Beiträge von aniram13

    Hallo,

    nach langer Zeit habe ich nun beschlossen, doch wieder einen Forumbeitrag zu schreiben. Eigentlich habe ich mit ihm abgeschlossen, jedoch werd ich dank meiner Mutter und da er halt doch mir am Herzen liegt, ständig damit konfrontiert.

    Mein Vatr ist 69 und seit 30 Jahren Alkoholiker, früher heimlich, seit er in Rente ist, also seit knapp 6 Jahren kompletter Absturz. Täglich rollen Vodka/Whiskeyflaschen an, er ist im Dauerdelirium und die Ärzte sind ratlos, wie er das so weitestgehend durchhält. Nun hat er seit 5 Jahren eine Polyneuropathie, damals kam er ins KH, weil er nicht mehr aufstehen konnte. Man machte uns nicht viel Hoffnung, jedoch wie durch ein Wunder, haben sich seine Beine mehr oder weniger regeneriert und er kam wieder ziemlich gut in Schwung. Entzug wollte er damals keinen "das kann er selber".... war uns allen klar, dass dem nicht so ist.

    Nun, aktueller Stand ist wieder wie damals vor 5 Jahren.

    Ich habe mich nochmal durchgerungen, mit meinem Bruder sein "Zimmer" in dem er haust (er wohnt in einem EFH zusammen mit meiner Mutter, aber die will mit ihm nicht wirklich was zu tun haben) aufzuräumen, ca 200 Flaschen, Verwahrlosung, vollgesch.... Windeln, bestialischer Gestand, Mülle, Fliegen. Es war widerlich! Das Zimmer ist wieder sauber, der Pflegedienst kommt alle 3 Tage und wir haben eine neue Hausärztin, die sich ihm annimmt.

    Sprich, ich/wir haben so ziemlich alles mögliche getan, damit er bessere Umstände hat.

    Was jedoch zu keinerlei Verbesserung seinerseits geführt hat (ist mir klar, dass er das nicht mehr kann... aber wie gesagt, die Hoffnung stirbt zuletzt).

    Als er sich demonstrativ vollgetankt hat, während wir seinen Müll weggeräumt haben und dann sich auch noch in sein Bett gelegt hat, weil er nicht mehr konnte, hab ich wirklich gezweifelt. Mein Gedanke spielt sich jetzt mit Betreuer etc.

    Man kann ihn nicht mehr alleine lassen.

    War jetzt 4 Tage mit meiner Mutter in unserem alljährichen Urlaub - die Katastrophe hat eingesetzt, obwohl ich dem Pflegedienst die Beaufsichtigung übergeben habe. Auch hat eine liebe Nachbarin sich um ihn bemüht. Doch als er mich um 7 Uhr morgens angerufen hat und mir befohlen hat, ich soll jetzt sofort zu ihm kommen um ihm aufzuhelfen, weil er ja nicht aufstehen kann und er nicht mal wusste, dass ich und die Mutter weg sind.... nun ja.

    Mein Mann fuhr dann zu ihm und hat ihm geholfen (abends, zuvor mein Bruder) und er meinte, es wäre alles vollgekotet.... überall klebt Kot, er ist total außer Kontrolle.

    Was tun? Er scheint mir ein Pflegefall zu sein, er kann nicht mehr aufstehen, gehen, auf Toilette etc.

    Betreuer? Entmündigen? Zwangseinweisen? Trinkt er statt harten Alkohol "nur" Bier, dann spricht er komplett klar und normal, kann sich an alles erinnern (Vergangenheit). Die Ärztin meinte, daraufhin könnte es schwierig werden, ihm einen Betreuer zu bestellen... er ist einfach zu "klar" im Kopf.

    Alles dreht sich nur noch um ihn - wenn ich ihn in einer klaren Minute auf sein Problem anspreche, dann bekomme ich zur Antwort "ich will doch nur meine Ruhe! Außerdem hab ich kaputte Knie, ich könnte also aufgrund der Knie eh nicht mehr gehen...!" Diskussion sinn- und zwecklos....

    Aber trotzdem danke für eine Antwort oder Meinung!

    Hallo,

    ich bin neu hier und möchte kurz mein "Problem" vorstellen:

    Es geht um meinen Vater, mittlerweile 68 Jahre und seit 30 Jahren Alkoholiker bzw. stetig steigend. Aktueller Stand der täglichen Alkoholdosis sind ca. 3 Flaschen Wodka/Whiskey und Dauerdelirium.

    Angefangen hat es mit Rotwein flaschenweise... Steigerung zu Vodka heimlich bis aktuell mit seinen Whiskey-Flaschen im Bett. Die Familiensituation ist verzwickt. Er lebt im Haus seiner verstorbenen Eltern zusammen mit meiner Mutter. Mein jüngerer Bruder ist vor 5 Monaten ausgezogen, das hat meinem Vater den Rest gegeben. Sein "Zuhause" besteht aus dem ehemaligen Wohnzimmer meiner Großeltern. Darin haust er, messi-artig.

    Vor 4 Jahren kam er aufgrund einer Polyneuropathie ins Krankenhaus. Er konnte nicht mehr gehen, wir haben gehofft, er hat es eingesehen und lässt sich helfen. Fehlanzeige. Das Zimmer war schlimmstens. Wir haben es entrümpelt, zig Kartons und Flaschen weggeräumt und komplett renoviert. Dazu ein neues Bett gekauft, aus dem er leichter aufkommt.

    Jetzt, 4 Jahre später, noch schlimmer als damals, aber er kann mehr oder weniger noch gehen.

    Wer sich jetzt fragt, welche Rolle meine Mutter dabei spielt... sie akzeptiert es mehr oder weniger, er lässt sich eh nichts sagen bzw. helfen. Ausziehen kann sie nicht, weil sie nicht weis, wohin... (ihre Meinung).

    Nun schauen wir noch Jahre zu, wie er sich kaputt macht. Mein letzter Versuch, mit ihm zu "reden" ist gescheitert, da er die Meinung vertritt, er wäre erblich veranlagt Alkohol zu trinken.... und er könne nichts dafür :rolleyes:

    Meine Mutter befindet sich schon lange in psychischer Behandlung und nimmt Antidepressiva. Ich denke, sie ist das passende Gegenstück...mit in der Spirale gefangen, wobei sie immer noch auf ein 8. Weltwunder hofft und fest daran glaubt, dass er eines morgens aufwacht und sagt "jetzt trinke ich nichts mehr".

    Zurück zu meinem Vater. Er duscht/wäscht sich leider nicht mehr, seit Monaten. Er dünstet einen unglaublichen Gestank aus bzw. sein "Zimmer" riecht katastrophal. Gestern berichtet mir meine Mutter, dass er etwas "braunes" an der Stirn und unter den Fingernägeln hatte... nun ja er scheint in sein Bett gemacht zu haben und ist darin eingeschlafen. Jetzt spiele ich mit dem Gedanken, dass meine Mutter für ihn einen gesetzlichen Betreuer bestellt... ich gehe schon eher davon aus, dass es unterlassene Hilfeleistung ist, oder?

    Die andere Seite wiederum, wenn er "weniger" trinkt, ist er fast wieder normal und ich kann nicht einschätzen, wie er reagiert ggf austickt wenn er davon Wind bekommt. Dann müsste zumindest meine Mutter in Sicherheit.

    Wie würdet ihr in dem Fall vorgehen? Er stellt sich selbst immer als den "Depp" hin und bemitleidet sich selbst der alles nur immer bezahlen konnte (womit er allerdings Recht hat)... woran ich jetzt wieder ein schlechtes Gewissen bekomme, da er eigentlich ein guter Mensch ist aber andererseits möchte ich ihm ja nur helfen.

    Vielen Dank fürs lesen und für Eure Meinungen!

    Hallo,

    ich bin neu in der Runde und möchte ich kurz vorstellen. Ich habe vor Jahren mich schon mal in diversen Alkoholiker-Foren schlau gemacht und dann das Thema ruhen lassen...leider ist es jetzt aktueller denn je.

    Kurz zu mir, ich bin die Tochter eines schwerst-Alkoholikers. Mein Vater ist bald 68 Jahre alt und leider komplett abgestürzt. Ich kann mich erinnern, dass vor ca 25 Jahren mein kleiner Bruder mal Werkzeug im Keller gesucht hat und in der Werkzeugtaschen waren mehrere leere Wodka-Flaschen...so kam das ans Licht. Wie gesagt, das ist 25 Jahre her und es ging jedes Jahr eine Treppe tiefer...

    Ich bin seit 17 Jahren von zuhause ausgezogen und habe aber trotzdem noch Kontakt zu meinen Eltern, schon alleine wegen meinen Kindern (die ja die Oma besuchen wollen).

    Mein Hauptproblem würde ich gerne ins öffentliche Forum schreiben, da ich denke, dass das hier nicht so ganz herpasst.

    Viele Grüße

    aniram