Beiträge von Calida78

    Hallo Doro!
    Wow! Anderthalb Jahre! Ich wünsche mir, dass ich das auch mal sagen kann!
    Mir hat in den letzten <wochen Essen und Sport gegen den Druck geholfen. Und ich hoffe, dass er irgendwann nachlässt oder gar nicht mehr da ist.
    Mein Problen ist, dass bei mir oft Selbsthass auftaucht. Da frage ich mich, wozu ich abstinent sein soll. Und mit <alkohol kann man sich eben auch richtig selbst zerstören. Das wurde mir erst durch die Abstinenz klar, dass das ein Thema ist, an dem ich arbeiten muss. Aber sich plötzlich selbst zu lieben und sich gut zu behandeln ist nicht so einfach.
    Also! Einen schönen Abend und liebe Grüße,
    Calida

    Hallo Thalia,
    danke für Deine Antwort! Das gibt mir gleich das Gefühl, dass ich nicht allein bin.
    Ja, ich sehe mich als Alkoholikerin. Auch die Grundbausteine habe ich mir angesehen. Wichtige Schritte habe ich gemacht, aber das alkoholfreie Zuhause muss noch geschaffen werden. Wir hatten einige Tage Besuch, mein Mann hat mitgetrunken, überall standen Flaschen herum. Das fand ich absolut rücksichtslos. Habe ich meinem Mann auch gesagt. Heute Morgen habe ich eine halbe Flasche Wein rumstehen sehen. Soll sie mein Mann heute trinken oder ich schütte das weg. Und dann werde ich ihn bitten, mit mir abstinent zu leben. Zumindest die ersten Wochen. Ich denke auch, dass er das tun wird. Er trinkt sehr selten Alkohol, eigentlich nur, wenn es einen Anlass wie Besuch gibt. Aber JA - das ist ein Punkt, der wichtig ist. Ich muss alles beseitgen, auch wenn en nicht viel ist oder ich denke, es würde mir eh nicht schmecken, wie Schnaps oder Likör.
    Was hast Du denn gemacht, wenn bei Dir plötzlich die Gier zurückkam? Wenn man sich fragt, ob man nicht doch nochmal einkaufen geht..... Das ist das, was ich in den ersten Tagen meiner Trockenphasen am schlimmsten fand. Morgens einkaufen gehen vor der Arbeit, und bloß nicht abends - das war meine Strategie.

    Hallo allerseits!
    ich habe mich heute hier registrieren lassen, weil ich nicht mehr trinken möchte und sehr gespannt bin, wie es Euch anderen geht. Ich bin 37, verheiratet und habe zwei Kinder. Seit etwa drei Jahren nahm mein Alkoholkonsum krankhafte Züge an. Ich bin vollberufstätig und fühle mich sehr oft überlastet. Abends nach der Arbeit war mir oft nach einem Glas Wein. Nach ein paar Schlucken war ich leicht "gaga" im Kopf - und das fand ich angenehm. Ich hatte das Gefühl, dass ich auch viel relaxter war, wenn die Kinder gestritten haben. Über den Abend verteilt habe ich dann aber oft eine ganze Flasche getrunken - und das heimlich! Mein Mann hat nichts mitbekommen - keine Ahnung warum. Man riecht das ja eigentlich.
    Jedenfalls vor vier Wochen ginge es mir nach einem durchzechtem Wochenende sehr schlecht. Ich hatte so was noch nie und dachte: Das muss Entzug sein. Ich bin zu meinem Hausarzt gegangen und habe ihm alles erzählt. Er hat mir ein Medikament gegen die Entzugserscheinungen gegeben. Und mir ging es plötzlich so gut, weil ich nicht mehr allein war, sondern endlich jemanden eingeweiht habe. Auch mit meinem Mann habe ich gesprochen. Allerdings: er denkt ich übertreibe. Er denkt, das wäre alles nicht so schlimm und ich soll es einfach lassen. Gleichzeitig war ich bei der Suchtberatung und habe mir dann einen Therapieplatz gesucht.
    Naja - und in den letzten Wochen bin ich dreimal schwach geworden. Ich habe nicht viel getrunken, sauer war ich trotzdem jedes Mal. V.a. habe ich Angst, dass sich das wieder steigert. Einmal in der Woche ohne Probleme ein Bier trinken - das ist ja nicht mein Thema - dann wäre ich auch nicht hier. Jedenfalls hab ich jetzt beschlossen, dass ich zu meinem Vorhaben zurück und mit dem Trinken aufhören möchte. Und deshalb bin ich hier. Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich immer wieder denke, ein Glas Wein wäre toll. Ich hatte immer wieder ein paar Wochen ohne Alkohol und es ging mir super! Aber dann kommt doch wieder der Drang! Und das quält mich gerade - über diese Phase hinwegzukommen.
    So - jetzt bich also hier und ich bin sehr gespannt, Eure Geschichten zu lesen.
    Viele Grüße
    Calida