Hallo Ernie !!!
Mir hat es , so meine ich sehr geholfen ,absolut offen mit meiner Krankheit umzugehen. Gott und die Welt weiss das ich trockener Alkoholiker bin. Ich habe noch nie eine negative Reaktion erlebt, wenn ich offen über meine Krankheit gesprochen habe, ausser von nassen Alkoholikern.Im Gegenteil , nur Lob und Anerkennung und das ist ja auch nicht das Schlechteste fürs Ego .
Dann Denke ich war mir eine gute Gruppe in den ersten Jahren sehr hilfreich, in der es auch Mitglieder gab , die ich jederzeit anrufen und besuchen konnte.
Kann mich noch erinnern, das ich mal von Morgens um 8,00 Uhr bis spät in die Nacht einer Frau aus meiner Gruppe die Ohren eckig gelabert habe. Bis heute bin ich Dankbar für diese Geduld und Hilfe.
Am Anfang war es schon schwer zu verstehen was ist Hilfe ? Bis ich verstand, das Hilfe nicht nur heist etwas aktiv zu tun, so nach dem Motto , warum nimmt der mir Dies und Das nicht ab. Selbsthilfe, das habe ich immer und überall gehört, wie kann ich mir selber helfen, wenn ich doch so Hilflos bin ???
Heute weiss ich was gemeint wurde und wird. Zuerst sich öffnen, über meine Sorgen und Nöte sprechen, dann lernen zuzuhöhren, ganz wichtig, geduld zu erlernen, Zitat : " Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann und Dinge zu ändern die ich ändern kann . "
Auch musste ich lernen , mich wieder zu Freuen, über die banalsten Sachen wie , schönes Wetter , eine liebe Geeste usw. , denn das hatte ich auch durch mein Saufen verlernt.
Inventur zu machen, das haben sie mir empfohlen. Was ist das ? Damit konnte ich wenig anfangen . Bei der Therapie hat ein lieber Mensch mir das erklärt. Ganz simpel. Bevor ich etwas tue sollte ich mir ein Blatt Papier vorstellen und dies in der Mitte teilen. nun schreibe ich links die " Vorteile " und rechts die " Nachteile " meines geplanten Handelns auf. Welche Seite schliesslich überwiegt, sollte für mich die Ausschlaggebende sein.
zB: : Ich habe Gedanken , wie zum Beispiel ich möchte einen Freund besuchen obwohl ich weis, da wird immer getrunken oder zumindest ist immer Alkohol da. Meine Inventur würde ergeben , Bernd gehe lieber nicht dorthin , die negativen Aspekte ( Gefahren ) wären mir zu gross.
Dieses Inventur machen hat mir bis Heute immer sehr geholfen und ich habe es so verinnerlicht, das es zu einem Automatismus geworden ist.
Ich denke , das ist erstmal genug zum lesen und vieleicht zum annehmen.
Viele liebe Grüsse von Bernd