Mich macht es eben nur so traurig, dass es überhaupt so weit gekommen ist. Er ist sonst ein liebenswerter Vater und auch Partner. Aber durch den Alkohol hat sich vieles verändert. Wir haben beide kaum weitere soziale Kontakte außer unserer Familien. Heißt, seine Eltern, meine Eltern, Geschwister.
Das war aber schon immer so. Ich hatte noch nie einen großen Freundeskreis und wüsste aktuell auch niemanden, wen ich als beste/n Freund/ in betiteln sollte. Alles eher sporadische Kontakte über Smartphone, aber mehr häufig nicht. Und das gilt für ihn auch.
Umso schlimmer finde ich es dann, wenn er angetrunken über meine Familie herzieht und so anfällig redet, oft auch im Beisein der Kinder, wo dann zumindest der Große immer sehr traurig ist, weil er meine Eltern, seine Großeltern nunmal liebt und nicht verstehen kann, warum man da so abfällig reden muss.
Ich kann manches Verhalten seiner Eltern auch nicht immer nachvollziehen, denke mir dann aber meinen Teil und halt den Mund.
Ich bin oft allein mit den Kindern nach der Arbeit, kümmere mich um ihre Belange und um nahezu alles Zuhause. Sitze oft morgens allein am Frühstückstisch mit den Kindern am Wochenende, weil er so früh noch nicht hochkommt und es eine gefühlte Ewigkeit dauert, bis er dann mal aufgestanden und angezogen ist. Dabei ist er wach und bekommt mit, dass wir auf sind und Frühstück vorbereiten usw. , schafft es aber nicht sich aufzuraffen.
Klar gehen wir am Wochenende auch mal zusammen spazieren oder so, aber sich morgens einfach mal ins Auto setzen und irgendwohin einen Tagesausflug machen oder so, um einfach mal etwas anderes als seinen gewohnten Dunstkreis zu sehen, nein. Noch nie.
Da sitzt man ja so lange im Auto und wohin überhaupt. Im Sommer mal an einen Strand fahren oder einen Tag im Freibad verbringen, um Gottes Willen.
Jeder kocht so sein eigenes Süppchen und hinzu eben dieser für übermäßige allabendliche Alkoholkonsum von ihm, der ihn dann so eklig werden lässt. ☹️