Den Schritt hast du ganz allein getan, bitte sei ganz stolz auf dich und ich wuerde mich sehr freuen, wenn du dich irgendwann meldest, wie es dir ergangen ist. Ich bin kein Arzt, aber Traeume deuten darauf hin, dass du viel zu verarbeiten hast, weswegen ich hoffe, dass du bald eine Therapie machen kannst. Weiterhin alles Gute und viel Kraft.
Beiträge von unbezwinglich
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Es ist ja auch ein Neuanfang fuer dich. Dass die Gedanken noch nicht ganz mitziehen wollen, ist okay.
Gedanken sind nur Gedanken. Irgendwann wird dir das Zweifeln an deinen Entscheidungen fuer dein eigenes Leben und gegen den gemeinsamen Untergang nur noch eine Erinnerung an einen Gedanken sein.
Mit ihm bleibst du auf einem ganz anderen Karussell - der Gewalt und des Chaos. Du bist aus diesem eben erst ausgestiegen, nur das zaehlt jetzt erstmal. Komm zur Ruhe und dann orientiere dich neu, wuensche deinem Kind und dir alles Gute. Und ein Hoch auf das Buergerhaus.
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Sicherlich ist dir Schreckliches widerfahren, aber auch jemand mit einer Bilderbuchfamilie und -kindheit wuerde das Weite suchen.
Es ist doch die eigentliche Tragoedie, dass sich noch jemand wie du noch entschuldigt, dass du deine Geschichte teilst. Das zeigt aus meiner Sicht, wie wenig Raum du versuchst einzunehmen. Absolut niemand, der nicht selbst Alkoholiker ist, vermag sich wirklich vorzustellen, was Sucht anrichtet. Du musst das auch nicht. Deine Lebensaufgabe ist, dass du dich um dein Glueck und deine versehrte Seele kuemmerst. Du bist es wert, wertgeschaetzt und geliebt zu werden, wie es dein Kind schon tut.
Meine Mutter hatte eine ziemlich wilde Jugend wie du, nach einer ziemlich schlimmen Kindheit, und als ihr erster Mann dann die Wohnung im Suff verwuestete hat sie ihr Baby genommen und ist gegangen. Sie hat ihn sehr geliebt aber sie wusste, wohin das fuehrte, auch wenn er noch halbwegs funktionierte. Bereut hat sie das nie, und meine Halbschwester hat ihn nie vermissen muessen, weil meine Mutter ihr so viel bieten konnte, anstatt sich im Bemuehen um ihren Ex aufzureiben. Dein Freund ist nicht mehr in einem Zustand, in dem du ihn irgendwie erreichen kannst.
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Aber die Chance lasse ich mir nicht nehmen.Fügt er sich nicht muss er gehen. Geht er in die Maßnahmen nicht ebenfalls.
Das hast du vor einer Woche geschrieben. Du hattest eine schwere Kindheit, gib sie nicht an dein Kind weiter.
Inwiefern ist Sachen auf Ebay verticken um weitersaufen zu koennen Zusammenhalt? Dieser Mann ist weder ein Vater noch ein Lebensgefaehrte, er ist momentan eine Gefahr fuer dich und dein Kind.
Geh nicht mit ihm unter und nimm den Strohhalm, den sie dir reichen. Wenn du erst mal sicher bist vor ihm, dann wirst du das Ausmass des Wahnsinns, in dem du dich befandest, erfassen. Und noch etwas spaeter wirst du nur noch dankbar und froh sein, dass du dich fuer dich und dein Kind entschieden hast.
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Ich stimme Hartmut zu und finde super, dass du so offen und ehrlich bist, Disziplin. Hoffe, du bringst dich weiter ein. 16 Jahre trocken sind beachtlich, und ich bezweifle sehr, dass du sie mit der Faust in der Tasche durchgestanden hast, das schafft auch jemand mit der groessten Disziplin nicht.
Du hast selbst gesagt, wie truegerisch und verfuehrerisch Gedanken und Wortklaubereien sein koennen, die Sucht weiter zu bedienen, weswegen ich hoffe, dass du es verstehst, wenn in diesem Forum etwas aufmerksamer gelesen und manches Wprt auf die Goldwaage gelegt wird.
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Es ist nicht so, dass Muetter am Familiengericht immer die Oberhand haben (siehe die sogenannte PAS-Vorannahme). Die Schwester einer Freundin hat letztens das Sorgerecht fuer ihr Kind verloren, trotz eigener Kanzlei und finanziell gesicherter Verhaeltnisse, weil fuer das Jugendamt eine Kindeswohlgefaehrdung vorlag (allerdings nicht wegen Sucht). Umgang gibt's fuer das naechste Jahr nur begleitet, Kind wohnt beim Vater.
Suchtbedingter Verlust des Fuehrerscheins und Jobs sind jedenfalls Sachen, die nicht fuer deine Frau sprechen, sollte das Ganze bis vor Gericht gehen.
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Das sollte und wird irgendwann aufhoeren, ja. Es tut mir sehr, sehr leid fuer euch beide. Es ist doch alles noch sehr frisch. Hast du dir ueberlegt, hat dein Kind sich ueberlegt, ob ihr beide nicht in Therapie geht? Wartezeiten von 3 Monaten sind leider sehr ueblich, sind aber noch im Rahmen, mein Therapeut hatte eine von ueber zwei Jahren. Meine Mutter war ueber vier Jahre in Therapie, um den Verlust eines Kindes aufzuarbeiten zu beginnen.
Wie wir den Tod erlebt haben, das wirkt sich alles auf unseren Umgang damit auf und sollte wirklich in fachmaennische Haende. Ich weiss nicht, wie alt dein Sohn ist, aber als EKA wuerde ich versuchen, eine dieser Angehoerigengruppen aufzusuchen. Alles Liebe.
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Die Zeit zieht sich wahrscheinlich hin bis zum Auszug, aber du bist doch dabei, den Berg zu bezwingen. Dass der Betreuer jetzt in die Puschen kommt ist super.
XY will bis zum bitteren Ende bequem saufen, ideal fuer ihn waere natuerlich, du wuerdest ihm das ermoeglichen, gleichwohl was es mit deiner Psyche und deiner Gesundheit macht. Hier wissen viele aus Erfahrung, wie das Zusammenleben selbst mit "funktionalen" Alkoholikern ihre Angehoerigen ueber kurz oder lang ruinieren kann, gesundheitlich und psychisch. Ruf dir ins Gedaechtnis, dass du mehr als genug mitbekommen hast, die schlimmen Dinge, die du angedeutet hast, sind alle passiert und du hast sie mitgetragen. Du hast sie so lange schon mitgetragen, die Zeit, bis er weg ist, wirst du auch noch schaffen.
Du machst das toll, Lucky. Ich hoffe, dass dein Name bald Programm ist und Glueck deines Weges kommt.
Meine Schwester war Anfang 30. Sie hat ihre Wohnung schoen aufgeraeumt und geputzt und alles durchdacht. Sie war auch todkrank. Was dein xy macht, das ist aber Suizid auf Raten. Da muss niemand dabei sein und das aushalten. Nach all dem, was du mit ihm erlebt hast, bist du so ziemlich die Letzte, die das muss. Im absoluten Notfall gibt es den Betreuer, dafuer ist er da.
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Schreckliche Situation. Du hast monatelang gekaempft um an diesen Punkt zu kommen. An seiner Sucht sterben wird er so oder so, du wuerdest es nur herauszoegern.
Meine Schwester hat einen Betreuer und hat sich trotzdem das Leben genommen, als der im Urlaub war. Die komplette Kontrolle kann niemand ueber einen anderen Menschen haben. Wenn es ganze Institutionen nicht geschafft haben, ihn zur Veraenderung zu bewegen, was kannst denn du dann ausrichten? Doch bloss nur eines: Dich retten. Dass dir das schwer faellt, dafuer musst du dich nicht schlecht fuehlen, dass es dich wach haelt, ist freilich verstaendlich, dieser Mann war mal ein anderer. Ich wuerde das mit der Wohnung durchziehen und die dadurch frei werdende Kraft verwenden, um dem Betreuer mal so richtig aufs Dach zu steigen oder bei der zustaendigen Stelle mal anrufen. Und wenn bis dahin immer noch nichts passiert, ihn vielleicht mit dem Noetigsten versorgen, fuer ein bisschen Seelenruhe, damit es dir nicht komplett den Schlaf raubt. Deine Aufgabe, deine Verantwortung ist das nicht. Aber es ist dein Leben.
Du bist nicht die Verwalterin seines Siechtums.
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Ich applaudiere dir, Ino, fuer deine Faehigkeit zur Reflexion und inneren Einkehr, auch, dass du als Reaktion etwas Gutes fuer dich und die Tochter tust.
Damit hadere ich auch am ehesten noch, diese Ungerechtigkeit, mit der diejenigen, die doch eigentlich "schuld" sind, als Opfer davonkommen, bloss weil ich mich aussprechen will! Ich bin noch dabei daran zu arbeiten, diese "Weinerlichkeit" abzulegen. Was auch vertraut klingt, aus der Deckung heraus Granaten zu werfen und dann feige in die Igelstellung zurueckzukehren. Du wirst diesem Selbstmitleid jetzt noch haeufiger begegnen, je entschlossener du fuer dich eintrittst.
Es hilft, dich immer wieder daran zu erinnern, dass ihr diesen Punkt erreicht hat, weil es eine Vorgeschichte gibt. Es loesen sich nicht ploetzlich Effekt und Ursache in Luft auf, bloss weil du ploetzlich bereit bist, Konsequenzen zu ziehen.
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Ja, die guten, alten Appelle an den Anstand eines Menschen, der aktiv die Gefuehle seiner eigenen Familienmitglieder verletzen will, ich kenne das gut, so haben sowohl meine Mutter als auch ich das auch immer gehandhabt, immer mit dem gleichen Ergebnis.
Ich glaube mittlerweile, dass mein Vater einfach eine antisoziale Persoenlichkeit hat. Das Ende der Analysen seines teilweise absurden Verhaltens war sehr befreiend fuer mich. Ich halte mich fern so gut ich kann. Meiner Mutter bin ich derweil naeher als je zuvor.
Falls du dich darum sorgst, was die Trennung mit deinem Kind macht: Ich kann von mir sagen, dass ich jetzt mithilfe guter Therapie mit 28 nach innen geregelte Verhaeltnisse fuer wichtiger halte als von aussen konform aussehende Verhaeltnisse. Nach aussen hin wirkte meine Familie normal, hinter der Fassade hatten wir uns auf eine Dynamik eingespielt, die uns alle mehr wegnahm, als uns das "Familiengeruest" drumherum zurueckgab. Niemand kann als Kind realisieren, und erst recht nicht akzeptieren, dass der Vater den Alkohol mehr liebt als seine Familie. Bei einem kranken Vater sieht das ganz anders aus. Alkoholismus ist eine Krankheit, und dass deine Tochter mit dir redet, auch wenn du dich schrecklich fuehlst, dass es so weit gekommen ist - das ist gut!
Meine Schwester (Tochter des ersten Ehemanns meiner Mutter, der auch viel getrunken hat) hat versucht meine Eltern auseinanderzubringen, und meine Mutter und ich stellten unsere Loyalitaet ueber alles andere und versuchten, alles zu kontrollieren. Rueckblickend waren die Scham und das Geheimhalten wie Gitterstaebe und mein Vater war auf eine Art der lachende Dritte, der sich hin und wieder Kontrollverluste erlaubte.
Erhalte dir um jeden Preis das soziale Netzwerk, das wird sich auszahlen. Kontakt nach aussen beugt der Scham vor, und dein Kind kann Vertrauen zu sich und zu anderen fassen. Alles Gute euch!
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All deine Gefuehle sind normal, wichtig und richtig. Und wenn sich das jetzt auch nicht so anfuehlen mag, scheinst du aus meiner Sicht auf dem besten Weg in eine panikfreie Zukunft zu sein. Du kannst stolz auf dich sein, das alles in die Wege geleitet zu haben. Du haettest es treffender nicht formulieren koennen, alles Schritt nach Schritt.
Natuerlich (ver)zweifelst du jetzt ein bisschen. Was macht der Status quo mit der Seele deiner Tochter, mit dir? Der Alkoholiker kann vorgeben, sich anzustrengen, und wenn der Angehoerige das nicht honoriert und weiter Abstand und Trennung verfolgt, dann demjenigen allerhand vorwerfen. Ich konnte mir erst als erwachsenes EKA vor Augen fuehren, dass das emotionale Auf und Ab mich gleichzeitig aufwuehlte und zermuerbte. Niemand moechte in einer Achterbahn wohnen, aber das Hoffen wechselte sich mit dem Verwalten und Schlichten ab, und dass du das deiner Tochter nicht antun willst ist grossartig.
Wenn er aggressiv wird, dann haben eure Sicherheit und Rueckzugsmoeglichkeiten hoechste Prioritaet und idealerweise ja getrennte Wohnungen. Ich hoffe, du findest fuer dich auch Zeit fuer eine Therapie oder Beratung, du darfst auch als Mutter nicht zu kurz kommen.
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Es gibt nicht umsonst den Begriff "greyrocking". Ein Modewort sicherlich, aber lohnt sich zu googeln.
Der Besuch bei der Suchtberatung war ja mal fuer die Katz, aber das passiert. Ich hoffe, du gibst einer anderen Niederlassung noch eine Chance. Angehoerige haben leider oft den schwarzen Peter. Ohne sie wuerden alle Einrichtungen im sozialen Bereich allerdings aus allen Naehten platzen.
Ich denke, wenn du illegale Drogen gefunden hast, dass die vermeintliche Trinkpause keine war. Mit 17 ist zumindest eins deiner Kinder alt genug, um zu verstehen, was es mit Suchtverlagerung auf sich hat. Und ganz davon abgesehen muss er fuer sich trocken werden, nicht, um irgendjemandem es recht zu machen - obschon ihn rationale Argumente wahrscheinlich eh nicht erreichen. Es ist schlimm, aber was du als Schwaeche empfindest, ist deine Staerke. Du bist derzeit der einzige Erwachsene in dieser Beziehung, der Verantwortung wahr- und uebernimmt.
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An dem Tag, an dem er trocken gluecklich werden will, wird es nichts mehr geben, das zu vergeben waere. Er wuerde dir wohl eher danken, dass du dich und deine Kinder gerettet und zu zeigen versucht hast, dass der Alkohol nicht nur ihn zerstoert. Aber so weit ist er nicht, wird es vielleicht nie sein, weder sein Schicksal noch sein jetziger Schlingerkurs ist dein Problem.
Du gibst deinen Kindern mehr, als du ihnen nimmst. Du gibst ihnen die Gelegenheit, mit Stabilitaet und Vertrauen in ihre Umgebung aufzuwachsen. Ohne allgegenwaertige Fahne ihres Papas, der vormittags das erste Bier aufmacht. Mit anderen Worten - du gibst ihnen Familie zurueck.
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"Die Zeit heilt alle Wunden" ist einer der duemmsten Sprueche, die es gibt, oder wenigstens naiv. Zeit ist linear, Trauer setzt uns immer in eine Zeitmaschine. Du hast diesen Menschen ja wirklich sehr geliebt. Ein Geruch, ein Bild, eine schoene Erinnerung schickt uns zurueck. Du hast ja gute gemeinsame Erinnerungen, die ihr Recht weiter einfordern werden, vielleicht gerade dann, wenn das Leben andere Plaene hat. Die Zeit vergeht unerbittlich, da musst du umso mehr Geduld mit dir haben.
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Das war eine brilliante Reaktion von dir, weil du ihn prompt mit der Konsequenz seines Handelns konfrontiert hast, obwohl doch sein Trinken die Konsequenz deines unerwuenschten Verhaltens sein soll! Hast du ihm glatt den Wind aus den Segeln genommen. Nur so lassen sich solche Teufelskreise durchbrechen - toll, wie du das angehst.
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Es ist nicht so, dass der Alkoholiker nicht fuer andere heilen soll - er kann gar nicht fuer andere heil werden.
Er soll für sich heilen, für seine Kinder, aber auf keinen Fall für mich
Es gab den grossen Knall, die Ehe ist kaputt - und er will ploetzlich um seine Gesundheit - und eure Zukunft - feilschen. Das ist kein Zufall und du hast ihn ja auch prompt durchschaut. Wie schoen, dass du das gemeinsame Haus womoeglich behalten kannst, das ist im Fall einer Trennung viel wert.
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Aus meiner Sicht hat er mit dieser Aussage die Verantwortung, auf ihn aufzupassen und seine Ernaehrung zu ueberwachen, zugeschoben. Das ist nicht dein Job. Es macht dich von seinem Verhalten komplett abhaengig, natuerlich ist das belastend. Natuerlich machst du dir Gedanken. So wie er sich das vorstellt, funktioniert das natuerlich nicht. Das ist so, als wuerde jemand zu dir sagen, dass du jetzt auf gar keinen Fall an den rosa Elefanten im Raum denken darfst, der auf einem Bein huepft. Und an was denken wir?
Die einzige Frage die zaehlt ist, was du willst.
Dreh das ganze komplett um und sage dir z. B., wenn er wieder trinkt, dann trenne ich mich, weil ich weder die Kraft noch den Willen habe, das ein weiteres Mal mitzumachen. Der einzige, der Kontrolle darueber hat, was er macht, ist er, und analog gilt das fuer dich.
Ich hab mich auch fuer einen Miesepeter gehalten der nur rummeckert, aber gewaltsam die negativen Gedanken unterdruecken zu wollen bringt wenig, meist hoeren die auf, wenn sich die ausloesende Situation verbessert hat.
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Wenn du dir allein schon Klarheit verschaffst ueber eure Finanzen und die rechtliche Situation, das gibt dir auch Sicherheit in deinem Handeln.
Bergdohle, das klingt gar nicht erbaermlich, sondern nach einer Erfolgsgeschichte, die du noch am schreiben bist.
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Willkommen zurueck.
Hatte er binge eating schon waehrend des Trinkens oder sieht das fuer dich nach einer Suchtverlagerung aus? Manche Alkoholiker erzaehlen, dass Suesses ihnen dabei half trocken zu werden, aber das ebbt auch oft wieder ab, wenn sie einmal gefestigt sind. Er hat also eine Diagnose fuer die Essstoerung.
Wie meint er den Satz mit dem "normalen" Essen? So lange er normal isst, wird er nicht trinken? Das kann ja nicht stimmen. Sorry, stehe etwas auf dem Schlauch.
Was macht die Angst mit dir? Dauerhaft ist das zermuerbend.