Guten Morgen,
Tag 4.
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Correns, Danke für deinen Zuspruch.
Das tut gut und bestätigt mich in meinem Vorgehen, mich hier angemeldet zu haben.
Ich verfolge auch deinen Fred, bin aber noch nicht durch.
Thalia, dir auch herzlichen Dank für dein Feedback.
Weiß ich doch nur zu gut, dass 4 Tage noch NICHTS bedeuten. Wie oft war ich da schon?
Ich möchte gern meine Erkenntnisse und Erfahrungen hier niederschreiben.
Ich glaube es wird mir helfen.
Der Versuch meine Gefühle und Gedanken niederzuschreiben fällt mir aktuell sehr schwer. Ich taste mich langsam ran.
Heute Abend geht es zu einer lokalen SHG.
Das erste Problem war, dass ich mir nie wirklich eingestanden habe, dass ich ein Alkoholiker bin.
Das hatte auch einen guten Grund, denn dann hätte ich mir auch eingestehen müssen dem größten Problem in meinem Leben gegenüber zu stehen.
War Alkohol bisher doch meine Medizin um Stress, Probleme und Alltagssorgen zu betäuben.
Normal würde ich doch das Problem Alkohol zunächst mit einem gepflegten Besäufnis und einer ordentlichen Portion Selbstmitleid begrüßen müssen!?
So habe ich es die letzten Jahre doch gelernt und den eigentlichen „normalen“ Umgang mit Sorgen verlernt.
So nichtig sie im Nachgang auch erscheinen mögen.
Nun bin ich selbsternannter Alkoholiker! Und schreibe das hier erstmals öffentlich.
Wenn ich das so lese macht mir das richtig Angst.
Habe ich doch aktuell allein Probleme meine Rechnungen zeitig zu zahlen, wie soll ich da den Brocken Alkohol bewältigen können? … und nicht zuletzt das Thema Rauchen, was ich bisher noch ausblende, aber auch noch im Hintergrund lauert, jedes Mal wenn ich gesoffen habe wurde es mit einer Schachtel Zigaretten abgerundet.
Ich habe in den letzten Jahren viele „Rückfälle“ erlebt. Immer wieder war ich davon überzeugt allein in die gute alte Zeit im Umgang mit dem Alkohol zu finden.
Was ist im März/April in diesem Jahr geschehen und wo fand ich mich im August wieder?
Kurz umschrieben, wie ich es jetzt sehe:
Schlechtes Rüstzeug und keinen Guide.
Ich habe mich alleine auf Badelatschen und einer kleinen Flasche Wasser in den Grand Canyon aufgemacht.
Tatsächlich habe ich doch noch gute 12 Wochen ausgehalten.
Dazu möchte ich gern ausholen und über mein Trinkverhalten schreiben.
Nach meiner Scheidung in 2014 habe ich mein Trinkverhalten geändert, …eigentlich wollte ich mal wieder aufhören..
Ich bin mir mittlerweile sicher, der Alkohol hat ein ordentliches Pfund zur Scheidung beigetragen.
Während meiner Ehe war ich regelmäßig mit Alkohol konfrontiert. Sicherlich auch schon vorher, an Wochenenden betrunken zu sein kannte ich schon, aber ich hatte ein neues Level erreicht.
Ich bin aufs Dorf gezogen, Hausbau, Sportverein, Feiern, meine Familie und Co. überall gehörte Alkohol zum guten Ton, auch innerhalb der Woche. Und ich war schon immer einer der zum harten Kern gehörte und zumeist mit als letzter das Feld geräumt hat. Meine Ex-Frau fand das zunächst nicht weiter schlimm, da sie selbst gern um „die Häuser“ zog.
Irgendwann habe ich angefangen allein zu trinken und mich immer mehr zurückgezogen… das war verstörend, für mich sowie für meine Ex-Frau. Ich wollte immer reduzieren, vergebens.
Ich kann mich noch gut an Wochen erinnern, die wie folgt abliefen. Montag voll, Dienstag leiden, Mittwoch voll, Donnerstag leiden, Freitag richtig voll, Samstag und Sonntag leiden.
Und ihr glaubt gar nicht, was ich für helle Momente hatte, während ich getrunken habe.
Irgendwann habe ich mal gedacht, das musst du dir das nächste Mal aufschreiben. Am nächsten Tag konnte ich mich nämlich gar nicht mehr daran erinnern, was denn so glorreich gewesen ist.
Das habe ich dann auch zweimal gemacht.
Was ein Schrott, wenn man nüchtern auf so einen Zettel schaut.
Das waren gefühlt meine Hochzeiten… mithin der Scheidung meiner Ehe.
Ein Tiefpunkt, der mich eigentlich aus dem Suff bringen sollte. Davon war ich überzeugt….
Fortsetzung folgt.