Beiträge von Grethe

    Liebe Solea,
    bist du ich? Kurz dachte ich, ich hätte mich im Faden verirrt und wäre wieder bei mir gelandet.

    Zitat

    wie z.B. als ich bei meinem nassen XY langsam aber sicher die Lust verlor, beim Nähe-Distanz Spielchen mitzumachen.
    Als Reaktion darauf wurde er immer übellauniger und seine Äusserungen manchmal fast schon ein bisschen unverschämt.
    Aber anstatt ihn in seine Schranken zu weisen, habe ich genau das Gegenteil getan. Ich war freundlich, hilfsbereit und besorgt.
    Leider war genau dieses Verhalten von mir eine Lüge, den in Wirklichkeit war ich wütend und verletzt, hatte aber Angst, meine wahren Gefühle zu zeigen, damit er sich nicht
    abwendet oder gar eine neue Frau sucht. Das heißt, ich wollte ihn mit meinem begütigenden Verhalten beeinflussen, besänftigen und kontrollieren.

    Ich unterschreibe das zu 100%! Bei mir kommt noch ein Aspekt dazu, leider ein wenig schöner. Ich bezwecke innerlich unbewusst mit meinem Verhalten, dass ich in unserer Beziehung "die Gute" bin. Dass ich quasi das arme Opfer bin, welches sich trotz seiner Gemeinheiten immer fair verhält. Wie falsch ist das bitte?! Ich ahne mittlerweile wo bei mir die Ursachen für diese Verhaltensmuster sind, spiele Detektiv in meiner Kindheit und komme dem Ganzen langsam auf die Spur.
    Hast du das für dich auch mal versucht?
    Ansonsten beruhigt es mich, dass man scheinbar mit wachsendem zeitlichen Abstand auch immer mehr erkennt, dass eine Trennung der einzig richtige Schritt war. Ich hoffe auch bei mir wird es so sein.

    Liebe Grüße,
    Grethe

    Liebe Maggy,
    ich habe hier im Forum gelernt, dass es oft so ist, das die Beziehung zwar irgendwann endet, die Co-Strukturen in deiner Persönlichkeit jedoch nicht einfach so vergehen. Ich denke, man sollte nicht nur den Alkoholismus aufarbeiten, sondern sich selbst auch fragen wieso dir das passieren konnte. Was dein Anteil an der Beziehung Abhängiger-Co war, und was das Ganze mit dir gemacht hat.

    Das aufzuarbeiten kostet im Schlimmsten Fall Zeit und bringt dir im besten Fall Erkentnissefür dich selbst.
    Viele liebe Grüße von einer, die noch in der zweiten Runde steckt.

    Guten Abend euch!

    Lieber Herr Nyborg, lieber Hans. Danke für eure Worte. Die Ehrlichkeit dahinter habe ich deutlich gespürt und sie hat mich gerührt.

    LIebe Sunshine,
    schön dass du noch da bist. Als ich in einem anderen Faden las, dass du nur noch da schreibst, wo du noch Hoffnung hast, hatte ich plötzlich Angst, dich hier nicht mehr zu finden. Das wäre für mich schade, denn deine Nachrichten, das spüre ich, sind welche von den wahren. Und auch wenn ich bisweilen schwach bin, Rückschritte mache und die Augen verschließe, möchte ich nicht hoffnungslos sein. Ich möchte an mir arbeiten, an meinen Baustellen und ich möchte mich selbst annhemen können.

    Ich frage mich schon eine Weile, was ich gegen meine Co-Abhängigkeit tun könnte. Ich fange an, darüber zu lesen im Netz. Das allererste mal, dass ich nicht Alkoholismus suche, sondern Co-Abhängigkeit. Ich denke über eine Therapie nach.. eine Psychologische. Aber dann frage ich mich im nächsten Moment, ob es mir dafür nicht viel zu gut geht. Was soll ich denn da sagen.
    Und dann merke ich, dass das schon wieder Co-Gedanken sind. Meine Güte, andere machen so eine Therapie zur "Seelenbereinigung" und schaden kann es mir jawohl nicht. Ich denke darüber nach, eine Angehörigen Selbsthilfegruppe zu besuchen.. aber das geht auch schon wieder in eine Richtung, die ich so nicht mehr will. Es ginge schon wieder irgendwie um Alkohol. Darüber muss ich noch etwas nachdenken.
    Im Alltag bemerke ich folgendes: Je mehr ich anfange, mich mit mir selbst zu beschäftigen, desto mehr gesunden Abstand bringe ich zwischen mich und meinen Partner. Und je mehr Abstand da ist, desto übellauniger wird er. Ich muss dann sehr auf mich achten, nicht in gewohnte Muster zu fallen und das lustige Nähe Distanz Spiel mit zu spielen. Und ich muss aufpassen, meine Distanzierung nicht als Erpressung (für Liebe und Zuwendung) gegen ihn einzusetzen.

    Kurz zur aktuellen Situation. XY trinkt auch wieder in meiner Gegenwart, aber er bleibt dabei im Rahmen niedriger Konsum. Vom Wesen her ist er mittlerweile wieder sehr launisch, oft grundlos maulig zu allen und speziell zu mir. Er beginnt wieder, mir Wörter im Mund rum zu drehen und erwartet dann aber, dass von einem zum andern Moment alles wieder gut sein soll.
    Seine Haut ist schlecht, riesige Poren, und die Tränensäcke bald wieder so wie vor der Trennung. Und verzeiht mir das folgende. Auch seine Potenz hat wieder deutlich nachgelassen... das war in der kurzen Alkoholpause anders. Ich frage mich, wie viel er in Wirklichkeit trinkt.. und ich weiß, ich sollte mich das nicht fragen.

    Zusammenfassung. Ich fühle mich wie zurück in die Zukunft. Ich distanziere mich innerlich, aber diesmal versuche ich, den Fokus auf mir selbst zu belassen. Sonst läute ich nur eine weitere Runde Karussell ein, und das soll mir nicht passieren.

    Liebe Grüße an euch alle, schön dass ihr mitlest. Ich hoffe sehr, dass mein Faden vielleicht irgendwann anderen Co's weiterhelfen kann.

    Hallo Kamarasow,
    ich schreibe hier im Forum als Parnternin eines Alkoholikers. Ich kann nicht ermessen, wie schwer es sein muss, der Sucht zu widerstehen und täglich damit zu leben. Da ich dir jedoch altersmäßig ziemlich nah bin, und deine Situation mir für einen kurzen Augenblick wie ein Ausblick in meine Zukunft vorkam, fühle ich sehr mit dir. Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit und es wäre schön, auch weiterhin von dir zu lesen!

    Liebe Trinkula,
    seit ich gestern mal wieder hier war, muss ich auch an dich denken. Ich möchte wissen: Wie geht es dir? Wie sieht dein Seelenleben aus, wie deine Realität?
    Wie war die Al-Anon Gruppe?
    Viele liebe Grüße,
    Grethe

    Lieber Hans,

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    Schön, dass du wieder da bist.


    Danke, solche Worte wärmen das Herz!
    Dein ganzer Text war mal wieder sehr wahr gesprochen. Und regt mich an zum nachdenken, zum hinterfragen und zum kritisch sein mit mir selbst.
    Beim nochmaligen lesen meines eigenen Textes, merkte ich selbst, dass ich monentan viel verdränge, bzw. meine Augen vor der Situation verschließe.
    Ich glaube das ist Selbstschutz, weil die Wahrheit Konsequenzen erfordern würde, die ich momentan nicht umsetzen kann.

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    Du bestimmst ja deine Geschwindigkeit, deine Pausen und dein voranschreiten.

    Der Gegenwind hier hat tatsächlich viel positives, man muss nur bereit sein, ihn zuzulassen und anzunehmen.

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    Aber was du hast du für dich getan?
    Bist du mit dem betrachten deiner 'Co-anfälligen' Persönlichkeit weitergekommen?
    Würdest du dich als co-abhängig bezeichnen?


    Ja, ich bin Co-Abhängig! Meine Gedanken drehten sich lange um meinen XY und Alkoholismus, nicht um mich. Das ist erst in den letzten 2Wochen etwas besser geworden, aber bei den kleinsten Auffälligeiten meines XY werde ich rückfällig, versuche ihn heimlich zu kontrollieren, schnüffle ihm nach und denke an nichts anderes. Dass das so nicht weitergehen kann, wurde mir erst vor kurzem klar.
    Für mich tue ich schon einiges, ich habe ein ausfüllendes Hobby, bei dem ich komplett abschalten kann, das übe ich jeden Tag aus. Ich versuche bewusst meine Gedanken von ihm weg, zu mir zu lenken. Auf das, was ich gerade tue. Also z.b. auf die Arbeit. In echt verdränge ich wohl momentan einfach viel. Wir wohnen ja nicht zusammen, von daher gelingt mir das Verdrängen ganz gut.

    Ich habe mir auch viele Gedanken gemacht, woher meine Co-Persönlichkeit kommt. Einen großen Anteil daran haben (wie ja fast immer) meine Eltern. Mein Vater hat eine ziemlich ausgeprägte narzisstische Persönlichkeit. Zwar wird er nun im Alter milder, jedoch leidet vor allem meine Mutter immer noch häufig daran. Sie war in meiner Kindheit mir gegenüber extrem überbehütend, und sprach mir in diesem Rahmen ständig meine eigenen Empfindungen ab. Gegenüber meinem Vater ist sie auf ihre Art und Weise ebenfalls Co-Abhängig.
    In diesem Kontext hatte ich immer zu funktionieren, die "gute" Tochter zu sein, nach außen ein glückliches Bild abzugeben. Funktionierte ich nicht so, gab es eben Liebesentzug.
    Während ich aufwuchs, plagten mich immer sowas wie Minderwertigkeitskomplexe. Ich suchte mir die hübschesten und beliebstesten Freundinnen, um etwas von ihrem Glanz abzubekommen. Ich opferte mich auf, um es allen recht zu machen. Ich dachte, wenn ich nur für jeden ein offenes Ohr hätte, für alle immer da wäre, alle trösten würde, hätten mich auch alle gern. Ich wurde gebraucht.. wer war ich denn sonst?!

    Abgefahren, das so aufzuschreiben. Da fange ich direkt an zu weinen.

    An dieser Stelle mache ich auch erst mal Schluss für heute.. das muss jetzt erst mal sacken. Danke fürs lesen, ich wünsche euch einen ruhigen Abend!

    Hallo Neuland,

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    Es heißt so schön, es wird einem nie mehr auferlegt, als man tragen kann

    deine Gedankengänge kann ich sehr gut nachvollziehen, denn auch ich habe sie regelmäßg :wink: Wahrscheinlich ist schon das ein Zeichen für unsere wirren Denkstrukturen. Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl, würden das nicht so hinterfragen. Sobald es ihnen überwiegend schlecht geht in einer Beziehung, würden sie diese beenden. Und es wäre normal, dass der Maßstab ihr subjektives Empfinden ist, und nicht: "So schlimm ist es bei mir doch gar nicht."

    Eine Antwort auf deine Frage kann ich dir insofern nicht geben. Denn auch ich denke hin und wieder... "bei anderen ist es viel schlimmer" :wink:

    Hallo ihr Lieben,
    es ist eine Weile her, seit ich das letzte mal hier war.
    Ich habe schließlich doch die angekündigte Forumspause gemacht, weil es für mein Wohlbefinden in diesem Moment der weniger schmerzhafte Weg war. Ihr alle hier seid eine große Hilfe, aber mitunter auch schohnungslos offen. Das soll jetzt um Gottes Willen keine Kritik sein, es ist nur so, dass ich soweit einfach noch nicht bin.
    Nach meinem letzten Eintrag hier, folgte eine Zeit in der es mir wirklich schlecht ging. Zu den Beziehungsproblemen summierten sich Konflikte mit meinen Eltern, die mir sehr gut aufzeigten, wie meine Co-Anfällige Persönlichkeit entstand. Auch in der Arbeit lief es unbefriedigend. Aber mein Hauptthema blieb weiterhin die Frage um den Alkoholismus, um die Zukunft meiner Beziehung. All das spitzte sich so zu, dass ich psychosomatische Beschwerden bekam und ständig in Tränen ausbrach. Die Gesamtsituation war für mich nicht mehr tragbar und ich wusste, ich muss etwas verändern. Bei meinen Gedanken fing ich an, ich versuchte Klarheit zu schaffen und irgendwie mit mir ins Reine zu kommen.

    Nach der Trennung habe ich mich entschlossen meinem Partner eine Chance zu geben. Die Wahrheit ist, dass ich mir immer vorstellte, dass mein XY ca. 3-4 Monate nichts mehr trinken wird und dann ein normales Trinkverhalten findet. Das heißt für mich im Klartext: Risikoarmer Konsum, und ja, auch mal betrunken, aber eben nicht regelmäßg.
    Durch euch und auch durch einen Teil meines Verstandes, weiß ich aber, dass das nicht realistisch ist, wenn er Alkoholiker ist.
    Ob er Alkoholiker ist, kann mir aber niemand beantworten, außer er selbst. Und er wird das verneinen, weil er entweder wirklich kein Alkoholiker ist, oder er ist einer und dann lügt er mich an.
    Was also bleibt ist, auf seine Taten im Hier und Jetzt zu schauen.
    Es nützt mir gar nichts, mich selbst zu zerfleischen, meine Gedanken darum kreisen zu lassen was sein kann oder auch nicht. Mich ewig damit zu Quälen ob er Alkohiliker ist, ob ich mich trennen aollte, ob er heimlich trinkt, ob ob ob. Das alles bringt mir nur Kummer, ich habe es erlebt.

    Also entschloss ich mich, mich selbst beim Wort zu nehmen. Meine eigenen Regeln zu befolgen. Nicht mehr auf ihn schauen, mir keine Gedanken zu machen um Alkohol. Mein Leben zu leben, mit ihm, so lange es sich gut anfühlt. Deshalb war ich nicht mehr hier..
    Und ehrlich: Es hat mir gut getan. Mit ist schon klar, dass an dieser Stelle ganz schnell das Wort Verdrängung parat ist. Und mag sein, das stimmt.

    Vor wenigen Tagen hat XY das erste mal in meiner Gegenwart wieder ein Glas getrunken, im Kreise von unseren Freunden als wir auf eine freudige Nachricht angestoßen haben. Alle tranken an diesem Abend, er blieb jedoch nach dem einen Glas bei alkoholfrei. Am nächsten Tag konnten wir endlich wieder ein gutes, gefühlt ehrliches Gespräch über Alkohol führen. Und ich weiß, dass er auch mit Freunden darüber redet. Solche Dinge sind es, die mir Hoffung machen. Vllt ist diese Hoffnung Müll, vllt auch nicht. Die Zeit wird es zeigen.
    Es ist seine Entscheidung zu trinken oder nicht, er weiß was auf dem Spiel steht. Ich kann daran eh nichts ändern. Aber ich kann aufmerksam beobachten und ihn endgültig verlassen, wenn ich merke er rutscht in alte Muster. Wenn es mir nicht mehr gut dabei geht. Und das habe ich immer präsent in meinem Kopf. Ich kann an ihm nichts ändern, aber ich kann mich jederzeit entscheiden zu gehen.

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    Wenn ich bei irgendwas resigniere, dann werde ich innerlich ganz traurig.
    Klar ist mir das auch schon passiert, das ich resignierte, weil alles keinen Sinn mehr hatte.
    Aber es ist mir das verhassteste Gefühl von allen.
    Gar nichts mehr tun zu können, sondern nur noch zuschauen zu können.

    Ich fühle mich jetzt weniger resigniert, ich fühle mich gefasst und gefestigt. Aber dieses Gefühl entstand für mich aus der Resignation.. sie war also ein wichtiger Schritt für mich.

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    Während du im Karussell sitzt und versuchst, den Alkoholismus zu verstehen, vergeht deine wertvolle Lebenszeit.
    Sei dir doch bitte wichtig und wertvoll!

    Lieber Hans, ja in diesem Bereich habe ich noch sehr viel Nachhole und Lernbedarf. Ich bin mir selbst nicht wichtig genug, immer kommen alle anderen zuerst. So bin ich aufgewachsen, ich habe nie gelernt, dass meine eigenen Empfindungen wichtig sind. Was ich aber kann, ist mich selbst zu reflektieren. Vllt verschenke ich gerade wertvolle Lebenszeit, aber ich schenke sie an einen Menschen der mich auch glücklich macht und (als gesunder Mensch!!!) der Mann meiner Zukunft ist. Was sind da ein paar Monate des Beobachtens und abwartens... das ist es mir wert, das nehme ich in Kauf. Hat nicht jeder zumindest eine (!) Chance verdient.
    Wäre es andersrum, ich weiß er würde sie mir geben.

    So.. ich bin gefasst auf Gegenwind :wink: Aber in jedem Fall erst einmal: Danke fürs Lesen, danke für alle die sich die Mühe machen und mir antworten! Es ist nicht vergebens, eure Antworten sind Teil der Entwicklung und lenken diese gehörig, das habe ich deutlich gespürt.

    Guten Morgen Zusammen,
    Forumspause habe ich natürlich nicht einhalten können.

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    Aber oft dient ein Forenrückzug dazu, sich der Realität eben noch nicht stellen zu wollen und noch eine weitere Runde auf dem CO-Karussell zu drehen.


    Liebe Sunshine, das hast du treffend erkannt :D ich kann da gar nichts gegen sagen, denn du hast völlig Recht damit.

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    Dein XY weiß anscheindend überhaupt noch nichts über seine Krankheit, so er denn Alkoholiker ist


    Leider ist das der (scheinbar) rettende Strohhalm für mein verdrehtes Co-Hirn. Eben solche Formulierungen sind in meinen Gedanken und bringen regelmäßig wieder meine Realität und meine Empfindungen durcheinander. Ich wäre froh, wenn ich diese Frage endlich mit Sicherheit und einem festen JA! beantworten könnte. Ich bilde mir zumindest ein, dass dann vieles leichter für mich wäre. Andererseits denke ich mir dann- ja Mensch, was brauch ich denn noch als Bestätigung?! Und- ist doch egal, mir muss es damit gut gehen. Komisch, dass die Frage nach Anhängigkeit für Co's so eine bedeutende Rolle spielt.

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    WIE GEHT ES DIR DENN ??


    Mir geht es resigniert. Ich fühle ein Bedürfnis, die Zeit vor zu spulen. Ich möchte das, was sich nun anschließen wird, bereits hinter mir haben. Die erneute Trennung, das Scheitern der Chance für meine Beziehung, steht mir ziemlich klar vor Augen. Ich komme mir da weder naiv, noch unrealistisch vor. Ich frage mich selbst, warum ich mich nicht jetzt schon trenne? Und kann es mir nur ungenügend beantworten. Ich habe keine Lust, meine Lebenszeit mit jemandem zu verschwenden, mit dem ich meinen Wunsch nach einer Familie und Zukunft sowieso nicht realisieren werde. Und trotzdem sehe ich mir das jetzt noch ne Weile an. Ich kann mir das gerade einfach nicht logisch erklären. Vllt weil er ja gerade nicht vor mir trinkt und diese Frage nach dem Alkoholismus für mich noch nicht beantwortet ist?! Keine Ahnung, echt.

    Jetzt doch noch kurz zu XY, ich kann das nicht von mir trennen, denn nur deshalb bin ich hier gelandet. Er hat letzte Woche getrunken und mir am nächsten Tag ins Gesicht gelogen. Ich habe seine Fahne gerochen. Meine Co-Zweifel wollten sie mir erst als Knoblauch verkaufen, aber als ich dann noch leere Bierdeckel fand... Freitag war er bei der Beratung, tatsächlich. Aber er hat nur gehört was er hören wollte. Er eröffnete mit den Worten: Der Berater fand es nicht gut, dass ich jetzt gar keinen Alkohol mehr trinke, denn das bedeutet ja einen Verlust von Lebensqualität. :D Ja, was soll ich dazu noch sagen.
    Es fielen dann noch Sachen wie: Risikoarmer Konsum, und wenn er denn bald wieder was trinken wird.
    Also liebe Sunshine, ich wünschte es wäre anders, aber du behälst wohl Recht. Deine Worte sind hart, aber deswegen nicht weniger wahr. Leider.

    Liebe Solea,

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    Es hat lange gedauert, bis ich mich wirklich lösen konnte und es war, wie bei allen Abhängigen. Ich konnte erst loslassen, als dieser Wunsch tief in meinem Inneren gereift ist und
    ich für mich den Entschluss fasste, auf mich zu schauen und meinen eigenen Weg vorwärts zu gehen, egal was er sagt oder tut oder nicht tut.


    Ich glaube da werde ich es dir gleich tun.. und vllt ist das auch einfach der normale Lauf der Dinge in dieser Sache. So wie der Alkoholiker Zeit braucht, ist auch die Co-Abhänigkeit nicht von heute auf morgen abzulegen. Und wahrscheinlich auch selten nach der ersten Runde Co-Karussel. Ich glaube aber fest daran, dass ich nach der zweiten Runde aussteigen kann :wink:

    Liebe Trinkula,
    ich kann sich so so so gut verstehen! Meine eigene Denkweise, geht immer hin und her zwischen deiner Hoffnung und der Realität von Sunshine. Vllt tun gerade wir beide uns im Moment tatsächlich nicht gut, trotzdem fühle ich mich dir sehr nah. Wir sitzen quasi im Karussell nebeneinander. Also, wenn du meinen Faden verlässt, muss ich leider in deinen kommen :D

    Ich wünsche euch allen eine schöne, ruhige Woche, hoffentlich mir etwas mehr Sonne als gerade heute morgen vor meinem Fenster.
    Liebe Grüße,
    Grethe

    Liebe Aurora,
    das mit deinem genehmigten Rentenantrag freut mich für dich! Ich kenne deine Situation nicht, kann mir aber vorstellen, dass es eine ziemliche Erleichterung ist wenn so ein Antrag genehmigt wird. Wir warten aktuell auf den Behinderten-Antrag meines Papas, da geht es letztlich auch nur um die Frührente ohne Abzüge.
    Also, auch von mir Glückwünsche an dich!
    Liebe Grüße,
    Grethe

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    Man begreift so eher, das man wirklich KRANK ist und keine Willensschwäche hat

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    Sollte er allerdings meinen, er habe ja den Entzug allein geschafft, also brauche er nun nur nicht mehr zu trinken und alles sei gut

    Liebe Sunshine, ich befürchte, es ist noch etwas verschärft: Er denkt, wenn er muss einfach nur Willensstark sein, und in Zukunft lernen rechtzeitig Stopp zum Alkohol zu sagen.

    Angeregt durch euch, begannen meine Zweifel die letzten zwei Tage zuzunehmen. Ich dachte gestern viel nach, über eure Worte. Über verschiedene Varianten wie es weitergehen könnte, über Wahrscheinlichkeiten und so weiter. Jedenfalls war ich gegen Abend so verunsichert, dass ich bei einem Telefonat mit XY das Thema ansprach (In Gedanken an Hans Worte, Reden hilft!). Wir redeten dann auch ziemlich zivilisiert über den aktuellen Status Quo. Und das hat mich leider in meinen Zweifeln bestärkt.
    Ich möchte euch kurz die Kernaussagen zusammenfassen:
    Ja, er hat ab und zu das Verlangen nach einem Bier oder Schnaps, vorwiegend in den gewohnten Trinksituationen im Beisein der Menschen, die vor ihm auch trinken.
    Vorwiegend deshalb, weil Alk für ihn Geselligkeit bedeutet.
    Er hat bewusst kein Enddatum für die Alkoholfreie Zeit angegeben (wiebitte???), und wenn er denn irgendwann wieder anfängt Alkohol zu trinken, müsste er halt lernen, nach dem "dritten" Glas Stopp zu sagen.

    Ich glaube,ich muss dazu hier nicht viel sagen. Ich habe Angst und einen Knoten im Bauch. Und ich fürchte, in ein paar Monaten werde ich an derselben Stelle stehen und mir erneut das Herz brechen (lassen).
    Im Ernst denke ich, er wird morgen zur Beratung gehen. Ich glaube nur nicht mehr, dass das groß etwas ändern wird.
    Wie so viele vor ihm, wird er denken er hat das im Griff, wird sachte wieder anfangen zu trinken und dann Fahrt aufnehmen. Und ich werde mich trennen, diesmal endgültig.

    Ich frage euch, gibt es nichts was ich dagegen tun kann? Er hat jetzt drei Wochen nicht getrunken, er ist klar im Kopf und die Rahmenbedingungen ermöglichen einen Absprung. Diese Alkoholfreie Zeit jetzt ist so großartig, ich bin neu verliebt und ich habe das Gefühl, auch er genießt es. Ich lobe ihn so viel und sage ihm, wie stolz ich gerade auf ihn bin. Ich will nicht dahin zurück wo wir waren, das treibt mir gerade die Tränen in die Augen.

    Danke auch an Lütte und Trinkula für eure lieben Worte.. Kraft und Geduld werde ich wohl brauchen. Und Trinkula, ich hätte auch noch gefragt wie dein Stand ist.. schön von dir zu lesen.

    Ich denke ich werde nun mal ein paar Tage Forumspause machen.. ich muss MICH sortieren, klare Gedanken kriegen ohne äußere Einflüsse und auf mein eigenes Bauchgefühl hören. Ich will diese Chance, die wir gerade haben, so gut es geht nutzen. Aber ich will auch meine Rosarote Brille putzen und wieder realistisch hinsehen, in welche Richtung sich meine Beziehung entwickelt. Natürlich werde ich mich wieder melden, ohne eure Unterstützung, fehlt mir vllt die Kraft für das Kommende. Danke an euch, passt auf euch auf und lasst es euch gut gehen.

    Die Zweifel, die ich zwischen euren Zeilen lese, habe ich auch immer wieder. Obwohl mein Partner mir gar keinen Anlass dazu gibt, die Zweifel scheinen aus mir selbst zu kommen.
    Er war so geschockt über die Trennung, und ich glaube diese Wirkung konnte auch nur entstehen, weil ich es in dem Moment wirklich ernst meinte. Es war meine klare Absicht so nicht weiter zu machen und in der Annahme, dass er weiter uneinsichtig bleibt, trennte ich mich ohne Gedanken an ein Hintertürchen. Wäre es anders gewesen, hätte es diese Wendung vllt so nicht gegeben.
    Dazu kommt, dass die Rahmenbedingungen in unserem Freundeskreis ein Aufhören gerade jetzt total unterstützen. Auf Grund eines anderen Falles von Alkoholabhängigkeit im Freundeskreis, sind alle sehr sensibel und auch offen mit diesem Thema. Er hat seinen Freunden offen von meinem Trennungsgrund erzählt, und auch dass er nicht mehr trinken möchte und eine Beratung besucht.

    [/quote]denn das hört sich nach einem kalten Entzug an.

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    Liebe Sunshine, ich bin ziemlich sicher, dass er nicht mehr trinkt. Seine Haut hat sich total verändert, er sieht um Jahre jünger aus. Seine Schlafgewohnheiten sind ganz anders.. er ist Nachts jederzeit erweckbar, und kommt morgens frisch (halt so frisch wie wir alle in der dunklen Jahreszeit) und gut aus dem Bett. Er ist in seinem Wesen verändert, ich empfinde ihn als viel präsenter als vorher.
    Dass er den Absprung so einfach geschafft hat, lässt bei mir die Frage aufkommen: Vllt war es wirklich nur eine psychische Abhängigkeit?! Er war ja tendenziell auch immer mehr der Gesellschaftstrinker, aber nicht nur.


    Lieber Hans, auch das gibt mir Hoffnung. Wir reden über das Thema Alkohol. Und diese Gespräche empfinde ich als ehrlich, realistisch, kritisch. Er beschreibt viel mehr wie er sich fühlt, auch wenn er beispielsweise in früheren Trinksituationen war. Ich hoffe dieses offene und ehrliche können wir uns erhalten.

    [quote]Denn ein ständiges hin und her, ein Leben zwischen Rückfällen, Hoffen... wünsche ich keinem! Das macht kaputt.

    Liebe Dacoucou, so ein Leben will ich nicht. Aber jeder Mensch hat eine Chance verdient, und die vergibt sich noch viel leichter, wenn man mit dem Herzen dran hängt :wink: Ich versuche jedoch immer, nicht euphorisch zu werden. Mir hin und wieder klar zu machen, dass es erst drei Wochen sind, dass alles noch kippen kann. Und ich werde mich nicht noch mal Trenn-Versöhnen. Sollte es noch einmal zur Trennung wegen des Alkohols kommen, gibt es keinen Weg zurück.

    Danke dass ihr mich nicht auseinander genommen habt :) Lieber Hans, ich glaube deine letzten Worte werde ich an XY weitergeben. Sie erscheinen mir als besonders wichtig!

    Ein herzliches Hallo an euch alle,
    eine Weile war ich nun nicht mehr hier, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass ich mich fast ein wenig vor euch schäme. Und naturlich möchte ich nun auch kurz erzählen warum.
    Wenige Tage nach der Trennung, bat mein Freund um ein Gespräch. Trotz Sunshines Warnungen, gewährte ich ihm dies.
    Was ich erlebte, war ein völlig veränderter Mensch. Er sah das seine Trinkgewohnheiten ein Problem sind, er sah dass er ein Problem hat. Und er sagte, hätte ich mich nicht getrennt, wäre das noch ewig so weitergegangen. Etwas kitschig: Ein Leben ohne Alkohol könne er sich vorstellen, aber kein Leben ohne mich. Und er wird zu einem Beratungsgespräch gehen. Unter diesen Voraussetzungen, gab ich uns noch eine Chance.
    Für mein eigenes Gefühl, ging ich realistisch an die ganze Beziehung ran. Ich war glücklich, dass er so einen riesen Schritt voran gemacht hat, aber mir ist auch klar, dass die Chancen fifty fifty für ein gutes (gemeinsames) Ende stehen.
    Heute, drei Wochen später, geht es uns so gut.
    Xy trinkt nicht mal zu kritischen Anlässen und mein Gefühl ist, dass er merkt, wie gut das Leben ohne Alk ist. Am Freitag geht er zur Beratung.. und dann sehen wir weiter.

    Zu mir: Ich genieße es so sehr, wie es gerade ist. Es geht mir gut und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass er das schafft und niemals vergisst, was Alkohol anrichtet. Denn eins wird mir gerade jetzt klar: So wie es war, soll es für mich nie wieder sein.

    Danke Sunshine,
    für so ehrliche Worte! Ich werde sie wieder und wieder lesen, wenn ich merke, dass mein Wille kippt. Und ich will mit aller Kraft versuchen den Abstand zu gewinnen und zu behalten. Mein Gesunder Verstand, der leider gerade ziemlich lahmgelegt ist, weiß dass es die richtige Entscheidung war. Ich werde mich nun erst mal einfach Ablenken und die Zeit ihre Wirkung tun lassen.
    Euch allen Danke, ich hätte nie gedacht, hier so viel Hilfe zu finden. Wer will, fühlt sich mal dankend gedrückt.

    Was soll ich sagen, ich kann dich ehrlich gesagt total verstehen, in allem. Und weißt du, ich würde es dir wünschen, dass er es schafft bei seinem momentanen Konsum zu bleiben. Das ist wahrscheinlich das höchste der Gefühle, was du an entgegenkommen erwarten kannst.
    Gut finde ich, dass du klar hast, dass du den "anderen" Mann nicht mehr möchtest und dann auch bereit bist die Konsequenzen zu tragen.
    Letztlich ist all das ja auch dein Weg und keiner hier kann dir in den Kopf gucken. Wenn du damit leben kannst, wie es ist, dann ist das so.
    Ich wünsche dir jedenfalls viel Stärke und Gelassenheit.

    Danke für eure Worte! Sie geben mir ein bisschen Kraft und ich lese sie mir immer wieder durch. In den Momenten werden dann die Zweifel etwas weniger, ich kann das Ganze realistischer sehen. Das ist euer Verdienst.
    Ich hoffe nun einfach, dass XY mich in Ruhe lässt, damit ich zu mir selbst finden kann. Ich will mit einigen Wochen (?) Abstand auf die Beziehung zurück blicken und herausfinden was ich dabei empfinde. Und dann hoffe ich einfach, dass ich wieder klar sehe, dass ich richtig gehandelt habe.

    Liebe Trinkula,
    Du hast mir in meinem Faden so viel Beistand gegeben und deine Worte haben mich aufgebaut. Danke dafür. Nun möchte ich gerne wissen, wie geht es dir denn? Wie ist die Lage ? Wie steht es um deine Hoffnung auf Besserung der Situation?

    Guten Morgen ihr Lieben.
    Ich konnte den Ist-Zustand nicht mehr ertragen und haben mich bereits gestern getrennt.
    Vorher fand noch ein Gespräch mit einem guten Freund von XY statt, um das ich gebeten hatte. Ich erfuhr, dass jemand aus dem engeren Freundeskreis ein massives Alkoholproblem hat. So massiv, dass die Co in mir sofort passende Zweifel parat hatte, ob meine eigene Situation denn wirklich so schlimm wäre. Überhaupt nagten schon wieder Zweifel an mir, an meiner Wahrnehmung, an der Entscheidung mich zu trennen. Das alles kam mir immer mehr wie ein riesiger Fehler vor. Trotzdem zog ich es durch. Und es war grausam. Alles in mir sträubte sich und ich musste mich zwingen, die Treppen zu ihm hoch zu steigen. Er war vollkommen ahnungslos, total überrascht. Und sah so verletzt aus.. So ein Unglaube und Schmerz in seinen Augen. Das tat mir körperlich weh.
    Das ganze ging schnell, zwei Minuten später war ich weg. Den Brief lies ich dort und hoffe er liest ihn auch.
    Danach war der einzige Gedanke, dass das alles falsch war. Dass ich einen riesen Fehler mache. Wie ich ihm nur so weh tun konnte. Und jetzt bin ich leer.
    Möglicherweise war ich doch nicht so stark und geradlinig wie ich tat.