Das Jahr ist gut gestartet. Ich komme in meiner Trockenarbeit langsam an.
Einiges, was mir vor Monaten noch nicht selbstverständlich war, ist heute
Teil meines Alltags geworden.
Wenn ich nach Hause kam, war ein Feierabendbier das erste, auf das ich mich
"gefreut" habe. Heute ist es ganz selbstverständlich, dass ich mir einen Cappuccino
oder Kaffee mache und genieße. Die erste halbe Stunde ist fürs Ankommen da.
Egal ob 16 oder 20 Uhr.
Mein Zuhause ist für mich alkoholfreies, heute ganz selbstverständlich. Vor
sieben Monaten undenkbar.,
Heute denke ich nicht mehr täglich, wie und wann kann ich trinken und möglichst
heimlich, damit niemand den Kosum merkt.
Es hat etwas von Befreiung, den Tag und die Einkäufe nicht mehr nach dem Alkoholpegel
zu richten.
Ich gehe vorsichtiger mit mir um. Im letzten Winter bin ich auch bei Schnee
mit dem Fahrrad gefahren. Heute undenkbar.
Ich habe jetzt die Nüchternheit, mir nebelfrei Gedanken über mich selbst zu
machen. Jetzt kann ich meine Baustellen angehen, weil ich sie nicht mehr
ersäufe. Es kommt zwar Unangenehmes hoch, aber dass ist die ungeschminkte
Realität. Das Leben ist eben doch kein Ponyhof... ![]()
Struktur gibt mir meine Berufstätigkeit. Ohne die würde ich mich mit meinem
Alltag schwere tun. Das habe ich für mich auch erkennen dürfen.
Und Struktur ist für mich als Süchtige wichtig. Mir gibt es Halt.
Das letzte Jahr hat mir aber auch gezeigt, dass für mich eine LZT nicht der
richtige Ansatz ist. Ich werde es mit einer Einzeltherapie versuchen.
Dem stehen noch bürokratische Hürden im Weg, aber ich bin optimistisch.
Grundsätzlich finde ich LZT sehr gut, nur für mich war es zu falschen Zeit der
falsche Ort. Muss jeder für sich herausfinden. Aber von vornherein ausschließen
sollte man/frau es nicht.
lalu