Guten Abend!
Heute ist Tag 17:-) Und ich habe wieder zwei Dinge gemeistert!
Erstens die Situation zu Hause,
zweistens war ich heute auf einem öffentlichen Fest
mit 1000 Leuten. Für gewöhnlich habe ich da vorher auch immer was gebraucht, weil
ich dann weniger verkrampft war, was ich mir natürlich nur eingeredet
habe. Und heute ging das einfach so. Ich konnte mich unterhalten ohne zu denken, ob jemand riecht, dass ich was getrunken habe.
Einen Dämpfer hab ich allerdings gekriegt. War seit langem auf der Waage - oh je!
Und dabei merke ich seit 17 Tagen ohne Alkohol, wie die Hosen etwas weiter werden.
Also wars ja vorher noch schlimmer! Ich habe irgendwo gelesen, wenn man drei
Monate hinter sich hat und normal isst, würde man ziemlich viel abnehmen - nur durch die Tatsache,
dass man keinen Alkohol trinkt. Das wäre ja ein schöner Nebeneffekt.
War das bei Euch auch so?
Ich weiß, alles nicht so schlimm - Hauptsache ich trinke nicht mehr. Und da genehmige ich mir
auch mal das ein oder andere Gummibärchen. Aber schön wärs schon, ein paar Kilos dahinschmelzen zu lassen.
Ansonsten habe ich wieder über unsere Krankheit gelesen. Das hilft mir sehr und bestärkt mich immer wieder! Und ich merke, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenke, dass ich theoretisch auch trinken könnte. Sonst wäre ich auch nicht auf dieses Fest gegangen. Aber ja - ich habe die Skeptiker im Blick - ich weiß, ich nehme das nicht auf die leichte Schulter. Ich sichere mich bei sowas immer ab. Ich bin Auto gefahren, hatte die Kinder dabei, und alkoholisiert bin ich nie gefahren. Früher bin ich oft wo mitgefahren, um trinken zu können. Das mache ich heute ganz bewusst nicht mehr.
Also - schönen Abend noch und viele Grüße
Calida
Beiträge von Calida78
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Hallo Frank!
Klingt nach einem guten Plan. Ich hatte in der Vergangenheit auch
mehr Probleme, wenn ich allein war als wenn mein Mann zu Hause war.
Jetzt ist es schon anders, ich nutze die Zeit immer zum Lesen, für Sport und mir selbst nahe zu kommen.
Ich wünsche Dir eine schöne Zeit und viele Dinge, die Dich zufrieden machen.
Und es gibt ja glücklicherweise dieses Forum, in dem
man sich auch nachts einloggen und schreiben kann. Also - richtig allein
sind wir gar nicht, auch wenn Kind und Kegel unterwegs sind:-)
Viele Grüße
Calida -
Zitat von Martin
Hallo Calida,
[quote] Und langsam ist es bei mir so, dass es mir nix mehr ausmacht. Das sagte auch die <suchtberaterin, dass Alkoholiker schnell lernen, dass andere trinken, und sie eben nicht, weil der Alkohol immer irgendwo ist.
nur mal eine Frage, ist deine Suchtberaterin (trockene) Alkoholikerin ?
Woher weiss sie das denn so genau

Genau das habe ich mich auch gefragt. Sie wirkt so, als hätte sie die Weisheit mit Löffeln gefressen. Mag sein, dass sie selber Alkoholikerin ist, ich habe sie nicht gefragt. Auf die Idee kam ich gar nicht. Aber ja: als sie sagte, sie würde dann Ausreden erfinden, warum sie nicht trinken kann.... Könnte tatsächlich sein. Wie auch immer, meine Intuition sagt mir, dass das bei ihr nicht der richtige Weg für mich ist.
LG - Calida
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Hallo Sunshine!
Da bin ich aber froh, dass wir das aus dem Weg geräumt haben:-))
Ich wusste ja auch nicht, was Du hinter Dir hast! Ich bin auch nicht frei von Vorausurteilen und hatte gleich ein schiefes
Bild von Dir. sorry! Ich finde, jetzt liest Du Dich sehr sehr nett!!!
Ja, ich denke auch, wir müssen Vorurteile mit aus der Welt schaffen!
Was viele eben auch nicht raffen: dass Alkohol eine Gefahr für uns ist und es eben nicht einfach so ist,
dass wir eben nix trinken - und das geht dann so.
Da sehe ich bei vielen leider null Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen:-(
Denn es ist ja auch immer ein kleiner Angriff auf das Selbst - denn
die meisten wollen Ihr Wochenendbier oder was auch immer
sicher nicht missen. Und beim Nachdenken müssten sich viele die Frage
stellen, ob das alles so noch okay ist.
Wie lange hast Du denn am Anfang gebraucht, bis Du einigermaßen
stabil warst - gefühlstechnisch?
Ich bin es noch nicht, aber ich finde es auch spannend, mich selbst neu kennenzulernen.
Ich erlebe so vieles, das lange nicht mehr mit klarem Kopf erlebt habe. ft hab ich gesoffen, weil ich dachte,
ich sei dann kommunikativer.
Aber jetzt: Jetzt geht's mir oft so gut und ich bin froh, dass ich einfach
mit klarem Kopf reden kann.
Also - schönen Abend noch!
Viele Grüße
Calida -
ich habe wohl auch etwas heftig reagiert.
Aber ich denke, es gehört auch dazu, dass wir uns aneinander reiben.
Als noch frische Nüchterne entdecke ich auch meine Gefühlswelt wieder neu.
Es hat mir eben weh getan, noch ohne auf die Frage geantwortet zu haben, ob meine Eltern Bescheid wissen,
unterstellt zu bekommen, dass ich es ihnen nicht gesagt habe mit allen Konsequenzen.
Ich finde es davon abgesehen auch nicht schlimm, wenn manche Menschen ihre Umwelt nicht aufklären.
Alkoholismus ist eine chronische Krankheit, aber eines unterscheidet sie von anderen Krankheiten:
sie wird gesellschaftlich nicht als solche gesehen. Hat man Krebs oder Diabetes, muss man sich nicht schämen.
Ist man Alkoholiker, dann schon. Also muss man eigentlich nicht, aber man bekommt das Gefühl.
Ich denke der Grund ist, das Alkoholabhängigkeit tabuisiert wird - die Schuld wird schnell dem Trinkenden oder Ex-Trinkenden zugeschoben.
Lange habe ich mich auch dafür geschämt.
Ich weiß heute, wie wichtig es ist, sich vor den Spiegel zu stellen und sich selbst zu sagen: ich bin Alkoholikerin.
Und wenn man an dem Punkt ist, kann man seine Umwelt einweihen - oder einen Teil davon. Mein Mann weiß es, meine Eltern und zwei wichtige Freunde.
Ich kann die langjährigen Abstinenten wie sunshine verstehen, wenn sie sagen, man muss das sagen, denn mit Verheimlichung wäre man unehrlich und das ist verletzend. Aber Ihr wart
doch auch mal am Anfang. Das geht doch alles Schritt für Schritt. Noch vor
drei Monaten hätte ich mich geschämt, das meinem Arzt zu erzählen.
Geschweige denn meinem Mann - und da bin ich jetzt ein paar wichtige Schritte weiter.
So - jetzt hab ich meinen Gedanken freien Lauf gelassen.....
Und noch eine wichtige Erkenntnis aus dem Buch, das ich lese. Wenn der Druck kommt zu saufen, dann will
dich diese fiese Krankheit zurückerobern. dich zum Weitersaufen zu kriegen, ist ihr Ziel. Ich bezeichne sie nicht als Krankheit, sondern als Teufel.
Und diesem Kampf stelle ich mich. Ich lasse mein Leben nicht
von eine Flasche zerstören, die mich so kaputt machen könnte, dass
ich meinen Kindern kein Schulbrot mehr machen kann.
Und diesen Kampf gegen den Teufel nehme ich gerne auf.
Viele Grüße
Calida -
Mit Verlaub, Sunshine, ich finde Du quasselst mir da gerade ziemlich rein!
Mein Mann ist nicht mein Aufpasser in dem Sinne, dass er die Verantwortung für mich hat. Trotzdem kann es nichts schaden, wenn die Menschen um einen Bescheid wissen und man sich ihnen mitteilen kann, wenn es brenzlig wird.
Dass ich meine Eltern besuche, hat nichts damit zu tun, dass ich "auf den Alkohol zugehe" und auch noch stolz darauf bin. Die Unterstellung, dass ich stolz darauf bin, ist eine Frechheit!!!
Ich gehöre eben nicht zu den Menschen, die eiskalt alle Kontakte - auch zu den eigenen Eltern - abbrechen, weil sie nicht alkoholfrei leben. Ja - meine Eltern wissen Bescheid. Wenn aber jemand ein Problem ohne Alkohol hat, nützt es auch nichts, wenn er Bescheid weiß.
Und darauf soll ich jetzt stolz sein????
Es ist jetzt meine Verantwortung - und genau so werde ich damit umgehen.
Viele Grüße
Calida -
Hallo!
@Wellensittich: ich hätte abgelehnt. Denn: was habe ich von einem Radler? Von einem hatte ich noch nie was. Und vier zu trinken - nein! das will ich nie wieder. Und mein Mann war dabei. Er weiß, dass ich nicht mehr trinken will. Und falls ich kippe, ist er mein Aufpasser. Aber im Moment habe ich das Gefühl, ich kippe nicht so schnell.@Katah: Genau aus dem Grund mach ich meine Therapie auch nicht bei dieser Suchtberaterin, sondern bei einer Psychotherapeutin. Sie lässt mich nicht selbst Sachen und Gedanken erarbeiten, sondern schmeißt mir allwissend irgendwelche Weisheiten hin. Das ist nix für mich!
Und die nächsten Tage werden besonders spannend. Ich bin gerade bei meinen Eltern zu Besuch - und da geht für gewöhnlich kein Abend ohne Wein. Wahrscheinlich kommt meine Krankheit auch daher.
Ich habe sie gebeten, mir nichts vorzusaufen. DA mein Vater offenbar selber ein Problem hat (wenn auch nicht so ausgeprägt wie meines) dürfte es schwierig sein, dass die Flaschen zu bleiben. Wir wissen das selber, wenn wir an unsere Saufphasen denken. Trotzdem wollte ich hin wegen meiner Kinder. Aber mir wird nichts passieren - ich glaube an mich. Ich habe meine Laufschuhe dabei, ein Buch über unsere Krankheit und viel andere Literatur. Und wenn jemand eine Flasche aufmacht - dann gehe ich woanders hin. Ich bin auch abends immer schön mit Nichttrinkern verabredet - ich bin zuversichtlich, dass alles gut wird.
Und ich habe dieses Forum, wo ich mich einloggen kann, wenn es schwierig wird.Also - viele Grüße und bis bald
Calida
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Guten Morgen,
danke, mir geht es gut. Heute ist Tag 15 meines neuen Lebens:-) Und Dir Ferra? Gestern war ich sogar bei Freunden grillen. Das war kein Problem, weil es mittags war. Sie haben zwar gefragt, ob jemand ein Radler will, aber keiner hat was getrunken. Und langsam ist es bei mir so, dass es mir nix mehr ausmacht. Das sagte auch die <suchtberaterin, dass Alkoholiker schnell lernen, dass andere trinken, und sie eben nicht, weil der Alkohol immer irgendwo ist. Und dass das bei andern Suchtkranken anders ist. Trotzdem nehme uch es nicht auf die leichte Schulter. Manchmal denke ich so nach und dann hätte ich schon mal ganz gern so ein betüddeltes Gefühl. Nein! ich trinke nicht mehr, denn bei mir wirde es nicht bei dem Gefühl bleiben. Nur ich denke, ich müsste so ein entspanntes Gefühl anders erzeugen. Im Moment laufe ich noch auf Hochtouren, immer aktiv. Da sist schön, dass ich das wieder bin. Aber mal nix machen und es ist mir egal, was mit der Wäsche ist - das muss ich wieder lernen. Aber das wird schon!
Ich wünsche Euch einen schönen Tag!
Viele Grüße
Calida -
Hallo allerseits!
Heute ist Tag 12 meines neuen Lebens. Und gleich beginnt mein Urlaub. Ich freue mich auf den ersten alkoholfreien Urlaub seit langem. Letztes Jahr bin ich vor den Sommerferien Pizzaessen gegangen, weil da trinkt man ja Rotwein. Und das war wichtig! Eigentlich gings auch nur um den Rotwein, dewegen wäre ich auch nie in eine Eisdiele - denn Eis und Rotwein? Heute will ich keinen Rotwein und wir gehen Eisessen:-))) Ich freue mich auf ein großes Spaghettieis - ganz ohne Gedanken, wann endlich der Alkohol kommt.
Ansonsten bin ich ertsmal zu Hause in meinem Urlaub und später dann ein paar Tage weg. Ich werde auf jeden Fall auch im Urlaub hier reinschauen.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Martin,
da möchte ich Carl etwas in Schutz nehmen. Das Forum ist ein wichtige Anlaufstelle für viele - und das ist gut. aber es ist nicht das Allheilmittel und jeder trägt schon die Verantwortung für sich selbst. Es ist ja im im Leben immer so, dass man von manchen Leute gute Ratschläge bekommt und andere einfach drauflosreden, was sie gerade denken. Und gerade in Foren ist das für mein Empfinden noch häufiger so, weil man da überall und zu jedem mal schnell was schreiben kann. AAber klar: das sollte eigentlich nicht passieren.
Was die Ratschläge zu eventuellen Entzugerscheinungen betrifft: ich hatte lange auch Angst zum Arzt zu gehen. Und jetzt kann ich eigentlich nur jedem und jeder Mut machen. Mein Arzt war so verständnisvoll und ich habe gemerkt, dass ich nicht die erste und einzige bin, die wegen Entzugserscheinungen zum Arzt geht und ich habe gemerkt, dass er das als Krankheit wie jede andere sieht und mich nicht in eine Schublade steckt. Und hinterher ging es mir viel besser. Ich will jetzt keine allgemeinen Ratschlag geben, denn damit sollten wir ja aufpassen. Aber für mich gilt: Bevor ich mir Sorgen mache, ob ich Entzugserscheinungen habe und meine Leben riskiere, würde ich nicht lang herumfragen, was andere Leute meinen, sondern sofort zum Arzt gehen.
Viele Grüße
Calida -
Guten Morgen,
wieder eine neue Situation ohne Alkohol überstanden:-) Gestern war ich allein, die Kinder schliefen un dich bekam Besuch. Bisher war das für mich schwierig, ich habe meistens vorher was "getankt", weil ich dacht ich könnte mich sonst nicht gut und entspannt genug unterhalten. Mein Besucher trinkt sowieso nix an Werktagen - das war also schon mal kein Problem. Und es war nüchtern wirklich gut:-))) Ganz am Anfan hab ich einen kleinen Druck empfunden. Aber das wird immer schwächer und ich hab dann mental einfach umgeschwenkt und gedacht: ach nee - das brauchst Du nicht. Eine Kanne Tee mit frisch geernteter Pfefferminze ist viel besser:-)
Viele Grüße und einen shcönen Tag!
Calida -
Hallo!
Suchtberatung würde ich Dir auch empfehlen. Bei mir waren die ersten Gespräche kostenlos und wirklich gut. Da kann man schauen, wo man steht und was man genau braucht. Ich hatte auch Probleme, mich als Alkoholikerin zu bezeichnen. Aber was soll ich rumeiern. Es ist eine ernstzunehmende Krankheit. Und seit ich mir diese Krankheit eingestehe, kann ich sie gezielt behandeln. Vorher was auch Abstinenz bei mir so ein Rumgeeiere. Und jetzt eben nicht mehr.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Wellensittch!
Herzlich willkommen! Ich bin auch noch nicht lang dabei. Das mit dem Loch kenne ich. an Arbeitstagen nix zu trinken war leichter als am Wochenende, wo man den ganzen Tag sinnvoll nutzen muss, oder auch eben nicht, wenn man ne Flasche aufmacht.
Dieser Versuch ganz aufzuhören ist mir aber wirklich ernst und ich habe ganz viel gelesen über unsere Krankheit. Auch Strategien, was ich mache, wenn der Druck kommt und Alternativen, die ich mir gesucht habe. Und im Moment finde ich es toll, so viel Zeit für schöne Dinge zu haben, ohne an die nächste Flasche zu denken. Ich mache viel Sport, danach ist der Saufdruck bei mir weg, ich lese viel und jetzt am Anfang meide ich die Orte, an denen viel gesoffen wird - ach ja und ich esse. Das schmeckt mir jetzt viel besser - und nimmt mir den Druck. Was am besten funktioniert, da hab ich mich halt mal durchprobiert. Und was mir geholfen hat: Grundbausteine und Notfallkoffer. Da gibt es viele Infos hier im Forum.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Martin,
doch - das Forum ist meine Gruppe. Deshalb finde ich es auch nicht so dramatisch, dass das mit der anderen Gruppe nicht klappt. Auch meine Therapeutin ist der Meinung, dass das ideal so ist. Wennauch der Austausch im offenen Bereich gerne noch intensiver sein könnte. Aber ich weiß, die meisten schreiben eben im geschützten.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Carl!
super, dass es so gut läuft, dass Du einen Platz bekommen hast! Wenn sich die Dinge so fügen, dann sehe ich diese als Zeichen, die mich unterstützen, weiter den richtigen Weg zu gehen. Ich hab leider keine Gruppe, aber auch etliche therapeutische Einzelgespräche haben mir schon sehr geholfen. Und Ihr alle im Forum:-)))
Viele Grüße
Calida -
Hallo,
Sorry, das war keine böse Absicht. Ohne Rezept vom Arzt kriegt man das aber eh nicht.
Ferra : ich kann nur das sagen, was mir andere erzählt haben. Ich habe keine Erfahrung mit irgendwelchen Präparaten, für mich kommt das ohnehin nicht in Frage. Fühle mich immer noch gut, und ich habe das Gefühl, dass ich das schaffe.
Viele Grüße
Calida -
Hallo Ferra und Silberkralle!
Ja - mich im Forum weiter umzusehen, was Kinder von Alkoholikern betrifft, ist ein guter Gedanke. Das mache ich.
Meine Kinder wissen nicht, dass ich ein Saufproblem habe. Die sind drei und 7 - aber dem großen hab ich gesagt, dass Erwachsene manchmal zu viel trinken und zu regelmäßig, dass das krank macht und dass ich deshalb jetzt gar nichts mehr trinken werde. Das findet er super! Er ist mit seinen 7 eh schon aufm Gesundheitstripp. Er will Haferflocken frühstücken, weil das Eisen drin ist und ihm das Kraft gibt. Alkohol findet er abscheulich. Als er mal aus Versehen in eine Schnapspraline gebissen hat, hat er sich fast nicht mehr eingekriegt. Hoffentlich bleibt das so!!!
Ja - und man muss sich echt das richtige Wissen raussuchen und v.a. für sich richtig interpretieren. Ich habe auch gelesen, dass eine totale Abstinez heute nicht mehr das Mittel der Wahl der ist, dass viele Ärzte zur Reduktion raten und auch Medikamente verschreiben, die die Lust am Alkohol verringern sollen. S. edit Karsten- Medikamentennamen entfernt - eidt . Ich finde das gefährlich, wäre überhaupt nix für mich, weiter den Freischein zum Saufen zu haben. Und es gibt Ärzte, die sprechen nicht von Rückfall, sondern von Vorfall, wenn jemand wieder was getrunken hat. Das finde ich..... Einerseits sollte man sich selbst nicht einreden, dass das jetzt ein totaler Rückfall war. Denn dann hat man gleich wieder den Zwangsgedanken: "Ich bin rückfällig, jetzt saufe ich wieder, saufe weiter und dann muss ich in eine Klinik". Vielleicht könnte man, wenn man das anders sieht, dieses eine Mal auch wirklich als Vorfall bezeichnen, abhaken und mit dem alkoholfreien Leben weitermachen. Andererseits finde ich das saugefährlich. Denn für jeden, der noch nicht gesagt hat "Nie wieder", für den wir durch "Vorfall" eine weiterer Saufexzess total verharmlost.
Naja - das muss eben jeder für sich interpretieren lernen, was der beste Weg ist. Das sind eben einige meiner Gedanken, die ich mir zu unserem Thema mache.
Also, schönen Tag noch!
Viele Grüße - Calida -
Drei Jahre sind ja auch schon eine beachtliche Zeit! Ich bin noch am Anfang. Und noch hätte ich Angst, wenn ich Wein im Keller hätte. Weil es noch nicht lange her ist, das hab ich eine aufgemacht, auch wenn ich gar nicht wollte. Alkohol im Haus werde ich wohl nicht mehr haben, aber sonst werde ich der Situation auch nicht dauerhaft aus dem Weg gehen, sondern lernen damit umzugehen. Die Leute, mit denen ich unterwegs bin, wissen Bescheid und achten liebevoll darauf, dass ich nicht plötzlich ein Bier bestelle. Und die habe ich ja nur für den Notfall. Bis jetzt musste mich noch niemand behüten - in allen anderen Situationen des Lebens bin ich sehr willensstark und ich will das gerne selbst meistern, ohne mich nur auf andere zu verlassen. Trotzdem ist es shcön zu wissen. dass man nicht allein ist.
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Ja stimmt, an beidem ist was dran denke ich. Mein Vorteil: In meinem Umfeld gibt es kaum jemanden, der viel trinkt, viele auch gar nichts. Also eine Ausrede warum ich nicht mittrinke, brauche ich nicht. Es fällt mir auch immer leichter zu sagen: Ja, ich bin alkoholkrank und deshalb will und darf ich nichts mehr trinken. Aber ich werde das nicht jedem sagen. Z.B. auf meiner Arbeit. Ich bin froh, dass ich nicht so weit war, dass ich mit Fahne da angekommen bin. Es weiß also keiner. Und da genieße ich es im Augenblick nur, endlich so sein zu können wie die anderen und nicht schon an die Feierabendflasche zu denken und am nächsten Morgen mit Kopfschmerzen hier ankommen. Und ich denke, du hast wirklich tolle Freunde, wenn die Bescheid wissen und Dich darin unterstützen, dass Du alkoholfrei lebst. Arbeit ist da etwas anders.Ich wäre hier sowas von stigamtisiert. Aber zumindest sind die früheren Zeiten vorbei. Alskohol ist hier mit Ausnahme von Abschieden tabu. Ich brauche also keine Entschuldigung.
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Hallo Rattenschanz,
ich bin auch eine von den Euphorischen. Ja, ich verstehe, was Du sagst. Euphorie am Anfang bedeutet mit Sicherheit nicht, dass jetzt alles gut ist und immer bleiben wird, so naiv sollte man nicht sein. Ich denke, ob die Euphorie oder die Angst überwiegt - das ist von Person zu Person unterschiedlich. Und es kommt ja auch darauf an, zu welchen Zeipunkt man aus der Alkoholikerkarriere aussteigt! Habe ich durch die Sauferei den Halt und viele oder gar alle Freunde und Mitmenschen verloren oder war ich noch in einer Phase, in der die meisten noch nichts von meiner Sucht mitbekommen haben. Im letzteren fall, denke ich, lässt sich schneller an ein "normales" Leben anknüpfen als wenn ich mir alles neu aufbauen muss.
Viele Grüße
Calida