Hallo zusammen,
jetzt ist schon wieder eine so lange Zeit vergangen, die Zeit fliegt förmlich…
geht es jemandem ähnlich? Ich bin immer noch trocken, war die letzten Jahre so voller Motivation und Hoffnung auf ein „neues“ Leben, der Kontakt zu meinen Eltern ist immer noch beendet.
Mittlerweile ist es Normalzustand für mich, ich trinke halt nicht. Aber ich frage mich immer öfter, war es das wert? Ich habe wirklich alles verloren, einfach weil ich entschieden habe nicht mehr trinken zu wollen (müssen). Der Kontakt zu anderen Menschen ist immer noch nur oberflächlich, zum Großteil strengen mich andere einfach an, Hobbys oder ein Ziel habe ich immer nur kurz, bevor ich wieder das Interesse verliere. Und so laufe ich quasi wie ein Roboter durch mein Leben und frage mich immer öfter, ob es anderen auch so geht?
Es fühlt sich an, als würde ich nach einem Ersatz für den „Kick“ suchen, der Moment, den ich hatte, wenn ich was getrunken habe… kurz bevor es dann nicht mehr witzig war. Einfach dieser kleine Moment in dem der Schalter umgelegt wurde und mir alles so einfach fiel. Im Grunde war mir alles egal, aber deswegen war es auch einfach.
Als hätte ich 2 Leben, mein altes und das jetzige. Und als müsste ich mich immer noch entscheiden… obwohl ich für mich viel verändert und erreicht habe die letzen Jahre, kommt es mir im Vergleich zu dem was ich jetzt nicht mehr habe plötzlich so banal und unwichtig vor.
Vielleicht habe ich auf das falsche Pferd gesetzt, habe so viel geändert an meiner privaten, beruflichen und finanziellen Situation, und auch an meiner Fitness. (Dank der Trockenheit).
Aber nur oberflächlich, nicht an den zwischenmenschlichen Beziehungen, an den Ursachen hat sich nichts geändert. Und jetzt denke ich dass ich zu alt bin, um nochmal alles umzuschmeißen.
Ich habe mich schon immer „nicht zugehörig“ gefühlt, als wäre irgendwas an mir komisch und merkwürdig und alle sehen es, nur ich nicht. Das war auch ein starker Grund für meinen Konsum. Ich habe (gefühlt, nicht wirklich) dazu gehört, als ich noch getrunken habe…
Komisch und nicht zugehörig fühle ich mich immer noch, und das ich nicht trinke, macht mich mittlerweile NOCH merkwürdiger.
Kann es wirklich sein, dass es die FALSCHE Entscheidung war, mit dem trinken aufzuhören?
Das soll nicht falsch verstanden werden, ich habe nicht vergessen was der Alkohol aus anderen und mir gemacht hat, ich habe auch überhaupt nicht das Bedürfnis danach zu trinken.
Ich frage mich zur Zeit nur, was ich jetzt mit der Erkenntnis mache, dass das Leben ohne Drogen wohl auch nicht besser ist. Oder mein Weg doch nicht so besonders ist, wie ich dachte? Bzw. wie müsste es sein, dass es für mich gut ist? Wenn ich ja eigentlich nichts anderes kenne, als betrunken sein… und dann die kurzen Jahre, in denen ich regelrecht euphorisch war, um jetzt wieder in der Realität gelandet zu sein.
Zwar nüchtern, aber irgendwie immer noch verloren.