Beiträge von Mili

    Hallo Speranza

    Lieben Dank für deine Worte!

    Ich kann eigentlich nur wiederholen was ich Lea oben schon geschrieben habe. Ich sehe schon auch was durch seinen Suff da läuft und schaue auch auf mich, aber ich möchte einfach mal seine Entgiftung und Reha abwarten und sehen wie er dann ist.

    Denn ich kenne auch die andere schönere Seite von ihm, wenn er nicht angetrunken war. Als es ihm auch gesundheitlich noch besser ging. Ich möchte einfach wissen, ob und wieviel von diesem meinem Mann noch existiert. Ich sehe mich noch als seine Frau, auch wenn der ver*******

    Alkohol gerade im Mittelpunkt unseres Ehelebens steht. Diese Gewissheit muss ich erst haben. Alles andere ist mir einfach zu früh, das weiß ich inzwischen für mich.

    LG Mili

    Liebe Lea

    Doch, das mit der psychischen Gewalt sehe ich genauso. Aber da er wirklich vor der Entgiftung mit anschließender Reha steht, ist es für mich einfach nicht der Zeitpunkt zu gehen oder ihm sonst Druck zu machen.

    Psychische Gewalt kenne ich auch aus meiner Kindheit (lieblose Mutter und Schulheim) und das habe ich auch therapeutisch verarbeitet. Ja, Narben hat das freilich hinterlassen, aber das passiert auch wenn ich mit jemanden ungewollt plötzlich in Streit gerate. Das kriege ich auch nicht mehr weg, aber ich lerne damit umzugehen. Ich könnte ihn also verlassen und käme dennoch immer wieder innerlich in solche Situationen. Was ja auch immer der Fall war bei mir. Sei es in der Familie, am Arbeitsplatz oder bei Freundschaften welche alle nie gehalten haben. Das kann ja also nicht einfach nur an allen anderen liegen. Sobald ich mit jemandem in Konflikt gerade, löst es das in mir aus. Wie gesagt, therapiert bin ich über Jahre, aber heilend verschwinden wird es nie. Ich lebe auch schon viel besser damit, weil ich auch in diesen schlecht aushaltbaren Momenten, Stunden, selten auch Tagen inzwischen WEISS, dass dieser das dieser unangenehme Zustand wieder weggeht, und jetzt nicht einfach für immer bleibt. Diese Denkstrategie konnte ich aus der Therapie mitnehmen, und für mich ist sie äußerst hilfreich.

    Ich bagatelisiere damit überhaupt nicht das Suffverhalten meines Mannes, aber das Problem habe ich auch mit Nichtsüchtigen. Da müsste ich schon alleine mit Hund in einer Almhütte leben, um dem ganz zu entgehen. Aber für immer wäre das wahrscheinlich auch nichts für mich.

    Deshalb warte ich jetzt mal seine Entgiftung und Reha ab. Allerdings bin ich schon sehr wachsam währenddessen wie es mir geht. Grundsätzlich ausgeliefert bin ich ihm nicht, nur FÜHLE ich mich so, wenn sein Pegel hoch genug ist. Aber auch da sind es bloß noch ein paar Momente und dann kann ich mich wieder etwas davon distanzieren. Wie gesagt, ich will hier nichts herunterspielen, aber es handelt sich um Situationen und nicht um Dauerzustände. Und in denen bin ich inzwischen sehr wachsam, denn ich erkenne sie meist sofort und kann sie für mich auch gleich zuordnen. Natürlich sind deshalb nicht angehnem, aber Angst machen sie mir immer weniger. Und diese Fortschritt stärkt mich dann auch wieder innerlich.

    Vielleicht klingt das allgemein nach sich etwas vormachen, aber ich bin der Meinung, dass ich durchaus genau hinschaue was da gerade mit uns abläuft. Und halt erstmal abwarte und dann entscheide, wenn ich wieder entspannt bin. Früher wurde ich panisch (allgm. bei jedem Konflikt und egal mit wem). Ausmachen tut es mir noch immer was, aber ich renne nicht mehr gleich hin und will verzweifelt alles klären. Ich lasse es ruhig einmal einfach beim anderem liegen. Muss mir schließlich nicht jeden Schuh anziehen.

    LG Mili

    Liebe Lea

    Danke für deine Antwort. Mein Mann ist zum Glück nicht gewalttätig und beschimpfen tut er mich auch nicht. Er fängt dann halt manchmal ab einem gewissen Pegel einfach das nerven an. Und manchmal hört er dann auf mit seiner Leier, wenn ich ihn wütend anfahre und manchmal (wenn der Pegel schon noch etwas höher ist,) geht ihm das völlig am A**** vorbei und es kommt noch schnell ein richtig fieser Spruch und er verzieht sich beleidigt wieder.

    Bei Gewalt wäre auch bei sofort Schluß!

    LG Mili

    Liebe Aurora

    Nein, das war überhaupt nicht zuviel, was du geschrieben hast. Ich selber werde meist auch lang und viel hier beim Schreiben - es kommt dann einfach so viel hoch, wenn ich Mal anfange. Ich habe mich die ganze Zeit niemandem anvertraut, weil ich immer noch nicht die Hoffnung für ihn aufgegeben habe und nicht will, daß er vielleicht untendurch sein könnte, wenn meine Familie wüßte, wie er so ist, wenn er gesoffen hat. Für meine Familie (die 700 km von mir entfernt wohnt)

    ist Alkoholismus auch keine Krankheit, sondern eine Sucht, die man überwinden muß (zur Not eben durch Entzug im Krankenhaus). Sie hatten selber Alkoholprobleme, aber eben wie ich, ohne körperliche Abhängigkeit. Mehr so als "Charakterschwäche".

    So empfand ich es übrigens auch damals bei mir. Ich habe immer sehr aufgepasst, ja nicht körperlich abhängig zu werden, habe aber dennoch viele Probleme durch mein regelmäßiges Wochenendefeiern gehabt (zweimal Führerscheinsentzug, keine wirklichen Partnerschaften, eine zwar,aber der hat selber getrunken und natürlich chronisch pleite und schließlich sogar verschuldet, was ich heute zum Glück nicht mehr bin).

    Ich selber muß mir auch immer wieder klarmachen, daß mein Mann inzwischen krank und nicht mehr einfach nur willenschwach ist. Das gelingt mir nicht immer, vor allem dann fällt es mir gerade besonders schwer, wenn er sich blöd (lächerlich, peinlich bis hin zu gemein d.h. verbal gemein, hämisch etc.) verhält. Zum Glück sind das dann "nur" ein paar Sätze und die sind meist so bekloppt, dass ich nicht mehr jedes Mal darauf reinfalle und mich mit ihm rum streite, was er zweifelsohne in dem Moment wohl einfach will. Doch nachklingen tun sie dennoch am nächsten Morgen in mir. In der Zwischenzeit habe ich allerdings schon besser gelernt, mich dann auf etwas anderes zu konzentrieren. Das ärgert mich auch, der ganze Kraftaufwand nur um einigermaßen "normal" Leben zu können, mit seiner Alkoholsucht. Aber noch schaffe ich es, irgendwie. Hier zu sein, hilft mir sehr dabei.

    Siehst du, jetzt bin ich auch schon wieder lang und viel geworden.

    LG Mili

    Hallo Loewenzahnkind

    Danke für deine Worte. Mein Vater war auch dem Alkohol zugeneigt. Allerdings haben sich meine Eltern scheiden lassen, da war ich vier Jahre alt. Ich habe das also nicht so mit bekommen. Ich kann mich bloß an einen Vorfall erinnern, da ging spät abends im Flur bei einem Streit eine kleine Stehlampe zu Bruch und ich weinte, als ich es mitbekam, weil ich nicht wusste was passiert war. Sowas hab es sonst nicht. Mein Vater kam dann rein an mein Bett und hat mich beruhigt. Allerdings fand ich, dass er mich dabei die ganze Zeit so merkwürdig angesehen hat (betrunken eben, und seltsamerweise wußte ich das auch, obwohl ich mit vier Jahren noch nichts von Alkohol und seiner Wirkung wusste). Das war das erste Mal das ich ihn stark angetrunken und so überlieb erlebt hatte. Dieses unwohle Gefühl habe ich auch heute zutage bei meinem Mann, wenn er in diesem für mich unerreichbaren Zustand ist. Dieses blöde Alkohollächeln und diese übertrieben "liebe" (einschmeichelnde) Stimme dabei. In diesen Momenten muß ich dann auch mit Respektlosigkeit, Beleidigungen und verbalen Verletzungen rechnen. Eins zwei fiese Unterstellungen und dann kommt er wieder, als ob nichts gewesen wäre. Da wird mir immer gleich schlecht dabei, in mir zieht sich alles zusammen und mir werden die Kniee total weich. Ich verstehe bis heute nicht, warum ich darauf so reagiere, und es ist in dem Moment eine echte Qual. Ich fühle mich dem Betrunkenen dann total ausgeliefert, bis er wieder in den Zustand kommt, wo er wieder so etwas wie zugänglich wird.

    Natürlich bin ich auch sauer deswegen auf mich, daß meine Gefühle und somit mein Wohlbefinden so von einem Besoffenen zu beeinflussen sind. Anfangs habe ich geweint und ihn gebeten er soll nicht sowas zu mir sagen. Heute reagiere ich äußerlich kaum noch darauf (innerlich aber nach wie vor wie oben beschrieben) und warte, bis seine Stimmung wieder umschlägt. Was dann etwa meist so nach einer halben Stunde ungefähr auch wieder geschieht. Weh tut es mir dann aber noch tags darauf.

    LG Mili

    Hallo Mama

    Danke für deine Antwort. Ja, ist wirklich eine ähnliche Situation, allerdings ist mein Mann schon einsichtig und sagt selber von sich daß er Alkoholiker ist. Nur denkt er über die zeitliche Dringlichkeit etwas anders als ich. Er sei ja dran, was auch stimmt, allerdings wartet er natürlich nicht so ungeduldig auf seinen Reha-Aufenthalt wie ich.

    Wir haben unser Haus gekauft, mit der festen Absicht hier zusammen unser Leben zu verbringen und immer wieder etwas am Haus zu machen. Ich habe viel Arbeit, Zeit und Herzblut in unseren Garten investiert. Da ist man dann schon selber damit verwurzelt. Er hat das Haus am Anfang (vor 7 Jahren) wo wir es hatten selber neu gestrichen. Da war er noch besser beinander. Jetzt mäht er nur noch mit Mühe (und nur mit einem bestimmten Alkoholpegel) den Rasen und trimmert dann noch etwas herum. Ansonsten macht er zur Zeit gar nichts mehr, er kommt einfach nicht mehr in die Gänge. Nun bin ich natürlich mit der Gartenarbeit hinterher und dafür schäme ich mich schon, wenn ich all die gepflegten Gärten und Häuser um mich herum sehe. Der viele Regen dieses Jahr ist auch nicht gerade hilfreich, sondern lässt die ganzen Sträucher und Büsche wachsen wie verrückt. Und wer macht schon bei Regen wenn alles nass ist Gartenarbeit. Meine Nachbarn richten sich nach dem Wetter wann sie ihre Gartenarbeiten erledigen, mein Mann richtet sich nach seinem Gesundheitszustand und seiner Lust und Laune.

    Auch wenn ich das nicht richtig von ihm finde, schreibe ich dennoch nicht gerne schlecht über ihn. Da er ja bei der Reha angemeldet ist. Völlig hat er sich noch nicht aufgegeben. Es sammelt sich halt nur viel an und das ist mir etwas über den Kopf gewachsen (wortwörtlich was der Garten angeht, dieses Jahr). Letztes Jahr konnte ich es in vielen kleinen Schritten erledigen, dieses Jahr musste ich an dem wenigen sonnigen, und vor allem trockenen Tag die wir hatten, immer gleich alles auf einmal erledigen. Das habe ich dieses Jahr nicht so gut geschafft und so schäme ich mich eben etwas. Mein Mann nicht, er sagt das ginge niemanden etwas an. Das stimmt zwar grundsätzlich, aber ich fühle mich doch lächerlich gemacht von seiner Sauferei und das macht mich dann auch wieder so wütend auf ihn. Denn wir haben alles und er lässt es einfach verkommen.

    Dennoch mache ich erst einmal weiter mit uns. Das kann es einfach noch nicht gewesen sein.

    Ich wünsche dir aufrichtig einen Neuanfang. Vielleicht motiviert das Haus und der Garten deinen Mann ja dauerhaft. Meiner ist da halt eher von der bequemeren Sorte.

    LG Mili

    Hallo Aurora

    Ich schäme mich irgendwie, das jetzt so zu schreiben, aber es geht mir auch um mein Zuhause und meine beiden großen Hunde. Ich hänge an ihnen und an unserem Haus und dem großen Garten. Ich bin nicht bereit das alles zu verlieren wegen seiner Sauferei. Ich fühle mich hier nämlich total zuhause und angekommen und sehe nicht ein, mir das kapputt machen zu lassen.

    Ich habe also durchaus auch egoistische Gründe für mein Bleibenwollen und das kann man nicht gerade selbstlos nennen. Andererseits gibt mir das auch Kraft, mich nicht mehr völlig in seiner Alkoholsucht zu verlieren. Wenn ich ihn schon nicht retten kann, dann wenigstens unser Zuhause. So ungefähr der Gedanke.

    Ich schäme mich wirklich gerade etwas dafür, dass es mir nicht nur um ihn geht, aber ich will ehrlich hier sein. Denn ich möchte ja auch gerne wissen wie andere sich motivieren und was so ihre Gründe für ihr Durchhalten sind oder waren. Jetzt fühle ich mich nämlich gerade so, als sei ich selbst Schuld, daß ich unter seiner Trinkerei leiden muß, weil er sich so gehen lässt. Ich könnte ja gehen, aber ich will nicht. Also verdiene ich auch kein Mitgefühl für mein Leid und brauche gar nicht rum jammern oder selbstmitleidig zu sein. Schließlich haben wir ja keine Kinder, wegen denen ich aus Rücksicht ihnen nicht den Vater zu nehmen, bleiben soll. Sondern "nur" Hunde und Haus. Und da fühle ich mich doch gleich wieder oberflächlich und materialistisch. So sind meine Gefühle und ich weiß nicht mehr, was ich von ihnen halten soll. Dafür schäme ich mich natürlich auch. Überhaupt ist Scham ein Thema geworden. Liegt wohl daran daß ich mich für seine Sauferei schäme und ich ihn nicht bloß stellen will, weil ich trotz allem immer noch Hoffnung habe.

    Tut mir leid, daß klingt alles bestimmt blöd, aber ich weiß nicht wie ich es anders (vernünftiger?) schreiben soll.

    LG Mili

    Hallo Aurora

    Vielen Dank für deine tröstenden Worte. Tut mir auch leid für dich, das mit deinem ersten Mann. Wenn man so eine lange Zeit wie du alles für jemanden gibt und es dann schlussendlich doch beenden muß, finde ich das schon ganz hart.

    Auch wenn ich weiß, daß es keine Erfolgsgarantie gibt, hoffe ich mit dennoch auch Bangen jetzt erst einmal auf die anstehende Reha von ihm.

    Ich wollte mich soeben nochmal (ich hatte schon eine Bewerbung dort geschrieben und abgeschickt, doch da hatte ich plötzlich keine Internetverbindung mehr und der ganze lange Text ging einfach verloren) auf dem von Dir gesandten Forum oben bewerben, aber es hieß dann ich hätte keinen Zugriff.

    Weißt du was ich da machen soll?

    LG Mili

    Hallo Morgenrot

    Ich wollte nur noch ergänzen, dass der Arzt, der meinem Mann die Schmerzmittel verschreibt, sein Hausarzt ist und natürlich von seiner Alkoholsucht weiß und auch den Bericht für die Aufnahme in die Suchtklinik geschrieben hat. Ich habe das vorhin in meiner Aufregung etwas missverständlich geschrieben.

    LG Mili

    Hallo Morgenrot

    Ah, ich wollte mein Mann hätte es auch schon verstanden! Er geht wie schon gesagt bloß aus gesundheitlichen Gründen und weil er sonst wohl seine Arbeit verliert (wo er schon 2,5 Jahre krank geschrieben ist). Also hat er auch Druck von außen, was ihn anscheinend doch (noch) etwas beeindruckt.

    Ja, es ist eine Klinik für Alkoholkranke, also kommt das Thema zum Glück schon mal auf den Tisch. Allerdings weiß ich nicht, ob er sich auch seine Schmerzmittel "nehmen" lässt, welche leider nicht ganz ohne sind. Die bringen ihn nämlich hoch, wenn er doch Mal einen Termin wahrnehmen muss. Aber auch sonst. Er nimmt drei mal täglich eine, daneben noch Bluthochdruckmittel und Wassertabletten. Er geht zu zwei verschiedenen Ärzten (der eine für Wasser-und Bluthochdruckmittel, der andere für Schmerzmittel für mittelstarke bis starke Schmerzen). Natürlich wissen beide nichts voneinander. Ich fühle mich gerade zutiefst schuldig dass ich ihn das machen lasse, aber wenn ich ihn verpfeifen würde, dann würde er mir das nicht verzeihen und ich verliere ihn endgültig an seine Süchte. Das ist mein großes Dilemma, da heißt es immer man kann nichts tun als Angehörige und dennoch gebe ich deshalb mir die Schuld, dass er so weitermacht. Natürlich habe ich ihm immer und immer wieder gesagt, wie gefährlich das mit den ganzen Medikamenten und dem vielen Alkohol ist, aber er sagt dann immer bloß, daß er das selber wisse und ja dran sei, was zu ändern. Was soll ich darauf denn noch sagen.. überhaupt läuft jedes Gespräch darüber nur noch ins Leere. Er kann es schon nicht mehr hören und ich habe es inzwischen aufgegeben, diesbezüglich zu ihm durchdringen zu wollen. Was mir natürlich auch egoistisch von mir vorkommt, weil es mir das Gefühl gibt, ihn so im Stich zu lassen. Vom Kopf her weiß ich, daß das nicht stimmt. Dass ich ihn aber zu seinen Ärzten fahre und ihn sein Bier kaufen lasse, wenn wir einkaufen fahren, stürzt mich in schwere Gewissenskonflikte. Ich habe mich einmal geweigert, da dass er dann im Keller, gleich, schwitzend und zitternd und wäre beinahe kollabiert. Das hat mir doch eine Heidenangst gemacht. Die Verantwortung dass er dann plötzlich noch Krampfanfälle kriegen könnte, weil ich streike kann ich nicht tragen. Ich würde mir nie verzeihen, wenn er meinetwegen in lebensbedrohliche gesundheitliche Zustände kommen würde, oder schlimmeres. Einmal musste früher schon mal der Krankenwagen kommen, Kreislaufprobleme, hieß es. Später hat er mir dann gesagt, daß er versucht habe, nichts mehr zu trinken.

    Ich muß ihn fahren, weil sein Körper das ganze Zeug braucht und ich auch gar nicht weiß, was ich anderes tun soll. Bitte glaube mir, ich habe wirklich alles versucht, was mir im Laufe der ganzen Zeit so eingefallen ist - geholfen hat gar nichts. Ich vermute einmal, du kennst das bestimmt selber auch von dir. Ich bewundere dich übrigens sehr dafür, dass du dreißig Jahre durchgehalten hast!! Und dieses Hoffen und Bangen ist auch eine Tortur. Im Moment bin ich wieder am Hoffen, allerdings mit einem ziemlichen

    Kloß im Hals, denn ich bin inzwischen schon etwas realistischer geworden.

    LG Mili

    Hallo Morgenrot

    4 Jahre, das freut mich für euch! Ich habe meinen Mann nie ganz trocken gehabt und ich weiß auch gar nicht, ob er die Reha auch nicht abbricht, wenn es ihm zu unbequem dort wird. Ich weiß, das klingt hart von mir, aber ich bin da ganz realistisch, denn ich kenne ihn ja mittlerweile diesbezüglich ganz gut. Leider drückt er sich inzwischen wo er nur kann vor allem. Er will ja nur in die Reha wegen der Gesundheit. Mit welcher Einstellung ging dein Mann damals dorthin und was war überhaupt der Auslöser, dass er ging? Ging er von sich aus und aus innerer Überzeugung oder trieben ihn äußere Umstände oder eben auch "bloß" die Gesundheit dazu an?

    LG Mili

    Hallo Morgenrot

    Danke, ja das werde ich machen wenn er in der Reha ist. Ich bin für ihn da, weil er auch immer zu mir gestanden hat. Wenn er jedoch immer so weiter macht und nichts ändert, werde ich wohl eine Lösung für mich finden müssen. Welche das sein wird, kommt mir wohl erst in denn Sinn wenn es soweit sein würde. Das war irgendwie schon immer so, solange es bei einem Problem noch Hoffnung gab, fand ich keine wirkliche Lösung, ausser es zu überstehen. Wenn es dann doch nicht hinhaute, wusste ich dann auf einmal was für mich zutun war. Klingt seltsam, ich weiß..

    Wie lange ist dein Mann schon trocken und wie hat er sich seither verändert? Wenn ich das fragen darf.. :oops:

    LG Mili

    Hallo Morgenrot

    Danke für Deine Antwort. Er ist zur Entgiftung mit anschließender Reha (6-8 Wochen) in dieser Klinik angemeldet. Wir haben den Fragebogen zur Kontaktaufnahme gemeinsam ausgefüllt und ich habe ihn selber per Einschreiben auf die Post gebracht. Ich wollte einfach sicher gehen und habe es gleich selbst mit seinem Einverständnis erledigt, nachdem er den Brief schon einmal nicht abgeschickt hat, obwohl er ihn bei sich trug.

    Er war schon vor ca. 2 Jahren mal eine Woche zur Entgiftung und dachte das reicht. Schon nach ein paar Tagen hat er wieder zu trinken angefangen, weil er glaubte, dass er es schon schaffe, nur ein oder zwei Biere zu trinken. Angeblich habe er Herzklopfen gehabt und wollte sich nur etwas beruhigen mit ein oder zwei Bieren. Natürlich verfiel ich innerlich gleich wieder in Panik als ich ihn erwischte, denn ich wusste gleich dass es wieder los ging. Und so war es dann ja auch.

    Was ich für mich tun kann damit es mir besser geht, ist vor allem zu schauen, dass ich nicht in Selbstmitleid versinke. Das hilft nämlich überhaupt gar nicht, im Gegenteil, ich verlor fast den Überblick deswegen. Denn es kommt mich keiner retten, da muss ich durch oder weggehen. Aber weggehen kommt für mich nicht in Frage. Außerdem bin ich ein gläubiger Mensch und das Beten hilft mir immer wieder, etwas zur Ruhe zu kommen. Einer der Hauptgründe weswegen ich noch nicht das Handtuch geworfen habe. Zudem hat es mir enorm geholfen, dieses Forum gefunden zu haben! Als ich gelesen habe wie ähnlich das Verhalten meines Mannes mit dem der anderen Alkoholiker ist, hat mir das irgendwie die Last etwas erleichtert. Meine Gedanken drehten sich plötzlich nicht mehr nur noch darum, wie ich ihn da rausholen kann. Ich fühle mich weniger verantwortlich für sein Verhalten und seine Sucht. Mir überhaupt ein Forum zu suchen, auf den Gedanken kam ich nach dem Lesen eines Buches das mir wirklich Mal zu dem Thema geholfen hat. Ich weiß nicht ob ich den Titel hier nennen darf (von wegen ev. unerlaubte Werbung machen) und unterlasse es deshalb erst einmal.

    LG Mili

    Hallo

    Ich bin seit 12 Jahren mit meinem Mann zusammen, 9 davon mit ihm verheiratet. Dass er dem Alkohol zugeneigt ist, habe ich schnell bemerkt, allerdings erkannte ich den Ernst der Lage erst einmal überhaupt nicht. Da ich früher selber jedes Wochenende feiern war ( und das über zehn Jahre lang), jedoch inzwischen aus Überzeugung über zwanzig Jahre lang keinen Alkohol mehr trinke, dachte ich bei ihm würde es sich mit der Zeit ähnlich entwickeln. Er würde ebenfalls merken, dass es irgendwann mal genug sei damit und es Wichtigeres und Besseres im Leben gibt als als sich Einen anzutrinken. Aber ich war im Gegensatz zu ihm nie körperlich abhängig. Allerdings konnte ich nach zwei Bier auch nicht einfach aufhören und bei einem blieb es nie. Ja, ich habe gerne Bier getrunken und auch wenn es ganze zehn Jahre bei mir gedauert hat, bis ich einsah, dass ich trotz körperlicher Nichtabhängigkeit trotzdem ein Problem mit Alkohol hatte, so konnte ich doch einfach beschließen es sein zu lassen. Ich musste nur konsequent sein, mal eins trinken war nicht drin. Aber das machte mir nichts aus, da ich auch wirklich kein Bedürfnis mehr nach Feiern hatte. Im Gegenteil, ich verspürte sogar eine regelrechte Abneigung dagegen und gegen alles was damit zusammenhing. Also dachte ich (blauäugig wie ich heute weiss), ihm ginge es mit der Zeit auch so und alles würde gut werden.

    Aber leider hatte er eine ganz andere Einstellung und er bagatellisierte einfach alles was ich an Bedenken über das Trinken sagte. Heute nach zehn Jahren täglichen Trinkens (durchschnittlich 10 Halbe Biere am Tag) weiss er es besser, kommt aber ohne Entgiftung nicht runter. Wir warten nun seit 4 Wochen auf eine Antwort einer Entzugsklinik die ihm bewilligt wurde. Ich bin inzwischen mit meiner Kraft und auch Geduld ziemlich am Limit und jeder Tag des Wartens ist echt zermürbend, aber ich will es durchhalten,denn noch habe ich die Hoffnung, dass er es vielleicht doch noch schafft aufzuhören, noch nicht ganz aufgegeben. Auch wenn er nur aus gesundheitlichen Gründen aufhören will. Ich hoffe, dass die bevorstehende Reha auch an seiner Einstellung was ändert. Bevor sein Gehirn so kapputt vom Alkohol ist, dass er es gar nicht mehr wollen KÖNNEN kann. Diese Vorstellung macht mir fast am meisten Angst um ihn, dass er völlig darin verloren geht.

    Liebe Grüße, Mili