Beiträge von Lilli1990

    Update: Als ich wieder zurück war, sagte er mir, ich solle innerhalb einer Woche verschwunden sein. Um dann 30 Sek. später wieder zu weinend zu beteuern, dass er das alles nicht so meint und ich ihn nicht verlassen soll. Die Brille und das Telefon waren inzwischen mutwillig komplett zertrümmert. Ansonsten nicht viel Neues. Der Tag danach wie immer. Beteuerungen, Betteln, Weinen und "Ich könnte ja nochmal zur SHG gehen, aber einen Entzug mache ich nicht!"
    Ich habe ihm gesagt, dass ich mit ihm reden will, aber nicht an diesem Tag danach. Weil eben das genau zu nichts führt. Der Kater und die Emotionen, das schlechte Gewissen, das Selbstmitleid helfen nicht weiter. Ich habe gesagt, dass ich zwei oder drei Tage später darüber sprechen will. Dann, wenn er wieder alles verdrängt und totschweigt. Und ich weiß, dass er sich darauf nicht einlässt.
    Liebe Aurora, ich weiß, dass ich meine Ziele/Wünsche/Träume MIT ihm nicht erreiche. Zu Sortieren fällt mir aber immer noch schwer. Mir fällt es auch schwer, ihn abzuweisen, wenn er weinend vor mir sitzt. Das ist mein "Knopf" und das weiß er. Und ich weiß, dass es anderen genauso geht. Das lese ich immer wieder.
    Ich weiß auch, dass ich mich irgendwann aus diesem Strudel befreien kann. Ich weiß aber nicht, wann das sein wird, wie lange es noch dauern wird.
    In nicht allzu ferner Zukunft sehe ich mich in meiner kleinen Wohnung, in der ich selbstbestimmt alles so machen kann, wie ich es möchte. Ich sehe erst einmal keinen Mann an meiner Seite, denn ich möchte erst einmal durchatmen.

    Liebe Aurora, vielen lieben Dank für deine Worte. Ich saß beim Schreiben im Bus, war auf dem Weg nach Hause. Mein Handy hat leider ein paar Worte verschluckt. Ich wollte schreiben "Seit dem letzten Mal..." und "ich war heute im Büro..." der Abend ist noch nicht überstanden. Gerade schläft er oder er stellt sich schlafend. Ich gehe noch ein paar Schritte. Ruhe finden, durchatmen... Er war recht ruhig, als ich nach Hause kam. Kein Chaos, nur das Telefon lag mit gesprungenem Display auf dem Boden und die Brille ist kaputt. Sonst bisher noch alles heil. Noch...
    Er fragte mich, warum ich nicht endlich mal losmeckere. Ich fragte, warum ich das tun soll und was es ändert? Dann bekam er wieder den provozierenden Unterton, wollte mich aus der Reserve locken. Ich sagte nur erstaunlich ruhig "STOP! NICHT SO!" Er ging dann wortlos und legte sich aufs Sofa.
    Das war bisher alles. 😔

    Seit dem Mal sind erst zwei Wochen vergangen.
    Ich war im Büro und habe wieder einen Anruf erhalten.
    Wieder ist er betrunken.
    Wieder weiß ich nicht genau, was mich zu Hause erwartet.
    Wieder fühle ich mich hilflos.
    Wieder schnürt es mir die Kehle zu.
    Wieder pocht mein Herz bis zum Hals.
    Wieder habe ich Angst, alles falsch zu machen.
    Wieder habe ich Angst, nicht konsequent sein zu können.
    Wieder möchte ich einfach nur weglaufen.
    Wieder fehlt mir jetzt jemand zum Reden.
    Wieder fühle ich mich allein.
    Wieder bin ich angewidert von seinem betrunkenen Ego.
    Wieder spüre ich die Panik in mir aufsteigen.
    Wieder weiß ich nicht weiter.
    Wieder wird die Wohnung wie ein Schlachtfeld aussehen.
    Wieder wird es erbärmlich nach Alkohol stinken.
    Wieder spure ich aber auch die Kraft, die in mir schlummert.
    Wieder suche ich nach einem Weg, diese zu aktivieren.
    Wie finde ich den Weg daraus?
    Wie kann ich mich befreien?
    Wie finde ich den Wegweiser aus dieser Sackgasse?
    Ich bin müde.