Beiträge von Frozen Tears

    bei Deiner Fragestellung, ob man einem Alkoholiker eine Chance geben kann fehlt mir die ergänzung "chance wozu" .
    meinst du damit die chance eure beziehung weiter zu führen. Die Chance darauf, dass du ihm weiter zur seite stehst? die chance eines arbeitgebers, der ihm trotz eines alkoholbedingten fehlers nochmal die chance gibt seinen job weiter zu machen?

    Ich denke, die Vorstellung, dass man einem Alkoholiker eine Chance geben kann zeigt die Unkenntnis darüber, dass der alkoholismus eine Suchterkrankung ist und man einfach als Außenstehender keinen Einfluß auf dessen Genesung hat. Wer sich ( als Partner) hier im Forum anmeldet muß ja auch schon bald erfahren, dass man dem alkoholkranken Partner nicht helfen kann, sondern nur sich selbst. dennoch immer noch iene chance geben wollen ziegt für mich, dass man es immer noch nciht verstanden hat.
    Der Süchtige braucht seinen individuellen Tiefpunkt. Und der kommt nicht dadurch, dass man dem anderen eine Chance gibt.
    Vor dem Alkohol muß man kapitulieren und nicht gegenan kämpfen. Sowohl der Alkoholiker als auch der Coabhängige. Eine Chance geben würde bedeuten, dass DU es in der Hand hast. Hast Du aber nicht.
    Wenn Du glaubst, Du könntest einem Alkoholkranken eine Chance geben ist das gewissermaßen Selbstbetrug.
    Du zögerst damit nur den Zeitpunkt heraus Dir selber eine Chance zu nehmen ein Leben zu nutzen, dass Dir Glück und Zufriedenheit verschaffen kann. Ein suchtfreies Leben.
    Und diese Entscheidung dem süchtigen Partner in die Hand zu legen ( das wäre ja seine Chance) zeigt für mich nur den letzten Stolperstein selbst zu überwinden. Das letze Mal die Verantwortung/Entscheidung für sich selbst abgeben zu wollen an den süchtigen Alkoholiker.

    Als Kind eines Alkoholikers habe ich damals schon gedacht, dass mein Vater selber daran schuld ist, dass er trinkt. Von Alkoholismus als Krankheit habe ich nichts gewußt ebenso wenig von Coabhängigkeit. Was mir jetzt hinzufügend dazu einfällt ist: ich habe mich als Kind dafür geschämt, dass mein Vater trinkt und ich denke, das hat damit zu tun, dass ich eben dachte, er sei auch selber daran schuld. wäre es irgendeine andere Krankheit hätte ich mich sicher nciht geschämt und mir wäre es auch nicht peinlich gewesen Freunde mitzubringen. Und dabei geht es nicht um Schuld als Ursache sondern schon um Beurteilung oder Verurteilung.
    Oder was denkt ihr warum sonst einem als Angehöriger es peinlich ist und man versucht es zu vertuschen?

    Das heimtückische an der Tatsache ist doch eigentlich, dass man sich ganz normal fühlt, also nicht krank. Ich habe meine Mutter jahrelang leiden sehen und mich immer wieder gefragt, warum sie nichts dagegen macht.
    Jetzt ist mir so die Idee gekommen, dass sie wohl dachte, es müßte so sein, da müsse man durch, das gehört dazu und am Ende bekommt sie vielleicht noch ein Mütterverdienstkreuz dazu.
    Und noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich Sprüche höre, wie Leute es empfinden, was eine gute Frau ist. schon alleine, wenn man hört: Ja, mein Vater ist wieder so streng gewesen, aber meine Mutter. "Ihr wißt ja, ist halt meine Mutter"....Da wird dann schon vorausgesetzt , dass andere auch so denken. Männer können klare Grenzen ziehen, wenn ihnen etwas nicht paßt. Wie oft hört man die drochung: warte erst bis der Papa kommt. Oder bei Familien, wo die (angeblich verhaltensgestörten) Kinder nicht auf die Mutter hören: Komisch, beim Vater verhalten sie sich ganz anders.

    Es stimmt. Kinder werden überwiegend von Frauen erzogen. Und Coabhängige Mütter erziehen sich auch coabhängige Töchter.
    So ist es auch nicht verwunderlich, dass in Frauenzeitschriften die Frauen selber dieses Bild der Frau erschaffen. Männer unterstützen es weitgehendst, da es ihnen ja auch 'dient'. Ich finde, dass sich diese Verhaltensstruktur eigentlich nicht nur in der Beziehung Alkoholabhängig/ coabhängig wiederspiegelt.
    Genauso wird es ja gesellschaftlich gefördert, dass ein Mann trinkt.
    Frauen trinken zwar auch 'mal ein Gläschen Sekt' oder ein 'schönes Glas Wein zum Essen'. Aber Männer sind 'echte Kerle', wenn sie einen halben auf Ex trinken können usw.
    Mich wundert es gerade mal garnicht, dass wenn jeder so seine Rolle erfüllt und der Mann zu oft und zu viel auf Ex getrunken hat und in eine Abhängigkeit gerutscht ist sich überhaupt als 'krank' empfindet.
    Selbst als ich das Tag ein Tag aus über Jahre mitmachen haben müssen dachte ich eher an "Übertreibung". Niemals kam mir der Gedanke, dass die Eltern vielleicht ohne Hilfe da von selber nicht mehr rauskönnen. Ich war auch der Überzeugung, dass mein Vater einfach weniger trinken müsse und dann wird alles schon wieder. Wie sollte man es auch wissen? Internet gabs noch nciht und Beratungsstellen nur in großen Städten vielleicht. Obendrein war es dann wieder ein Tabu dort hinzugehen. Probleme hatten ja nur die , die ganz unten waren, denen dann auch noch nachgesagt wurde, dass sie ja eh nicht ganz klar im Kopf sind. In meiner Gegend gab es sehr viele Alkoholiker. Viele starben nach und nach. Dann hat sich eben wieder einer tot gesoffen. andere, die kurz davor waren und eigenartige Dinge taten wie zum Beispiel den ganzen Tag mit dem Radio auf der Schulter rumliefen wurden als 'verrückt' eingestuft. Wobei man nie erwähnt wurde, dass diese Verrücktheit vom Alkoholkonsum kam.
    Frauen meckerten zwar herum an ihren Männern, wenn es ihnnen zu viel wurde. Aber einen Frau, die sich trennte war derzeit irgendwie immer noch "unehrenhaft". Ich glaube, dass es zu der Zeit auch noch schwieriger war dann einen neuen Mann zu finden, besonders wenn man auch schon mehrere Kinder hatte. Und die Frauen fürchteten dann, dass sie ein Leben lang alleine verbringen müßten und niemand sie versorgte. Es galt ja auch immer noch die Schuldfrage bei einer Trennung.
    Heutzutage hat sich zumindest was die Versorgung der Frau angeht ja schon einiges geändert. Aber die Tatsache, dass die meisten Frauen sich hier anmelden in dem Glauben, dass sie für ihre Partner Hilfe suchen zeigt doch eigentlich, dass allgemein ein großes Informationsdefizit besteht, dass Alkoholismus eine Krankheit, eine Sucht ist und dass es auch Coabhängigkeit gibt. jeder hört von Krebs, Schweinegrippe, HIV...
    Warum sind wir alle so schlecht über die Sucht, ganz besonders über die Coabhängigkeit informiert?
    Liegt es daran, weil unsere Gesellschaft Coabhängigkeit im Grunde eigentlich immer noch fördert?
    Aussteigen aus der Coabhängigkeit hat auch irgendwie etwas mit Emanzipation zu tun. Viele Männer suche sich dann auch gerne wieder Frauen, die nicht so emanzipiert sind, gerade damit sie tun und alles können was sie wollen.
    Ich glaube das erklärt auch, dass viele Beziehungen neben der so hochgepriesenen Liebe auch sehr viel mit Machtkonstellation, Rollenverhalten, eben diesen erwähnten Abhängigkeiten zu tun hat. Kein wunder,d ass dann das Kartenhaus sehr schnell zusammenbricht, wenn Frau aus dieser Rolle aussteigt - was dann eben wohl oftmals bedeutet, dass die Beziehung dann auch nicht mehr funktioniert. Also nicht nur abhängig vom Alkoholkonsum oder nicht.

    Das Bild der frau, also die Vorstellung davon wie eine Gute Frau / Ehefrau zu sein hat in der Generation unserer Mütter wurde wohl geprägt von Religion, Literatur, Tradition, Gesellschaft...Es war eben dmals der trend der zeit. Und damals war es ja sogar so, dass Frauen zumindest finanziell von ihrem Partner abhängig waren. Die zeit der Unabhängigkeit der Frau ist ja noch nicht sooo lange her und hat sich bis heute ja auch noch nciht vollkommen durchgesetzt. Wir bewegen uns in die Richtung, ja. Und selbst heute, wenn ich das so in vielen Threads hier lese, scheinen viele Frauen zumindest noch finanziell abhängig von ihren Männern zu sein, befürchten zumindest finanzielle Einbussen, wenn sie sich trennen.
    Die Denkweise der Frauen, warum sie sich für ihre Partner so aufopfern finde ich auch noch eine sehr althergebrachte Denkweise.
    Auch ich habe das ja von meiner Mutter vorgelebt bekommen. Mein Vater ist trocken. Aber meine Mutter hat irgendwie nichts dazu gelernt.
    Ich finde, dass ich wesentlich selbständiger bin als meine Mutter. Vielelicht gerade deswegen, weil ich nie so sein wollte.Und dennoch bemerke ich jetzt dass doch ein anderer Teil in mir schlummert, der diese alten Werte vermittelt hat, wie eine Frau zu sein hat.
    Diesen widerspruch, den ich in mir trage habe ich früher nicht wahrgenommen. Eigentlich erst durch das lesen hier im Forum ist es mir bewußt geworden, dass auch dieser coabhängige Teil in mir schlummert.
    Anders als viele Partnerinnen von Alkoholikern habe ich zwar keine Ambitionen mich bis zum Burnout für einen Partner aufzuopfern oder ihn in seiner sucht verändern zu wollen. Das habe ich als Kind auch nie so gedacht oder erlebt, dass dies möglich sein könnte. Aber ich merke dass ich sehr tolerant gegenüber den bösen Auswirkungen des Alkohols bin. Für mich war es ja Tagesordnung und somit normal. zwar nervig, aber auch allmählich nichts besonderes mehr. Meine Toleranzgrenzen sind eigentlich viel zu hoch. Und obwohl ich ganz anders als meine mutter darüber denke, was man sich gefallen lassen sollte und was nicht habe ich allein durch ihr vorgelebtes Verhalten so eine Gleichgültigkeit gegenüber vielen Dingen entwickelt.

    vielleicht muß man es mal so sehen. ein kind, dass gerade laufen lernt fälkt auch desöfteren hin, tut sich weh. dennoch würde man niemals sagen, krabbel einfach dein leben aufallen vieren weiter, oder? jeder weiß, dass man da druch muß und dass man dem kind diesen schmerz nicht abnehmen kann. Also muß man den alkoholiker auch soo betrachten, das er noch paarmal sich abmüht, heftig auf die schnauze fallen wird, sich weh tun wird. aber dass es auch dazu gehört um diese erkennnis zu erhalten. So gehts net aufwärts. Man kann einem Menschen doch alles mögliche abnehmen, aber niemals das Lernen und die Einsicht.

    Es gibt ja das althergebrachte Bild der Frau, die bedingungslos liebt, sich für ihre Kinder und ihren Mann bis zum geht nicht mehr aufopfert. Die Frau/ Mutter, die immer für einen da ist, alles verzeiht, bis dass der Tod sie scheidet.. Die Mutter, die alles für ihre Kinder tut... Ich denke, diese Art von Erziehung, dass man durch derartiges Denken seine Liebe beweist trägt schon ganz schön zu Coabhängkeit bei. Denkt ihr auch, dass diese Art von "Frauenrolle" coabhängkeit fördert?

    Zitat von kaltblut

    Hallo,

    Coabhängigkeit ist die Unfähigkeit das Leben zu meistern ...

    LG Kaltblut


    So würde ich die Coabhängigkeit nichtbeschreiben. Viele Coabhängige meistern ja ihr Leben geradezu genial udn das ihres Partners noch dazu.

    Ich würde sagen, dass ein Coabhängiger imme rund immer wieder versucht die Verantwortung für den Partner mit zu übernehmen, auch ebne für dessen Krankheit. Er versucht damit auch den Partner "ändern" zu wollen. Und das ist dnke ich, das entscheidende.
    Man kann ja helfen so vile man will und so viel man schafft und wem auch immer. Wenn danach eine Zufriedenheit intritt und kien Burnout und keine Enttäuschung, dass man ausgebnuttz wird. So etwas ist kontolliertes helfen. Selbst wenn man da mal zu viele getan hat, beispielswiese beim Kumpel mal bei Umzug angepackt und sich übernommen hat ist das ja noch keine Coabhängigkeit. Da hat man eben sien eigenne Kräft mal überschätzt.
    Aber wenn die Erwartung dahinter steckt, dass derjenige dem man hilft sein Verhalten dafür einem selbst gegenüber verändert udn auch seine Gefühle sich verändern sollen ( er soll mich mehr lieben) dann ist es krankhaft. Er wird einen nicht mehr lieben sondern mehr und mehr ausnutzen und sich bequem seiner eigenen Sucht hingeben.

    Das ist es doch was der Coanghängige erstmal erkennen muß. Dann weiß man auch , dass man helfen kann bis zum Umfallen, aber nciht dem Süchtigen.
    Auch seinen Kindern muß man ja unter Umständen mehr helfen als einem lieb ist. Aber da wird man auch nciht krank von. erst dann , wenn man anfängt mal wieder gegen die Wand zu laufen. Wenn das eigene Kind der Sucht verfallen ist zum Beispiel.
    Ich sehe Coabhängigkeit als eine Verbohrtheit, eine Art Sturheit die Dinge nicht so annehmen zu wollen wie sie sind und mit allen Mitteln dagegen angehen zu wollen.
    Deswegen bringt kontrolliertes Coverhalten gegnüber dem Süchtigen auch nichts. Wenn ich mich ein wenig verschnaufe und dann nach ein paar Monaten wieder Anlauf hole um meinen Partner dann mit neu geschöpfter Kraft wieder verändern will dann laufe ich wieder gegen die Wand.
    Nicht das helfen an sich ist ja das kranke sondern das helfen und verhalten mit der Intention jemanden damit zu manipulieren.
    Das Schlimmeist ja, dass man als Mutter ja schon Erfolg hat, wenn man seine Kinder erzieht. Man kann sie beeinflussen und prägt sie. Da hat man dnn ja ein Erfolgserlebnis. Übertägt man das auf den Partner bleibt der Erfolg aus. Möglicherweise versteht man deshalb sehr schwer die eigene Krankheit und auch die Vorgehnsweise nicht. Das Erkennen der eigenen Krankheit und ihrer Zusammenhänge, das Akzeptieren dieser ist glaube ich beim Coabhängigen viel schwieriger als beim Alkoholiker.

    Liebe Insecure,
    ich bin auch aus selbigem grund mit 18 ausgezogen. Hatte mir mein Leben auch anders vorgestellt. Mein Vater hatte da auch kräftig nachgeholfen. Hatte Kerne in das Schlüsselloch gesteckt, damit ich nicht mehr ins Haus kam. Ich war über den Punkt weg, wo er mir Leid tat und irgendwie hat er es wohl gespürt udn daher kam wohl diese Reaktion. Ein Coabhängiger weniger war wohl eine Bedrohung für Mister Alkohol.
    Ich war erstmal hier und da bei Freudnen untergekommen. Ich war einerseits schon sehr selbstständig, andererseits überhaupt nicht.
    Zum Glück hatte ich meine Schule schon früh beendet und habe ohnehin einen Studienplatz in einer anderen Stadt bekommen. Da hätte ich eh ausziehen müssen. Sehr schell habe ich dann in der anderen Stadt alles um mich herum vergessen. Ich hatte nicht mehr viel Kontakt zu meinen Eltern, das kam dann später wieder. Aber zwischenzeitlich hatte er dann irgendwann auch eine Therapie gemacht und ist seitdem trocken.
    Alle Kinder ziehen früher oder später aus und ich denke, dass es für dich auch das beste ist es jetzt zu tun. Wenn du noch ien paar Jahre schule machen mußt, dann kannst du dich erstmal daruf konzentrieren. Sein Problem wird isch irgendwann auch von selebr lösen. Vorallem- DU hast da gar keine Einfluss drauf. Wohl aber auf dein eigenes Leben.
    Hätte ich damals irgendwie davon gewußt, so ein Forum gehabt wäre ich schon mit 13 in eine Jugend-WG eingezogen. Du mußt zum Jugendamt oder Sozialdienst gehen und deine Situation schildern. Die helfen dir. Vielleicht bekommst du auch schon eine eigene Wohnung. oder du gründest selber eine WG. Und halte dich in Zukunft fern von Menschen, die nach Sucht riechen. Schau dir die Menschen genau an mit denen du künftig zu tun hast. Du bist noch so jung und hast schon viel erlebt, was dich auch eventuell empfänglich dafür macht wieder in so eine ähnliche Situation zu geraten. Leider ist es bei uns Kindern von Alkoholikern so, dass wir uns irgendwie einerseits "zuhause" fühlen in den alten kaputten Mustern und dann aber wieder total abgestoßen von dieser kaputten Welt. Wir schwanken zwischen Vorbild und Abschreckung. Sicher hast du dir auch vorgenommen , dass du so nie leben möchtest. Halte unbedingt daran fest, denn es wird sicher Momente geben, wo du dich auch wieder nach solchem Leben sehnst, vielleicht unterbewußt. Denke dran, dass du niemals das Problem eines anderen zu DEINEM Problem machst. Ich finde es sehr schön beschrieben mit dem Menschen, der auf dem Sofa sitzen bleiben will. Gönn dir deine Ruhe und konzentriere dich auf deine schule, deine zukunft. Leider ist es so, dass es bei ALkoholikern immer schlimmer wird mit dem Konsum. Auch mit den damit verbundenen Wesensveränderungen. Daher ist es für dich besonders wichitg, dass du dir eine gute Zukunft vorbereitest. Du wirs immer mehr auf dich selbst gestellt sein. So traurig das ist,aber so ist es. Deinen Vater kannst du nciht ändern, die Krankehit hat ihren Verlauf. Das ist sehr traurig udn ich würde dir auch gerne was anderes schreiben. Auch bei meinem Vater wurd es richtig krass und es grenzt an ein Wunder, dass er das alles überlebt hat. Aber keiner von uns Kindern , auch nicht meine mutter konnten dazu beitragen, dass er früher aufgehört hätte zu tirnken. Er brauchte seinen Tiefpunkt, Genau so wie es hier überall beschrieben steht so ist es auch in der realität. Da die Zeit bis zu diesem tiefpunkt ziemlich bitter war wünsche ich das anderen, dass sie das nicht miterleben müssen. Wenn ich dann in einigen threads lese, dann wünsche ich und hoffe ich dass sie zumindest eine andere Lösung finden, eine andere Möglichkeit sehen, das der Partner aufhört zu trinken. Ich glaube sogar, dass früher als ich als Selbstbetroffen ein der Situation steckte sogar weniger Hoffnung hatte als alle zusammen hier, dass man meinem Vater helfen könne. ich glaube instinktiv habe ich es schon verstanden was los ist. Wenn ich dann manchmal hier für andere hoffe muß ich mich immer wieder dran erinnern wie es damals war und denke dann doch: so wirds bei allen anderen auch laufen. Ich wünschte mir auch die Medizin oder die Wissenschaft hätte mittlerweile etwas erfunden, irgendein Wundermittel. ich wünschte mir, dass Alkohol mittlerweile generell verboten wäre. Aber davon sind wir weit entfernt.

    Insecure, Du hast noch vieles vor dir. freue dich auf dein eigenes leben, nimm es selber in die Hände. Das ist das einzige was du selber beeinflussen kannst. Ich wünsche dir alles Gute und viel Stärke.
    Hier im Forum findest Du viele Menschen, die dich verstehen und dir beiseite stehen. Du bist nicht alleine, auch wenn du dich draussen mal unverstanden fühlst. Nutze das für dich, ich hoffe noch viel von dir zu hören.

    Ich hatte meine Mutter früher immer gefragt. Warum gehen wir nicht einfach? Ich glaube, da war ich 13, hatte schon viel mitgemacht und aber besonders meine Mutter leiden sehen. Das war für mich noch schlimmer. mein Vater war mir egal. ich wollte einfach nur ein normales, freies Leben leben. Wo ich meine Ruhe, meine Sicherheit hatte. Wo ich auch ohne Angst leben konnte, Freunde einladen ohne gestört zu werden. Wo es nicht wüst aussah, sondern gemütlich.
    Wir sind aber geblieben, denn meine Mutter sagte mir: Ich kann nicht.
    Ich bin mit 18 ausgezogen.
    Jeder muß für sich entscheiden, wieviel Leid er aushalten kann und will. Das hängt ja auch davon ab, welche Ansprüche man selbst an sein leben stellt. Trennung ist immer etwas was man für sich selbst machen sollte, um genügend Abstand zu haben, Kraft zu sammeln und die Dinge aus der Distanz zu berachten. Eine räumliche Trennung muß ja nicht auch bedeuten, dass man sich scheiden lassen möchte oder die Kinder ihren Vater verlieren. Die kinder verlieren ihren Vater viel mehr an den Alkohol als an der tatsache, dass sie nich tmehr zuhause wohnen.
    Ebenso ist es mit der Partnerschaft. Ob zuahuse oder nicht- der nasse alkoholiker wird mehr und mehr trinken, dem Alkohol immer stärker verfallen, wenn er nicht von selbst aussteigt. Da möchte ich nur ein Beispiel sehen, wo es anders ist.

    Wenn ich hier lese wieviel Jahre ein Mensch in der Regel getrunken hat um seinen Tiefpunkt zu erreichen und wie es auch bei meinem Vater war, also mindestens 20 Jahre !!!!
    Meine Mutter hat das ausgehalten, ich bewundere sie nciht dafür. Eins war mir klar: Ich wollte nie so werden wie sie. Ich lebe bis heute alleine. Habe selten in einer Beziehung in gemeinsamer Wohnung gelebt und wenn, dann imer mit eigener Rückzugsmöglichkeit. Anders ist das für mich auch nicht denkbar. Auf jeden Fall aber finanzielle Unabhängigkeit. Anders könnte ich es nicht ertragen. Dabei spielt es keine Rolle, ob mein Partner süchtig oder nicht süchtig wäre. Ich möchte frei sein, auch in der Beziehung.
    Ich würde übrigens auch keine Partner haben wollen, der mir ständig hineinredet in n individuelle Entscheidungen , ob ich zB. rauche, zu viel oder ungesund oder Fleisch esse, mit wem ich mich treffe usw
    Ich bin der Meinung, man kann einen Süchtigen lieben, aber nur aus der Distanz heraus, man kann nicht mit ihm leben oder eine Zukunft aufbauen.
    Diese Wahrheit zu erkennen und zu akzeptieren tut weh und zu gerne wird es verdrängt, dahin geschoben. Ich würde auch niemanden überreden sich zu trennen, denn das Bedürfnis muß auch von selber wachsen. Erst wenn man erkannt hat, was die Sucht bedeutet , dass es da keinen Ausweg gibt auf den man selbst Einfluss hat , kann man sich überlegen, was für ein selber am besten ist.

    Ich denke, die beste Methode dazu ist hier im Forum viele viele Geschichten zu lesen und selber erkennen, dass alles aufs gleiche hinaus läuft. Ganz wichtig ist auch der Faktor Zeit finde ich. Wenn ich heute mit einem Alkoholiker zusammen bin, der seit 2 Jahren trinkt und ich stehe vor der Wahl mit ihm eine Familie mit Kindern zu gründen , zu heiraten- ich würde es nicht tun. Ich wüßte das ist ein langer Leidensweg udn ich ziehe da noch andere mit rein.
    Viele Beziehungen halten allerdings ja eh nicht sehr lange. Ich glaube, wenn man eingermaßen "fit" ist würde man es auch nicht allzulange mit einem ALkoholiker aushalten. Nicht jede Frau läßt sich erniedrigen, anlügen, betrügen etc. Viele setzen ihre Grenzen schon früher und trennen sich völlig. Viel mehr hat das Ganze doch damit zu tun sich abzugrenzen, sich zu schützen und aber auch seinen Stolz, seine Würde, sein eigenes Gesicht zu behalten und sich selbst wichtig zu sein, eigene Entscheidungen zu treffen, was gut ist.
    Darum empfehle ich auch immer wieder zu diesem Thema den Thread von Paddy zu lesen: "Die Liebe, die uns so zusammenhält". Das gibt viel zu denken und viele Aha-Erlebnisse, finde ich.

    Liebe Joanne,
    wenn du kleine Schritte brauchst, dannmache kleine schritte. versuch nur nich vom Weg abzukommen. Vielleicht ist Dein Ziel noch nicht so klar, auf dass du hinaus willst. Darum bewegst du dich nur zögerlich, und auch mal wieder nen schritt zurück. Aber so nach und nach kannst du lernen nicht immer wieder die gleichen fehler zu machen. In erster Linie mußt du umdenken, begreifen, was los ist. Ich sehe, dass Du die Sucht noch nicht als solche begreifst und verstanden hast.
    Das ist was Harmut mit Kapitulieren meint. Immer und immer wieder denkst Du noch, dass Du ihn aus Liebe dazu bewegen könntest nicht mehr zu trinken. Du denkst, das muß doch irgendwie gehen. Er muß sich nur ien bißchen zusammenreißen. Er müßte es doch für Dich und das Kind tun. so denken alle. Bis sie verstanden haben, dass der Partner der Sucht ausgeliefert ist.
    Ich lese hier im Forum auch immer so eine Art Widerspruch. Zum einen wird gesagt, dass der Süchtige seinen eigenen Teifpunkt erreichen muß um aufzuhören. Und das sehe ich auch so. Das habe ich erlebt bei meiem Vater . ich kenen es auh vom eigenen Raucehn, wo es ebenso ist. Da kann einem keienr was erzählen.

    Dann andererseits wird gesagt, dass man mit dem Partner redet und ihn dann notfalls auch verlässt, wenn er keine Therapie macht. Das klingt nach Erpressung und ich kann verstehen, wenn der Partner sich nicht drauf einläßt. jeder hat doch das recht krank zu sein, sich Tod zu saufen oder zu fressen oder zu rauchen. Jeder hat das Recht nichts an seiner Krankheit zu ändern.

    Und es amcht keinen Unterschied, ob Du danch schielst wieviel er trinkt oder ob er mal einen Tag schafft nichts zu trinken oder auch ne woche oder auch nen Monat. Es gibt nur zwei Möglichkeiten:
    1. Er ist süchtig
    2. Er ist nicht süchtig.

    Nach alledem was du über deinen Mann schreibst siehst es für mich aus als ob er süchtig ist.
    Wäre er es nicht, könntest du vielleicht noch über seinen Konsum diskutieren. Selbst dann würde es schwierig sein. Weißt du wieviele Übergewichtige genau wissen wie ungesund es ist, was sie essen und wieviel Kalorien das hat und welche Konsequenzen für ihre Gesundheit?
    Weißt du was die denken würden, wenn der Partner sagt: Du bist ja jetzt nur noch immer so müde, so träge ,so unsportlich. Ich gehe jetzt, wenn du nicht sofort abnimmst. Was glaubst du wieviele dann abnehmen würden?

    Im Moment ist Dein Kopf noch sehr verbohrt darauf, dass Du ihn doch irgendwie noch überzeugen können müßtest. Darum versuche jetzt nur mal eines: Nimm es jetzt mal an, dass er süchtig damit krank ist. Das ist auch keine vorrübergehende Krankheit. Das ist eine unheilbare Krankheit.
    Joanne, dieser Mann, der Vater von Deinem Kind ist unheilbar krank. er IST einer Sucht verfallen. Er MUSS im Moment trinken ob er will oder nicht.

    Und dann fragst du dich jetzt vielleicht, ob es da denn keine einzige klitzekleine Chance gibt da raus zu kommen. Ja, die gibt es. Wenn ER seinen Absoluten Tiefpunkt erreicht, könnte ER es schaffen SICH DARAUS zu befreien.
    Lies das nochmal genau, diese letzen Sätze. ER könnte es schaffen.
    Nicht DU.

    Du hast auch zwei Möglichkeiten:

    1. Du lebst weiterhin MIT ihm und tust Dir und Deinem Kind alle Begleiteffekte des Alkoholismus an, oder versuchst dich weitgehendst damit zu arrangieren, dass ihr nicht so drunter leidet. Wie auch immer du das anstellen magst.

    2. Du findest einen Weg für Dich und Dein Kind OHNE mit ihm den Begleiterscheinungen der Krankheit zu leben.

    denn diese Krankheit befällt nicht nur ihn. Sie hat auch Auswirkungen auf Euch, wie du ja bereits bemerkt hast.

    Was Du im Moment machst ist Dir immer wieder Hoffnung zu machen , dass es vielleicht doch nicht so ist wie es ist. Und deswegen leidest du so sehr.

    Es ist sehr ähnlich wie die Situation, wenn man eine nahestehende Person gestorben ist und Du es nicht wahrhaben willst. Es ist sogar sehr ähnlich, denn dieser Mann wird sich immer mehr verändern. Schon jetzt ist er nicht mehr der der er mal war. Und das wird immer stärker. Das ist leider der Verlauf der Krankheit. Ich habe es so erfahren und ich lese es hier auch ausnahmslos in den Threads. Da gibts keine Ausnahme und die Art und Weise wie sich der Mensch verändert ist auch sehr ähnlich.
    Er wird mehr und mehr trinken, er wird immer ekeliger. Du wirst immer mehr leiden, immer mehr durchdrehen. Da macht es auch keine Unterschied, wenn er mal ein Glas mehr oder weniger trinkt.
    Egal, ob du die Kiste kaufst oder er. Er wird immer mehr trinken, weil sein Körper danach verlangt.
    Seine Gedanken werden auch mehr und mehr um das Suchtmittel kreisen.

    Für Dich bleibt nur ein einzige Frage. Was machst du für dich und deinem Kind daraus.

    Jeder hier im thread steckte schonmal in deiner situation und jeder hätte sich gewünscht, das es anders wäre, dass der Partner jetzt sofort und irgendwie seinen tiefpunkt erreichen würde. Man fragt sich wie man da nachhelfen könnte. Da neigt man auch zu versuchen zu drohen, dass man auszieht und damit den Tiefpunkt heraufzubeschwören. Das mag klappen, ne zeit lang, vielleicht geht es schief. vielleicht wird er dann wieder rückfällig. Ich glaube ein Mensch der einen richtigen bösen Tiefpunkt, einen Zusammenbruch oder sowas erlitten hat und selbst in therapie geht hat echte Chancen sich für immer aus seiner Sucht zu befreien.
    mein Vater hat es genau so geschafft. Er ist noch immer trocken ohne je einen Rückfall erlitten zu haben. Du siehst, auch ich lebe noch. aber ich bin Kind eines Alkoholikers und ich bin nicht ohne Grund hier angemeldet. Und was ich durchgemacht habe wünsche ich deinem Kind nicht durchmachen zu müssen.

    Ich finde jetzteigentlich nicht das Kontrollieren an sich das schlimmste. Nur so bemerkt man ja, ob das Trinken an sich schon gewisse Ausmaße überschritten hat. aber wenn man es dann festgestellt hat sollte man auch seine konsequenzen daraus ziehn und grenzen setzen.
    Denn offensichtlich gefällt es dir ja nicht, was du da siehst,oder?
    Wie weit willst du das noch zulassen? Alkoholsucht wird immer schlimmer, nicht besser. Und es gibt auch kein Zurück ins kontrollierte trinekn, dann ist es noch keine Sucht. Glaubst oder hoffst du dass er noch nicht süchtig ist? Und wenn es so wäre, willst du dann abwarten bis er auch diese stufe erreicht hat?
    Da Du keinen Einfluss auf sein Trinkverhalten hast , besonders wenn er schon süchtig ist, solltest Du DIch fragen, wie DU mit der Sucht umgehst.
    Willst und kannst Du damit leben, ohne dass Du darunter leidest? Dann lass ihn einfach trinken.
    Oder entspricht das absolut nicht Deiner Vorstellung? Dann setze Grenzen für Dich.

    Dass jemand Therapeut ist bedeutet nicht, dass er makellos ist. Oft ist tatsächlich eher das Gegenteil der Fall. Das trifft auch auf andere Berufe zu. Es gibt Köche, die zuhause Fastfood essen. Polizisten, die auf der Autobahn rasen. Ärzte , die unter Übergewicht leiden....
    Das zeigt doch gerade wie krass die sucht ist. Diese Menschen verfügen über das Wissen , aber haben ihren eigenen Tiefpunkt noch nciht erreicht. man kann sich ja nur dann helfen lassen, wenn man es selebr will. Und wollen , will man erst, wenn man darunter leidet. Also müssen die Therapeuten auch erst leiden.
    Ich sehe es immer deutlicher und begreife es imemr mehr, wie wichitig dieser Leidenspunkt ist. Man kann niemanden durch Reden oder Druck oder sonstwas davon überzeugen aus seiner sucht auszusteigen.
    Nikotinsucht ist ja übrigens auch eine sehr starke körperliche Abhängigkeit. Ich habe selbst mal geraucht und weiß, wie wenig oder garnicht ich mich von anderen beeinflussen lassen habe. Est als ich wollte, habe ich mich umgehört bei Bekannten, wie die das geschafft haben. Und dann hats auch noch ne weile gedauert. Es gehört einfach eine FESTE ENTSCHLOSSENHEIT dazu jetzt wirklich aussteigen zu wollen. Ich hatte mehrere versuche, die eher experimenten glichen, ob ich es wohl schaffe , um mir zu beweisen, DASS ich es schaffe. Aber das genügt nicht. Im Gegenteil. Das kann man gleich lassen, dann ist man auch nicht frustriert.
    Und auch der Rat von Experten hätte mich da niemals beeindruckt.

    Hallo Hartmut,
    Deine Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten.
    In einer ähnlichen Variante wollte ich auch unter "Sonstiges" dazu anregen, sich die Sucht der Coabhängikeit einmal genauer zu reflektieren, verusachen zu bechreiben, was da überhaupt passiert. Denn es sit in der Tat anders als beim Alkohol, dann auch wieder ähnlich.
    Ich habe mal versucht das als Suchtfalle zu bezeichnet. Jedes Fläschchen Wein zu trinken ist wie bei dem Coabhängigen in eine Suchtfalle zu treten.

    Kontrollieren?
    Würde ja bedeuten, dass ich mal ne Woche mich ins Zeug schmeiße und alles dafür tue um meinen Partner in seiner Sucht zu unterstützen und dann wieder voll los lege. Sowas gibts ja in der Tat. Statt eine Entscheidung zu vollziehen, nämlich genau die des Alkoholikers auch- absolut nicht mehr mit dem Alkohol im Haus leben zu wollen - denken ja einige, das es erstmal gut ist ne Kur zu machen, Abstand zu gewinnen, bei einer Freundin / Mutter für eine Woche unterzukommen und aufzutanken, um dann was zu tun? Wieder ein bißchen Energie getankt zu haben , um dann wieder voll in sein Element zurück zu kehren und als Coabhängie wieder fit zu sein.
    Vielleicht liegt es daran, dass die meisten, die sich hier anmelden denken, dass sie sich gegen den Partner entscheiden, wenn sie sich trennen und damit die Welt zusammenbricht und die Partnerschaft zu Ende ist. In Wirklichkeit entscheidet man sich als Coabhängige bei einer Trennung genauso gegen den Alkohol, also dessen Auswirkungen genau genommen.

    Ich bin ja als Kind eines ALkoholikers aufgewachsen mit der Sucht und ich könnte jedem hier Ratschläge geben, wie man einigermaßen überlebt, auch mit der Sucht, denn ich lebe ja noch. Aber die frage ist doch: Wie möchte man leben, was für eine Lebensqualität möchte man haben. Möchte man, dass seine Kinder jeden Tag leiden, keine Freunde mit nach hause bringen,weil sie sich schämen und die Mutter ständig weinend und Selbstgespräche führend den Abwasch macht. Klar, da gibts ne gute Lösung: Hau einfach ab und komm abends nur zum Schlafen wieder.
    Und dann Tür zuschließen. Dann hat man vielleicht nur den halben Stress.
    Aber damit lebst du ständig auf der Flucht.

    Was aber beide Partner bedenken müssen, dass die Sucht sich immer stärker entwickelt.
    Wer mehr oder weniger in der beziehung ausharrt, der "bedient die alkoholsuch" auch mehr oder weniger. Man ist als CO ja nicht süchtig nach Alkohol, auch nicht nach dem Partner an sich. Die Sucht besteht ja darin sich den "auswirkungen des Alkohols" nicht wiedersetzen zu können. Der trinkende kann es nicht kontrollieren. Der alkohol macht ihn körperlich kaputt. Das weiß er in der regel auch , und er kann nicht nein sagen. Beim Coabhängigen interveniert der Alkohol in sein Leben durch Lügen, Gewalt, Demütigung, betrügen, Unaufmersamkeiten, Unzuverlässigkeiten usw. Macht damit auch die Psyche des Menschen kaputt. genauso logisch wäre es doch, dass der Coabhängige NEIN zum Leben mit dem Alkohol sagt wie er es von seinem Partner verlangt. Stattdessen will er/sie , dass allein der Partner dieses Problem für sich und damit auch gleichzeitig für sich selbst löst. Ich sehe diese Sucht als ein Unfähigkeit Grenzen zu setzen, sich in seinen bedürfnissen durchzusetzen. Man toleriert mehr und mehr Dinge , die man in Wirklichkeit hasst, niemals tolerieren würde. Man würde sie auch bei anderen Menschen niemals in Kauf nehmen. Man würde sich nie von anderen Mitmenschen schlagen lassen, demütigen oder belügen lassen. Ein Fremder, die das gleiche tut, wie der trinkende Ehemann oder Vater wäre längst rausgeflogen.
    Es sind Situationen, wo CO es immer wieder nicht schafft Nein zu sagen. Und wenn CO es dochmal schafft sich irgendwie rauszuwinden aus der Cofalle, fängt der Süchtige sie wieder ein. Durch schlechtes gewissen, Schuldzuweisungen. Umgekehrt arbeitet CO ja mit den gleichen Mitteln: Vorwürfe, schuldzuweisungen, Druck sezen, Erpressungen.

    Ein bißchen weniger trinken oder mal ne Woche garnicht wirkt sich zwar auch auf den Co aus, der hat dann ne woche Ruhe. Das wäre dann das gleiche als ob er ne Woche zur Oma fährt. So löst sich das Problem Sucht eben nicht.

    Menschen, die auharren, bis der trinkende Partner seinen Tiefpunkt gefunden hat gibt es ja selten. Daran sieht amn doch auch wer letzlich sogar noch mehr unter dem Alkohol leidet. Derjenige, der trinkt und dann hart um sich schlägt, sei es mit Worten, sei es mit Fäusten, der kriegt ja unter Umständen nicht einmal was davon mit. Und Alkohol betäubt ja auch die Gefühle. So passiert es dann, dass eine ganze Familie in Mitleidenschaft gezogen wird, weil eben auch die Coabhängige Person sich nicht trennen kann. Ein bißchen Nein sagen, sich ein bißchen trennen, zurück ziehen, also beispielsweise mal für ein paar Monate, ist besser als garnichts. Es trägt ja vielleicht in dem Moment dazu bei, dass man spürt, dass es einem auch besser gehen "kann". Und auch für Kinder ist es mal ne Möglichkeit sich in Ruhe zu entwickeln. Diese Erfahrungen könntenja schon dazu beitragen ein bißchen bewußtsein dahingehend zu entwickeln, dass man sich irgendwann mal ganz trennen "muß". leider sieht es eher so aus, dass der Süchtige dann meint, dass ers ja doch ganz gut im Griff hat. so nach dem motto: es geht ja doch.

    Also , wenn ichs richtig verstanden habe läßt du dich von irgendsoner Gruppe anstiften nichts mehr für ihn zu tun, wunderst dich dann, dass du ihn damit in die Arme einer anderen Frau treibst, wo er dann auch noch schauspielern muß, damit sie ihn mag,. Dann nimmst Du ihm auch noch den Hund weg. Und selbst, wenn er Dir Schläge androht und sogar Dein Kind herhalten muß, bist Du noch der Sturkopf und läßt dich nicht erweichen? Ne, dann hast Du den Kerl einfach irgendwie nicht verdient. Du bist einfach ne Nummer zu egoistisch. Lass ihn doch sein Spaß.

    Ich freue mich auch über alle eure Beiträge. Auch ich lese mir diesen thread immer wieder aufs neue durch und entdecke mehr und mehr dinge, die ich vorher überlesen hatte oder auch noch nicht so verinnerlicht.
    Ich denke, dies ist auch ein thread, den wir uns gemeinsam erarbeitet haben. Das finde ich sher schön und sehr hilfreich, weil aus dem einen Erkenntnis iweder ein anderes Neues folgte. Vielen Dank, ich würde mich freuen, wenn hier noch viele weitere schreiben.

    Liebe Sisu,
    was ich Dir mitteilen möchte ist, dass ich gut nachempfinden kann wie du dich fühlst. ich bin in sehr ähnlicher Situation. Mit der Ausnahme, dass ich nichts an meiner verkorksten Familie ändern will/ kann/ muß.
    Allein mir zu erkämpfen, dass es mir gut geht ist schon eine große Aufgabe.
    ich bin auch in meinem Leben ständig begleitet von Depressionen. Mal mehr und mal weniger starke.
    ich habe nie Antidepressiva eingenommen und ich kann nciht sagen, ob das ne gute oder keine gute entscheidung war. Vielleicht hätte ich mir manches Leid dadruch erspart. Viellicht wäre ich dann aber auch nicht an dem Punkt wo ich jetzt bin..meine einzige Sorge ist dann, wie ich diesen Zustand wieder los werde. Ich habe schon sehr viel über Depressionen gelesen und tue es noch. auch habe ich mein eigens Bild darüber. bei allen meinen Krankheiten frage ich mich als erstes: Was hat das für einen Sinn? Warum bekommt mein Körper das jetzt? Was will er mir damit sagen. meine Depressioenn sind in meien augen ein warnsignal. Alarmstufe rot. ICH KANN NICHT MEHR. Nichts geht mehr. Das bißcehn Energie was ich noch habe benötige ich um meine elemntarsten Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Ich shcotte mich ab, ich mache dicht, habe kien energie, keine Lust mehr, will niemanden sehen ( oder doch?), mir aber nciht die Mühe machen, denn das ksotet Energie, die ich ja nicht habe.Das schlimmste, ich habe auch nciht mehr die Energie mich aus diesem teufelskreis zu befreien. So betrachtet ähnelt das sogar einer Sucht. ausser, dass eine Depression nichts schönes, berauschendes ist, sonnern eher etwas Angst machendes. Der Körper sagt mir, dass ihm etwas bzw alles zu viel geworden ist und ich endlich mal auf mich hätte hören müssen, bevor ich zu diesem Absturz komme. Im Nachhinein weiß man das besser, aber in akutem Zusatnd hilft einem das auch nciht weiter. Einmal waren meine Depressionen so akut, dass ich es nur unter schwersten Umständen meinen Alltag bewältigen konnte. Wie ein nasser Alkoholiker habe ich versucht mir ncihts anmerken zu lassen. Kochen , Abwasch, aufräumen wahren die reinste Qual. Andere Menschen habe ich nicht ertragen und mit Ausreden abgewimmelt. Fast das Schlimmste war, dass ich mich selbst so sehr unter Druck gesetzt habe, dass es doch wieder aufhören müsse, dass ich doch wieder funktioneiren müsse. Das Ganze hat sich über Monate hingezogen. Genau genommen mehr als ein Jahr.
    Die meiste Zeit habe ich auf dem sofa verbracht, mit einem schlechten gewissen und Angst und Panik.
    irgendwann habe ich dann zu mir selbst gesagt:Ok. so ist das jetzt , Dein zustand. ich probiere jetzt folgendes. wenn ich mich shclapp fühle lege ich mich sofort ins Bett und "gestatte" mir so viel schlaf und Ruhe wie ich brauche. Und zwar ohne schlechtes gewissen. Es ist halt im moment einfach so. Und die kleinen kurzen Momente dazwischen mache ich schnell das nötigste. Eigentlich so, wie ichs ja vorher auch shcon gemacht habe, aber mit dem Unterschied mich nciht mehr schuldig , und schlecht dabei zu fühlen und bewußt zu handeln. Dahin gehend , dass ich mich dann immer ein bißchen mehr steigern konnte. Dieses Akzeptieren des IST-Zustands hat es mir tatsächlich geholfen da alleien wieder rauszukommen. Daher empfehle ich Dir auch zu hören, was auch Kaleu sagt.
    Ich hänge mich manchmal mit meinen Gedanken und Problemen so auf, dass sich alles nur im Kreise dreht und ich keinen weg raus mehr finde. Ähnlich wie bei einem PC, wo mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen und der sich dann aufhängt und nur noch ein Neustart hilft.
    In kleinen Schritten wieder alles von vorne aufbauen.
    Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. Wenn Du dafür sensibilisiert wirst bzw Dich selbst dafür sensibilisierst kannst Du mit der nächsten Depression vielleicht schon im Vorfeld besser umgehen. Du kannst Dich nicht schützen vor Dingen, die Dich bewegen, Dich stören. teilweise vielleicht, aber sicher nicht 100%. Auch schlimme Ereignisse auf die Du keinen Einfluss hast führen zu Depressionen. Aber Du kannst versuchen es dahingehend zu kontrollieren, indem Du Deine Art und Weise, wie Du über Dinge denkst beeinflußt. Auch Geduld gehört dazu. Einsicht, dass Du Deine Ressourcen anders einteilen mußt. Man muß lernen viele Dinge auch einfach so zu nehmen wie sie sind, ohne dagegen ankämpfen zu wollen.
    Da sind wir wieder bei der Kämpferin....

    Liebe Sisu,
    ich höre da ne Menge Kampfgeist, ein großer Wille ein glückliches und gelungenen Leben zu erkämpfen.
    Ich höre da "Angst bestimmt dein Leben und dein Handeln!?!????".
    Also aufi, stolze Kämpferin und besiege die Angst.
    Schau Dir Deine Waffen an mit denen Du kämpfst. Wie sehen die aus?
    Und wenn Du Dich umschaust findest Du hier im Forum sogar ein ganz schönes Heer hinter Dir, dass Dir zur Seite steht. Also, sags uns, gib uns Anweisungen, wohin soll die Reise gehen?
    Mir gefällt es ganz gut, der Gedanke einen Schlachtplan aufzustellen.