Hallo zusammen,
Ich war vor 2 Jahren schon mal hier angemeldet und lese hier jetzt seit Monaten mit. Vor 2 Jahren hab ich entschieden zu bleiben...
Heute möchte ich gehen, innerlich. Ich habe aber Angst, es nicht zu schaffen.
Meinen Freund kenne ich seit 5 Jahren, er war nasser Alkoholiker als wir zusammen kamen. Ich habe das aber erst nach ca. 6 Monaten bemerkt und auch angesprochen...er hat es zuerst bestritten. Irgendwann war es nicht mehr zu leugnen und ab da hat er es auch nicht mehr von sich gewiesen.
Wir hatten viele Auf und Abs mit Entzügen, abgebrochenen Therapien...er hat es immer wieder geschafft Monate nicht zu trinken, dann doch wieder.
Letztes Jahr war er länger abstinent ( wenn es wahr ist). Wir hatten eine wirklich schöne Zeit zusammen. Langfristig wollten wir zusammen ziehen, wir waren sehr innig und es war schön miteinander. Er liebt mich, das habe ich gespürt. Trotzdem gab es auch da seltsame Momente: viel Gejammer, er ständig "krank", mal total liebevoll, dann wieder zurückgezogen.
...vor einigen Wochen kam heraus, dass er betrunken gefahren war. Kurze Zeit später, der totale Absturz. Ich habe ihn konfrontiert, dass ich ihn zufällig Alkohol kaufen gesehen hatte, daraufhin hat er mir eine lange Nachricht geschickt, dass er schon länger immer wieder trinkt, mich belogen hat, es Ihm sehr leid tut...er mich nicht verlieren will. Ich hatte es tatsächlich überwiegend nicht bemerkt.
Wir wollten nochmal reden, was er nun vorhat, doch dazu kam es nicht. Er trank 3 Tage exzessiv weiter und machte sturzbetrunken per WhatsAp Schluss.
Ich nehme das jetzt an und auch wenn ich weiß, dass die Sucht aus ihm sprach, es tut schrecklich weh. Es ist nun 2 Wochen her.
Ich weiß über die Kinder, dass er im Entzg war und nun in einer Klinik ist. Mehr Infos hab ich nicht. Auch was mit seinem Job ist ( er ist Führungskraft).... weiß ich nicht.
Ich weiß es ist seine Verantwortung und ich mache nichts. Aber er fehlt mir so und ich liebe ihn immer noch. Es ist hart nichts zu wissen.
Trotzdem möchte ich so nicht mehr weiterleben. Ständig in Angst, auch jetzt fühl ich mich irgendwie bestraft durch die Distanz...
Ich möchte in ein paar Monaten sagen können: heute habe ich noch gar nicht an ihn gedacht....
So viel zu meinen wirren Gedanken am Anfang meines Wegs. Danke fürs Lesen.