Beiträge von Eric

    Zitat von bonny24


    darf ich fragen wie es bei dir war? hast du rückfälle erlitten? ich finde es so schwer zu verstehen, dass man wirklich wochenlang trocken bleibt und auf einmal wieder nachgibt, dann wieder wochenlang nichts....
    und des mal hoffe ich: er schafft es jetzt!

    Ich hab immer mal wieder Trinkpausen gemacht, einmal sogar ein halbes Jahr lang, aber ich hatte mich nie geistig vom Alkohol gelöst. Daher war ich immer wieder ziemlich schnell unten, wenn ich erstmal wieder etwas getrunken hatte. Und es wurde schlimmer. Erst vor genau einem Jahr hatte ich die Schnauze so voll, dass ich erstmals wirklich zu mir und anderen gesagt habe: In diesem Leben möchte ich nie wieder Alkohol trinken! Mein gesamtes Leben baue ich seitdem um diese Erkenntnis herum. Es mag passieren was will, ich werde nicht mehr trinken.

    Wer trocken sein will, der schafft es auch! Davon bin ich fest überzeugt. Aus deinen Zeilen lese ich aber irgendwie, dass dein Freund zwar weiß, dass ihm der Alkohol nicht gut tut (wußte ich auch schon jahrelang), aber nicht auf seine Geliebte Alkohol verzichten will.

    Was gedenkt er denn für sich zu tun? Du willst mit ihm zum Therapeuten, aber wie äußert er sich denn? Will er etwas tun oder will er vielleicht doch lieber einfach nur weitersaufen?

    Hallo Bonny, gut, dass Du hier am Ball geblieben bist. Die Überschrift deines Themas liest sich aber noch anders als Sätze wie diese hier:

    Zitat von bonny24


    ich merke immer wenn der suchtdruck bei meinem freund steigt, ich sitzte daneben und kann nichts machen. ich habe alles versucht, liebe verständniss.. es muss wirklich die hölle sein.
    schlaflose nächte, selbstvorwürfe, selbstzweifel und man sitzt daneben wie gelähmt.

    ich weiß dass ich ihm nicht helfen kann, ich weiß aber auch wenn ich ihn gehen lasse, wird es ihm viel schlechter ergehen. denn in den letzten monaten trinkt er wirklich selten (alle paar wochen einen tag lang).
    wenn ich nicht mehr bei ihm bin, wird er 1oo% abstützen, ich habe ihn einmal nachhause gebracht und einige tage später mit dem notarzt ins krankenhaus gebracht.

    Solange Du dich so aufopferst, wird sich nichts ändern. Als trockener Alkoholiker kann ich dir sagen: Ja, das hätte mir gefallen, wenn zusätzlich zu meinem Selbstmitleid noch ein einfühlendes Wesen neben mir gesessen hätte und mit mir mitgelitten hätte. Aber damit verlängerst Du nur dein und sein Leiden. Dein Freund hat ganz offensichtlich keine geistige Distanz zum Alkohol aufgebaut. Solange dies nicht der Fall ist, kann sich auch nichts ändern.

    Alles Gute
    Eric

    Zitat von Scrooge

    Hallo Erik,

    na das hört sich doch alles schon ziemlich gut an. Prima, dass es bei dir auch so gut läuft. Wir haben ja fast zu gleichen Zeit "Geburtstag". Weißt du schon was du an diesem Tag machst?

    Hallo Scrooge,

    nichts besonderes denke ich. Will den Tag jetzt auch gar nicht so glorifizieren. Schließlich will ich mein ganzes weiteres Leben ohne Alkohol verbringen, da kommt es auf einen einzelnen Tag nicht so an. :)

    Ich darf dich einmal zitieren:

    Zitat von RR

    Ich kenne mich genau, bin ein Mensch der auch die größte Hürde nehmen will um sich was zu beweisen. Ich schaff das, ja die Große.
    Bin schon oft dadurch an meine Grenzen geraten und umgekippt.

    Genau dies tust Du gerade wieder und das eine ist leider sicher: Du wirst wieder dem Suff verfallen. Sein Heim alkoholfrei zu halten, ist einer der wichtigsten Regeln, das hat die Erfahrung unzähliger alkoholkranker Menschen gezeigt. Wenn dich der Suchtdruck überkommt, musst Du nur mal rasch in den Keller gehen. Zur Tanke sind es ein paar Schritte mehr, so dass Du unterwegs noch zur Besinnung kommen kannst.

    Du nimmst keine unserer Erfahrungen an, antwortest nicht auf "unangenehme" Fragen - wie können wir dir eigentlich helfen? Das alles kllingt nicht so, als wolltest Du wirklich mit dem Trinken aufhören. Dann musst Du wohl noch ein paar Extraründchen voller Leid drehen, schade.

    Hallo,

    beantworte doch einmal die Frage, was Du nun anders machen willst als beim letzten Mal. Dieser Weg hat ja nicht funktioniert.

    Und ich fürchte, das mit dem abendlichen Bier deines Mannes wird so nicht hinhauen. Das bedeutet, dass Du jeden Tag mit Alkohol in deiner unmittelbaren Umgebung konfrontiert bist. Allein schon der Geruch wird dein Suchtgedächtnis permanent bombadieren. Das schafft niemand und sei der Wille auch noch so stark.

    Zitat von RR

    Hallo Paule, habe hiers so ein bisschen das Problem, nicht angenommen zu werden. Oder tue ich da unrecht??? Wie läufts denn bei dir??? Immer noch erfolgreich??? Vielleicht können wir ja ein bisschen kommunizieren. Bin Clara und auch ganz frisch hier. War im vorigen Jahr schon mal ganz erfolgreich aber leider nicht von längerer Dauer. Im vorigen Jahr waren meine Erfahrungen sehr gut hier. Wäre schön, mal was zu hören. Gruß Clara

    Du wurdest mit offenen Armen empfangen. In deinem Thread stehen schon einige Antworten, auf die Du eingehen solltest. Es ist gerade am Anfang wichtig, sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren.

    Zitat von RR

    Ich kenne mich genau, bin ein Mensch der auch die größte Hürde nehmen will um sich was zu beweisen. Ich schaff das, ja die Große.

    Da bist Du hier in guter Gesellschaft. Jeder einzelne von uns hat wohl geglaubt, alleine mit seinem Alkoholproblem fertigzuwerden. Ein bißchen guter Wille und dann klappt das schon. Alle sind wir daran gescheitert. Du hast hier die Chance, aus den Erfahrungen der Trockenen zu lernen und diese umzusetzen. Dadurch ersparst Du dir Jahre voller Leid. Vieles mag erstmal übertrieben klingen, aber aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Höre auf das, was dir hier geraten wird. Versuche nicht, einen Einzelweg zu gehen.

    Zitat von RR

    Ich muß meine Chance nutzen, aber das alleine habe ich in der Hand. Ich bin ein sehr gläubiger Mensch und weiß, dass ich bald ein Zeichen bekomme, das mich bestärkt. Mir wurden viele Hinweise gegeben, die ich nicht annahm und wahrnahm. Es ist schön mit euch zu reden. Es tut so gut.

    Ich antworte dir mal als Nichtgläubiger: Ich hoffe, Du wartest nicht auf ein Zeichen, das vielleicht mal irgendwann nächstes Jahr kommt. Du musst hier und jetzt handeln. Der Lohn für deine Trockenheit kommt schon sehr bald, nämlich ein schönes, selbstbestimmtes Leben. Hast Du eigentlich mal bei den Anonymen Alkoholikern reingeguckt? Vielleicht ist das was für dich, wenn Du ein gläubiger Mensch bist.

    Hallo,

    also wenn Du wirklich vom Alkohol loskommen willst, sind Änderungen in deinem Leben notwendig. Eine davon heißt: Trinkendes Umfeld meiden. Silvesterparty mit trinkenden Menschen ist tabu. Du wirst umfallen. Wenn nicht an Sylvester selber, dann einige Tage später.

    Wir Trockenen hier haben uns ein Leben aufgebaut, in dem Alkohol keine Rolle mehr spielt. Wir gehen ihm aus dem Weg, so dass wir nicht mehr kämpfen müssen, nichts zu trinken. Diesen Kampf kann ein Alkoholkranker nämlich nicht gewinnen.

    Wenn es dir also ernst ist, gehe den geraden Weg und sage die Sylvesterparty ab.

    bzgl. der blöden Bemerkungen deiner Bekannten würde ich nicht unbedingt direkt zu hart ins Gericht mit ihnen gehen. Es hängt auch viel davon ab, wie Du dich mitteilst. Wenn Du sagst, Du möchtest heute abend nichts trinken, wird das eher auf Unverständnis stoßen als wenn Du dich als alkoholkrank zu erkennen gibst. Wenn daraufhin blöde Kommentare kommen, kannst Du die Freunde tatsächlich knicken.

    Für deinen Weg alles Gute
    Eric

    Hallo,

    nur mal kurz nebenbei: Dass Wodka keine Fahne macht, ist ein Gerücht. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Abends Wodka gesoffen und am nächsten Tag auf die Fahne angesprochen worden.

    Gruß
    Eric

    Zitat von Karotte

    Total beschi***n: Er denk er kriegt es mit dem Willen weniger zu trinken in den Griff und denkt sein abendliches Trinkverhalten ist nicht mit denen zu vergleichen die auch tagsüber trinken, bzw. sich regelmäßig abschießen.

    Das ist in der Tat beschissen und ein Widerspruch: Wer kein Problem mit Alkohol hat, muss seinen Willen überhaupt nicht anstrengen, sondern hört einfach auf. Wer hingegen ein Alkoholproblem hat, hat keine Kontrolle über die Trinkmenge. Wille hilft da nichts. Dieser Weg ist zum scheitern verurteilt.

    Dir alles Gute
    Eric

    Hallo Bonny,

    viel mehr kann ich dir dazu nicht sagen, empfehle dir aber, dich intensiv hier im Co-Abhängigen-Bereich einzulesen.

    Die Sache ist die: Du kannst ihm nicht helfen. Ganz im Gegenteil verlängerst Du durch dein Verständnis noch seine Sauferei.

    Denke aber, dass andere Frauen, die ähnliches erlebt haben, dir mehr helfen können als ich es kann.

    Wünsche dir für deinen Weg alles Gute. Kann dir nur nochmal ans Herz legen, dich hier intensiv einzulesen. Es scheint mir ein bißchen so, als hättest Du noch nicht den vollen Umfang unserer schweren Krankheit erkannt. Wenn man das nämlich erkannt hat, dann erkennt man auch gleichzeitig, dass es kein Wenn und kein Aber geben kann.

    Eric

    Ich selbst bin übrigens trockener Alkoholiker. Damit Du mal weißt, wer dir hier schreibt. :)

    Zitat von bonny24

    natürlich ist es mehr als schlimm, dass er immer nur 3 wochen trockenheit schafft um dann wenigstens für einen tag sich mit Alk zu belohnen, aber ich hab trotzdem noch die hoffnung, dass er schafft. vielleicht mach ich mir was vor.....das kann sein, aber ich kann einfach noch nicht aufgeben.

    Wenn er Alkohol noch mit Belohnung assoziiert, ist er leider noch weit von der Trockenheit entfernt. Die geistige Trennung vom Alkohol hat bei ihm noch nicht stattgefunden. Und das bedeutet bei unserer Krankheit leider, dass er noch tiefer sinken muss, bis er vielleicht eines Tages zur Besinnung kommt oder an den Folgen seines Alkoholkonsums stirbt. Tut mir leid, dir das so sagen zu müssen, aber vielleicht kommst Du so wenigstens zur Besinnung und kannst etwas für dich tun.

    Liebe Grüße
    Eric

    Hallo bonny,

    ich empfehle dir, deine ersten Postings nochmal zu lesen. Das klang alles noch etwas anders. Und diesen Schmerz, den Du da beschreibst, wirst Du noch oft erleiden müssen, wenn Du dich nicht veränderst.

    Alles Gute
    Eric

    Zitat von bonny24

    sein therap. sagt selbst er macht fortschritte und hat sich wirklich weiterentwickelt und diese rückfälle währen nicht gravierend, aber ich bin verzweifelt....

    Dann versteht dieser Therapeut aber nicht viel von der Alkoholkrankheit. Mehrere Rückfälle und nicht gravierend? Wie man so etwas zu einem Suchtkranken sagen kann, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Aber entweder hat der Therapeut dies gar nicht so gesagt oder er ist völlig ungeeignet.

    Ansonsten muss ich sagen, dass sich deine Text so anhören, als wolltest Du deine Situation gar nicht wirklich ändern. Als Alkoholkranker kann ich dir aber sagen, dass sich unsere Krankheit immer weiter verschlimmert. Wir können sie nur durch absolute Abstinenz stoppen. Wenn er dazu nicht wirklich bereit ist, wird noch viel Leid auf euch zukommen. Es sei denn, Du ziehst deinen Kopf aus der Schlinge.

    Liebe Grüße
    Eric

    Zitat von Lillith67

    Und was mich brennend interressiert: Wie denkt Ihr trockenen Alkoholiker darüber? Was geht Euch durch den Kopf wenn Ihr die Threads der Co-Abhängigen lest?

    Hallo,

    ich denke mir sehr oft: Oh Mann, Mädchen (nicht abwertend gemeint), wie kann man sich nur so manipulieren lassen!? Geh weg, melde dich nie wieder bei ihn und leb ein glückliches Leben. Und da spreche ich aus Erfahrung. Als ich noch nass und in einer Beziehung war, hatte ich dieses Manipulieren meiner Partnerin perfekt drauf. Ich weiß nicht, wie oft ich sie hingehalten und belogen hab. Und das, obwohl sie so fest zu mir stand. Aber das Saufen ging halt nunmal vor. Darauf bin ich nun nicht gerade stolz, aber so war es. Und sie hätte alles tun können. Ich hätte zu dieser Zeit niemals mit dem Trinken aufgehört, weil meine Zeit noch nicht gekommen war.

    Dir alles Liebe
    Eric

    Hallo zusammen,

    das erste trockene Jahr ist bald rum und das möchte ich einfach mal als Anlass nehmen, ein ganz großes Danke auszusprechen! Ohne das Forum wäre ich vermutlich nicht da, wo ich jetzt bin.

    Ich finde es immer noch Tag für Tag unglaublich, wie schön das Leben sein kann.

    In diesem ersten Jahr gab es keine Situation, in der ich in Erwägung gezogen hab zu saufen. Irgendwas scheine ich also richtig zu machen und da bin ich auch ein wenig stolz drauf. Um es nochmal zu sagen: Das Forum war und ist mir eine große Hilfe. Danke, danke, danke! :)

    Jedem, der noch nass ist, kann ich nur sagen: Gehe den Weg in die Trockenheit. Er lohnt sich über alle Maßen und er muss auch nicht hart sein. Ich bin inzwischen ein anderer, besserer Mensch als ich noch vor einem Jahr war. Den Suff vermisse ich kein bißchen und endlich kann ich wieder ich sein. Kein Suchtmittel, das mein Leben diktiert und mein Selbstbewußtsein zerstört.

    An Silvester kommen ein paar Freunde zu mir in die Wohnung, um zu feiern und die verzichten freiwillig und gerne auf Alkohol. Ist das nicht toll? :) Stattdessen kochen wir was leckeres und lassen es uns gut gehen.

    In diesem Sinne
    Eric

    Diese Eifersucht ist eine häufige Begleiterscheinung der Alkoholkrankheit. Du schreibst ja selber, dass sie unerklärlich ist. Ich denke daher, dass Du da keine Schuld bei dir suchen musst. Wenn er zur Eifersucht neigt, wird er immer eifersüchtig sein, solange er noch trinkt, egal was Du tust.

    Dass die Internetseiten eine Art Flucht sind, wage ich mal zu bezweifeln. Genaugenommen kenne ich keinen Mann, der sich sowas nicht angucken würde. Und die sind fast alle in festen Beziehungen und die Frauen wissen es auch und finden es ok. Es ist einfach normal.

    Als ich noch nasser Alkoholiker war, hatte ich in Gedanken auch durchaus Lust auf meine damalige Partnerin, aber ich habe es einfach nicht mehr richtig gebracht. Man ist halt immer total schlapp und müde. Da überlegt man sich dann zweimal, ob man sich jetzt auf ne lange "Schlacht" einlässt oder es vorzieht, einfach mal schnell seinen Trieb zu befriedigen. Na ja ok, in diesem Sinne vielleicht doch eine Art Flucht.