Beiträge von Lanananana

    Er solle sich alle Zeit für sich nehmen, die er braucht, um gesund zu werden.

    Das gibt ihm dann ja noch unbegrenzt viele Jahre!

    Ich habe mir vorgenommen, sollte er es jetzt nicht allein schaffen und seinen Hintern hochkriegen - egal wie, dann bekommt er die klare Ansage: Entweder du wirst trocken oder die Kinder und ich sind weg.

    Ich kann es nicht länger vertreten, dass die beiden so aufwachsen und ich würde mir das nie verzeihen.

    Passt aus meiner sich nicht zu der erstes Aussage. Mir scheint, dass Du selber noch nicht klar bist, was Du willst. Fakt ist aber, dass Deine Kinder auf unbestimmte Zeit weiter der Situation ausgesetzt sind. Das find ich - als selbst Betroffene /EKA - schlimm. Ich leide heute noch unter den Spätfolgen.

    Und ja die Kinder... das nagt am meisten an mir. Ich weiß, dass ich allein wegen ihnen, gehen müsste, um sie zu schützen und sie von alldem fern zu halten. Ich habe Angst, dass sie mir das irgendwann einmal vorhalten werden und ich könnte es verstehen.

    Gut, dass Du das so klar siehst - ich verstehe allerdings nicht, was Dich davon abhält euch in Sicherheit zu bringen. So gibst Du das, was Du selbst durchgemacht hast an die nächste Generation weiter. Warum den Kreislauf im Suchtsystem nicht durchbrechen.

    Ich hoffe, wenn ich da nicht mehr so mitgehe und er bemerkt, dass es nicht mehr so funktioniert, wie es läuft, dass er dann irgendwann anstatt frustriert und bockig zu sein, vielleicht doch erkennt, dass er etwas ändern muss.

    So lang du weiterhin deine Rolle im System spielt, wird er wahrscheinlich ebenfalls einfach weitermachen. Es besteht doch kein Handlungsbedarf für ihn.

    Professionelle Hilfe möchte er nicht in Anspruch nehmen.


    Aber er hat sich durch den Alkohol sehr verändert: vergesslich, träge, nachlässig, starke Stimmungsschwankungen, verbal aggressiv.... es ist schon lange kein schönes Zusammenleben mehr. ...


    Du hast es selbst erlebt - ich brauch dir nicht zu erzählen, welchen großen Schaden es für die Psyche Deiner Kinder bedeutet so aufzuwachsen. Ich an Deiner Stelle würde meine Kinder und mich in Sicherheit bringen. Vielleicht wacht er dann auf. Und wenn nicht, seid ihr immer noch in Sicherheit.

    Ich bin geschockt. Monatelang habe ich dafür gekämpft, dass er aufhört zu trinken und dann sowas?

    Ich verstehe, dass dich das schockt aber im Grunde ist das das Ergebnis deines falschen Ansatzes: Du kannst nicht dafür kämpfen, dass er aufhört zu trinken. Du kannst nur für Dich, deine Werte, deine Standards einstehen und Grenzen für dich setzen und dafür sorgen, dass sie gewahrt werden.

    Daraufhin steht er auf und gibt mir eine ordentliche Backpfeife vor den Augen unserer kleinen Tochter. Sie hat mich total geschickt angeschaut. Ich habe dann nur gesagt, was das soll schließlich sitzt unsere Tochter dabei. Darauf meinte er nur schreiend, dass sei ihm egal.

    Bring Euch in Sicherheit! Das ist nicht nur schlimm, weil Deine Tochter dabei zusehen musste und definitiv Schaden dadurch nimmt sondern auch, weil das für euch beide echt gefährlich ist. Dein Mann hat offenbar keine Impulskontrolle (mehr).

    Ich kann mir vorstellen, wie Du Dich gerade fühlst aber: Schreib ihm nicht. Du hast eine sehr fürsorgliche Entscheidung für Dich (!) getroffen. Dass Du noch traurig bist und ihn vermisst finde ich nicht erstaunlich. Und dass Du ihn noch liebst widerspricht einer Trennung aus meiner Sicht nicht.

    Das wird mit der Zeit besser. Ich sehe immer noch die guten Seiten meines Ex-Partners und würde mir wünschen, dass er es irgendwann aus der Sucht raus schafft. Aber ich sehe klarer denn je, dass es für mich überlebensnotwendig war zu gehen, weil ich sonst mit untergegangen wäre. Und ich hoffe nicht mehr für uns, sondern für ihn.

    Beim Lesen Deiner Vorstellung sind mir ein paar Zeilen aufgefallen, auf die ich Dich gerne aufmerksam machen möchte:

    Leider hat er eine sehr schwere Vergangenheit, hat seine Eltern früh verloren und ist bei seinen Großeltern aufgewachsen. Seine ganze Familie hat immer viel getrunken. Sehr viel. Zu jedem Anlass. Auch seine „Freunde“. Die haben sich nur getroffen um zu trinken.

    Das alles trifft z.B. auf mich auch zu … und ich saufe nicht.

    Er war betrunken nie aggressiv oder so. Aber ein anderer Mensch. Er hat Sachen gesagt, die er nüchtern nie sagen würden und die mich sehr verletzt haben. Wenn er bei Freunden oder seiner Familie war, konnte ich den ganzen Abend und die Tage davor nicht entspannen, weil ich wusste, er ist wieder betrunken und wir streiten uns dann wieder. Ich war dann immer die „doofe“, die enttäuscht war, dass er wieder getrunken hatte.

    Aus meiner Sicht ist das sehr wohl ein aggressives Verhalten. Aggressionen sind ja nicht nur Schläge. Und Dein Körper hat das offenbar auch erkannt. Denn er hat mit Anspannung und Angst reagiert.

    Je länger ich aus dem Kreislauf aus Hoffen und Enttäuschung raus war, desto klarer habe ich gesehen, wie sehr der Alkohol alles beeinflusst hat und wie ungesund diese „Dreiecksbeziehung“ für mich war - (obwohl auch bei uns ohne Alk alles wundervoll hätte sein können) - und diese Klarheit wünsche ich Dir auch. Gib Dir Zeit.

    Vielleicht verstehe ich Dich nicht richtig - aber es klingt so als würdest Du Dich und Dein Wohl gerade wieder komplett abhängig davon machen, was Dein Mann macht. Sinngemäß Wenn er einsieht, dass er krank ist und etwas unternimmt/ändert, dann wird alles gut. Ich an Deiner Stelle würde überlegen, was ich konkret für mich tun kann und will - anstatt nur zu warten …

    Deinen Schock verstehe ich wirklich gut aber es ist dein Leben und Deine Regeln. Mach Dir nochmal klar, dass Du entscheidest, wie Deine Zukunft wird - im Rahmen Deiner Möglichkeiten. Du entscheidest, ob du unter den Bedingungen weiter mit ihm leben kannst und willst. Ihn kannst Du nicht kontrollieren - aber Du kannst natürlich deine Standards klären, deine Werte vergegenwärtigen und dann ihm gegenüber noch mal klar kommunizieren, was für Dich wichtig ist, damit ihr eine Zukunft habt. Ich an Deiner Stelle würde ihm ganz offen sagen, dass mir seine Haltung große Sorgen macht, ihn fragen ob er sich im Klaren darüber ist, was seine Ankündigung mit DIR macht und was das für eure Partnerschaft bedeutet - und ich würde ihm auch sagen, dass ich im Fall eines neues Saufkapitels in unserer gemeinsamen Geschichte sofort die Koffer packe und mich trenne. (Denk darüber nach, ob Du dazu ggfs. bereit wärest, denn wenn Du es ankündigst, musst Du es auch tun). Vergiss nicht: Du bist handlungsfähig, Du bist nicht abhängig von ihm!

    Ich muss aufarbeiten was in unserer Beziehung alles war und auch meine Urängste bearbeiten die durch diese Beziehung aktiviert wurden.

    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir empfehlen, erstmal Handeln, abgrenzen, in Sicherheit bringen - das Aufarbeiten kommt in sicherer Entfernung dann von ganz allein.

    Du bist deinem Herz übrigens nicht hilflos ausgeliefert. Manchmal ist es gut auf den Verstand zu hören. Es ist eine Entscheidung für Dich - oder gegen Dich. Für deine Werte und Standards oder dagegen. So habe ich das erlebt.

    Er behandelt mich wie eine Königin solange er nüchtern ist und er ist ein anständiger und liebevoller Mensch. Er erfüllt alle meine Wünsche und Vorstellungen, die ich mir von einer Beziehung erwarte. Im letzten

    Er fängt an in der Wohnung zu randalieren und schlägt Möbel kaputt. Handgreiflich ist er bisher nicht geworden.

    Letztes Wochenende war es so heftig, dass ich die Polizei gerufen habe.

    Ich bekomme das erste Zitat nicht mit den beiden folgenden überein … das Problem bei uns Angehörigen: Wenn wir noch in der Beziehung stecken, blenden wir Dinge oft weg oder reden sie klein/schön. Ich finde, ein Partner, der randaliert und Möbel kaputt schlägt, der trinkt und von der Polizei der Wohnung verwiesen werden muss, ist maximal weit von dem entfernt, was wünschenswert und gesund in einer Beziehung ist. Und der Konsum ist aus meiner Sicht überhaupt keine Entschuldigung dafür. Ebensowenig wie die Entschuldigung danach.


    Ich verstehe, dass Du nicht schon wieder umziehen möchtest … Ich würde es trotzdem empfehlen und auch tun. Wenn er es wirklich schaffen sollte - und ehrlich gesagt sieht es für mich noch nicht so aus als hätte er einen gefestigten Willen für immer abstinent leben zu wollen - ist das ein langer Weg - für euch beide … und da wäre es aus meiner Sicht sehr hilfreich, wenn jeder seinen Rückzugsort hätte. Schau Dir aus sicherer Entfernung an, wie ernst es ihm ist.

    Ich weiß einfach nicht wie ich meine Liebe zu ihm töten kann

    Wieso solltest Du das tun? Ich finde es ok, den Ex weiter zu lieben und zu erkennen, dass er trotzdem nicht zu Dir passt oder dass die Liebe zu Dir nicht kleiner sein darf sondern an erster Stelle stehen sollte. Vielleicht nimmt das etwas den Druck raus? Denk mehr an Dich und weniger an ihn.

    Ich kann mir nicht vorstellen jemals wieder einen Menschen so tief zu lieben wie ihn.

    Das könnte aber auch daran liegen, dass es so viele Herausfordernderungen/Dramen in dieser Liebe gibt/gab.

    aber diese tiefe Liebe die ich in meiner jetzigen Beziehung zu meinem Partner habe, hatte ich niemals zuvor. Wie soll ich das nur schaffen das los zu lassen

    Wer weiß, wer als Nächster kommt! 😀 Ich versteh Dich und Deine Gedanken. Ich hab einige davon auch gedacht. Deshalb teile ich einen Teil meiner „Rettungsanker“ mit Dir. Unterschätz nicht, welchen Einfluss Deine Gedanken auf Dein Leben haben. Du bist ihnen nicht ausgeliefert. Ich versuche mich auch gerade von den schädlichen zu befreien und die nützlichen einzuladen und zu pflegen!!!

    Den Alkoholabhangigen Vater haben sie ja nunmal, jetzt Schlussfolgerungen ziehen was aus meinen kindern werden könnte, bringt ja nichts außer innere Unruhe finde ich.

    Doch! Deine Kinder nehmen nämlich großen Schaden - auch wenn Du Dir das offenbar nicht vorstellen kannst.

    Ansonsten denke ich ist ein offener, aber altersgerechte Umgang mit dem Thema wichtig. Und sonst kann ich ja bloß versuchen vorzuleben, was ich mir für sie auch wünsche.

    Du kannst niemals das ausgleichen oder auffangen, was das Leben in einer suchtbelasteten Familie mit sich bringt

    Heute ist mit meine Energie zu schade,um sie auf ein schlechtes Gewissen zu verwenden, weil es eben ein Weg ist, und nicht mit einem fingerschnips getan ist.

    Das finde ich als EKA ehrlich gesagt traurig. Es geht aus meiner Sicht nicht um ein schlechtes Gewissen sondern um Verantwortung.