Hallo zusammen, hallo mexico,
Kann man denn „vorhaben“ mit einem Alkoholiker zusammen zu leben? Also ich persönlich hatte das nicht vor, vieles ist einfach so passiert. Als ich ihn kennen gelernt habe war er gerade neun Monate trocken, ich habe das erst danach erfahren.
Ich kenne die Ängste, die viele hier beschreiben auch schon sehr gut. Wenn man normal einkaufen ist und zurück kommt…
Ich muss sagen, dass ich momentan sehr froh bin dass wir nicht zusammen leben. Er hat keine eigene Wohnung momentan, aber er ist in der zur Zeit oft nicht hier. Ganz einfach, weil ich ihm auch gesagt habe dass hier trinken keine Option ist. Ich habe mal versucht nach den verschiedenen Trinkverhalten zu unterscheiden, aber das gelingt mir nicht. Er ist auf jeden Fall jemand der dann anfängt, nach dem späten aufstehen, wenn der Kopf das diktiert oder der Körper, und sich dann auch nicht mehr vom Platz bewegt… ganz selten dass man zwischendrin mal raus kann. Er nimmt dann auch gar nicht am Alltag Teil, ist für sich, in einem anderen Raum,
nicht neben mir auf der Couch. Einmal angefangen und nicht mehr aufgehört. Eigentlich bin ich ganz froh darüber, denn das macht es einfacher für mich. Das akzeptiere ich nicht, und ich möchte dann auch nicht mich zu ihm setzen und dort Zeit mit verbringen. Macht es einfacher, weil es da quasi eine klare Trennung gibt-
Hier eben nicht mehr trinken. Hat eh keiner was davon.
Momentan haben wir die letzten Tage nur sporadisch Kontakt. Er hat wieder einen Entzug mit Tabletten gemacht und wir hatten eine Diskussion die ihn fast zum überkochen gebracht hat- dann besser nicht sehen.
Er hat in der Weile noch mal einen Platz für eine Entgiftung in der Klinik gesucht, aber die hatten alle vier Wochen Vorlaufzeit- zumindest die, in denen „er es sich vorstellen kann“- keine Option vier Wochen darauf zu warten. Ich hatte noch die Idee dass es ja nicht hier in der Nähe sein muss, aber irgendwie…
Die Wartezeit auf die Langzeittherapie ist auch sehr lang.
Ich denke, dass es mehrere Möglichkeiten gäbe, trotzdem, aber er dreht es sich schon so wie ich es für ihn am günstigsten ist… aus der Erfahrung heraus und weil er sich damit schön rausredet.
Er sagt immer, dass das ja alles von ihm kommen muss. Das stimmt auch. Aber bestimmt war auch die ein oder andere Situation einfach nur eine Ausrede um weiter zu trinken.
Ohne psychologische Betreuung geht bei ihm gar nicht. Wenn er in der Früh mit dem Gedanken aufwacht … zittert er schon.