Hallo liebe Leute!
Also , erst mal Danke für die Fürsorge.
Es ist keineswegs so, das ich mir Gedanken mache , ob ich was trinken sollte, oder " Du könntest ja mal ... ".
Nein , ich mache mir Gedanken wie: Es ist doch erstaunlich, wie hartnäckig dieses Suchtmittel ist, das es auch nach vielen Jahren nichts von seiner Gefährlichkeit gegenüber Erkrankten verliert.
Oder : Kann ich es mir erlauben, zu dieser Weihnachtsfeier zu gehen, obwohl dort Alkohol getrunken wird.
Oder : Warum erkennen manche Leute nicht, das sie Krank sind und reagieren endlich.
Oder : Warum muss es jetzt auch meinen Sohn treffen? Mein Vater hat sich mit 46 Jahren todgesoffen und geraucht. Auch ich habe diese Krankheit und nun auch noch mein Sohn. Der ist nicht bei mir aufgewachsen und ich habe ihn vieleicht 10 mal in 20 Jahren gesehen, ist also praktisch eine fremde Person für mich und trotzdem tut es mir sehr weh, das er dabei ist immer tiefer zu fallen und ich kann ihm nicht Helfen. Im Gegenteil, ich muss ihm jeden Monat Geld schicken und finanziere somit seine Sucht. Da kann ich ihm auch gleich Alkohol schicken. Das sind meine Gedanken an Alkohol.
Oder sollte ich vieleicht mal wieder zu einer Gruppe gehen ?
Ich bin sehr Wachsam und habe keinerlei Verzichtsgedanken. Der Suchtstoff Alkohol spielt in meinem Leben keine Hauptrolle mehr.
Doch konfrontiert werde ich doch jeden Tag damit. In der Werbung, Im Supermarkt, durch Erzählungen von Kollegen usw.
Das bringt mich jedoch nicht ins Wanken, für mich ist Alkohol ein vorhandener Suchtstoff wie , Zigaretten oder Spielautomaten, sie sind halt da , gut, aber ich will mit diesen Dingen nichts zu tun haben und Nichts und Niemand zwingt mich dazu.
Ich bin aber nicht so Naiv zu glauben, ich sei nun geheilt , da ich ja schon solange nichts mehr trinke. Es giebt genug Beispiele das Leute auch nach 30 und mehr Jahren wieder den Schritt zurück gemacht haben. Mein Knackpunkt war laut Therapeuten, Das Alleinsein ! Nun bin ich wieder Allein und trinke nicht. Deshalb würde ich trotzdem nie so vermessen sein zu sagen : aha habt ihr euch geirrt?. Vieleicht , vieleicht aber auch nicht. es ist mir egal, damals war vieleicht das Alleinsein , mein Knackpunkt. In 13 Jahren bin ich gereift und habe mich weiterentwickelt und kann Heute Allein sein. Wer weis wo Heute mein " Knackpunkt" liegt? Vieleicht der Verlust meines Arbeitsplatzes oder eines lieben Angehörigen, ist doch ganz egal. Wachsam will ich bleiben , damit " Mein Alter Kumpel " nie wieder eine Chance hat bei mir einen Fuss in die Tür zu kriegen.
Endschuldigt das es so viel geworden ist, aber wenn es einmal sprudelt, dann wollte es wohl raus.
Auch habe ich immer mal wieder den Gedanken aufkommen lassen ob ich noch hier schreiben sollte, aber es schadet mir nicht und Sinn und Zweck dieses Forums sehe nicht nur darin hier über Alkohol und die Folgen zu schreiben, sondern über alles und jeden Püpifax was mich aus der Bahn werfen könnte. Wenn ich mich über die Nachbarin Aufrege erzähle ich es lieber hier als der Flasche am Kiosk. Es hat mich noch Niemand dafür gemassregelt, also wird es nicht so verkehrt sein.
Ich kann nur allen Leuten empfehlen offen mit ihrer Krankheit umzugehen, dann braucht man nicht zu lügen. Wenn ich lüge belüge ich immer zuerst mich und das wäre wieder ein Grund , zu saufen . Es ist sicher nicht der Weiheit letzter Schluss aber ich persönlich gehe absolut offen und auch offensiv mit meiner Krankheit um und fahre gut damit.
So nun hab ich Hunger, muss ja auch mal sein.
Schönen trockenen Abend wünscht allen ganz lieb Bernd