Beiträge von Lavendelfuchs

    Mein erster Termin in der Suchtambulanz ist nächsten Freitag, ich freue mich irgendwie schon darauf. Beim Arzt meinten sie, ich hätte Glück so schnell einen Termin bekommen zu haben.

    Ich habe schon eine Vorstellung von meinen Themen und Zielen, die ich gerne im Bezug auf meine Sucht bearbeiten möchte. Vor kurzer Zeit habe ich noch alles versucht um meine Beziehung zum Alkohol nicht als Problem wahrzunehmen und mit Hilfe desselbigen zu verdrängen. Ich hatte Angst vor der Auseinandersetzung mit diesem Anteil von mir, der nicht nur sehr viel Alkhol, sondern auch den ganzen Schmerz geschluckt hat. Ich habe immernoch Angst davor. Aber irgendwie hat es Klick gemacht.

    Als ich vorhin aus der Praxis kam, habe ich innerlich vor Erleichterung in mich hineingeschrien! Es fühlt sich gut an,jetzt mit meinem Problem "hausieren" gehen zu können. Endlich offen und ehrlich vor mir und anderen aussprechen zu können worunter ich leide und Schritte in eine bessere Richtung zu gehen. :)

    Moin

    Eine Verlängerung der Therapie ist wahrscheinlich möglich, wenn deine Threrapeutin das begründet. Bei mir hat dann die Krankenkasse die Kosten übernommen. Waren zwar weniger Gespräche, aber immerhin. Therapeuten haben schon einen großen Einfluß und können auf die Dringlichkeit hinweisen.

    LG Bolle

    Hallo Bolle,
    ja falls ich keine andere Option hätte, würde ich auf meine alte Therapeutin zurückgreifen. Allerdings bin ich auch froh, dass das Stundenkontingent aufgebraucht ist und ich die Therapie somit zu Ende geführt habe und nicht mehr zu ihr gehe. Ich gehe nicht ins Detail, aber ich habe mich auch nicht so gut aufgehoben gefühlt in der ganzen Zeit. Neben meiner miserablen Mitarbeit in den Stunden ist sie leider auch nicht die qualifizierteste Person für diesen Beruf.

    Hallo Morgenrot,

    ja, das stimmt. Diese Info habe ich auch, daher kamen meine Bedenken. Diese zwei Jahre Pause gelten aber auch nur, wenn man dieselbe Therapieform noch einmal beantragen möchte. Wechselt man von VT zu einer tiefenpsychologischen geht das im direkten Übergang, soweit ich weiß. Ich kann das jetzt aber aufklären, habe grade mit der Therapeutin telefoniert. Eine sehr freundliche und sympatische Person.

    Sie sagte, dass eine "normale" Psychotherapie und eine Suchttherapie von verschiedenen Kostenträgern übernommen werden. Psychotherapie wird von der KK übernommen und diese Form der Suchttherapie, die ich aufsuchen möchte als Rehabilitionsmaßnahme von der Rentenkasse. Daher beeinflusst sich das in meinem Fall nicht.

    Nach dem Gespräch bin ich grade direkt zu meinem Hausarzt gestiefelt und habe mir die erforderliche Überweisung geben lassen. Musste zum Glück nur 20 Minuten warten, weil ich ja Anfang der Woche schon zum Gespräch da war.

    Guten Morgen,

    es ist so ein befreiendes Gefühl morgens nach dem Aufwachen in sich hinein zu fühlen und keine Schmerzen oder Scham zu spüren. Ich bin sehr froh gestern die richtige Entscheidung getroffen zu haben keinen Alkohol zu trinken.

    Danke Elly, genau das habe ich getan. Tief durchgeatmet und dann angerufen. Ich werde im Laufe des Tages von der zuständigen Therapeutin zurück gerufen. Ich habe mein Handy auch extra laut eingestellt, sodass ich den Anruf ja nicht verpasse.
    Ich hoffe dann klärt sich auch meine Frage, ob ich überhaupt eine Therapie machen kann, da ich ja grade erst eine beendet habe.

    Hallo,

    da ich telefonieren wirklich unangenehm finde und mich heute nicht überwinden konnte bei der Beratungsstelle anzurufen, habe ich mich wenigstens aufgerafft eine Mail zu schreiben und warte da auf Antwort.

    hol dir einfach jede Hilfe, die du kriegen kannst. Eine Suchtberatungsstelle kann dir bei der Suche nach einer Therapie helfen. Hast du noch Termine bei deiner derzeitigen Therapeutin? Dann kannst du sie ja noch ansprechen und ihr alles erzählen.

    Es bringt nichts, sich über die Vergangenheit zu ärgern. Du kannst jetzt anders handeln.

    Nein, ich habe keine weiteren Stunden mehr. Meine Therapeutin meinte, dass ich mich melden kann, wenn ich eine akute Krise habe.
    Das werde ich dann auch in Anspruch nehmen.

    Ich habe eine ganz bestimmte Klinik hier in der Umgebung im Auge, zu der ich gerne gehen würde. Aber auch da muss man anrufen. Morgen früh nach meinem Spaziergang will ich das zu meiner Aufgabe machen. Drückt mir die Daumen!


    Heute ist etwas richtig Wildes passiert. Ich habe es vorhin schon für mich aufgeschrieben und würde es gerne teilen. Ich hatte heute einen Termin und normalweise wäre ich direkt danach Alkohol (und ein paar Lebensmittel, klar.) kaufen gegangen. Die Sachen hätte ich wahrscheinlich nicht mal in meine Küche einsortiert, sondern hätte mir nur den Alkohol rausgegriffen und mich direkt auf das Sofa geworfen um zu saufen.

    Heute allerdings nicht. Heute bin ich nach dem Termin zu meinem Lieblingsimbiss gegangen und habe mir einen göttlichen Falafel-Teller mit einer extra Portion Baba Ganoush gegönnt und das Essen sehr genossen. Später zu hause saß ich vor dem Laptop und scrollte social media durch.
    Völlig automatisch und unbewusst griff meine Hand - ins Nichts! - erwartet hatte sie das Gefühl von einer lauwarmen Flasche Bier. Dieser Moment hat mich erst irritiert bis mir klar wurde was da grade passiert ist. Ich bin immernoch perplex und erschrocken. Zu realisieren , dass mein Körper routiniert und konditioniert und gleichzeitg völlig willkürlich handelt sprengt den Rahmen, in dem ich vorher meine Sucht gesehen habe.

    Tatsächlich habe ich Bedarf mich mitzuteilen.

    Vielleicht erzähle ich erstmal wie es die letzte Zeit war.
    Weihnachten und Silvester habe ich ziemlich einsam verbracht und nach dem kurzen Besuch bei der Familie alleine im Dunkeln Zuhause getrunken. Diese Feiertage waren für mich auch nicht anders als jeder andere Tag die letzten Monate davor. Ich habe täglich mindestens 4 x 0,5 l Bier betrunken, oft eher 7, an ganz schlimmen Tagen waren es 9 Flaschen.

    Ich habe Anfang diesen Jahres eine neue Arbeit begonnen, nachdem ich über ein Jahr arbeitslos zu hause saß. Das telefonische Bewerbungsgespräch habe ich betrunken geführt. Zu einem anderen Bewerbungsgespräch bin ich nicht hin, weil ich den Abend vorher so viel gesoffen hatte, dass ich körperlich zerstört und sehr ängstlich war.

    Es ist irrsinnig, dass mir auf Arbeit gesagt wird ich mache einen guten Job, Ich habe wichtige Gespräche teilweile betrunken geführt.

    Ich habe mich so geschämt und trotzdem bin ich jeden Abend zu einem anderen Supermarkt oder Kiosk gegangen und habe mir Alkohol gekauft.

    Ich habe meine Beziehung gegen die Wand gefahren, weil ich mich betrunken nicht unter Kontrolle hatte und ständig Streit angefangen habe und sehr verletzende Dinge gesagt habe. Ich habe Freunde angelogen und konnte ihnen meine Hife nicht anbieten, weil ich vollkommen berauscht zu Hause lag.

    Ich beende grade meine VT und meine Therapeutin weiss nichts über mein Trinkverhalten. Ich habe kaum einen Termin ohne Kater bei ihr gesessen. Ich ärgere mich sehr darüber diese Chance versoffen zu haben.

    Aktuell überlege ich mich für eine ambulante Suchttherapie zu bewerben, da in absehbarer Zeit die nächsten emotionalen Krisen anstehen.

    Hallo ihr beiden,
    ich bin inklusive heute seit 11 Tagen nüchtern und es geht mir soweit ganz gut.

    Ich achte auf gesunde Ernährung, bewege mich und versuche gut zu mir zu sein. Ich reflektiere sehr viel und fühle auch sehr viel, was mich freut, weil ich endlich wieder denken und fühlen kann. Aber die Intensität in der alles gefühlt werden will, ist schon beängstigend.
    Ich will mich dem aber stellen und habe einen kleinen Funken Vertrauen in mir gefunden, dass ein Leben ohne Alkohol - mein Leben - möglich ist.

    Hallo hier bin ich wieder,

    ich bin seit 2020 hier angemeldet. Zu dieser Zeit hatte ich meinen ersten ernsten Versuch begonnen mir ein trockenes Leben aufzubauen.

    11 Monate hatte ich nicht getrunken und war auch zufrieden damit. Dann kam eine Zeit in der ich viele persönliche Krisen auf einmal zu bewältigen hatte, ich kam nicht mehr zurecht und wurde rückfällig. Seit April 21 habe ich dann fast täglich getrunken.
    Jetzt will ich nicht mehr. Ich habe es satt.

    Da meine Vorstellung einige Jahre her ist und mein alter thread wahrscheinlich richtig cringe ist, möchte ich mich nochmal vorstellen.

    Ich bin 30 und wohne in einer Großstadt. Ich würde sagen ich habe mit meiner Krankheit einen bekannten Verlauf:
    Alkoholismus im nahen Umfeld als Kind und das ein oder andere Trauma mitgenommen, in der Jugend früh unterwegs und Alkoholexzesse erlebt, was ins "studentische" Trinken - also gerne auch mal tagsüber unter der Woche - übergegangen ist. Dann heimlich trinken in der Partnerschaft, lieber alleine trinken als ausgehen, trinken wegen Einsamkeit, trinken wegen Depression, irgendwann nur noch trinken, egal wieso.
    Aus dieser Spirale steige ich nun aus.

    Ich habe bereits meinen Hausarzt über mein Problem informiert. Blutabnahme habe ich aber erst Ende des Monats. Morgen möchte ich bei beim lokalen Selbsthilfenetzwerk anrufen und mich über Gruppenangebote in meiner Nähe informieren lassen. Ich weiß, dass ich bei meinem gescheiterten Versuch nicht genügend Hilfe und Unterstützung wahrgenommen habe. Daher ist es mir jetzt umso wichtiger Anschluss an Menschen zu finden, die einen ähnlichen Weg gehen. Und gerne würde ich auch hier wieder aktiv werden.

    Liebe Grüße
    Lavendelfuchs

    Liebe Linde, danke für deine Offenheit.
    Am Dienstag habe ich mit der Beratungsstelle telefoniert. Wobei es ein bisschen Heck-Meck gab, weil ich den ersten Anruf verpasst habe und dann über 2 Stunden immer wieder zurückrufen musste, aber dauerhaft besetzt war. Da ich eh ein großes Problem damit habe "offizielle" Telefonate zu führen (also bei Ärzten, Behörden usw. anzurufen) hat mich das schon viel Kraft gekostet. Am Ende hats geklappt und ich kann am Montag zu einem face-to-face Gespräch vorbei kommen. Saufdruck hatte ich hinterher zum Glück nicht.
    Ich glaube es ist wirklich dieser "Widerstand der Sucht", also diese Stimme in meinem Kopf, die sich mit Händen und Füßen gegen Hilfe wehrt und gerne alles so beibehalten würde wie es ist.
    Eine SHG, bzw mehrere schaue ich mir auf jeden Fall an, auch wenn ich mit meiner Sozialphobie ein bisschen Bammel davor habe. Ob es das Richtige für mich ist weiß ich noch nicht. Aber es wäre dumm von mir nicht jede Tür raus aus der Sucht zumindest mal aufzumachen.

    LG Füchsin

    Hallo Dana, danke für deine Erfahrung.
    Ja, ich denke bei mir spielt sich da was ähnliches ab, zumal ich mich nicht als sonderlich resilient, also stress-belastbar halte und in Konfliktsituationen oft zur Flasche griff. Dazu kommt, dass ich mir einbilde dieses Bedürfnis zu trinken als Rebellion meiner Sucht zu verstehen, die sich dagegen wehrt trocken gelegt zu werden.
    Ich habe weder heute noch nach dem Telefonat getrunken und den Trinkdruck mit einem lauten "Nein, halt die Klappe!" in die Schranken gewiesen. Auf Dauer wird das nicht wohl nicht ausreichen, aber erstmal funktionierts bis ich die nächsten Schritte machen kann. Glaube auch, dass meine Angst da ein wenig irrational ist (gleichzeitig kenne ich das Suchthilfesystem und weiß was das teilweise für ein Saustall ist) und hoffe das Beste!

    Gute Nacht Grüsse aus dem Fuchsbau :)

    Hallo Leute,

    ich habe mich heute hier im Forum angemeldet und auch schon eine Vorstellung geschrieben, die ein bisschen Aufschluss über meine momentane Situation zulässt. Nochmal kurz der aktuelle Stand: jetzt seit knapp 4 Wochen ohne Stoff unterwegs, vorher so 4-6 Bier (fast) täglich, klappt bis jetzt ganz gut. Ich habe mir "nur den Alk weglassen reicht nicht" zu Herzen genommen und vor 2 Tagen bei der Suchtberatung angerufen und werde nächste Woche Dienstag oder Mittag zurückgerufen für ein erstes Gespräch (Corona bedingt darf ich nicht vorbei kommen).

    Und jetzt Folgendes; Ich finde das total komisch: Nachdem das Telefonat mit der Suchtberatung zu Ende war dachte ich mir "So und jetzt saufe ich!" :shock:
    Ich war selbst vollkommen überrascht von diesem Gedanken. Klar das ist Saufdruck, denke ich. Aber ich dachte mir auch, dass ich jetzt trinken MUSS damit mein Problem akut ist und ich quasi "dazu gehöre" bzw. behandlungsbedürftig bin?! Habe Angst, dass wenn ich denen erzähle, dass ich 4 Wochen ohne Hilfe über die Runden gekommen bin akutere Fälle oder gefährdetere Leute mir vorgezogen werden. Ich brauche aber ganz dringend Hilfe! Versteht das jemand?
    Eine weitere Sache die bestimmt auch zu diesem idiotischen Gedankengang geführt hat, war auch dass ich plötzlich sehr betroffen war, als die gute Frau an Telefon als "Klientin" von mir gesprochen hat. Ich habe selbst jahrelang in der Drogenhilfe gearbeitet (kann da bei meinem eigenen Suchtverhalten nur mit dem Kopf schütteln, wie ich "meinen" Klienten schön was vorgespielt hab :roll: ) Jetzt zu realisieren auf der anderen Seite des Netzwerks zu stehen ist erschreckend.
    Nachdem ich mich heute hier angemeldet hatte, hatte ich genau den selben Gedankengang, so nach dem Motto "jetzt ist es raus, jetzt kann ich mich dem Alkohol ganz offen hingeben". Natürlich ist das Quatsch, aber kennt das jemand? Einen Schritt vorzugehen, aber 3 Schritte zurück zu wollen?

    Lieb grüsst die Füchsin