicht finde ich da Antworten. Jedenfalls hat sich die Menschheit offenbar schon immer mit der Frage beschäftigt, wie man nach Glück strebt und was gut für uns ist.
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Dominikkk1,

    Zitat

    Ich frage mich dann auch immer, wieso ich genau dem Alkohol die "lustige" Wirkung zuschreibe, wieso ich sie nicht anders auch erreichen kann.

    Das frage ich mich auch. Und ich glaube bei mir ist es so, weil es ganz am Anfang so war. Die Hoffnung, diesen Zustand zu haben, war für mich Motivation was zu trinken. Aber ich hatte ihn nicht mehr. Am Ende war ich fix und fertig nach ner halben Flasche Wein, war depressiv und habe mich selbst gehasst, dass ich zu müde bin, um schöne dinge zu tun. Was blieb also? Weitersaufen.....

    Für Leute die nicht krank sind, mag der Alkohol ja durchaus positive Eigenschaften haben. Uns bringt er um. Ja - so wie Du - mit weiterdenken und Verstand gehe ich auch damit um. Wäre schön, wenn ich irgendwann überhaupt nicht mehr darüber nachdenken müsste!

    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Wellensittich,

    Zitat

    Und dann denke ich mir: "Meine Güte, diese Tiere brauchen/trinken doch auch keinen Alkohol!" Und diese Tiere leben ihre Bestimmung und sind vielleicht auch glücklich dabei?
    Blöder Vergleich, ich weiß.

    nee, finde ich überhaupt nicht.Letztendlich sind wir doch auch Tiere. Nur dass wir uns immer mehr aus unserer Natur entfernen und verlernen, unsere eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Bei mir ist das so. Ich funktioniere den ganzen Tag - und habe verlernt, mich zu fragen, was ich eigentlich möchte und brauche. Die Biene weiß das - sie fliegt zu eine rLavendelblüte und saugt Nektar. So ein bisschen weiß ich es jetzt auch wieder. Aber ich denke, da kommt noch mehr.

    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Ina!
    Herzlich willkommen auch von mir!
    Mir geht es ähnlich wie Dir - ich habe auch das Gefühl, dass ich viel verpasst habe im Leben meiner Kinder, weil ich betrunken war oder weil ich daran gedacht habe zu trinken und deshalb keinen Ausflug mehr mit ihnen gemacht habe. Das macht mich auch sehr traurig! Aber was das betrifft, blicke ich nach vorne. Meine Kinder sind noch nicht so alt, dass ich es nicht noch gutmachen könnte. Ich genieße jetzt jeden Tag mit ihnen und nehme mir ganz viel Zeit.
    Ich wünsche Dir Willenenskraft und Energie, dass Du Deinen Wunsch nach einem alkoholfreien Leben umsetzen kannst. In meinem Notfallkoffer ist ein Bild meiner Kinder, wie sie schlafen. Als ich am Anfang Saufdruck hatte, habe ich daran gedacht. Und das hat mich auf dem Weg gehalten. Notfallkoffer sist soweiso eine gute Erfindung. Kennst Du den schon?
    Viele Grüße
    Calida

    Moin!
    So - jetzt bin ich sechs Wochen sauffrei:-)
    Und gestern war so ein toller Tag - den hätte ich mit Alk nie so erlebt. Morgens erstmal Krafttraining gemacht, dann war ich mit der Familie im Schwimmbad und bin nochmal 2000 Meter geschwommen - und hab dann einfach die Sonne auf mich scheinen lassen und Spaß mit meinen Kindern gehabt. Und abends bin ich spontan noch mal 20 km Radgefahren mit meinem Sohn. So Spontanes hätte es bis vor 7 Wochen nie gegeben - denn um die Uhrzeit hätte ich vermutlich schon mindetsnes ein Glas intus gehabt. Zwischendurch kommt immer nochmal die Frage auf, ob es nicht schade ist, dass ich nie wieder bei einem Glas entspannen kann. Aber dann werde ich so schnell wieder belohnt und bestätigt, dass es genau der richtige Weg ist.
    Kommt das bei Euch auch noch manchmal, die Frage, ob es auf Dauer gelintgt, nie wieder diesen psychischen Zustand zu haben, in den man nach den ersten paar Schlucken kommt?
    Was macht Ihr dann? Würde ich mal gerne wissen.
    Allen einen schlönen Start in die Woche!
    Grüße
    Calida

    Hallo!
    Ich habe im Urlaub den aktuellen Krimi von Jan Seghers gelesen: Die Sterntaler-Verschwörung. Ich kann auch alle Vorgänger von ihm empfehlen, in denen Kommissar Marthaler ermittelt. Wenn ich anfange, kann ich die Bücher kaum aus der Hand legen. Wer Marthaler noch nicht kennt, sollte ihn kennen lernen.
    Viele Grüße
    Calida

    Hallo Max,
    ich bin trockene Alkoholikerin und habe auch zwei Kinder. Ich kann Dir nur raten: Such Dir jede Hilfe, die Du kriegen kannst. Toll, dass die Kinder bei den Großeltern sein können. V.a. würde ich nach einer Lösung suchen, die dauerhaft akzeptabel für Deine Kinder und Dich ist - auch wenn Deine Frau weitertrinkt. Selbst wenn sie heute aufhört, wird es dauern, bis sie stabil ist.
    Was mir am Anfang geholfen hat, aufzuhören war u.a. ein Heft, das ich bei der Diakonie-Suchtberatung mitgenommen mitgenommen habe. Das war eine Bildergeschichte über zwei Kinder und deren trinkende Mutter. Ich war noch nicht so drauf, dass ich meine Kinder vernachlässigt habe, aber das hat mir die Augen geöffnet: so wollte ich nie enden - aus Liebe zu meinen Kindern. Wer weiß - vielleicht kann das ein Anstoß für Deine Frau sein, aber wenn dann sicher nicht im trunkenen Zustand. Da hätte ich das zumindest als Angriff gewertet.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute!
    Calida

    Ja, wobei ich es auch nachvollziehen kann, dass man am Anfang viel Orientierung braucht. Sonst wären alle Therapieangebote in Suchtzentren ja schwachsinnig. Für mich konnte ich mir nicht vorstellen, jetzt ein halbes Jahr oder länger nur über Alkohol zu reden, sondern lieber gezielt nach den Dingen suchen, die mich überhaupt erst haben trinken lassen.