Beiträge von josu

    Hab heute auch etwas ähnliches mit meiner Schwester erlebt, aber weil ich keinen eigenen Thread aufmachen wollte, schreibe ich es eben halt hier:

    Meine Schwester hat auch ein riesen Drogenproblem (Alkohol und Kiffen) und kam bisher wenn sie mal kein Geld hatte (oder auch ihr Freund sie verprügelt hat) zu mir um mich um Hilfe zu bitten. Erst vor kurzem, nachdem ich mein eigenen Alkoholkonsum kritisch betrachtet habe (und mich für ein trockenes Leben entschieden habe), ist mir bewusst geworden, warum sie so viele Probleme hat, warum sie bspw. nie Geld hat, oder sich nicht von ihrem Freund trennen kann, Uni hinschmeist etc. , weil sie trinkt: also habe ich ihr kein Geld mehr gegeben und seit dem ist so gut wie Funkstille.

    Heute habe ich sie angerufen, weil ich mir ja doch SOrgen machen (vor allem um ihre Gesundheit, weil ich selber erst diese Woche erfahren hab, dass ich vom Trinken chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung habe). Leider stieß ich bei ihr auf völlige Ablehnung. Sie hat sich nur über mich lustig gemacht, alles abgestritten, behauptet sie würde gar nicht trinken (was nachweislich nicht stimmt), und dass es mein Problem sei, wenn ich mir derart Krankheiten einbilde...

    Danach habe ich mich auch noch von ihrem Freund beschimpfen lassen müssen, warum ich denn solchen Blödsinn erzähle und das nicht der Alkohol sondern ich an allen ihren Problemen schuld sei, weil schließlich sei sie ja trotz dass er sie verprügelt lieber zu ihm zurückgegangen...

    Jetzt ärgere ich mich dass ich überhaupt angerufen habe, dass ich mir überhaupt immer noch Sorgen mache. Ich habe ernsthaft geglaubt, dass ich sie zur einsicht bringen kann, wenn ich ihr den gesundheitlichen Aspekt deutlich mache... aber da habe ich mich geirrt; vielleicht hilft mir diese Erfahrungen endlich loszulassen und sie ihrem sich selbst gewählten Schicksal zu überlassen, so schwer es mir auch fällt.

    Sorry wenn ich das jetzt einfach wahllos in einen Thread schreibe, aber ich wollte keinen neuen aufmachen, und irgendwie passt es ja auch zu einigen Punkten die hiere gesagt wurden?Oder :?:

    Hallo Elfe67

    meine Mutter ist leider sehr füh gestorben, danach sind wir dann zur Mutter meines Vaters gekommen ... Und die hat entweder nicht bemerkt, wie sehr wir litten oder es nicht merken wollen. Keine Ahnung. Es war eine klassische Coabhängigkeitsbeziehung. Irgendwann hab ich mich mit der Situation abfinden müssen (weil ganz auf mich alleine gestellt) und wie du ja siehst, bin ich jetzt nicht hier ihm Forum wegen meines Vaters, sondern wegen meines eigenem Alkoholmißbrauchs.

    Glücklicherweise habe ich jetzt den Sprung geschafft, aber meine Schwester säuft immer noch und macht gerade sich und ihren Körper kaputt. Und ich kann nur zusehen...

    Ich hoffe also, dass du bald die Kraft findest die entscheidenen Schritte zu gehen.

    Hallo Elfe67,

    Es fällt mir schwer Verständnis für dein Zögern aufzubringen. Vielleicht erklär ich mal kurz warum: Mein Vater säuft auch. ALs Kind habe ich sehr darunter gelitten. Er hat mich zwar nie geschlagen, aber sonst hat es mir eigentlich an allem gefehlt. Ich kann mich also in die Lage deiner Kinder reinversetzen und, naja, ich denke, dass wenn sie dir ihre Probleme erzählen, und du nichts unternimmst, signalisierst du Ihnen, dass ihre Probleme nicht so wichtig sind. Möchtest du das?

    Nein? Dann mach was!!

    Genau: Erinnert mich so n bisschen an Sport, da ist es auch wichtig, dass man den Spass nicht aus den AUgen verliert, sich nicht überfordert, aber auch nicht unterfordert. So erreicht man sein Ziel wohl am besten.

    Hallo Karsten,

    nachdem ich den Thread von SB gelesen habe, verstehe ich jetzt, warum du auf meinen Thread so reagiert hast. Es sah ja so aus, als ob ich einen Entzug ohne Arzt machen will, dass ist natürlich unverantwortlich.

    Ich hab alles ein bisschen zu sehr aus meiner Perspektive gesehen, irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass klar ist das ich nicht mehr trinke und hab es deshalb nicht im Thread erwähnt. Vielleicht haben wir auch ein bisschen aneinander vorbei geredet.

    Grüße

    Hallo polikala,

    deine Worte klingen echt positiv und ja du hast auf alle Fälle recht... Loslassen ist im Grunde genommen ganz normal, es gehört zum erwachsen werden dazu.

    Darüber bin ich mir auch im klaren. Ich glaube, ich war auch irgendwie die ganze Zeit auf der Suche nach Unterstützung und Anerkennung von meinem Vater (und einer anderen mir ehemals nahen Person) und deswegen konnte ich nicht loslassen. Jetzt ist mir das egal, weil ich begriffen habe, dass diese Suche einfach sinnlos ist. Aber das muss man sich halt erstmal klar machen.

    Hallo Elfe67

    ich habe deine anderen Beiträge gelesen, deshalb weiss ich nicht so genau, ob du mit diesem Mann noch zusammen bist.

    Ich kann nicht glauben, was du da schreibst, dein Sohn hat die Hölle durchgemacht, und du hast die Konsequenz daraus noch nicht gezogen?

    Vielleicht hat dein Sohn nicht direkt mit dir geredet, aber Kinder senden eben meistens Signale aus: Ich kann mir nicht vorstellen, dass du nicht mitbekommen hast, dass dein Sohn leidet. Wenn dein Sohn mt zwölf anfängt zu trinken, ist das ein sehr großes Warnsignal, dass du leider nicht ernst genommen hast.

    Wenn du wirklich willst, dass dein Sohn sein Leben wieder in den Griff bekommt, dann mach es ihm vor! Zeige Konsequenz für dein eigenes Leben!!! Dann kann er von dir lernen.

    Wenn du nicht studieren willst, dann geh doch ruhig zum Arbeitsamt, wenn die nichts haben, solltest du auch etwas im Internet browsen, viele Firmen bieten auf ihrer Hompage Jobs an. Bewerbungen schreiben, dafür hast du jetzt Zeit und bist vor allem fit genug (und selbstbewusst!!!!!!!!) Mach dich nicht zu klein in deinen Bewerbungen, sondern verweise auf deine Stärken, die du auf jeden Fall hast, wenn du einen solchen Lebenswandel vollzogen hast.

    Ich überlege noch ein bisschen weiter...

    Aehm, ich denke, der Weg in eine SHG ist schon mal gut, ansonsten musst du für dich wissen, wo du dir vielleicht Hifle suchen möchtest. Natürlich ist es schon mal gut, jemanden zu haben, mit dem man reden kann, am besten jemand, der nicht emotional in deinen Problemen drin steckt, und dich daher rational beraten kann. Das kann eine SHG sein oder vielleicht auch ein Therapeut.

    Du sagst, du hättest den Bafögantrag vermasselt? Dann frag doch nochmal nach, ob du in deinem Fall noch berechtigt wärst. Wenn die nein sagen, kannst du dich immer noch nach Alternativen umsehen. Bspw. ersteinmal arbeiten und dann studieren.

    Wenn du nicht sicher bist, ob das Studium das richtige ist, könntest du auch ein paar Vorlesungen von anderen Studiengängne besuchen, vielleicht interessiert dich ja was anderes mehr? Ich denke wenn du nicht mehr trinkst, sollte das Lernen auch kein Problem mehr sein, weil sich dann nach nach deine Konzentrations- und Lernfähigkeit wieder verbessert.

    Ich überleg mal weiter vielleicht fällt mir nochwas ein, was dir helfen könnte

    Hallo Peter,

    Ich verstehe nur zu gut was du meinst... ich stehe auch sehr alleine da mit meiner Einstellung. Ich glaube ein Teil meiner Familie hält mich schon für verrückt, aber es ist nicht meine Aufgabe Ihnen mein Leben verständlich zu machen. Ich glaube sie ärgern sich einfach, weil es einfacher mit mir war, als ich noch getrunken habe, weil ich da auch anpassungsfähiger war und über Probleme und Verletzungen nicht gesprochen habe, sondern immer nur ja und Amen gesagt habe.

    Aber dass alles kann dich nicht mehr runterziehen, wenn du sonst gefestigter bist. Die allten Beziehungen zu deiner Freundin und deinen Eltern (die dich wohl immer noch sehr beschäftigen) solltest du jetzt ersteinmal in den Hintergrund stellen. Du musst jetzt DEINE Dinge in ANgriff nehmen, die dir helfen und dir wichtig sind.

    Warum willst du dich von der Uni abmelden???????????? Ich musste mich auch erst umorientieren, und arbeite jetzt auf mein Traumstudium hin, vielleicht solltest du mal ganz tief in dich gehen und dir überlegen, was du stattddessen machen willst. Vielleicht ja weiter studieren, nur halt etwas anderes. Du solltest vielleicht mal zuerst mit der Studienberatung sprechen.

    Ich fände es auch besser, wenn du dir allgemeinhin mehr Hilfe suchst (aber bitte nicht bei deinen Eltern oder Freunden!!!) Nein, es gibt genügend Hilfsangebote für Leute, die etwas aus der Bahn geraten sind, also nimm diese doch einfach iin Anspruch. Ich hab auch immer gedacht ich müsse alles alleine schaffen (weil es als Kind, als mir keiner mit meinem alkoholkranken Vater geholfen hat, so verlangt wurde), aber das ist falsch!!!!!! Du musst nichts alleine schaffen, du musst nur wissen was du willst, dass kein anderer für dich übernehmen. Aber ansonsten gibts für alles Hilfe. Niemand kann immer seine Probleme alleine bewältigen, auch wenn es vielleicht verlangt wird...

    Und noch etwas, was mir geholfen hat, ist die Etablierung eines geregelten Tagesablauf. Um 5.oo ist eindeutig zu früh, da würde ich auch nicht aus dem Bett kommen, aber um 7 o. 8. oo uhr ist eine gute Zeit (jenachdem, was du dann zu tun hast, aber fürs Studium okay, denke ich) Und dann frühstücke ich ersteinmal in Ruhe mit Brötchen, Kaffee und Zeitung, danach sieht der ganze Tag schon viel freundlicher aus. Und man ist bestens vorbereitet seine Probleme in ANgriff zu nehmen!!!!!!

    (P.S. Ich geh auch nicht gerne zum Arzt, aber ich habs trotzdem mal getan... Bin ganz froh drüber)

    Hallo,

    kann das wirklich verstehen, dass du wütend bist, weil du kein Verständnis kriegst, war bei mir auch nicht anders (Weil bei mir in der Familie auch gesoffen wird) Ich habe mich mit meinem Standpunkt auch sehr allein gefühlt...

    Mein "sozialpädagoge" sagt immer, dass ich kein Verständnis von meiner Familie erwarten kann, weil ich nun mal mit meiner Abstinenz gegen den Strom schwimme, aber das nicht gesagt sei, dass der Strom der gesunde Part sei, sondern in dem Fall (wenn alle weiter trinken) eben der Kranke.

    Kannst du mir noch folgen? Ich habe mal angefangen Ursachen für mein Trinkverhalten zu suchen, im Grunde genommen habe ich als Kind schon unter einem AlkoholikerVater und seinen Bekannten gelitten (doch anstatt mir darüber bewusst zu sein, habe ich ihr Verhalten nachgeamt.)

    Sich darüber bewusst zu werden, macht auch wütend, aber gegen wen soll ich meine Vorwürfe richten, von wem soll ich Verständnis oder Einsicht erwarten... Von meinem Vater oder seinen Bekannten sicher nicht. Du hast geschrieben, dass deine Eltern auch schon getrunken haben. Vielleicht kannst du deshalb von deiner Mutter keine Einsicht oder Unterstützung erwarten, also lass dich deshalb nicht runterziehen! Du bist auf dem richtigen Weg, und mit der Zeit verfliegt auch die Wut auf die anderen, glaube mir... Du siehst es dann wieder lockerer, schließlich hast du dich weiterentwickelt und sie stecken noch im gleichen tiefen Sumpf

    Hallo Peter77,

    Deine Geschichte klingt ähnlich wie meine: Hab auch weniger getrunken und mit Sport kompensiert, allerdings, denke ich, dass ich weniger getrunken habe, weil ich die Kontrolle nicht mehr hatte.

    Naja, obwohl ich nicht direkt vor dem Abgrund gestanden habe, hat der Alkohol letztlich doch einigen Schaden bei mir angerichtet (sowohl seelisch als auch körperlich), also habe ich mich sowohl in einer Suchtberatung gemeldet, wo ich mit einem Therapeuten sprechen kann, und momentan habe ich sogar den Schritt gewagt, zum Arzt zu gehen und körperliche Leiden, die vielleicht nur unmittelbar mit dem Trinken in Verbindung standen zu besprechen.

    Ersters musst du nur machen, wenn du instabil bist (du schreibst aber, du machst gerade eine heisse phase durch, vielleicht heisst es das ja), letzteres würde ich dir in jedem Fall raten, weil du mal sehr viel getrunken hast, wie du schreibst, und du ja auch Entzugserscheinungen hattest, was ein Zeichen sein kann...

    Ich hoffe ich konnte dir etwas Mut machen und hoffe wieder von dir zu hören

    Hallo Karsten,

    so stimmt das nun auch wieder nicht.

    Ich habe mal sehr viel getrunken, das aber aus sozialen Problemen eingestellt (durch Isolation). Vor einer Weile ist mir dann bewusst geworden, dass ich mit Alkohol nicht umgehen kann, weil ich mich nach dem Trinken schlecht fühle und zurück ziehe. Daraufhin habe ich das Trinken ganz eingestellt, was mir aber nicht schwer gefallen ist. Es bestand also gar keine Notwendigkeit zum Entzug. Oder wie siehst du das?

    Ich habe mich allerdings, weil ich Hilfe wollte, in der Suchtberatung angemeldet, weil das Suchtverhalten ja da war. Dort hat mir aber auch keiner gesagt, dass ich mich trotzdem mal durchchecken lassen muss. Jetzt weiss ich natürlich dass ich zum Arzt muss, aber nicht jeder zieht halt die klassische Suchtkarriere bis zum ende (o. Abhängigkeit) durch und dem wird dann auch nicht unbedingt gesagt, dass er zum Arzt muss(Ist jetzt nicht speziell auf das Forum bezogen).

    Also bitte nicht persönlich angegriffen fühlen... es besteht da wirklich kein Grund... Ich stimme auch zu, dass man einen Entzug machen sollte, aber denen die es nicht machen, weil Missbrauch noch nicht so weit fortgeschritten, sollte man deswegen auch keine Vorwürfe machen... Oder?

    (Ich weiss, dass das auch wieder falsch verstanden werden könnte, als ermutigung es ohne Entzug zu schaffen, so ist es aber um Gotteswillen nicht gemeint--> aber ich, ohne Entzug, weil in meiner Situation nicht notwendig, bin eben VON DER GESELLSCHAFT nicht genügend aufgeklärt über Folgen des Missbrauchs--> diese Erkenntis habe ich versucht im Forum zu kommunizieren --> ich wollte nicht deine Vorgehensweise kritisieren, auch wenn es für dich vielleicht so klang!!!!!!!!!)

    p.s. Vielleicht habe ich auch nur einen anderen Bezug dazu, weil ich mich wegen meines Alkoholmissbrauchs nicht medizinisch behandeln lassen habe, und demzufolge auch nicht über gesundheitschädigende Folgen aufgeklärt wurde.

    Und nun habe ich das Gefühl es wird zu wenig getan.

    Hallo Karsten

    ich sage nicht, dass es hier im Forum verharmlost wird, sondern in der Gesellschaft (Zumindest in meinem Umfeld ist es so). Was ist denn daran so schlimm?

    Hallo Annika,

    sicherlich ist die Einsicht bei vielen trocken Alkoholikern da, aber man liest ja auch immer Beiträge von Leuten, die es eben noch nicht sind. Und bei mir war es halt so, dass soziale Probleme mich zur EInsicht geführt haben, und jetzt wird mir erst der gesundheitliche Aspekt klar. Ist das denn so merkwürdig??

    P.s. Ich denke fast jeder Alkoholiker verdrängt zunächst einmal seine körperlichen Beschwerden oder verharmlost sie. So sind Kater, Filmriss und co. ja gesellschaftlich voll akzepiert und keiner macht sich darüber Gedanken, was der Körper damit signalisiert. Gerade deshalb ist Aufklärung auch diesbezüglich sehr sehr wichtig!!!!!!!!!!