Beiträge von Motek

    Guten Morgen, Gemeinde :D

    Heute war der erste Tag, an dem ich morgens nicht darüber nachgedacht habe, ob ich mit meiner Entscheidung übertreibe. Allerdings hatte ich auch ein paar andere Sachen im Kopf: spät dran, und springt das Motorrad an, obwohl es recht kalt ist? Tat es nicht, also zu Fuß ins Büro. Das ist kein großes Problem, allerdings kann ich heute abend meinen gewohnten Mittwochstermin nicht wahrnehmen. Was wiederum ermöglicht, zur lokalen Mittwochs-SHG zu gehen. Auch gut.


    Zitat von silberkralle


    mein apfel is ganz eindeutig als annerkennung gemeint (und als hinweis auf den gedanken, für den ich ihn gebe).

    :) so hab ich es verstanden, wollte dich nur ein wenig hopsnehmen... jetzt hab ich sogar nochmal nachgelesen, der Apfel zur Unterscheidung von Gut und Böse, passt auf uns ja recht gut.


    Viele Grüe
    brass

    Hallo Dani,

    die Story mit dem Barmann hat mich dazu angeregt, über einen Nebenjob etwas kritischer nachzudenken.

    Übrigens:

    Zitat von Kussi73

    Ich lese sehr viel hier im Forum , aber aus Angst jemanden zu verletzen oder etwas falsches zu raten /sagen , hält mich immer wieder ab "Absenden" zu drücken .

    Vielleicht könntest du Anregungen ja auch als Frage formulieren? :lol:

    Grüße
    Matthias

    Glück auf, um mit Matthias' Worten zu sprechen :)

    @Kussi Ja, da hatte ich dich tatsächlich anders verstanden--

    @Karsten:

    Zitat

    - nicht trinken
    - alkoholfreie Wohnung und alkoholfreies Umfeld

    Geistig, also gedanklich ist schon schwieriger, wenn man nur mal die Stichworte nimmt:

    - Verzicht
    - Kompromisslosigkeit
    - Ansprüche an die Nüchternheit ( ich will ja, aber...... )

    In Bezug auf abstinent/trocken: das ist keine Hintertür. Der Unterschied zu früheren Trinkpausen ist für mich wichtig, es gibt kein Ab-dann-und-dann-gehts-weiter. Ich will damit einfach das Grundthema würdigen, dass zum trocken sein mehr als Abstinenz gehört.

    Beim letzten Anstrich (Nüchternheit) weiß ich nicht genau, wie du das meinst- beziehst du dich auf Rumeiern?

    Beim Umfeld bin ich -glaube ich- schon weit, da im alten Alltag eine Menge Aktivitäten stehen, die schon in trockenem Umfeld sind. Allerdings habe ich auch da schon 2 Abende geknickt, weil sich die Gruppen ausnahmsweise in einer Kneipe trafen bzw. ich damit rechnen musste, dass einer Bier mitbringt.

    Verzicht und Kompromisslosigkeit sind für mich momentan der Acker.
    Einen Nebenjob muss ich aufgeben, nasse Umgebung (hab da momentan aber sowieso keine Termine). Das ist Verzicht auf das zusätzliche Taschengeld...Verzicht auf Stolz ist immer Thema, wenn man wieder jemand neues einbezieht. Verzicht in Bezug auf Feiern und Gelöstheit durch Alk möchte ich -wie manchmal im Forum auch zu lesen ist- lieber als Freiheit sehen. Seit Freitag geht mir ein Vers durch den Kopf, den ich mir dann auch über den Bildschirm geklebt hab: Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auferlegen! (Gal.5;13) Daher auch mein Thementitel, berufen zur Freiheit. Ich bin halt auch Christ, wenn ich damit mal nerven sollte, sagt bescheid :lol:

    Pancho :

    Zitat

    Mach es einfach wie die alten, trockenen Hasen.
    Lern von ihnen, beherzige ihre Tipps, studiere, was sie getan haben, um erfolgreich trocken zu werden/bleiben.


    sehe ich genauso. Soweit es irgend geht, nach Regelbuch handeln, schon weil ich auf meine Logik und besonders Bauchgefühl eben nicht vertrauen darf, hat ja die letzten Jahre auch nicht funktioniert.
    Hadern... ich reibe mich an Karstens absoluter Kompromisslosigkeit, wie vermutlich jeder zweite Neue. Im Magen liegen mir Fragen nach langfristiger Lebensumstellung, vor allem, weil es nicht DEN Grund gibt. Und das Selbstverständnis als Abhängiger Alkoholiker und das Krankheitsverständnis muss emotional sacken, auch wenn es kopfmäßig angekommen ist.

    @Matthias Über den Apfel und mögliche unterschwellige Konnotationen auf theologischer Seite muss ich mir mal noch Gedanken machen :lol:

    Grüße
    Brass

    Hallo Forum,

    heute war Montag, Tag 6 in Abstinenz. <- diese Aussage fasst den Tag recht umfassend zusammen. Aber vielleicht ist das ganz gut so. Neben den üblichen kurzen Gedanken an das Zeuch ist nix weiter passiert. Ich versuche, neue Rituale für mich einzuführen. Momentan schleppe ich einen Liedzettel mit mir rum und singe das Lied mit Gitarre, bevor ich morgens was Produktives tue- ein Segenslied für den Tag für Kinder :D Wenn ich dran denke, bekomme ich gleich wieder gute Laune :wink:

    Aussage oben: hab heute in einen Beitrag gelesen, dass sich jemand in der ersten Zeit nicht als trocken, sondern abstinent bezeichnete, kann es leider nicht mehr zuordnen. Den Gedanken finde ich gut, trocken ist jemand, wenn er/sie es schon eine Weile ist. Da will ich hin... schönen Abend euch!

    Brass

    Hallo Forum,

    Tag 5 lief wie geplant. Außer dass mit dem Motorrad anschieben :evil: . Rauchen kann zu .... Ich seh das mal als außerplanmäßige Fitnessübung, es ging an, kurz bevor ich nicht mehr konnte.
    Durch die Medi (nach dem Essen) habe ich nun auch wieder einen Grund, regulär zu frühstücken- passt, die Kaffe_ist_kein_Frühstück_ist_mir_egal_Schiene habe ich lang genug (zu lang) gemacht.
    Familienbesuch war gut. Es kam zwar auch die Zielvorstellung 'als Trockener auch locker zu Feiern gehen zu können ohne zu Saufen', aber das kommt für mich auch mittelfristig nicht in Frage. Kaffee reicht, man wird sich schon dran gewöhnen. Und wie du, Kussi, schön sagst: trocken sein ist schon noch etwas ganz anderes, als die ersten Schrittchen zu gehen.

    Michi und csqn Ich habe eure Beiträge auch mit höchstem Interesse verfolg :) und ich werde das auch weiterhin tun.

    Viele Grüße
    Matthias

    Hallo atze,

    viel Erfolg mit demStreit mit dem Jobcenter und der Niere. Bist du am Motorrad weiter gekommen? Ich saß gestern nach langer Zeit und einigem Theater mit anschieben wieder mal auf dem Moped. Ich hatte ganz vergessen, wie schön das sein kann.

    Viele Grüße
    brass

    Hallo Forum!

    Fortsetzung:

    Es ist Samstag Nacht, Tag 4 ist trocken durch.
    Bisher hatte ich außer gelegentlichen Gedanken an den Stoff keine körperlichen Entzugserscheinungen, dafür bin ich dankbar. Und ängstlich: was bedeutet das für meine Motivation, wenn die ersten Tage zu leicht sind? o-o
    Nach einigem Rumgeeier (Feigheit) war ich endlich bei einer Ärztin, unsere Mods haben mir entscheidende Anstöße gegeben, die Frage nach dem Kalten Entzug (siehe Grundbausteine und andere Themen) ernst zu nehmen.
    Eigentlich wußte ich ja, dass die meisten Menschen sehr freundlich bei Hilfesuchenden sind und habe die Zeit im Wartezimmer mit einem Buch über die Sucht verbracht, in dem Ärzte usw auch dazu angehalten werden. Und doch war ich über den das sehr warme und freundliche Gespräch überrascht. Die größte Hemmschwelle war, vor vollem Wartezimmer der Rezeptionsschwester zu erklären, dass ich Alkoholiker bin und wegen des Entzugs Antworten und Hilfe suche. Und die Medikamente in der Apotheke entgegen zu nehmen. Immerhin steht auf dem Rezept in verklausulierter Medizinersprache: das braucht einer, der im Entzug ist. Mir kommt es noch ein wenig ... falsch vor, Chemikalien einzunehmen, die ähnliche Wirkung wie der Stoff entfalten können und potentiell abhängig machen können. Ich bin halt noch voll euphorisch und habe keinen Bock, meinen Körper mit der nächsten Dröhnung zu quälen. Es fühlt sich grad so gut an, nüchtern zu sein. Aber hier muss ich einfach mal die Selbstbestimmung aufgeben und auf die Leute mit Erfahrung vertrauen.
    Für das restliche Wochendende habe ich Workshops in geschützter Umgebung und einen Besuch (mit outing) bei meiner Familie geplant. Im Grunde warten die (wahrscheinlich) schon darauf, dass ich mir endlich helfen lasse, trotzdem bin ich ein wenig nervös.
    Nach dem Arztbesuch musste ich mich einem Trigger stellen: tanken. Ich hab einen Blick auf das Getränkeregal geworfen und dann fix meine Umhängetasche mit 2 Colas gefüllt _ im Sinne von blockierend _ voll gemacht. Nächstes Mal nehme ich gar keine Tasche mit (Erklärung: ich fahre Motorrad).
    Jetzt wird es spät... ich vagabundier noch im Forum und schreib morgen weiter.

    Gute Nacht den Eulen
    brass

    Hallo zusammen!

    Meinen folgenden Vorstellungstext habe ich aus meinem (geschlossenen) Threat leicht anonymisiert übernommen, der Text ist von vergangenen Mittwoch:

    Heute ist Tag 1, ich bin alkoholkrank.

    Für den Satz habe ich jetzt 5 Minuten gebraucht. Die Erkenntnis ist schon eine Weile da, ich wollte es in dieser Konsequenz aber nicht einsehen- mein (Bier-)konsum ist in meiner Studienzeit nach oben gegangen. Mit sinkender Motivation für den angestrebten Beruf stieg das schneller an, zum Ende eines Auslandsjahrs ohne soziale Kontrolle habe ich mir das erste Mal Gedanken gemacht, als ich mein Zimmer wegen der leeren Dosen kaum noch durchqueren konnte. Außerdem gab es einen Vorfall im Suff... das ist mir hier (noch) zu privat, mir ist aber erst jetzt aufgegangen, dass dieser Traum keiner war.
    Vor --- knapp 7 Jahren (2009) hatte ich eine gute Idee und hab das Studium für eine Ausbildung im Einzelhandel aufgegeben. Das hat mich ausgefüllt und glücklich gemacht. Mit einer eigenen Wohnung habe ich trotzdem zeitnah angefangen, unter der Woche Bier zu trinken und mich bei passenden Gelegenheiten (viele Feiern) abzuschießen (2010). Bald die erste Abmahnung wegen deutlichem Zuspät mit Fahne (Laden war nicht geöffnet, ich hätte aufschließen müssen). 2011: Im Schulblock lauter Studienabbrecher in meinem Alter in der Diaspora...Exzess.
    Vorgespult. 2013 ändern wir die Öffnungszeiten und die Anwesenheit im Geschäft auf Schichtsystem, ich bin an 3 Tagen unter der Woche erst um 12 Uhr im Laden. Wahrscheinlich eher, aber spätestens hier habe ich angefangen, neben dem Wochenende auch unter der Woche 1-2x vor solchen Spätdiensten die halbe Nacht zu trinken.
    Weihnachten 2013 macht sich mein ganzes Umfeld Sorgen, man kennt die Story (missbräuchlicher Alkoholkonsum und Abhängigkeit) von anderen schon. Ich auch. Trotzdem vereinbare ich (erst im Sommer 14) mit meinem besten Freund eine Kontrolliert-Drinken-mit-absoluter-Ehrlichkeit-Story aus Angst vor der Konsequenz 0% für immer. Über das Jahr habe ich Phasen mit 2-6 Wochen trocken, dann 4 Tage saufen-Kater-saufen-... Ich kann nach dem 2. Bier nicht mehr aufhören. Nach Trinkphasen bin ich depressiv und beginne Katerselbsthass zu entwickeln, obwohl ich kopfmäßig genau weiß, dass die negativen Gefühle sprichwörtlich aus der Flasche kommen.
    Die Vereinbarung mit dem Mentor lautete auf: schick mich zu den Profis, wenn es nicht klappt. Das war Dienstag abend soweit. Die Wohnung ist die eines Alkoholikers, das waren seine Worte- traurig, nicht wütend. Das tat weh.
    Der Aschermittwoch 10.02.16 ist also Tag eins. Offenes Gespräch mit dem Kollegen, danach zum Blauen Kreuz. Nach der Arbeit habe ich die Wohnung von 132 Bierflaschen und 18 Weinflaschen geräumt, Katharsis. Gruppengespräch am Abend, danach Forum. Als ich mich endlich anmelden will, zweifelt der Einflüsterer am Ernst der Lage. Es tat mir grad gut, das alles mal aufzuschreiben und zu sortieren- sry für den Roman.

    Was eigentlich in einer Vorstellung steht: ich bin 34, seit Oktober selbstständig, Single, in Kirchgemeinde und Hobbies stark eingebunden. Ich erhoffe mir ... wohl vor allem eine Richtung zu finden, in die ich weitergehen kann. Die Entwicklung in einem Faden aufzuschreiben wird mir helfen, Entscheidungen zu treffen. Momentan ist meine Entscheidung ("Tag 1") rein vernunftgesteuert, mein Herz kommt grad noch nicht mit. Der Gruppenleiter am Abend hat das nach 10 Minuten gecheckt und gefragt, inwieweit mein Entschluss fremdimpliziert ist. Dazu hab ich noch keine Meinung. Allerdings lasse ich mir von einer Sucht nicht meine eben gewonnene Existenz platt machen, danach habe ich seit faktisch 10 Jahren gesucht. Ja, ich bin noch nicht ganz unten angekommen, und gerade das macht mir Angst. Allerdings kann ich darauf warten, dass aus dem Quartalstypen der Pegelsäufer wird, wenn nix passiert.

    Viele Grüße