Beiträge von Pott

    tztztztztz wie fies Rocka *grins*

    Ich wünsche dir viel Kraft, Speedy - vielleicht hilft es wirklich und er tut endlich was für sich.
    Mein Mann hat auch bis er am 1. schlafen ging, getrunken. Nun ist er den 5. Tag trocken, fühlt sich gut wie nie, hat keinerlei Entzugserscheinungen und auch keinen Saufdruck.

    Meistens ist es die Angst vor dem Unbekannten, dass zögern lässt. Sie ist unbegründet, ganz sicher!

    Alles Liebe
    Heike

    Wie geht es dir damit, dass nun Tag 14 der Funkstille ist? Was fühlst du? Wie sind deine weiteren Konsequenzen? Verdrängst du deine Gefühle? Ich glaube nicht, dass du dem nur ein PS widmest - sein Verhalten ist für dich bestimmt sehr kränkend. Ich will nicht in alten Wunden rühren, aber du hast mir gesagt, ich solle mich um mich kümmern und ich habe Gefühlsinventur gemacht..... was ist mit dir? Pass gut auf dich auf!!

    Ich schicke dir ganz, ganz viele Knuddler rüber und wünsche dir nur das allerbeste .- du hast es so sehr verdient!!!!!!!

    Hallo Bernd

    Ich nehme seit Donnerstag Psychopharmaka, weil ich einen Nervenzusammenbruch hatte. Ausgelöst wurde der durch das Zusammenstürzen meiner mühsam aufgebauten "Ist mir doch alles egal" Mauer.
    Ich habe 2 Tage am Stück geheult, meinen Mann gestern besucht und meine Ängste sind wie weggeblasen. Reden hilft!
    Ich hatte solche Angst, dass es ihm schlecht gehen würde und im Rahmen der Kontaktsperre würde ich es nicht erfahren, oder dass er Folgeschäden zu tragen hätte, aber bis auf leicht erhöhte Leberwerte ist alles prima. Langfristig muss man natürlich abwarten.

    Ich habe ausführlich bei Meni (wie helfe ich meinem Co) geschrieben, was mich bewegt und wie es uns geht, aber ich kann sagen, dass ich unglaublich stolz auf meinen Mann bin und mich wirklich auf ein glückliches, gesundes Leben mit ihm freue.

    Ich habe ihm gestern Cola mitgebracht und da sagt er doch glatt zu mir, dass Cola gesundheitsschädlich sei und Tee besser, allenfalls noch Mineralwasser :shock: Vor nunmehr 5 (!!) Tagen hat er sich mit unzähligen Bieren und Sekt ins Nirwana geschossen und nun erachtet er Cola für gesundheitsschädlich....Gestern aß er eine Gemüsefrikadelle (er hasst Gemüse, Obst und Salat jeder Art) und findet die Portionen knapp bemessen. Und das von dem Mann, der meistens nur ein Stückchen Fleischwurst zu sich nahm....ich glaube, wir brauchen demnächst einen Großraumkühlschrank *lach*, aber ich bin wirklich sehr, sehr froh, dass es ihm (und mir somit auch) so gut geht.

    Danke der Nachfrage, liebe Grüße
    Heike

    ..damit hat dein Gefährte auch verdammt Recht, Meni :)

    Mein Mann ist seit Di in der Entgiftung, hatte bis gestern absolute Kontaktsperre und ich schlucke seit Do Psychopharmaka. Ich versuche zu erklären, wie ich mich jetzt fühle.

    Ich habe mir in den Jahren eine uneinnehmbare Mauer um mich herum aufgebaut und mir eingeredet, dass ich über allem stehe und meinen Mann nicht wirklich mehr liebe.
    Alles Mist - soviel von vornherein.
    Ich habe meinen Job, den Haushalt, die Kinder und die Tiere alles alleine erledigt, ich war zwar mit Partner, aber der war mehr wie ein weiteres Kind. Ich hätte so sehr jemanden zum anlehnen gebraucht, aber nur Unverständnis ( du hast ein Problem, Bier trinken ist normal), Ignoranz ( quatsch, er torkelt doch nicht) und Unwillen ( das liegt nur daran, dass DU arbeiten gehst und er zuhause bleiben muss. das kann man keinem intelligenten Mann zumuten.) von meiner Umwelt ( meine Eltern) geerntet.
    Als mein Mann in die Entgiftung ging, ist diese Fassade in sich zusammengestürzt. Ich habe geheult und lange aufgestaute Gefühle wie Wut, Verzweiflung, Hilflosigkeit kamen an die Oberfläche.
    Am Schlimmsten war für mich, das ich ausgeschlossen wurde. Ich wusste nicht, wie es meinem Mann geht, er wurde behandelt wie ein Kind, durfte nur 1x für 3 min unter Aufsicht mit mir telefonieren und auch dort wurde ihm dazwischen gequatscht und daraus resultierte, dass ich nicht wusste , ob er mich überhaupt sehen will, wie es mit unserer Ehe aussieht, welche Art der Therapie er nach seiner Entlassung machen will, ob das Besprochene überhaupt noch gilt oder ob sie ihn total umkrempeln, da diese Psychiatrie nur eine stationäre LzT akzeptiert und man lieber den Patienten entgiftet und direkt zur Therapie fährt, ohne dass er nochmal nach Hause kommt. Mein Mann hat letzteres abgelehnt und wird am Mi/Do nach Hause kommen.
    Ich habe angefangen, über mein Verhalten während seiner nassen zeit nachzudenken. Ich habe viel gemotzt, geschrien, war ungerecht, unfair, wusste alles besser, habe ihn mit Liebesentzug gestraft und ihm das Gefühl gegeben, dass ich nur mit ihm lebe, weil ich keinen billigeren Babysitter bekomme und ihn nicht liebe....
    Gleichzeitig hat mein Mann für sich reflektiert, wie das Leben an seiner Seite für mich gewesen sein muss und dass er nie wieder trinken will.

    Die Kontaktsperre ist sicherlich angebracht, wenn man einen ebenfalls süchtigen Partner hat, aber für bestehende Beziehungen und vor allem für die Kinder ist es Gift. Man wird so unsicher, ist so alleine, denn in der nassen Zeit musste man alleine funktionieren und jetzt wird man auch noch weggestoßen und ist wieder alleine, während der Partner Hilfe erhält, ja , zeitweise wird man behandelt, als wäre man eine Gefahr für die Trockenheit. ich finde, da ist eine Lücke im System, egal, wie die " Erfahrung" aussehen mag, man muss differenzieren und nicht, wie Diandra sagte, nach einem bestimmten Schema, rehabilitieren.
    Alkoholismus ist eine Familienkrankheit, sie hinterlässt Spuren bei jedem Familienmitglied.
    Mein Mann schämt sich und will alles wieder gut machen
    Ich hatte einen Nervenzusammenbruch, aus Überforderung resultierend und war unfähig, mich um mehr als um den Pizzaservice zu kümmern und mit meinen Kinder zu schmusen und ihnen meine tiefe Traurigkeit zu erklären.
    Meine Kinder sind zutiefst verunsichert, weil der Papa (die Hauptbezugsperson) auf einmal nicht mehr für sie da sein kann, sie leiden unter der Kontaktsperre und sind einfach nicht in der Lage, damit umzugehen. Sie verlieren jegliches Vertrauen in ihre erwachsene Umwelt, sprich die Eltern, weil der Papa sang- und klaglos verschwand (niemand hat uns im Vorfeld über die Sperre aufgeklärt) und die Mama gleichzeitig ein Wrack wurde, dass bei "Guten Morgen" schon in Tränen ausbrach.
    Das wäre alles vermeidbar gewesen!

    Wir haben gestern viel geredet, sind uns einig, dass diese Art der Reha für uns nicht in Frage kommt, weil sie uns entfremdet und wir beide (mein Mann und ich) nicht damit umgehen können, wenn wir nicht gemeinsam für seine Trockenheit arbeiten können.
    Ich habe sämtlichen Alkohol aus der Whg entfernt, heute kommt die letzte Fuhre Leergut dran und die Wein-, Bier-, Sekt-, Cognacgläser werden verschenkt.
    Ich habe ihm Lebensmittel ins Krankenhaus gebracht, natürlich nicht, ohne mir vorher jede Zutatenliste peinlichst genau durchzulesen. Am Sonntag kommen Kosmetika und Medikamente dran und ich habe auch nicht den Eindruck, dass ich auf etwas verzichten muss ( die 2 Gläser Rotwein pro Jahr kann ich mir sparen), sondern dass ich aktiv unterstützen kann. Das tut mir gut und mein Mann fühlt sich verstanden und ernst genommen.

    Ich bin sicher, dass man Beziehungen retten kann, wenn sich beide Mühe geben und wenn man viel miteinander redet. ich habe meinem Mann gestern gesagt, er möge doch bitte mit mir über seine Gefühle reden. Ich kann nicht wissen, was in ihm vorgeht - das muss er mir sagen! Wenn er auf mich sauer ist, ich mich daneben benehme und ihn bevormunde, möge er es mir bitte sagen, denn auch für mich ist alles neu. Umgekehrt selbstverständlich auch, ich sage nun, dass ich küssen oder in den Arm will - ich warte nicht, bis er evtl auf die Idee kommen könnte, denn ich habe begriffen, dass das zu viel verlangt ist.
    Ich brauche das Gefühl, dass er mich liebt, mich in den Arm nimmt und dass ich nicht nur seine Frau, sondern auch seine beste Freundin bin.
    Vertrauen ist ganz wichtig, positive Bestärkung von beiden Seiten, Humor, Liebe und ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
    Man muss nicht perfekt sein, ich will auch nicht, dass mein Mann wie früher wird, denn wie Spedi sagte, das brachte ihn zum trinken.
    Ich möchte, dass mein Mann glücklich und gesund ist und das geht mir über alles - dafür stehe ich ihm zur Seite und habe gestern das allererste Mal mit ihm gesprochen, als er nüchtern war. Ich bin unbändig stolz auf ihn und das habe ich ihm auch gesagt. Auch das erachte ich für wichtig, dass man sich gegenseitig sagt, wenn man glücklich, stolz, zufrieden ist und vor allem - das man sich liebt und es ZUSAMMEN durchsteht, egal was kommt. Nur nicht aufgeben...und wir 6 (die Kinder, mein Mann und ich) bilden eine Einheit, die sich gegenseitig unterstützt und hilft...und es geht nicht um Schuld, sondern darum, diese tödliche Krankheit zu stoppen.

    Wir haben uns vorgenommen, einen Schlussstrich zu ziehen und uns nicht durch schlechte Erfahrungen und Misstrauen zu belasten - wir reden miteinander und zeigen uns so wie wir sind, nicht wie der andere uns gerne haben möchte - und das ist toll !!!!

    Guten Morgen Diandra und allerseits,

    zuerst wollte mein Mann, desinformiert wie er war, eine stationäre Langzeittherapie.
    Dann haben wir uns schlau gemacht, Erfahrungsberichte von betroffenen eingeholt und irgendwann haben wir beide gesagt, dass eine ambulante Langzeittherapie das Beste sei. Das kam so im Gespräch als ich ihm von der Begegnung im Teeladen erzählte und ihm meine Ängste schilderte - da meinte er, dass er die gleichen Ängste hätte und es nur mir recht machen wollte, weil er dachte, ich will ihn weg haben. Mein Mann wollte zuhause sein bei uns und sich nicht noch mehr von mir entfremden. Außerdem hat er seit letzter Woche in Jobangebot. Und für ihn ist es wichtig, dass er seine Frustrationsschwelle langsam erhöht und Erfolgserlebnisse hat, er möchte einfach im Alltag bleiben und nicht nach 6 Monaten nach Hause kommen und viel verpasst haben.

    Wie erwähnt, sollte dies der Weg sein.Eine LzT hat er ab dem 16. bewilligt, die ginge 24 Wochen und ist ca 150 km weg. Er kämpfte um eine ambulante Therapie, aber irgendwie ist da niemand für zuständig.Das war ihm am Ende egal, er wollte entgiften und wenn er zuhause ist, zum Psychologen und freitags zur SHG des Blauen Kreuzes, die nur 2 Häuser weiter ist

    Wie sein Plan jetzt aussieht,weiß ich nicht. Ich habe erwähnt, dass das KH nur LzT befürwortet und dass alles andere "eh nix bringt". Wie mein Mann dazu steht, weiß ich nicht.

    Ich denke nicht, dass es an seiner Hausmannstätigkeit liegt. Er hatte nie eine Trinkpause, er hat immer getrunken und wenn er arbeiten ging, hat er das tagsüber versäumte eben abends nachgeholt. Er hatte durch die Hausmannstätigkeit lediglich seinen Konsum erhöht und er konnte sich selbst eingestehen, dass er krank ist.
    Es ist aber müßig sich darüber Gedanken zu machen.

    Ich weiß, das nach dem Entzug nichts in Ordnung ist, und ich habe Angst vor dieser Situation. Wirklich blanke Angst - das zeigt schon, dass ich mir nicht mehr sicher bin, ob er mich überhaupt sehen will und und und....dabei war am Dienstag alles soweit ok, wir sind zwar nicht das ewig aneinanderhängende Vorzeigeliebespaar, aber ich war mir zumindest sicher, dass er an uns hängt.
    Diese Sicherheit ist komplett weg. Ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll, wenn ich ihm gegenüberstehe am Samstag. Vermutlich mache ich mir zu viele Gedanken und er freut sich einfach....
    Ich gehe am Montag wieder arbeiten, und wie ich das am Mittwoch mache, wenn er entlassen wird, weiß ich noch gar nicht. Soll ich mir frei nehmen oder ihn nach der Arbeit abholen (wir reden hier über einen Radius Wohnung -KH - Büro von 150 km *seufz*) oder soll er mit dem Zug heim?
    Das sind alles Fragen, die sich früher nie gestellt haben. Ich war für ihn da und fertig - umgekehrt genauso....
    Meine Kinder sind super, ich bin umheimlich stolz auf sie. Sie haben mich gestern heulen lassen und stillschweigend die ganze Wohnung gemacht. Meine Große ist mit dem Hund rausgegangen und ich hatte gestern mehr Besuch als in den vergangenen 4 Monaten. Ich weiß gar nicht,warum ich mich so verlassen fühle....Geschämt habe ich mich,weil die Freundin meiner Tochter mich in den Arm nahm und ich mich von einer 14 -jährigen trösten ließ....und weil mir jetzt klar wurde, dass ich meinen Mann vermisse und mich ziemlich gut selbst belogen habe. Irgendwie ist die ganze harte unnahbare Fassade in sich zusammengebrochen- und ich weiß noch nicht, ob ich das gut finden soll...

    Ich hatte mir auch den Plan gemacht, dass ich nun " Herrin der Fernbedienung und des PCs "sei.... ich habe nie gerne ferngesehen und mich nur meinem Mann zuliebe dazugesetzt - meistens hab ich nach 5 min geschlafen...
    Auch das ist nun anders. Ich habe letzte Nacht 5 h und diese Nacht 3 h geschlafen. Jetzt überlege ich natürlich ob ich überhaupt arbeiten gehen soll. Ich war gestern nicht mal in der Lage mir diese blöde Bachblüten Rescue Tropfen Gebrauchsanweisung auf englisch durchzulesen und das auch zu verstehen...... und die Firmensprache ist englisch, weil ich in einem britischen Konzern arbeite....mein Erfolgserlebnis gestern war mein repariertes Bett, die ausgewechselte Glühbirne (ich bin todesmutig auf eine Leiter gestiegen - davor hab ich Angst) und das ich den Dampfreiniger benutzt habe. Ich hab nämlich nicht nur Höhenangst, sondern auch Unwohlsein vor Hitze.

    Diandra, ich habe mir gestern deinen Threat auch noch mal durchgelesen und mir ist aufgefallen, dass wir nahezu die gleiche Wortwahl haben (ok, deine ist strukturierter und nicht so ein Wirrwarr wie meine) und genauso fühlen. Ich habe gestern gedacht, dass ich schlimmstenfalls auf einer 180 qm Whg sitzen bleibe, die ich eh schon alleine finanzierte und somit wird sich auch nichts ändern - schwupp, und schon kam ich mir fies vor...
    Ein Gefühl, als würde ich durchdrehen und wenns mir schon so mies geht, wie mies muss es dann erst meinem Mann gehen :?

    da bin ich wieder.....

    Den Dampfreiniger hab ich gehimmelt, mein Bett habe ich zusammengeschraubt - per Hand,w eil ich diesen dämlichen Aufsatz für den Akkuschrauber nicht gefunden hab und mein Mann hat angerufen...
    Ihm gehts gut, das Zittern blieb aus, er hat vom Schwesternzimmer aus angerufen und die Schwester hat
    a. zugehört
    b. dazwischen gequatscht

    Jedenfalls soll ich ihm essen mitbringen, am Mittwoch kommt er vermutlich heim, und ich habe gesagt, dass ich die Kinder vermutlich nicht mitbringe, weil ich ihnen die Psychiatrie ersparen will. Er meinte, er darf die Station verlassen.
    Dann ging es um die Besuchszeiten und er redete wieder nur mit der Schwester und dann " Du kommst dann um 13 Uhr?!"...ich hatte gar nicht mitbekommen, dass er mit mir sprach und auf Nachfrage sagte ich, dass ich nichts verspreche. Er wollte dann auch nicht so lange telefonieren -ich auch nicht,weil ich zu dem Zeitpunkt wohl mehr eine Belastung als Hilfe war und nun warten wir bis Samstag.
    Die Kinder möchten mit fahren und mir gehts wieder besser....

    Guten Morgen, oder vielmehr Hallo....*uhrguck* weia, ist das spät...

    Danke für die Aufmunterung Diandra, ich musste gestern echt viel an dich denken....
    Irgendwie komm ich mir total belämmert vor.
    Im Verlauf dieser Krankheit stehe ich so oft alleine da und irgendwie ist auch kein Ende in Sicht. Irgendwann musste ich die Aufgaben meines Mannes auch übernehmen, damit das hier funktioniert und bekomme vorgeworfen, er wäre nur so "abgestürzt" weil ich arbeiten gehe und er zuhause bleibt. Das frisst an mir und meinen Nerven. Ich habe gestern ein langes Gespräch mit seinem Bruder gehabt, übrigens das erste überhaupt.....mein Schwager hat mir gesagt, dass es garantiert an der Langeweile liegt, die meinen Mann tagsüber so gefangen hält. Ich habe daraufhin geantwortet, dass mein Mann durchaus genug zu tun hat in einem 6 Personen Haushalt, aber dass ich, wenn ich heimkam, seinen Part auch noch übernehmen durfte, weil er sich einfach um nichts kümmern konnte. Und außerdem seien 4 Mio Menschen ohne Job und nicht jeder würde in die Sucht verfallen - der Alkoholismus muss woanders seinen Ursprung haben.
    Jedenfalls frage ich mich langsam, wo ich bei der ganzen Sache bleibe?! Mein Mann musste sich in der nassen Zeit um nichts kümmern -nicht, dass ich es nicht gewollt hätte, nur hat er es meistens versaubeutelt. Nicht absichtlich, aber trotzdem war das Ergebnis gleich -, im Entzug wird er abgeschirmt, darf zur Ruhe kommen, während ich mir wieder den Hintern aufreißen muss, damit auch ja alles seinen Gang geht. Nach dem Entzug bekommt er alle Unterstützung um gesund zu werden und ich kann sehen, wie ich die letzten Jahre verarbeite - Ich tu mir gerade furchtbar selbst Leid und das ist gut so....
    Ich kann nu echt kein "kneif die Arschbacken zusammen, immerhin ist er krank und du gesund und denk dran, dass es eine tödliche Krankheit ist -also stell dich gefälligst nicht so an !" brauchen, auch wenn s gut gemeint ist und vermutlich auch richtig. Ich komm mir wirklich überfordert vor und zum ersten Mal seit 6 Jahren kullern Tränen....

    Micha, nein, ich hab ehrlich gesagt, beschissen geschlafen, leide unter Schlaflosigkeit und heulendem Elend - und weiß nicht mal warum.....Immerhin sollte es nun aufwärts gehen und ich sollte positiv denken, aber stattdessen überkommt mich so eine Art Endzeitstimmung und ich flenne mich so richtig aus. Soll ja helfen, sagt meine Freundin.... passt aber nicht zu mir, sage ich...
    Und weil es heute eh ein bescheidener Tag ist, habe ich Flöhe bei meinem Hund festgestellt, warte gerade mal wieder auf den einsatzbereiten Dampfreiniger und als ich ins Bad ging, ging mir eine Glühbirne kaputt. Na und? Nu ja, eine Glühbirne von so einer Lampe, wo man erstmal alles abschrauben muss, um an die Birne zu kommen....Bis ich das Werkzeug zusammen hatte.....

    Habe eben besuch bekommen und schreibe nachher weiter

    Danke Ayki *lächel*

    Poh, ich wusste bis heute nicht, wie schwer es ist, Mülltonnen vor die Tür zu stellen *ächz*....lauter solche Kleinigkeiten, die immer mein Mann erledigte...über welchen Kleinkram man plötzlich stolpert *staun*...

    Am Schlimmsten ist momentan die Ungewissheit wie es ihm geht.... hätte ich nicht gedacht, auch dieses "pff, dann zieht er halt aus" war irgendwie ganz schön großkotzig von mir, finde ich mittlerweile..... :roll:

    Hallo Elke

    Willkommen hier im Forum!

    Ich kann dich sehr gut verstehen, mein Mann ist Alkoholiker und heute zur Entgiftung gegangen.

    Du kannst nur mit deiner Freundin reden, wenn sie nüchtern ist. Wann ist sie das?
    Es ist immer schwierig, gerade weil man sich "nicht reinhängen" will. Ist klar und das ihr Freund dich nicht anspricht, ist auch logo.
    Vielleicht schämt er sich oder hat einfach (noch) nicht genug Vertrauen zu dir und muss erstmal für sich sondieren, wie er mit der Situation umgehen kann.
    Es ist bestimmt nicht einfach für ihn.

    Stell dich darauf ein, dass es sehr lange dauern kann bis sie anfängt auch nur über deine Bedenken nachzudenken.
    Ich wünsche dir viel Kraft.

    LG
    Heike

    Uff, ich bin wieder zuhause und muss sagen....WOUW!

    Ehrlich gesagt, das KH an sich scheint spitze zu sein, wenn man eine Blinddarm OP oder einen Beinbruch auskuriert......
    Wir kamen auf Station und da war dann eine Schwester, die mit meinem Mann so redete, wie wir beide im allgemeinen mit unserem Sohn kommunizieren, wenn er partout nicht einsehen will, dass er ins Bett soll....auch das ist mittlerweile 4 Jahre her :?
    Mein Mann liegt auf der Psychiatrie und wurde dann auf sein Zimmer geführt. Nun ja, nette Einrichtung, wenn da nicht dieser arrogante Pfleger gewesen wäre, der in herablassendem Ton

    "Haben Sie einen Langzeittherapieplatz? Falls nicht, werden Sie gar nicht aufgenommen!", sagte. Mein Mann antwortete, dass er noch nicht genau wüsste, wie es nach der Entgiftung ablaufen würde, er gerne eine ambulante Therapie machen würde, die sofort mit "Davon halten wir nichts, weils nichts bringt!" boykottiert wurde. Mein Mann sagte kleinlaut, dass er ab dem ^16. einen LZ Platz in einer Klinik hätte - das wurde mit einem "hab ich doch gleich gesagt" Kopfnicken zur Kenntnis genommen.
    Der Pfleger hatte sich bis dorthin weder vorgestellt, noch gab es ein Aufnahmegespräch, wohlgemerkt, das lief innerhalb der ersten 3 min ab. Ich wurde dann missbilligend gemustert und " Herr L., Sie haben 3 Tage Kontaktsperre. Es steht Ihnen ein Telefonat zu und ansonsten nichts und jetzt gehen Sie sich erstmal anmelden!"

    Ich glaube, ich hatte schon rote Flecken im Gesicht vor unterdrückter Ironie. Wütend war ich nicht, dazu war ich viel zu geschockt. Der Chefarzt hat sich kurz vorgestellt und ist mir sehr sympathisch, meinem Mann auch.
    Mit unterlief ein Fehler, nämlich, dass ich mir laut Sorgen machte, wie ich den Kindern erklären soll, dass sie 3 Tage nichts von ihrem Papa hören...

    :oops:

    Jedenfalls hab ich ein sehr mulmiges Gefühl im Bauch und muss ehrlich sagen, dass es mich nicht wundern würde, wenn sie meinen Mann dort komplett einschüchtern und er dann nur noch auf Therapeuten hört und nicht mehr auf das, was ER eigentlich will......aber ich habs geschafft, meine Tränen vor ihm und den Kindern zu verbergen.... wenigstens etwas...

    Danke für den Beistand, Micha...ich denke schon, dass es ihm sehr ernst ist, das zeigte mir sein Einlenken bei der verbalen Ablehnung der ambulanten Therapie. Ihm gehts ums entgiften und dann will er da schnellstens raus. Kann ich sehr gut nachempfinden,mir war/ist auch sehr unwohl, vermutlich weils neu ist und weil bestimmt wird und nicht erklärt. Es gibt dort bei diesem Pfleger wohl nur schwarz oder weiß, sonst nichts.
    Ich würde nur zu gern wissen, warum man die Patienten wie Entmündigte behandelt und warum die Kontaktsperre? Nicht förderlich für die Familienzusammenführung, oder? :roll:

    Viele Grüße
    Heike

    Liebe Meni

    Also, was das Zigaretten rauchen angeht, kann ich mitreden. Ich habe vor etwas mehr als 1 Jahr aufgehört und zwar mit Schluß und weg.
    Mein Mann hat (heute auch noch) fröhlich weiter gequalmt und fühlte sich auch durch mein nicht rauchen belästigt.
    Seit ein paar Wochen raucht er nur noch im Flur und meint immer noch, dass ich mich "anstelle" um ihm seine Zigaretten zu vermiesen.
    Nein, tu ich nicht - mir machts keinen Spaß, dass ich anfange zu husten und dass es stinkt. Nun ja, wenn er heute ins KH geht, wird er auch nur draußen rauchen dürfen und es dann besser riechen. Im Übrigen passen Alkohol und Zigaretten sehr gut zusammen und einige Nichtmehrraucher haben festgestellt, dass sie nun mehr Alkohol vertragen als zu Rauchzeiten und sind dementsprechend gewarnt. Auch das Verlangen nach einer Zigarette ist bei einem Glas Alkohol nicht weit.
    Zur Methode in eurer Wochenzeitung:
    na ja.... erfahrungsgemäß bringt das ausschleichen gar nichts, weil sich der Konsum dann doch irgendwie wieder anpasst. Das ist wie trinken. Kontrolle gibt es nicht und nur hopp oder topp zählt.
    Beim rauchen ist es ähnlich wie beim trinken. Ich habe hier gelesen, dass einige den Alkoholgeruch nicht mehr ertragen können und sich ekeln.
    Ist mit Zigarettenrauch das Gleiche.
    Sowieso funktionieren beide Süchte auf die gleiche Art, denn sie dämpfen Gefühle ("Poh, gehts mir mies, ich rauch/trink erst mal eine." ) und wirken direkt auf das Belohnungssystem des Hirns. Es werden auch Nervenzellen sensibilisiert und irgendwie sterben diese Nikotinzellen nie ab. Man kann, wie beim Alkoholismus sagen: Einmal Raucher, immer Raucher und auch nach Jahren kann dich das Verlangen packen....ich bekomme das nicht mehr richtig zusammen, aber wenn du magst, sende ich dir den Link wie Sucht funktioniert.
    Eins kann ich dir aber mit Sicherheit sagen: Der eigene Wille zählt und die Zeit arbeitet für dich.
    Alles Liebe
    Heike

    Ein frohes Neues Jahr allen :D


    So, heute ist der Tag der Tage und ich fühl mich seit gestern kribbelig.
    Mein Mann muss um 10 Uhr auf Station sein.

    Eigentlich geht es ihm gut, er freut sich einerseits, andererseits hat er Angst. Er hat gestern um 14 Uhr angefangen zu trinken und bis 22:30 nicht mehr aufgehört. Sein Biervorrat (9 Flaschen à 0,5 ltr) reichte nicht und er "musste" noch eine Flasche Sekt trinken. "Den Sekt musst du nicht wegschütten, ich trink den, weil mein Bier nicht reicht. Ich habe Silvester nicht einberechnet!"
    :shock: Obwohl ich das kenne, bin ich doch geschockt. Wann lerne ich das endlich?! Sauer hat mich die Sauferei auch gemacht. Als ob es eine Strafe wäre, nie wieder Alkohol zu trinken.....*grmpf*....beim runterkippen der einzelnen Flaschen kommt dann der Spruch " Ich muss nichts mehr trinken, so muss ich das sehen!" und " Mal sehen, wie die Nachtschwester so ist!"
    *hmpf*...ich antworte darauf überhaupt nicht, aber merke doch wie ich immer mehr verkrampfe, sobald er an den Kühlschrank geht...
    Ich konnte nicht mal mit dem Hund raus, weil sie so Angst vor der Böllerei hat. Furchtbar, nicht mal Rescue Tropfen haben geholfen, ich glaube nächstes Jahr muss ich sie in Narkose legen lassen :roll:

    Die Kinder wollen heute morgen geweckt werden, damit sie noch "tschüß" sagen können. Und ich bin gespannt, in welcher unpassenden Flapsigkeit sich sein Unbehagen heute äußert. Ab dann kann ich mich ja abgrenzen, wenn ich will und muss nicht zusehen....ob das allerdings eine Erholung wird, wage ich zu bezweifeln, aber ich habe genauso Angst vor dem Unbekannten wie mein Mann.
    Also ist mit der Fahrt zur Entgiftung eben nicht alles wunderbar wie man es sich als Angehöriger so einredet........."Wenn er erstmal, aber DANN......"
    Ich habe meine Zweifel :roll:

    *lach* Tschuldige, aber ich musste bei deinem empörten Wutausbruch doch lachen.....Recht haste!

    Ich wünsche dir ein gutes Neues Jahr mit viel innerer Gelassenheit, Mut und Stärke deinen Weg weiterhin zu gehen!

    Jede umschiffte Klippe macht dich stärker für die nächste....

    Alles Liebe im neuen Jahr und viel Zufriedenheit wünsche ich dir....


    Liebe Grüße
    Heike

    PS: Meine Hochachtung, du hast diese Situation souverän gemeistert und Zweifel, Angst vor dem Unbekannten, sind völlig normal -für jeden!

    Hallo Ayki,

    Ja, genau so hab ich das auch immer gemacht. Und durfte mir dann anhören, dass ich eh nie was trinke und immer dann, wenn wir weggehen wollen, DANN muss ich ihn ums Vergnügen bringen und was trinken. Hat ihn aber nie weiter gestört, denn er hat trotzdem getrunken......Immer, wenn ich angeheitert (nicht stockbesoffen) war, wurde er sauer und hat mich nicht beachtet. Schon komisch, ne?!
    Seit 2 Jahren behauptet er, abends nicht mehr fahren zu können, weil er nichts sieht. Ich habe ihm vorgestern gesagt, dass er im Februar zum Augenarzt geht, damit er Hilfe bekommt, denn diese Ausrede ließe ich ab Januar nicht mehr gelten.....momentan ist es mir auch egal, obs eine Ausrede ist oder nicht....
    Mein Mann fängt mittlerweile um spätestens 14 Uhr an, trinkt dann noch 1-2 Kaffee und dann gehts weiter bis er schlafen geht. Gestern abend habe ich ihm um 22 Uhr nur einen Kuss auf die Wange gegeben und ein spöttisches Grinsen erhalten..."Stinkt eben", hab ich gesagt...er: "mach dich vom Acker!" ich:" So redest du nicht mit mir!" und hab ihn stehen lassen.
    Beim Monopoly spielen mit den Kindern hat er irgendwann auch angefangen rumzumotzen (obwohl er trank) und ich bin dazwischen - was bin ich froh, wenn er in 2 Tagen weg ist.
    Dann kann ich endlich mal aufatmen - es reicht langsam und wenn er wider Erwarten nicht ins Krankenhaus geht, pack ich ihm trotzdem seinen Koffer - so wie es jetzt ist, will ich das nicht mehr.
    Von meinem Vater konnte ich mir anhören, dass er nur trinkt, weil ich arbeiten gehe und er zuhause bleiben müsse. Mein Einwand, dass mein Mann sich nie um Arbeit bemüht hatte, ließ mein Vater nicht gelten - und ich könne ihn nicht verlassen, das würde alles nur noch schlimmer machen. Toll, die Familie meines Mannes will es auch nicht wahrhaben und so langsam stinkt mir das *grmpf*
    Ich denke, ich mache mir was vor, wenn ich meine, dass es nach der Entgiftung besser wird. Mal sehen, aber zur Zeit will ich ihn nur noch hier weg haben - egal, ob ich dadurch mehr Arbeit habe und am dem 8. organisieren muss, weil ich wieder arbeiten gehe.

    In dem Sinne, ein frohes neues Jahr allen!

    au weia.....

    Petra, wie gehts dir denn jetzt?
    Tut mir wirklich leid, dass es so gekommen ist, aber wahrscheinlich ist es besser für dich!
    Du hast nichts von einem Mann, der sich nicht um dich kümmert, wenns dir schlecht geht und der dich immer noch mehr belastet .....ich denke, wenn du die Beziehung beendest und es wirklich durchziehst (ich weiß, wie schwer es ist), dann wird es dir sehr viel besser gehen.

    Ein frohes Neues Jahr - es kann nur besser werden, denk dran!

    Guckguck,

    noch 48 Stunden - mehr oder weniger, wer wird denn so genau sein - im alten Jahr.....dann kommt das Neue *freu*...
    Unser Baum steht immer noch, Katze kratzt an der Krippe rum, Hund findet Leckerlis unter dem Katzenkratzbaum (??) und dieses Silvester gibt es -endlich- mal keine Böllerei. Ich konnte meine Lieben davon überzeugen, dass Tischfeuerwerk und Bleigießen viel entspannter ist.....nachts ist eh saukalt draußen...

    Wie gehts euch denn? Alles prima oder besser? Viren rausgeekelt? Oder kreiert ihr schon wieder neue?

    Guten Rutsch ins neue (und viel bessere!!) Jahr...*knuddel*