Liebe Joanne,
wenn du kleine Schritte brauchst, dannmache kleine schritte. versuch nur nich vom Weg abzukommen. Vielleicht ist Dein Ziel noch nicht so klar, auf dass du hinaus willst. Darum bewegst du dich nur zögerlich, und auch mal wieder nen schritt zurück. Aber so nach und nach kannst du lernen nicht immer wieder die gleichen fehler zu machen. In erster Linie mußt du umdenken, begreifen, was los ist. Ich sehe, dass Du die Sucht noch nicht als solche begreifst und verstanden hast.
Das ist was Harmut mit Kapitulieren meint. Immer und immer wieder denkst Du noch, dass Du ihn aus Liebe dazu bewegen könntest nicht mehr zu trinken. Du denkst, das muß doch irgendwie gehen. Er muß sich nur ien bißchen zusammenreißen. Er müßte es doch für Dich und das Kind tun. so denken alle. Bis sie verstanden haben, dass der Partner der Sucht ausgeliefert ist.
Ich lese hier im Forum auch immer so eine Art Widerspruch. Zum einen wird gesagt, dass der Süchtige seinen eigenen Teifpunkt erreichen muß um aufzuhören. Und das sehe ich auch so. Das habe ich erlebt bei meiem Vater . ich kenen es auh vom eigenen Raucehn, wo es ebenso ist. Da kann einem keienr was erzählen.
Dann andererseits wird gesagt, dass man mit dem Partner redet und ihn dann notfalls auch verlässt, wenn er keine Therapie macht. Das klingt nach Erpressung und ich kann verstehen, wenn der Partner sich nicht drauf einläßt. jeder hat doch das recht krank zu sein, sich Tod zu saufen oder zu fressen oder zu rauchen. Jeder hat das Recht nichts an seiner Krankheit zu ändern.
Und es amcht keinen Unterschied, ob Du danch schielst wieviel er trinkt oder ob er mal einen Tag schafft nichts zu trinken oder auch ne woche oder auch nen Monat. Es gibt nur zwei Möglichkeiten:
1. Er ist süchtig
2. Er ist nicht süchtig.
Nach alledem was du über deinen Mann schreibst siehst es für mich aus als ob er süchtig ist.
Wäre er es nicht, könntest du vielleicht noch über seinen Konsum diskutieren. Selbst dann würde es schwierig sein. Weißt du wieviele Übergewichtige genau wissen wie ungesund es ist, was sie essen und wieviel Kalorien das hat und welche Konsequenzen für ihre Gesundheit?
Weißt du was die denken würden, wenn der Partner sagt: Du bist ja jetzt nur noch immer so müde, so träge ,so unsportlich. Ich gehe jetzt, wenn du nicht sofort abnimmst. Was glaubst du wieviele dann abnehmen würden?
Im Moment ist Dein Kopf noch sehr verbohrt darauf, dass Du ihn doch irgendwie noch überzeugen können müßtest. Darum versuche jetzt nur mal eines: Nimm es jetzt mal an, dass er süchtig damit krank ist. Das ist auch keine vorrübergehende Krankheit. Das ist eine unheilbare Krankheit.
Joanne, dieser Mann, der Vater von Deinem Kind ist unheilbar krank. er IST einer Sucht verfallen. Er MUSS im Moment trinken ob er will oder nicht.
Und dann fragst du dich jetzt vielleicht, ob es da denn keine einzige klitzekleine Chance gibt da raus zu kommen. Ja, die gibt es. Wenn ER seinen Absoluten Tiefpunkt erreicht, könnte ER es schaffen SICH DARAUS zu befreien.
Lies das nochmal genau, diese letzen Sätze. ER könnte es schaffen.
Nicht DU.
Du hast auch zwei Möglichkeiten:
1. Du lebst weiterhin MIT ihm und tust Dir und Deinem Kind alle Begleiteffekte des Alkoholismus an, oder versuchst dich weitgehendst damit zu arrangieren, dass ihr nicht so drunter leidet. Wie auch immer du das anstellen magst.
2. Du findest einen Weg für Dich und Dein Kind OHNE mit ihm den Begleiterscheinungen der Krankheit zu leben.
denn diese Krankheit befällt nicht nur ihn. Sie hat auch Auswirkungen auf Euch, wie du ja bereits bemerkt hast.
Was Du im Moment machst ist Dir immer wieder Hoffnung zu machen , dass es vielleicht doch nicht so ist wie es ist. Und deswegen leidest du so sehr.
Es ist sehr ähnlich wie die Situation, wenn man eine nahestehende Person gestorben ist und Du es nicht wahrhaben willst. Es ist sogar sehr ähnlich, denn dieser Mann wird sich immer mehr verändern. Schon jetzt ist er nicht mehr der der er mal war. Und das wird immer stärker. Das ist leider der Verlauf der Krankheit. Ich habe es so erfahren und ich lese es hier auch ausnahmslos in den Threads. Da gibts keine Ausnahme und die Art und Weise wie sich der Mensch verändert ist auch sehr ähnlich.
Er wird mehr und mehr trinken, er wird immer ekeliger. Du wirst immer mehr leiden, immer mehr durchdrehen. Da macht es auch keine Unterschied, wenn er mal ein Glas mehr oder weniger trinkt.
Egal, ob du die Kiste kaufst oder er. Er wird immer mehr trinken, weil sein Körper danach verlangt.
Seine Gedanken werden auch mehr und mehr um das Suchtmittel kreisen.
Für Dich bleibt nur ein einzige Frage. Was machst du für dich und deinem Kind daraus.
Jeder hier im thread steckte schonmal in deiner situation und jeder hätte sich gewünscht, das es anders wäre, dass der Partner jetzt sofort und irgendwie seinen tiefpunkt erreichen würde. Man fragt sich wie man da nachhelfen könnte. Da neigt man auch zu versuchen zu drohen, dass man auszieht und damit den Tiefpunkt heraufzubeschwören. Das mag klappen, ne zeit lang, vielleicht geht es schief. vielleicht wird er dann wieder rückfällig. Ich glaube ein Mensch der einen richtigen bösen Tiefpunkt, einen Zusammenbruch oder sowas erlitten hat und selbst in therapie geht hat echte Chancen sich für immer aus seiner Sucht zu befreien.
mein Vater hat es genau so geschafft. Er ist noch immer trocken ohne je einen Rückfall erlitten zu haben. Du siehst, auch ich lebe noch. aber ich bin Kind eines Alkoholikers und ich bin nicht ohne Grund hier angemeldet. Und was ich durchgemacht habe wünsche ich deinem Kind nicht durchmachen zu müssen.