Beiträge von Eule89

    Hallo Grethe,

    vielen Dank für deine Antwort :)

    Es ist so schwer, alle Träume und Hoffnungen hinter sich zu lassen.
    Ich war jetzt gut 2 Jahre die Hauptverdienerin, mit einem relativ geringen Einkommen. Jetzt ist er Hauptverdiener. Endlich können wir uns was leisten. Urlaub, schöne Dinge, aber am aller meisten Nahrungsmittel, ohne dass wir schon 1 1/2 Wochen vor Ende des Monats Pfand wegbringen müssen oder uns bei seinen oder meinen Eltern "durchschnorren" müssen.

    Ich habe einen relativ großen Batzen Schulden am Hintern. Nicht zuletzt, weil mein Partner sich nicht an die von mir aufgestellten Sparmaßnahmen gehalten hat.

    Würde ich mich jetzt trennen, würde ich zwar irgendwie über die Runden kommen, aber wieder mehr schlecht als recht.

    Und in dem ich dies grade schreibe, merke ich, dass er mich nicht nur mit runter zieht und versucht kaputt zu machen, sondern auch finanziell ganz schön erledigt hat. Jetzt könnte ich grade heulen vor Wut. Vor Wut auf mich selber, dass ich das nicht früher gemerkt und verhindert habe.
    Jetzt bin ich auch finanziell vorerst an ihn gebunden. Alle Pläne und Wünsche haben wir auf die Gemeinsamkeit und seine finanzielle Unabhängigkeit aufgebaut. Ich möchte so gerne noch studieren, das schaffe ich alleine gar nicht. Ich brauche ein neues Auto, auch das schaffe ich alleine nicht. Den Kredit abbezahlen, alleine auch möglich, aber nur mit ganz argen Einschränkungen.

    Fazit: Es muss sich ganz schnell was ändern, denn weder das eine noch das andere packe ich noch einmal.

    Hallo Hans,
    hallo Aurora,

    vielen Dank für eure schnellen Antworten :)

    Natürlich möchte ich, dass sich was ändert. Ich weiß nur nicht wie. Wie gesagt, reden tun wir schon lange nicht mehr. Über nichts. Nur die ganz wichtigen Dinge werden kurz ausgetauscht und ein paar Belanglosigkeiten und Floskeln.

    Das Thema Alkohol habe ich schon zig mal angesprochen. Es bringt einfach nichts. Ich bekomme dann zu hören, ich würde übertreiben, das wär doch ganz normal, seine Kumpels machen das doch auch so (machen sie zum Teil tatsächlich), er habe alles im Griff.

    Für mich sind das alles nur Ausreden. Ich sehe dann immer wieder meine Mutter, die selber trockene Alkoholikerin ist, vor mir stehen, wie sie mir erzählen will, dass alles in bester Ordnung und ganz normal ist.

    Dabei würde ich sehr gerne wieder mit ihm reden, mit ihm lachen, mir seinen Rat holen. Es gibt so viele Dinge, Charaktereigenschaften, die ich an ihm schätze und die ich liebe. Die ich aber momentan auch sehr vermisse. Die kommen so selten durch, dass ich manchmal fast vergesse wie es mit ihm war bevor vor 2 Monaten das Trinken wieder los ging.

    Das Schlimmste ist eben, es ist immer wieder. Wenn alles gut läuft, dann trinkt er nicht. Vielleicht mal ein oder zwei Bier, wenn wir ausgehen oder wenn er Fußball schauen geht. Aber nicht regelmäßig alleine bis zur Besinnungslosigkeit. Gibt es irgendeine Veränderung in seinem / unseren Leben, dann kippt das wieder. Dann wird sich wieder betrunken und alles ist für den Hintern.

    Ich weiß nicht mehr, wie ich damit noch umgehen soll. Je öfter er irgendwo umkippt und einschläft, desto weniger Achtung habe ich vor ihm. Ich nehme ihn gar nicht mehr richtig ernst (auch in den nüchternen Phasen, da er in diesen ja meist verkatert ist). Ich habe keine Lust mehr auf Urlaubsplanung, Zukunftsplanung, Kinderplanung. Er möchte gerne Kinder haben mit mir. Aber ehrlich gesagt, kann ich mir das so, wie es jetzt ist, überhaupt nicht vorstellen. Momentan würde ich ihn nicht einmal heiraten.

    Wie geht man mit so einer Situation um? Trennung? Das würde so einen Rattenschwanz hinter sich her ziehen. Da weiß ich nicht, ob ich dafür bereit bin.
    Aushalten? Und dann? Dann ist ja alles so, wie er es sich wünscht. Er kann trinken und ich halte die Klappe.
    Mit ihm reden? Das bringt leider nicht viel.
    Mit seiner Familie reden? Wozu? Die können ja auch nicht helfen.

    Ich weiß im Moment nicht weiter. Am liebsten würde ich mich im Bett verkriechen, die Decke über den Kopf ziehen und abwarten bis alles vorbei ist. Vorausgesetzt es geht dieses Mal einfach vorbei.

    Sorry, fürs teilweise Auskotzen. Aber ich habe einfach mal alles niedergeschrieben, was mir so durch den Kopf geht...

    LG Eule

    Hallo zusammen,

    ich habe schon eine ganze Weile hier gelesen und mich immer wieder gefragt, ob ich hier richtig bin.
    Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit dem Thema Alkoholabhängigkeit.
    Für mich ist es schwer zu akzeptieren, dass man nicht klar sagen kann, ab wann genau man abhängig ist. Ist vielleicht noch etwas zu retten? Steckt der Angehörige schon zu tief drin?
    Bin ich selber in einer Co-Abhängigkeit? Auch zu dem Thema habe ich viel gelesen. Aber auch da: bin ich noch zu retten? Ist der einzige Ausweg eine Trennung?
    Ich habe so viele Fragen dazu.

    Aber fangen wir mal ganz vorne an:
    Ich bin 28, weiblich, habe bereits Erfahrungen mit Alkoholabhängigkeit eines sehr nahen Angehörigen und nun bin ich seit fast 5 Jahren mit meinem Partner zusammen und habe auch bei ihm (schon vor langer Zeit) eine gewisse Tendenz zur Sucht entdeckt. Sei es Alkohol, sei es Computer spielen, sei es Serien/Filme schauen. Alles, was er macht, macht er im Übermaß. Meiner Meinung nach. Aber hier geht es ja um Alkohol...
    Also: Schon seit wir uns kennen (und das ist einiges mehr her als 5 Jahre) trinkt er regelmäßig und immer bis zum Limit. Ende ist bei ihm nur dann, wenn er umfällt. Nur ein oder zwei Flaschen Bier trinken, geht bei ihm gar nicht. Dann gab es Phasen da war es besser. Dann wieder Phasen, da wurde es wieder schlimmer.
    Momentan befinden wir uns in einer "schlimmen Phase". Einen Tag trinkt er, dann schläft er einen Tag, dann liegt er einen Tag rum. Dann geht er arbeiten, sobald er frei hat, trinkt er, schläft, liegt rum ... Das geht jetzt seit knapp 2 Monaten so.
    Ich verleugne seine Sauferei nicht. Ich schütze ihn nicht, ich trage keine Konsequenzen. Ich spreche nicht mit ihm darüber. Ich verstecke keinen Alkohol, ich besorge ihm aber auch keinen. Eigentlich leben wir nebeneinander her.
    Dies nur zur Erklärung meiner vielen, vielen Fragen.

    Ändert sich da wohl noch mal was oder wird das immer so bleiben?
    Stecke ich schon mit drin? Ich bin sehr verunsichert. Viele hier schreiben, dass nur eine Trennung geholfen hat. Bei meinem nahen Angehörigen vor einigen Jahren hat es "auch so" geklappt. Eines Tages war da einfach die Einsicht "Ich muss was ändern". und seitdem ist diese Kehle kein Schluck Alkohol mehr hinunter geflossen.

    Ich muss gestehen, ich bin sehr wirr im Kopf im Moment. Ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen, fühle mich vollkommen überfordert und allein gelassen mit der Situation. Ich weiß keinen Rat. Und trotzdem steckt da noch ein wenig Hoffnung in mir, dass sich doch noch einmal etwas ändert und er endlich zur Besinnung kommt.

    Sorry, dass der Text so lang geworden ist. Das war so nicht geplant. Garantiert ist der auch ziemlich wirr :(

    Ich hoffe auf nette Rückmeldung, sodass ich vielleicht meine Gedanken mal sortieren kann und mich nicht mehr so alleine fühle.

    LG