Beiträge von PaulNewman

    Zu meinem Punkt vier wollte ich hier mein offenes Gespräch mit meiner Familie wiedergeben, für die Leser, die nicht in den Vorstellungsbereich kommen können.
    Vor dem Gespräch habe ich mir so viele Gedanken und Sorgen über die Reaktionen gemacht.
    Für mich war diese Öffnung aber dann Erleichterung pur :)

    Am Morgen bin ich schon früh zur Thai Massage gegangen. Dort fängt für mich das Wochenende so richtig entspannt an.
    Anschließend gab es zuhause einen kleinen Obstsalat mit Kaffee und wir haben den Tagesplan gemacht.
    Heute werde ich meiner Frau und den drei Kindern alles erzählen, das habe ich ganz fest vor. So habe ich es gedacht als ich zum Sport fuhr. Oder soll ich das in Einzelgesprächen erledigen?
    Zwölf Kilometer stramm gelaufen bin ich heute, bergauf und bergab. Dabei habe ich mich echt saugut gefühlt, es ging sehr leicht. Nach den nötigen Einkäufen gab es daheim am Nachmittag Kaffee und Lebkuchen, erst zu dritt dann zu viert haben wir geplaudert, gelacht und gescherzt. Und immer wusste ich, heute erzähl ich es, gleich öffne ich mich komplett.
    Lass uns die Siedler spielen war ein Vorschlag und schon waren wir zu fünft in der Runde, wie lange nicht mehr.
    Das lief alles sehr gut und wir hatten eine heitere Partie. Bis meine Frau meinte, wollen wir zum Wochenendanfang eine Flasche Sekt aufmachen? Nein, bitte nicht, gab ich zur Antwort, über die Feiertage trink ich keinen Alkohol. Meine kleine Tochter ergänzte, das schaffst Du ja eh nicht.

    Wow, da war ich geschockt und musste gleichzeitig schmunzeln, warte mal ab, kleine, dachte ich mir.

    Später kamen wir noch auf meinen Lottoschein zu sprechen, den ich wieder neu gespielt habe und da fragte die kleine ganz kess, ja bist Du denn schon süchtig?

    Das war mein Stichwort.
    Spielsüchtig nicht, aber mit dem Alkohol habe ich meine Probleme, gab ich zu. Schon hatte ich die ungeteilte Aufmerksamkeit meiner Familie. Und so erzählte ich von meinen Gefühlen und meinem Verlangen. Ich sagte klipp und klar, ja ich bin alkoholkrank, kann nicht Maßhalten und habe mich entschieden nichts mehr zu trinken. Dieses Ziel werde ich ganz konsequent verfolgen. Das sagte ich in Richtung meiner jüngsten Tochter.
    Alle waren sehr überrascht über meine Offenheit und freuten sich so sehr über meine Ankündigung, dass sie auch überlegen, was sie dann weglassen könnten. Na da bin ich mal gespannt... Chips, Zucker-mal sehen.

    Ich fühlte mich wie befreit, als ich das vor meiner lieben Familie so klar formulieren konnte. Ihr hattet Recht, viel leichter als gedacht. Ich habe aufgehört zu saufen und erzähl davon, das tut mir sehr gut.

    Dieses Selbsteingeständnis,
    ja, ich bin Alkoholiker,
    das kann ich erst so für mich sagen, seit ich hier lese und mich ganz bewusst reflektiere, wie ich getrunken habe.

    :!: Das wollte ich hier ergänzen :!:

    Zitat von Hartmut

    Wohl möglich haben einige auch ihr Problem mit Ihrem Trinkverhalten und wollen da nicht genauer hinschauen.
    Gruß Hartmut

    Danke Hartmut, Du hast Recht.
    Im Gespräch mit meinen aller engsten Vertrauten, kamen wir tatsächlich darauf, dass wir sehr viele „Alkoholiker“ in der Familie haben. Einige haben sich so arrangiert und ein Gespräch ist mit denen dann erst mal nur an der Oberfläche zu führen.
    Für mich steht die Entscheidung fest, mein Fokus gilt meiner Trockenheit.
    Ich mach einfach...
    und will ein Beispiel geben, andere aber nicht belehren.

    Ich persönlich mag Tempo, Aktivität aber auch Geduld.
    Das habe ich in den letzten Jahren gelernt und für mich hat sie sich schon mehrfach sehr gelohnt.

    Ich besuche Dich in Deinem neuen Thread, da ich einer der Neuen bin, nach denen Du suchst :D , abgemacht.
    Liebe Grüße, Paul macht NEU

    Zitat von Correns

    Hallo Paul,
    läufst Du Gefahr, trocken zu bleiben.

    .... ersten vollen Trockenmonat.


    Vielen Dank für Deine lobenden Worte, Correns,
    aber auch für Deinen Wortwitz, Du machst mir Spaß :D
    Ich will hier eben die gemachten Erfahrungen aufnehmen, annehmen und auch umsetzen.
    Momentan fällt mir das doch recht leicht und ich wünsche mir, dass ich diese positive Energie weiter in mir halten kann.
    Ich bleibe aufmerksam und pass auf mich auf :wink:
    Eine gute Nacht wünscht,
    Paul der Neue

    Nabend Cadda,
    von Anfang an war ich auch hier bei Dir gerne stiller Leser.
    Du bist nun schon mehr als v i e r Monate dabei.
    Meine Gratulation 🎈
    Du arbeitest an Dir und Du willst Deine Veränderung auch wirklich.
    Was mir in dieser dunklen Jahreszeit sehr hilft, sind meine Spaziergänge.
    Bin ich sonst gerne eilig heim, um mein erstes Bier zu schlucken,(ein zweites und drittes Bier direkt danach) gehe ich heute im Park laufen.
    Hast Du nen Hund oder Freunde?
    Für mich ist die frische Luft vor dem Bett, besser als jeder Rausch.
    An manchem Morgen bin ich dann so inspiriert, dann gehe ich einfach wieder los und spüre die Natur und bilde mir ein, es wäre schon Frühling...
    Bestens gelaunt grüßt Paul,
    Der Neue Mann :lol:

    @@@sunshine_33
    😊 Du bist der Boss, der bestimmt welches Wetter in Deinem Kopf herrscht...
    Du hast doch bestimmt schon von „Achtsamkeit“ gehört, oder?
    Momentan bin ich so euphorisch und energiegeladen.Bei mir beginnt der Frühling jetzt schon.
    Gerne lese ich von Dir mehr, hatte aber keinen Thread von Dir gefunden...
    Liebe Grüße,
    Paul,
    der sich endlich fühlt :D

    Zitat von Ernest


    Hasst noch die Tabakpfeife, den grossen Kamin, die Windhunde, den Butler, die Köchin etc etc etc vergessen :)
    Lieber Gruss
    Ernest, der sich sich nicht nur neu empfindet, sondern auch noch versucht sich neu zu erfinden


    Genau solch ein Bild hatte ich vor Augen, hatte mich nur nicht getraut das so zu sagen :D
    Liebe Grüße, Paul
    ...mach neu :lol:

    Nun will ich hier meine Fortschritte auch dokumentieren und habe die Grundbausteine, wie ich sie bisher angenommen habe zusammengestellt:

    1. Ehrlichkeit (Ja, ich bin Alkoholiker)
    2. Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten hier im Forum
    3. Entgiftung
    4. Offenheit und Gespräch mit engstem Umfeld
    5. alkoholfreies Umfeld
    6. Freizeitgestaltung - soziale neue Kontakte
    7. Arztbesuch
    8. Unterstützung durch Familie und Umfeld

    1.-6. habe ich angenommen und arbeite dran.
    Termin beim Arzt steht (in zehn Tagen) zum offenen Gespräch.
    Im Dezember war bereits Blutbild mit erfreulichem Ergebnis, Details werden noch im Termin besprochen.

    8. Wird hoffentlich werden. Hier erhalte ich erstaunlich wenig Feedback oder Interesse. Keine Nachfragen.
    Vielleicht nehmen die mich nicht ernst???

    Ich werde meine Erlebnisse und Gedanken hier immer wieder festhalten...

    Hallo Sven,
    vielen Dank für Dein Angebot, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Genau dafür ist das Forum da. Ein Ohr, ein Gespür für andere zu haben, die in ähnlicher Situation sind.
    Das ständige Ringen mit mir selbst hat für mich ein Ende.
    Ich hatte mir vorgenommen, hier viele Spuren von mir zu hinterlassen, in der Hoffnung, dass es ein Echo geben wird.
    Es freut mich, wenn Du auch diese Gemeinsamkeit suchst.
    Ich bin dabei und hoffe auf viele, die mit uns stark werden. :D:!:
    Liebe Grüße,
    Paul

    Nur nicht mehr trinken, reicht eben nicht…
    Diesen Satz habe ich hier zum ersten Mal gelesen und erst nach und nach so richtig verstanden.

    So hatte ich nach meinem fantastischen Sommer mit lauter echten Highlights, langsam, still und heimlich wieder angefangen zu trinken.

    Zwei, drei Flaschen zum Runterkommen zu Beginn des Wochenendes am Freitagabend-kurze Zeit später sogar ne halbe Kiste Bier.
    Ups, habe ich alle meine guten Gewohnheiten wieder abgelegt.

    Vor Grilleinladungen habe ich auch schon vorher zuhause Bier runtergestürzt, um dann später nicht sooo viel trinken zu müssen, vor den Augen der Gastgeber.

    Eigentlich gab es keinen Anlaß, ich wollte das Anfluten im Gehirn spüren, abschalten und den Alkoholspiegel halten.
    Das Spiegelhalten war aber eher langweilig, keine spürbare Wirkung und echt unangenehm für mich.
    Wochenlang hat mich der Gedanke begleitet, doch endlich gar nichts mehr zu trinken. Immer wieder habe ich es mir vorgenommen und wurde immer wieder schwach. Abends drei/vier Bier und morgens hat mich das schlechte Gewissen geplagt:

    Wieder nicht aufgehört, wieder zu schwach gewesen um stark zu sein.

    Das ging so ein paar Wochen, bis Anfang Dezember, wovon ich hier weiter oben berichtet hatte und endlich mit diesem Forum zusammenkam.

    Hier habe ich die Inspirationen bekommen, um mich so zu motivieren, endlich aufzuhören mit dem Alkohol.

    Einfach machen…😊

    Sehr geehrter Ernest, müsste ich sagen, finde besser,
    Lieber Ernest,
    aber beim Lesen Deiner Geschichte wohnst Du für mich in einem alten Landgut mit viel dunklem Eichenholz.
    Du bist exakt einen Monat vor mir ins Forum gekommen und so warst Du für mich so nah, so konnte ich intensiv miterleben, wie Du die ersten Schritte in die Nüchternheit empfindest. Vielen Dank für dieses MITErlebnis.
    Liebe Grüße,
    Paul, der sich gerade neu empfindet

    Puh, liebe Leserinnen,
    mir wird ganz schwindelich von meinem Tempo und den wiedererlebten Gefühlen.

    Ich brauch erst mal....

    neee, ja klar, ne Pause😊😊😊

    Liebe Grüße, Euer Paul, the New Man

    Fastenzeit bis Ostern.
    Ganz easy.
    Habe ich schon oft gemacht...

    Ich hatte ja so ein Ziel vor Augen😍

    In der Zeit nach dem „offiziellen“ Fasten habe ich mal wieder ab und zu ein, zwei Bier gepichelt, nen guten Rotwein auch bei Einladungen probiert.
    Schmeckt mir schon richtig gut, geht ja auch so, Gewicht ist auf dem richtigen Weg, nach unten und dann abends eben nichts mehr gegessen.
    So klasse - ich hab’s im Griff👍👍👍

    D i e Party ist geplant, alles läuft perfekt, noch schnell auf die Waage.
    Exakt mein Traumgewicht erreicht, in sechs Monaten.
    Was für ein Abend, nüchtern gefeiert, alle Gäste umarmt und geknutscht, das beste Fest der Welt.

    Und doch - gedanklich habe ich mich viel mit „meinem“ Alkohol beschäftigt. In dieser großartigen Nacht wollte ich vor versammeltem Freundeskreis meiner Frau meine Alkoholsucht erklären.
    Habe mich nicht getraut, ich habe es doch eigentlich ganz gut im Griff.
    Wochenlang kaum was getrunken, Gewicht optimiert, fit für die Bergetappen. Alles bestens....

    Falsch gedacht🤬

    Tja, wo soll ich anfangen?
    Mein Jahr - 2017 war mein Jahr...
    Nee so richtig Bammel hatte ich nicht davor fuffzich zu werden.
    Aber ich habe mich mal damit beschäftigt.
    Achtsamkeit mir gegenüber. Andere Menschen positiv zu überraschen, zu begeistern.
    Ich wollte etwas von meinem Feuer abgeben, was in mir brennt.
    Und ich habe es so richtig in mir brennen lassen...
    Wie sagte noch ein Freund zu mir am Pool in der Provence, das Jahr davor?
    Ja Paul, du stehst ja richtig gut im Futter...

    Das habe ich gehört, das hat mich tief beeindruckt.
    Bei den nächsten Fahrradferien am Mt Ventoux (2017) wollte ich mir das nicht anhören müssen.

    So kam es, dass ich gedanklich mich mit meinem Gewicht, meiner mittel guten Fitness und meinem runden Jahrestag beschäftigen wollte, um v o r bereitet zu sein.
    Auf das L e b e n😊

    Alkoholfrei bei der Gartenarbeit.
    Alkoholfrei beim Walken.
    Alkoholfrei beim Radeln.
    Das alles an einem Tag-so richtig mit Biß.
    Ich wollte es.
    Ich wollte mein altes Wohlfühlgewicht, welches ich immer hatte, mit dreißig 😉

    Also zehn Kilo mußten weg.
    Gemüsesaft und Quark mussten her.
    Und der Alk musste weg.
    Einfach machen...

    Ist mir ganz leicht gefallen.

    So fokussiert wie ich war...

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für Eure freundliche Begrüßung hier in meiner SHG.
    Die Wochen der stillen Mit-Lese-Zeit sind nun für mich vorbei.
    Ich habe mich in einigen Stories schon auch selbst erkannt und manche meiner Erzählungen wird vielleicht anderen Geschichten ähneln. So ist das Leben eben.
    Euer Paul, the New Man :D

    :D

    9. Januar 2018

    Einfach machen...

    Dreimal hatte ich mich in der längsten Nacht des Jahres 2017 zur Anmeldung eingeloggt, um mich dann doch hier im Forum zu bekennen.
    Ja, ich bin Alkoholiker!
    Einfach machen, das ist mein Mantra, mein Antrieb, der mich in Bewegung hält.
    Schon das ganze Jahr 2017 habe ich mit mir gerungen, häufig begleitet von meinem schlechten Gewissen.
    Häufige alkoholfreie Zeiten lösten sich mit dem gewohnheitsmäßigem Saufen ab und immer wieder habe ich mir gesagt:
    Hör doch auf, verändere Dich.
    Eben reichts, das war, als ich Anfang Dezember mit einem widerlichen und ekelhaften Kater aufwachte, um mich so lädiert auch noch ins Büro zu quälen.
    Ich konnte mich nicht ertragen, hatte Herzrasen und musste auch noch einen neuen Kollegen einarbeiten. Warum tu ich mir das an? Warum bin ich so ekelhaft? Wie lange noch will ich in der Dauerschleife herumstolpern?
    Mit nem Bier in der Hand habe ich im Internet über Alkohol recherchiert.
    Wie irre.
    Ist mein Trinkverhalten gewohnheitsmäßig?
    Ist es schon riskant?
    Bin ich vielleicht sogar Alkoholiker?
    Als ich dann hier auf das Forum gestoßen bin und ins Lesen kam, so richtig reinkam, dann mußte ich mir eingestehen:
    Ja, ich bin Alkoholiker.
    Und dann?
    Hab ich beschlossen:
    Einfach machen...

    Lieber Leser,
    ich freue mich Teil dieser Gemeinschaft zu sein und auf unseren regen Austausch hier.
    Heute ist der erste Tag meiner fünften nüchternen Woche.
    Hurra, ich bin dabei mein Leben neu zu begreifen.
    Liebe Grüße, Paul, der neue Mensch
    :) :D:D