Beiträge von Pippikurzstrumpf

    Liebe Maritha,

    Ich habe deinen Nachrichten Verlauf gelesen und dachte, es geht uns ähnlich. In der Theorie sind die Handlungswege, auch die eigenen, ganz klar, aber die Praxis sieht so viel schwerer aus...

    Die Sucht hat schleichend eine Wendung genommen und nun glaube ich, dass er selbst gar nicht mehr diesen Kreislauf unterbrechen kann, in dem er steckt.

    Nach seiner heftigen Eskalation gestern ist er in seinem Garten. Er hat weder Auto noch Fahrrad dort, worüber ich ganz froh bin.

    Ich bin jederzeit bereit, ihn mit offenen Armen aufzunehmen und zu unterstützen, wenn er denn meine Hilfe braucht, aber mal ein Tag ohne Fiasko stärkt mich in dem Gedanken, ihn auflaufen zu lassen . Auch wenn es sehr weh tut.

    Ich werde weiter berichten, momentan lecke ich meine seelischen Wunden und versuche, mich nicht zu sehr runter ziehen zu lassen. Es ist wirklich ein Problem langsam, dass ich mich von anderen distanziere und selbst in Lethargie gefangen bin. Ich weiß, daß ist nur eine Phase und morgen geht es mir besser, aber traurig ist es allemal, dass ich das zulassen, dass es mein eigenes Leben so sehr beeinträchtigt.

    Viele liebe Grüße

    Ruth

    Hallo und danke, aber das Vor-die-Tür-Setzen dauerte genau bis zum nächsten Morgen, da stand er wieder vor der Tür :cry: .

    Ich muss sagen, ich bringe ob der schlimmen Dinge, die passieren , gar keine Chronologie mehr zusammen. Mich macht das so fertig.

    Gestern war er soweit ganz ruhig, fuhr zum Strand in Absprache mit seiner Freundin und ich hoffte, hoffte, hoffte...er benahm sich fahrig irgendwie unecht. Als sie wieder da waren, kam er mit einer Tüte. Mein Blick ging dahin und die Frage , ob er schon wieder etwas gekauft habe. Ich muss sagen, darin war kein Alkohol, wie ich später feststellte, aber in seinem Auto lag ein Flachmann und er hatte eine Fahne.

    Wie auch immer. Er ist plötzlich derartig ausgeflippt, hat mich angeschrieen, mich mit den schlimmsten und ordinärsten Ausdrücken tituliert, und er sei froh, wenn er endlich hier ausziehen können (Hallooo??!), und dann, das verspreche er mir, sehe ich ihn nie wieder. Usw.

    Ich musste gehen....Ich habe das nicht mehr ausgehalten.

    Mein Sohn hat ein psychisches Problem. Er war schon immer irgendwie auffällig und aufbrausend, hier ging es manchmal richtig zur Sache, wenn er sich in seine Wut hineingesteigert hat. ADS wurde diagnostiziert , eine Behandlung hat er immer abgelehnt. Vor längerer Zeit hat er ein Medikament dagegen bekommen, das er aber nicht regelmäßig nimmt.

    Er verspürt immer einen Druck, ist ruhelos und hat irgendwann dann den Alkohol als für ihn probates Mittel gefunden, sich damit ruhig zu stellen.

    Wenn er trinkt, schläft er eigentlich die ganze Zeit, verschläft sein Leben, seine Chancen. Jammert nach solchen Exessen darüber, dass er wieder eine Woche seines Lebens abhaken muss, da er einen kompletten Filmriss hat.

    Aber nun ist alles irgendwie eine Spur heftiger geworden, dieser Ausraster gestern.. Ich habe wirklich Angst vor ihm angesehen davon, was es mit meiner Seele tut.

    Gefühlt säuft er seit 3 Wochen mal mehr, mal weniger. Vor 1 Woche hatte er einen Städtetrip geplant mit einem Freund. Er hat getrunken bis 1 Tag vorher und wollte unbedingt los, da er seinen Kumpel nicht enttäuschen wolle.

    Ende vom Lied... er rief am Ende der Reise seine Freundin an, ob sie sie abholen könne. Autofahren ging nicht mehr. Also fuhr ich mit, insgesamt 3 Stunden Fahrt, um das Auto auch wieder nach Hause zu bringen. Freude und Verständnis, als er uns sah, aber unsere Forderung, direkt in die Klinik zu fahren, wurde wieder kategorisch abgelehnt.

    Die Reise war für den Freund natürlich auch eine Erfahrung, auf die er gerne verzichtet hätte.

    Es ist alles so schrecklich.. ihr seht, in meinem Kopf ist ein einziges Chaos genährt von Angst und Sorge. Ich vermute, dass er in seinem Garten ist, mit Freundin denke ich, da ihr Auto hier steht. Er hat ihr übrigens untersagt, mit mir noch ein Wort zu sprechen, sonst sei es aus . . was denkt er sich in seinem kaputten Kopf ? Er hinterlässt nur noch Angst und Trauer und es geht uns massiv an die Substanz. Und er glaubt wohl tatsächlich, dass er mir drohen kann, dass er den Kontakt mit mir abbricht?!

    Genießt hier im Haus Luxus und Wohlstand und droht mir. Es ist schrecklich. Ich weiß nicht weiter mit ihm. In der Theorie ja, aber umsetzen lässt es sich momentan leider nicht.

    Liebe Grüße 😦

    Hallo.

    Mein Name ist Ruth, mein Sohn ist 30 und wohnt seit 3 Jahren wieder bei mir im Haus, nachdem er nach Ausbildung und Job mit seinem Studium begonnen hat. Zuvor lebte er alleine für 4 Jahre im Berlin. Dort habe ich ihn nach Hause geholt, als ich von seiner Freundin und einem Freund erfahren habe, dass er tagelang trinkt... das ging wohl schon seit über 1 Jahr, dass er immer wieder mal Phasen hatte in denen er für 1 Woche abgestürzt ist. Meine Hoffnung war, dass es zu Hause besser wird. Natürlich war das eine sehr vage Hoffnung, die sich nicht erfüllte. Jetzt sind es keine Monate oder Wochen zwischen den Episoden, seit 3 Wochen nur noch Tage,...er schafft es nicht. Er war bereits 2 Mal kurz in einer Klinik zum Entgiften, wo er sich nach 1 Tag wieder selbst entlassen hat. Wenn vorbei, dann kommt der große Katzenjammer und Einsehen, nach 2 bis 3 Tagen ist er wieder extrem überheblich und man darf das Thema nicht ansprechen.

    In 2 Tagen hat er einen wiederholten Termin bei einer ihm bekannten Suchtberaterin, um den Antrag für eine Therapie auf den Weg zu bringen...Zuvor muss er noch zum Arzt für eine Unterschrift...das wird immer MORGEN erledigt.

    Heute aktuell habe ich ihn nicht mehr ins Haus gelassen, als er los war, um Nachschub zu holen. Er ist total ausgerastet und ich habe ihm mit der Polizei gedroht, wenn er Türen oder Fenster zerstört.

    Ich habe ihm einige Klamotten aus dem Fenster gegeben und er wollte in seine Gartenlaube gehen. Seine Freundin hat gefahren und ist nun dort und am verzweifeln...

    Wir wissen echt nicht mehr weiter und hier erhoffe ich mir Austausch mit euch.

    Viele Grüße von

    Ruth

    😘