Zu meinem Punkt vier wollte ich hier mein offenes Gespräch mit meiner Familie wiedergeben, für die Leser, die nicht in den Vorstellungsbereich kommen können.
Vor dem Gespräch habe ich mir so viele Gedanken und Sorgen über die Reaktionen gemacht.
Für mich war diese Öffnung aber dann Erleichterung pur ![]()
Am Morgen bin ich schon früh zur Thai Massage gegangen. Dort fängt für mich das Wochenende so richtig entspannt an.
Anschließend gab es zuhause einen kleinen Obstsalat mit Kaffee und wir haben den Tagesplan gemacht.
Heute werde ich meiner Frau und den drei Kindern alles erzählen, das habe ich ganz fest vor. So habe ich es gedacht als ich zum Sport fuhr. Oder soll ich das in Einzelgesprächen erledigen?
Zwölf Kilometer stramm gelaufen bin ich heute, bergauf und bergab. Dabei habe ich mich echt saugut gefühlt, es ging sehr leicht. Nach den nötigen Einkäufen gab es daheim am Nachmittag Kaffee und Lebkuchen, erst zu dritt dann zu viert haben wir geplaudert, gelacht und gescherzt. Und immer wusste ich, heute erzähl ich es, gleich öffne ich mich komplett.
Lass uns die Siedler spielen war ein Vorschlag und schon waren wir zu fünft in der Runde, wie lange nicht mehr.
Das lief alles sehr gut und wir hatten eine heitere Partie. Bis meine Frau meinte, wollen wir zum Wochenendanfang eine Flasche Sekt aufmachen? Nein, bitte nicht, gab ich zur Antwort, über die Feiertage trink ich keinen Alkohol. Meine kleine Tochter ergänzte, das schaffst Du ja eh nicht.
Wow, da war ich geschockt und musste gleichzeitig schmunzeln, warte mal ab, kleine, dachte ich mir.
Später kamen wir noch auf meinen Lottoschein zu sprechen, den ich wieder neu gespielt habe und da fragte die kleine ganz kess, ja bist Du denn schon süchtig?
Das war mein Stichwort.
Spielsüchtig nicht, aber mit dem Alkohol habe ich meine Probleme, gab ich zu. Schon hatte ich die ungeteilte Aufmerksamkeit meiner Familie. Und so erzählte ich von meinen Gefühlen und meinem Verlangen. Ich sagte klipp und klar, ja ich bin alkoholkrank, kann nicht Maßhalten und habe mich entschieden nichts mehr zu trinken. Dieses Ziel werde ich ganz konsequent verfolgen. Das sagte ich in Richtung meiner jüngsten Tochter.
Alle waren sehr überrascht über meine Offenheit und freuten sich so sehr über meine Ankündigung, dass sie auch überlegen, was sie dann weglassen könnten. Na da bin ich mal gespannt... Chips, Zucker-mal sehen.
Ich fühlte mich wie befreit, als ich das vor meiner lieben Familie so klar formulieren konnte. Ihr hattet Recht, viel leichter als gedacht. Ich habe aufgehört zu saufen und erzähl davon, das tut mir sehr gut.
Dieses Selbsteingeständnis,
ja, ich bin Alkoholiker,
das kann ich erst so für mich sagen, seit ich hier lese und mich ganz bewusst reflektiere, wie ich getrunken habe.
Das wollte ich hier ergänzen ![]()