Beiträge von Nele84

    Mich macht es eben nur so traurig, dass es überhaupt so weit gekommen ist. Er ist sonst ein liebenswerter Vater und auch Partner. Aber durch den Alkohol hat sich vieles verändert. Wir haben beide kaum weitere soziale Kontakte außer unserer Familien. Heißt, seine Eltern, meine Eltern, Geschwister.

    Das war aber schon immer so. Ich hatte noch nie einen großen Freundeskreis und wüsste aktuell auch niemanden, wen ich als beste/n Freund/ in betiteln sollte. Alles eher sporadische Kontakte über Smartphone, aber mehr häufig nicht. Und das gilt für ihn auch.

    Umso schlimmer finde ich es dann, wenn er angetrunken über meine Familie herzieht und so anfällig redet, oft auch im Beisein der Kinder, wo dann zumindest der Große immer sehr traurig ist, weil er meine Eltern, seine Großeltern nunmal liebt und nicht verstehen kann, warum man da so abfällig reden muss.

    Ich kann manches Verhalten seiner Eltern auch nicht immer nachvollziehen, denke mir dann aber meinen Teil und halt den Mund.

    Ich bin oft allein mit den Kindern nach der Arbeit, kümmere mich um ihre Belange und um nahezu alles Zuhause. Sitze oft morgens allein am Frühstückstisch mit den Kindern am Wochenende, weil er so früh noch nicht hochkommt und es eine gefühlte Ewigkeit dauert, bis er dann mal aufgestanden und angezogen ist. Dabei ist er wach und bekommt mit, dass wir auf sind und Frühstück vorbereiten usw. , schafft es aber nicht sich aufzuraffen.

    Klar gehen wir am Wochenende auch mal zusammen spazieren oder so, aber sich morgens einfach mal ins Auto setzen und irgendwohin einen Tagesausflug machen oder so, um einfach mal etwas anderes als seinen gewohnten Dunstkreis zu sehen, nein. Noch nie.

    Da sitzt man ja so lange im Auto und wohin überhaupt. Im Sommer mal an einen Strand fahren oder einen Tag im Freibad verbringen, um Gottes Willen.

    Jeder kocht so sein eigenes Süppchen und hinzu eben dieser für übermäßige allabendliche Alkoholkonsum von ihm, der ihn dann so eklig werden lässt. ☹️

    Naja ich verkrieche mich dann ins Bett oder mache irgendwas im Haushalt, was liegen geblieben ist. Wäsche, die bei 5 Personen ja auch nicht wenig ist oder räume irgendetwas auf....

    Ja, durch die Arbeit haben wir nicht so sonderlich viel gemeinsame Zeit. Das war im Grunde aber schon immer so, auch, als er früher eine andere Arbeit hatte. Von den Arbeitszeiten her hat sich durch den Arbeitswechsel nicht großartig etwas geändert. Wir waren noch nie gemeinsam im Urlaub. Weder zu noch kinderlosen Zeiten oder als dann mit Kindern. Die paar Male die wir zum Beispiel Mal zusammen im Kino waren, kann ich an einer Hand abzählen. Früher sind wir hin und wieder mal essen gegangen, auch mit den Kindern zusammen. Unternehmungen mit den Kindern mache häufig nur ich. Mal ins Freibad, an den See, ins Schwimmbad, Spielplatz, auf irgendwelche Freizeithöfe usw. . Ist alles nicht so sein Ding und deswegen mache ich das dann eben.

    Und Zuhause bleibt auch das ein oder andere liegen und wird immer aufgeschoben. Irgendwas ist immer am oder im Haus zu machen, aber so richtig zu Potte kommt er schon längere Zeit nicht mehr.

    Eine räumliche Trennung innerhalb des Hauses ist möglich, ja. Meistens sitzt er Abends im Keller oder im Arbeitszimmer vorm Fernseher. Er geht zwischendurch dann ins Wohnzimmer um seinen Alkohol zu trinken und kommt dann wieder. Heißt, die Flasche steht nicht auf dem Tisch und wird im Minutentakt geleert.

    Das kleine Kind schläft noch nicht durch. Wenn ich dann Abends aus dem Kinderzimmer oder nachdem ich abends, noch ein wenig im Haushalt gemacht habe, zu ihn stoße und er dann im Keller oder Arbeitszimmer vor dem Fernseher eingeschlafen ist, lasse ich ihn in der Regel dort liegen und gehe dann selbst ins Bett oder beschäftige mich anderwertig in einem anderen Zimmer.

    Ist er noch wach und ekelt so rum, sage ich meist wenig bis gar nichts dazu. Eher ist es dann unser ältester Sohn, der zu den Uhrzeiten manchmal auch noch mit TV schaut bei uns, dem es dann zu doof wird und dann in seinem Zimmer verschwindet. Der auf ihn oft auch im nüchternen Zustand am nächsten Tag nicht gut zu sprechen ist, da er am Abend vorher eben wieder so angepampt wurde, wegen nichts. Ich bleibe meist nur sitzen wenn er noch wach ist, ja warum... vielleicht weil man sich den ganzen Tag über nicht gesehen hat wegen der Arbeit und das bisschen gemeinsame Zeit zusammen verbringen möchte. Das ich mir damit selbst etwas vormache, da er angetrunken eben so ein Ekel ist und man sich nicht vernünftig mit ihm unterhalten kann, weiß ich.

    Aber ich weiß ja wie er nüchtern ist und mag mich auch nicht komplett abschotten. Dann hätte man oft vielleicht eine Stunde am Tage was voneinander, da er oft das erste Glas schon trinkt, kaum das er gegen frühen Abend Zuhause ist. Ich habe dann mit den kleinen Kindern zu tun und eh die dann im Bett sind, vergeht eben auch einiges an Zeit. Zeit, in der er dann seinen Pegel eben weiter steigen lassen kann.

    Ich erwische mich auch oft dabei, wie ich unserem großen Sohn nahelege, in seinem Zimmer zu bleiben, während ich die beiden kleineren abends fertig mache, damit er eben nicht diesen verbalen Entgleisungen seines Vaters ausgesetzt ist,ohne das ich dabei bin und evtl. eingreifen könnte.

    Der Große fragt oft, warum Papa so mies drauf ist und ist auch recht sensibel, wenn man ihn wegen irgendwelcher Nichtigkeiten so angeht.

    Hallo,

    Ich habe lange überlegt, ob ich mich hier anmelde, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass es nicht schaden kann, Erfahrungsberichte anderer zu lesen, die in der gleichen Situation sind oder waren.

    Ich bin 39 Jahre alt und seit 16 Jahren verheiratet. Wir haben drei gemeinsame Kinder im Alter von 15, 4 und 1,5 Jahren.

    Trinken tut mein Mann schon ein paar Jahre. Es ist aber nicht dieses Trinken bis zur Besinnungslosigkeit, aber doch sehr viel für mein Empfinden. Er trinkt auch kein Bier oder so etwas, sondern eher sowas wie Whisky, Bourbon, Korn. Also eher schon das Hochprozentige. In der Regel ist es eine halbe bis dreiviertel Flasche, manchmal auch eine ganze pro Tag bzw. Abend, immer so nebenbei.

    Nach den zweiten, dritten Glas merkt man ihm es dann auch an. Er wird zwar nicht aggressiv, aber sein Verhalten irgendwie eklig anderen gegenüber. Überheblich, herablassend, maulig. Und oft schläft er dann vor dem Fernseher ein.

    Ich erwische mich oft dabei, wie ich abends oder auch morgens nachschaue, ob und wie viel in der betreffenden Flasche noch drin ist. Die leeren Flaschen nimmt er irgendwann dann mit und entsorgt sie.

    Hat er, wegen Schichtdienst, erst später abends Feierabend und die Läden sind noch auf, fährt er oft nur deswegen dort noch hin, um sich eine Flasche zu kaufen. Ich selbst kaufe gar nichts mehr. Nicht weil ich es ihm so gesagt habe, ich mache es einfach nicht mehr.

    Ist mal nichts Hochprozentiges im Haus oder die Flasche eben leer, macht er sich auch mal ein Bier auf, sollte welches da sein oder eine Flasche Wein.

    Er kann auch ohne. Auf Arbeit zumindest, wenn er Nachtdienste hat und ja dort auch produzieren muss. Er würde sich, derzeit jedenfalls, auch nicht angetrunken ins Auto setzen.

    Schon mehrmals hat er gesagt, dass er seinen Konsum einschränken bzw. ganz sein lassen wird. Meist hielt das aber nur ein paar Tage vor und schon stand wieder eine Flasche im Wohnzimmerschrank.

    Ich habe nichts dagegen, wenn man MAL ein Gläschen Wein trinkt oder ein Gläschen Hochprozentiges. Aber das jetzt in den letzten Jahren hat echt Überhand genommen und die Art, wie er dann mit mir oder auch den Kindern redet, ist einfach nur widerwärtig.

    Ich selbst trinke gar nichts. Schon einige Jahre nicht. Habe darauf noch nie viel gegeben, meist schmeckte es mir auch nicht besonders und mit den Kindern fände ich es auch verantwortungslos. Selbst wenn ich abends mal ein Glas Wein trinken wollen würde ginge es nicht, weil ich immer im Hinterkopf habe, was wäre, wenn mal etwas ist und man zb. mit einem der Kinder ins Krankenhaus oder zum Arzt müsste. Wir wohnen sehr ländlich und haben entsprechende Fahrtwege zu solchen Einrichtungen .

    Ich weiß nur nicht, was ich machen soll. Er selbst gesteht es sich nicht ein, ein Problem zu haben, da er ja meint, jederzeit verzichten zu können. Ich könnte ihn auch gar nicht vollendete Tatsachen stellen und zb. sageb er solle ausziehen oder mit den Kindern selber (vorübergehend) gehen. Unser Haus, was wir uns vor fast 10 Jahren gekauft haben ist noch lange nicht abbezahlt und ich verdiene nun auch nicht soviel, um Miete und anteilig Kredit zahlen zu können, noch dazu mit 3 Kindern.

    Das das keine Gründe sind mit jemanden zusammen zu bleiben weiß ich. Wäre das Trinken nicht, würde ich mir um so etwas auch gar keine Gedanken machen,da es nüchtern sonst sehr gut läuft.

    Ich mache mir eben auch um seine Gesundheit sorgen bei diesem Trinkverhalten bzw. der Menge.

    Das ist es erst einmal fürs Erste. Vielen Dank an die, die bis hier gelesen haben.

    Nele