Beiträge von Frozen Tears

    Hallo Just, auch ich hatte mal eine solche Phase. Wenn man aber solche eher unbegründeten Ängste aufbaut steckt, so meine ich, doch etwas ganz anderes dahinter.
    Versuche mal ganz logisch an die sache heranzugehen. Stelle Dir mal vor, dass nicht Du der betroffene bis, sondern ein freund, der sich einen Rat von Dir holen möchte. was würdest Du ihm raten?
    Wenn es irgendwo begründet ist, dass man sich mit HIV infiziert haben könnte dann sollte man den test unbedingt machen, denn heutzutage gibt es schon gute Medikamente, die dir dann helfen würden.

    Aber es scheint eher so, als ob Deine Angst unbegründet ist. So gesehen könnte man nach jedem ungeschützten verkehr eine Test machen. Jahrelang verheiratete Ehefrauen, die sich vermutlich garnicht schützen müßten immerzu eine Test machen, weil sie vermuten, dass der Ehemann sie vielleicht betrügt.

    Was macht dieses Mißtrauen eigentlich mit Dir? Es schafft Dir Distanz, oder? Ist es nicht vielleicht genau diese Nähe, diese Verbundenheit, die Du im Grunde befürchtest?
    Dieses 'Sich auf jemanden einlassen' birgt auch immer die Gefahr, dass man verletzt, verlassen wird. Da versucht man lieber die Kontrolle über seine Gefühle zu behalten, was meistens doch aber schwer gelingt. Noch besser ist es also, wenn man seinem gegenüber einfach nicht vertraut und ihm/ihr unterstellt, dass er/sie HIV-infiziert sei, um sie/ihn sich so effizient 'vom Leibe' zu halten.
    Ob es klug ist zu lernen Ängste auszuhalten ist eine nadere Sache. Bei einigen scheint es geholfen zu haben, wenn sie konfrontiert werden mit genau dem wovor sie sich fürchten. Ist in Deinem Fall ja nicht möglich.
    Dennoch finde ich steckt da keine so falsche Idee hinter.

    Das Leben steckt im Grunde voller Risikos. Damit muß man leben. Man könnte sich bei jedem Glatteis draussen ein Bein brechen. Trotzdem geht man im winter raus. Vorsicht ist immer gut, aber man sollte auch nicht übertreiben. Wenn es trotz aller sicherheitsmaßnahmen doch passiert muß man damit leben. Ändern kann man eh nichts dran, selbst wenn man auf alles verzichtet und zuhause bleibt. Da kann dann das Haus abbrennen. Nichts ist Dir 100% sicher - außer der Tod.

    Ich sage mir immer, der Narr, der von nichts weiß hat es am besten. leider bin ich auch oftmals kopflastig und viel zu kritisch. Aber wenn ich mir dessen bewußt werde und einfach loslasse von diesen absurden Gedanken und Vorstellungen geht es mir schon viel besser.

    ich vermute, dass wir als Kinder von Alkoholikern es besonders schwer haben. Bei uns war nie etwas sicher, jeden Tag eine neue Überraschung, ein Wechselbad der Gefühle auf dass wir uns immer wieder einstellen mußten.
    Es gab nichts worauf man sich verlassen konnte und wie soll man da Vertrauen aufbauen. Worauf ich vertrauen konnte waren meine eigenen Gefühle, mehr nicht. Ja, selbst die lagen manchmal verkehrt. trotzdem haben wir gelebt und überlebt. Viele erwachsene Kinder von Alkoholikern mußten in ständiger gefahr und Angst leben. Gewalt war oft im Spiel.
    Ich weiß nicht, ob es bei Dir auch der Fall war. Aber mit einem Alkoholiker zuhause ist alles möglich. Jeder Alkoholiker ist unberechenbar. Er kann jahrelang ein ruhiger Typ sein und macht plötzlich irre Dinge. Ich glaube eigentlich, dass wir ein ganz gutes Gespür für Gefahr entwickelt haben (mußten). Aber manchmal möchte man es auch nicht, dieses immer in Alarmbereitschaft sein.
    Wenn Du aber eine Frau triffst und Dir Dein Gefühl sagt, dass sie Dir nicht gut tut, dann lass sie einfach gehen. Aber gib den Menschen auch eine Chance gut und vertrauenswürdig zu sein. Dazu mußt Du immer ein Risiko eingehen. Wenn dich jemand enttäuscht, und das wird immer mal wieder passieren, dann kannst Du ja immer noch handeln. Aber verurteile dann nicht alle. Sowas macht man ja leider zu schnell. Aber genau genommen möchte man ja aber auch nicht von anderen Leuten verurteilt werden für etwas, was andere vorher mit ihnen gemacht haben, stimmts?

    Hallo,
    da hast Du ja auch schon so einiges durchgemacht und dein Vater schafft es wohl die ganze Familie zu beschäftigen.
    Ich kann es gut nachvollziehen, dass ihr ihn sozusgaen aufpeppeln wolltet, so dass er zumindest hin und wieder was vernünftiges ißt und nicht in den vollkommenenn finanziellen ruin gerät. leider zögert man damit nur einiges hinaus. Nämlich den vollkommenen Absturz, der irgendwann kommen wird. Und dann vielelciht den Vater zum erwachen, zur besinnung bringt und er seinen tiefpunkt erreicht. oder aber auch nicht. das was für dich/euch wohl längst schon aussieht wie ein tiefpunkt empfindet ein alkoholiker längst noch nciht als schlimm oder veränderungsbedürftog. Es läuft ja noch allles. die ansprüche sind bereits drastisch zurück geschraubt. die persönlichkeit ändert sich stark unter alkohol. es ist wirklich schlimm nichts machen zu können ausser dafür zu sorgen, dass es einem selbst nicht zu sehr an die nieren geht.

    lg
    Frozen tears

    Noch etwas, was ich Dir raten würde:
    Seinem eigenen Vater den Tod zu wünschen ist natürlich ein ziemlich heftiges Gefühl. Aber es entwickelt sich nicht grundlos. Ich hatte ja auch dieses Gefühl, diese Wut, diese Ohnmacht, diese Hilflosigkeit, dieses Ausgeliefertsein, diese Abhängigkeit in der Situation. Auf jeden Fall wäre es auch gut, wenn Du Dir professionelle Hilfe suchst, damit Du nicht alleine bist mit diesen ganzen emotionalen Problemen während Deines Studiums.
    Hier lesen hilft aber sicher auch schon einen Schritt weiter.
    Diese Sucht der Eltern verstehen oder nachvollziehen zu können und auch als Krankheit zu akzeptieren würde Dir sicher helfen können besser damit umzugehen. Für mich selber ist das noch imemr die größte Baustelle.
    In meiner Jugend hatte ich nur das Gefühl, dass mein Vater in seienr Rolle als Vater 100% versagt hat und ich fühlte mich von ihm im Stich gelassen. Nicht nur das. Er störte ja noch dazu das Familienleben und es gab oft Streit mit meiner Mutter, wofür ich ihn dann auch hasste.
    Was ich aber dmals noch nicht erkannte war die Coabhängigkeit meiner Mutter. Auch ich und meine Geschwister sagten ihr immer, dass sie sich trennen solle. Aber sie konnte es nicht. Bis heute sind sie noch zusammen. Ich muß aber sagen, dass mein Vater es letztlich geschafft hat durch eine Langzeittherapie trocken zu werden und zu bleiben. Auch ist er heute ein ganz anderer Mensch.
    Was ich Dir damit bewußt machen will ist, dass auch Deine Mutter tief in der sucht steckt und Du keinen von beiden retten kannst. Nur Dich. Und wenn Du das tust wird Deine Mutter irgendwann im Leben stolz auf Dich sein. Denn es wäre ihre Aufgabe gewesen Euch Kinder zu schützen und in Sicherheit zu bringen. Aber durch ihre Coabhängigkeit ist sie auch nicht dazu im Stande. Die Liebe zu einem Partner ist eben eine ganz andere als die zu einem Elternteil. Wenn Du gehst, selbst wenn es mit Streit endet, wird Dein Vater noch immer Dein Vater bleiben. Einen Partner kann man aber verlieren, für immer. Deine Mutter hat ja Deinen Vater geheiratet weil sie ihn liebte und hat sicher bis heute noch die Hoffnung, dass er sich verändert. Kannst Du ja alles im Coabhängikeitsbereich nachlesen, wie sich das abspielt.
    Statt sich zu trennen lese ich dort aber überwiegend (sinngemäß): Ich will meinen Kindern aber nicht den Vater nehmen. Und ich denke dann nur: welchen Vater denn bitte, hahahaha. Nunja, viele Väter sind zu diesem Zeitpunkt möglicherwiese noch nicht in dem Stadium, wo man ihn sich wegwünscht.
    Die Einsicht und die Akzeptanz, dass Du mit ZWEI schwer kranken, tief süchtigen Menschen zusammen lebst wird Dir auf jeden Fall helfen von Deiner Wut runter zu kommen.
    Dass DU den beiden leider nicht helfen kannst, und auch nicht mußt und auch nicht sollst ist das nächste.
    Einen Riegel zwischen das Leben Deiner Eltern zu schieben und Dich auf Deine Dinge zu konzentrieren ist für Dich der richtige Weg, wie auch immer Du es löst. Durch Auszug, durch Konzentration auf Dich selbst.. Bleibst Du zuhause solltest Du Dich üben in wegschauen. Auch was die Sorge um Deine Mutter angeht. Auch sie muß alleine damit fertig werden. Wenn Du ihr Trost und Mitleid und Solidarität zeigst schmiedet es Euch vielleicht eng zusammen, ist aber für Deine Mutter nicht hilfreich aus ihrer Sucht zu kommen.
    Wenn sie merkt, dass das eigene Kind stärker ist, bereit ist auszuziehen, seinen eigenen weg zu gehen und auf seine eigenen Bedürfnisse achtet wird sie sicher wachgerüttelt.
    Automatisch muß dann so etwas wie Scham bei ihr entstehen, sicher fragt sie sich dann warum sie es nciht schafft und dass es ihre Aufgabe gewesen wäre...Ungefähr in diesem Sinne würdest Du ihr eher helfen können als durch gespräche, die nur theoretisch sind. Denn genau diesen Schritt zur praktischen Umsetzung zögern Coabhängige ja hinaus und leben stattdessen in der Hoffnung, dass sich etwas -von alleine?- ändert. Daher finde cih es auch gut, dass hier im Forum unterschieden wird zwischen Coabhängigkeit und den threads von EKs. Unsere Thematik ist doch etwas anders, obwohl auch wir mit im Boot sitzen. Aber oft ist es so, dass wir aussteigen WOLLEN und nicht können. Und ich hoffe, wenn die Coabhängigen in unseren Threads lesen, dass es ihnen den Mut gibt an ihre Kinder zu denken und auszuziehen. Wir sind irgendwie auch stellvertretend für die vielen noch kleinen Kinder der Cobahängigen, die sich hier noch ganricht anmelden können. Indirekt müssen wir den Erwachsenen mitteilen, dass wir so nicht leben woll(t)en und uns unsere eigene gesunde Entwicklung und Umfeld wichtiger ist als die tägliche Beziehung zu unserem Abhängigen Elternteil. Dass ein Ausharren in so einer Konstellation zu so intensiven gefühlen wie Hass, Wut bis hin zu 'ich wünsche meinem eigenen Vater den Tod' sollte den Coabhängigen Elternteil mal zu denken geben und ich hoffe, dass viele von ihnen diesen Thread lesen.
    Eine unbefangene Kindheit wird uns niemand mehr zurück geben können. Auf jeden Fall sind wir zu therapiebedürftigen Menschen herangewachsen.
    Mir hat es jedenfalls sehr viel gebracht für mein Studium auszuziehen und voll und ganz mich darauf zu konzentrieren. Ich hatte zudem noch das Glück, dass ich in eine andere stadt gezogen bin, weil ich dort einen Platz bekommen habe und da habe ich die familiäre situation schnell vergessen können. Übrigens nicht nur fürs Studium war es toll, sondern dass ich endlich mal meine Kommilitonen mit nach hause bringen konnte ohne dass da ein peinliches 'stinkendes Etwas' rumhockte.
    je mehr ich mich zurück erinnere desto mehr bekomme ich das Bedürfnis Dir zu sagen: Zieh aus, so schnell wie möglich.

    Liebe Alyssa,
    auch ich bin Tochter eines Alkoholikers und kann Deine Situation gut nachempfinden.
    An Deiner Stelle nun würde ich folgendes machen:
    gehe nochmal so richtig in Dich und nehme all Deine Kraft zusmamen und plane einmal genau, wie Du auf eigenen beinen stehen kannst. Dein Studium ist Deine Berufsausbildung und für Dein folgendes Leben einfach sehr sehr wichtig und das solltest Du Dir nicht vermasseln lassen.
    Du solltest Dir also dafür die besten bedingungen schaffen und das wäre das beste, wenn Du jetzt ausziehst. Du weißt ja sicher, dass das BAFÖG im Grunde auch nur zur Hälfte ein Kredit ist. Es gab Zeiten, wo man es sogar zu 100% nur als Darlehen erhalten hat. Ebenfalls gibt es ja für Studenten die Möglichkeit eines zinslosen Kredits. Damit könntest Du sofort ausziehen und hättest dann erstmal Deine Ruhe. Dann wärst Du auch nciht gezwungen zu arbeiten und kannst Dich voll und ganz aufs Studium konzentrieren und richitg gute Noten bekommne und damit auch später eienn Top Job, mit dem es Dir dann leicht fallen wird den Kredit zurück zu bezahlen.
    Wenn Du also alles gut durchdacht hast präsentierst Du Deiner Mutter diese idee. Vielleicht bist Du ihr dann sogar ein gutes Beispiel und sie zieht mit.
    Vielleicht kannst Du ihr klar machen, dass vieles auch an ihr hängt. Jedenfalls sollte für Dich Deine Entscheidung auch unabhängig von Deiner Mutter gelten.
    Verdient Dein Vater überhaupt so viel, dass er so viel Unterhalt zahlen müßte? Möglicherwiese müßte er nur einen kleinen Teil bezahlen auf den Du dann notfalls verzichten kannst. Wenn Du genügend Geld für ein Zimmer in einer Wg zusammen bekommst ist das schonmal ein großer Schritt. Dann kannst Du Dir einmal in der Woche bei Deinen Eltern einpacken, was Du zu essen brauchst. Wenn Du was in der Nähe der Uni findest brauchst Du nicht mal ne Fahrkarte. Spart auch Geld.

    Ich bin mit 18 ausgezogen, gleich als ich mein Abitur in der Tasche hatte. erstmal zu meinem damaligen Freund, vorübergehend und ganz ohne Geld. Kurz darauf habe ich mein Studium begonnen und Baöfg bekommen.

    Während meiner Schulzeit war die Belastung schon heftig, besonders während des Abiturs. Ich habe mich aber weitgehendst in meinem Zmmer zurück gezogen. Wenn Du es nicht schaffst aszuziehen dann gehe ihm weitgehendst aus dem Weg. Du kannst ja zu anderen zeiten essen als er. Lass ihm einfach seine Welt und lebe in Deiner. alkoholiker sind am umgänglichsten wenn man sie einfach nur trinken läßt und nichts mehr von ihnen erwartet und sie auch nicht kritisiert. aber auch Deine Mutter ist Dir gegenüber ja unterhaltspflichitg. Kann sie nicht arbeiten und Dir etwas Geld geben?

    Hello Ms Linda,
    das für mich wichtigste, was ich ( auch EKA) hier im Forum gelernt habe ist es, dass uns EKAs bewußt sein muß, dass wir die Schuld oder Ursache der Probleme unserer kranken süchtigen Eltern nicht bei uns suchen oder sehen sollen/müssen. Wir sind da quasi hineingeschlittert, ungewollt udn somit zu Opfern der Sucht geworden.
    Ich denke, jede gesunde Mutter würde jede freie Minute auskosten wollen, um mit ihrer Tochter, die im Ausland lebt zeit zu verbringen. Süchtige sind eben immer anders, die Sucht steht an erster Stelle, und- die nerven liegen oftmals blank. Besonders dann , wenn gerade mal kein Suchtmittel vorhanden ist. Vielelicht noch dazu, weil sie jahrelnag schon so viel durchgemacht hat und das geht dann an die Substanz wie man so schön sagt. Mein Vater hatte lange Zeit getrunken, ca 20 Jahre, ist aber ebenso lange jetzt trocken. Dennoch hat das Trinken Spuren hinterlassen. Er ist schnell gereizt, zieht sich auch viel zurück, weil Gesellschaft ihm wohl einfach schnell auch Stress bedeutet. er kann dann das ganze Gewusel der Kinder und Gerede nicht so lange ertragen usw. Man darf nciht vergessen, dass Alkohol ein Nervengift ist. Aber auch jahrelange Coabhängigkeit zerrt an den Nerven. Erwarte einfach nicht viel dann wirst Du auch nicht enttäuscht. Deine Eltern haben ihre Geschcihte an der auch nichts mehr zu ändern ist und daher hilft es nur zu akzeptieren udn das beste aus dem zu machen, was heute noch zu machen ist. Geht Deine Mutter gerne spazieren in der Natur? Vielelicht ist sie da etwas entspannter, wenn das nicht zu lange dauert. Du mußt auch bedenken, dass wenn sie auch trinkt, das sicher gerne vertuschen möchte und sich eventuell zusammenreißt vor Dir. Aber innen drin brodelt es dann vielleicht und sie denkt nur daran , wann sie wieder erlöst ist und sich ihren nächsten Schluck reinkippen kann.
    Wie sieht es denn bei Dir aus? Redest Du mit ihr darüber? Redet sie überhaupt darüber?

    Liebe Pintura,
    dieses ewige Hin und her ist sicher sehr nervenaufreibend. Aber irgendwie ist mir plötzlich auch klar geworden wieivel Einsatz Coabhängige doch für den Erhalt einer beziehung geben und wie gleichgültig Alkoholiker doch reagieren. Wenn jemand sich erst nach Monaten meldet, wieviel Interesse wird er dann wirklich haben? Vor langem hab eich mal gelesen, dass der Alkohol den Platz der Partnerin einnimmt und ich denke, so ist es auch. Alles denken, alles Interesse, alle Liebe und Leidenschaft gilt dem Alkohol. So viel wie die Coabhängigen den ganzen Tag an den Partner denken, so viel denkt der ALkoholiker schon ab früh morgens an den Alkohol, wendet auch all seine finanziellen Mittel für ihn auf.
    Das ist doch wirklich so eine Situation, wie wenn man jemandem hinterher läuft, der ein garnicht will und sich aufdrängt. Selbst wenn man selber so viel Liebe für jdn empfindet bedeutet es doch nicht, dass derjenige genauso empfindet. Und wenn Dich ein Mensch liebt und eine Beziehuing will zeigt er es Dir in der Regel doch auch.
    Ich vermute, man kann nur dann Forderungen stellen und auf dessen Erfolg hoffen, wenn der andere ( alkoholiker) auch noch wirkliches Interesse an der Beziehung hat. Leider habe ich nun schon oft aus den Beiträgen der Alkoholiker gelesen, dass diese in nassen Zeiten nur den Alkohol liebten.
    also ein schwieriger Fall und eine sehr einseitige Liebe.
    Ich bin der Meinung, dass die Liebe nicht etwas ist, um das man kämpfen müßte und der Partner nicht jemand ist, den man sich erst (wieder) zurecht schmieden müßte.
    Hat man von vornherein jemanden so akzeptiert wie er ist und eine Liebesbeziehung mit ihm eingegangen ist wird es wohl schwer bis unmöglich daraus was anderes zu machen.
    Wenn man sich selber so sehr verändert hat, dass man die Bedingungen ( Alkohol) nicht mehr akzeptieren kann muß man wohl ehrlich zu sich selber sein und sich trennen, statt von dem anderen zu erwarten sich anzupassen und ihn zwingen sich auch zu verändern.
    Was der dann aus seinem Leben macht ist seine Sache. Es gibt viele Menschen, die ungesund leben, die Gewohnheiten haben, die ebenfalls lebensgefährlich sind. Das alles hat wenig mit der Partnerschaft an sich zu tun und sollte es auch nicht. Ein Übergewichtiger sollte doch auch in erster Linie für sich und seine eigene Gesundheit auf seine Ernährung achten.
    Auch wenn man in den Beiträgen der alkoholiker liest dann findet man kaum einen Zusammenhang zwischen dem Wunsch Abstinent zu leben und einer Liebesbeziehung. Irgendwie erscheint es mir einfach eine Illusion der Coabhängigkeit zu sein.

    Hallo Jonas,
    in erster Linie geht es hier ja um Deine Trockenheit und nicht darum, was die anderen denken, ob Du Interesse am Forum hast oder nicht. Wenn man hier schonmal Kontakt geknüpft hat und sich gerade in der Anfangsphase längere Zeit nicht meldet denkt man als Forist eher als erstes an Rückfall.
    Du schreibst doch sehr wenig über deine 'Trockenheitsarbeit'.
    Insbesondere weil Dein Weg doch schon ein außergewöhnlicher ist macht man sich natürlich mehr Sorgen. Andererseits ist es ja auch ein Selbsterfahrungsforum und in Deinem Fall wird es auch kaum Menschen geben, die Dir aus ihrer Erfahrung mit 'Deiner Art und Weise' der Konditionierung weiterhelfen könnten. Du wärst dann eher jemand, der dann anderen in Zukunft helfen kann. So sehe ich das. Also schön dabei bleiben ;)

    Hallo Zimmerer,
    es ist schon so: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und daher ist äußerste Vorsicht geboten. Vielleicht ist Dein Sohn noch nicht abhängig, aber doch sicher sehr gefährdet, wie es aussieht.
    Hat er denn irgendwelche Interessen, die man fördern könnte, hat er irgendein Ziel, einen traum? Könntest Du mit ihm nicht mal Sachen ausprobieren, um andere Interessen zu wecken? Macht er Sport? Es gibt ja auch andere Dinge für die man sich als junger Mensch engagieren kann. Ist er denn bereit für Gespräche? Diskussionenn über den Alkohol werden sicher nichts bringen. Es wird wohl eher auf eienr anderen Ebene gelingen können Zugang zu ihm zu bekommen. Ihr müßtet eher wieder irgendwie Gemeinsamkeiten finden, auf eine gleiche wellenlänge kommen durch irgendwelche anderen aktivitäten.
    Wenn Du irgendwas findet kannst, was ihn begeistert und was zeit für ihn in Anspruch nimmt kommt er vielleicht von selber drauf, oder es wird ihm selber peinlich zu trinken. also so langsam in andere Kreise einführen.
    Nicht einfach, aber auch nicht unmöglich.

    Mir gefällt Dein Beitrag sehr, Du bist sehr wachsam und gefühlvoll. Mit Deiner Mutter das tut mir sehr leid für Dich. Du hast viel durchgemacht und ich kann nachvollziehen wieviel kraft das gekostet hat. Es gibt sicher noch vieles aufzuarbeiten. Eine Trennung bringt erstmal die Ruhe dafür, die man braucht. Schön, dass Du Dich selbst und Deine Bedürfnisse wieder entdeckt hast. Es ist wichtig da immer dran zu bleiben. Wie eine unaufgeblühte Knospe sollst Du allmählich Deine Blätter entfalten, Raum für Dich einnehmen und wieder erblühen.
    ich hoffe, dass Du bald eine neue Wohnung findest und Dich neu einrichten kannst, ganz nach Deinen Wünschen udn Bedürfnissen. Vielelicht ist es garnicht mal so verkehrt, dass Du nicht die Wohung Deiner Mutter 'übernommen ' hast, sondern wirklich einen Neunafang nur für Dich startest, ohne alte Erinenrungen usw.

    Alles Gute für Dich
    Frozen Tears

    Hallo ihr Lieben,
    zum Thema Suchtverlagerung fallen mir zwei Sachen ein.
    Früher habe ich mal sehr viel über Alkohol gelesen, weil ich Angst hatte, dass ich auch so enden könnte wie mein Vater.
    Dabei bin ich dann darauf gestoßen, dass Zucker ein Ähnliche chemische Struktur haben soll wie Alkohol.
    Ob das nun irgendetwas mit Suchtverlagerung/ Ersatzstoff? zu tun hat kann ich leider nicht sagen, nur mal so als Anregung. Zumindest ist es bei mir so, dass ich gerne Süßes esse, wenn ich Stress habe.

    2. Als ich aufhörte zu rauchen habe ich auch mehr gegessen. Garnicht mal übermäßig viel, aber ich habe zugenommen und dann auch gegelaubt, es sei Suchtverlagerung. Aber nach einigen Monaten hat es sich von dünn auf normal eingependelt. Der Körper hatte vorher mehr Energie aufgewendet, um die Gifte zu verstoffwechseln. Ausserdem hemmen ja sowohl Nikotin als auch Alkohol den Apetit.
    Somit denke ich, dass sowohl ich als auch einige von Euch einfach jetzt im Normalzustand ist.
    Es ist ja immer sone Sache beim Essen einzuschätzen , was zu viel ist. Man soll ja aufhören, wenn man satt ist :)
    Wenn das Essen dann aber doch so lecker ist...
    Nunja, aber es gibt ja noch zum Glück die Bewegung.

    Ich denke aber prinzipiell schon, dass Suchtverlagerung sehr schnell stattfinden kann, denn es handelt sich ja auch um gewohnheiten, die aufgegeben werden und die Zeit muß neu aufgefüllt werden ( Tv Gucken, essen, ?) , der frust muß anders abgelassen werden, man muß sich anders aufmuntern oder beruhigen. Jonas bemerkte einmal, dass er die Sucht als orale Störung sieht. Das ist bei mir hängen geblieben und ich denke, dass da was dran sein könnte und das würde auch dieses plötzliche Essen in sich reinstopfen erklären. Ebenso, dass man zu ungeduldig ist und sofort nach Befriedigung sucht ( wie ein Baby, dass gestillt werden will) ;-).
    Leider auch nur eine mögliche für mich nachvollziehbare Erklärung und ein Denkanstoß, aber keine Lösung.

    Liebe Angy,ich habe gerade noch einmal im Anfang Deines Threads nachgelesen.
    Dein Titel ist ja: Ich schaffe es nicht mich zu trennen.
    Das setzte für mich voraus, dass Dein Ziel schon die Trennung sei.
    Nun im weiteren Verlauf schriebst Du, dass Du Dich auch garnicht trennen 'möchtest'.

    Nun frage ich mich, ob durch das Lesen hier im Forum , dass Trennung der einizige weg sei und Du deshalb diesen Thread so genannt hast oder ob Du selber diese Überzeugung vertrittst und es nur momentan nicht schaffst.

    Alternativ gäbe es ja auch die Möglichkeit
    - einen aktiven gemeinsamen Weg aus der Sucht anzustreben oder
    - an Deiner Coabhängigkeit an sich zu arbeiten und ihn seine sucht als Baustelle zu überlassen.

    Ich will hier garnicht darauf hinaus zu diskutieren welcher Weg nun der bessere ist. Auch ein anderer Weg kann letzten Endes automatisch zur Trennung führen.

    Worauf ich hinaus will, ist es, was Du Dir als Ziel gesetzt hast einmal genauer zu definieren. Denn nur dann kannst Du auch den Weg einschlagen. In diesem Falle paßt der Spruch doch ganz gut: Der weg ist das Ziel.
    Es würde keinen Sinn machen, wenn Dir hier Leute schreiben, wie sie es geschafft haben sich zu trennen, wenn Du insgeheim gar keine Trennung möchtest. Und keiner würde dann verstehen, warum Du diese Tipps nicht annimmst.

    Wenn Du eher den gemeinsamen Weg anstrebst und eher erfahrungen in der Richtung suchst, wie Du es gemeinsam mit Partner hin zur Trockenheit schaffen willst, dann solltest Du auch mit Deinem Titel dies ansprechen.
    Zb: Wie schaffen wir es gemeinsam..
    Es gibt da durchaus auch Erfahrungen, wenn auch seltener.

    Deine Lebenssituation bietet meiner Meinung nach ja auch die dritte Möglichkeit, Dich unabhängig von ihm mit Deinem coabhängigen verhalten auseinanderzusetzen. Das ist momentan mein persönlciher Eindruck, dass dies Dein Ziel ist.

    Dann gäbe es aber auch noch die Möglichkeit, dass Du in der Tat garnicht coabhänig bist. Also kein krankhaftes suchtartiges verhalten und Denken hast. Dir persönlich würde Dir das Forum dann nicht all zu viel bringen ausser der Erkenntnis, dass Du Deinen Partner nicht von seiner Sucht befreien kannst, er das nur selber kann. Auch da kann man dan überlegen, ob aus dieser Erkenntnis heraus eine beziehung noch sinnvoll erscheint. Aber die Ansatzpunkte, dir da helfen zu können wären auch ganz andere.

    letzte Option wäre noch die, dass Du Dich mit deiner vergangenheit auseinander setzt und diese in der beziehung zu Deinem jetzigen Partner durchleuchtest und Dich darüber austauschst.


    Für uns Leser ist es immer ganz wichtig, zu sehen, was der andere will, in welche Richtung er sich helfen lassen will, wie tief er/sie schon gesunken ist ( wenn es sich jetzt auch ein bissl blöde anhört) und in welcher Lebenssituation er/sie steckt (lebst man zusammen, besteht gefahr, sind Kinder im Spiel, Gewalt, aggressionen, verwahrlosung...)

    Bei Dir ist die Ausgangssituation ein wenig unklar und daher entstehen hier glaube ich etwas verwirrende Diskussionen darüber, ob Du überhaupt coabhängig bist, ob Du Dich überhaupt trennen willst usw.
    Ich habe daher mal alle möglichen Situationen aufgezählt, die mir hier im Forum so über den Weg gelaufen sind.


    Du siehst bestimmt ein, dass es bei den Alkoholikern auch komisch kommen würde, wenn jemand ein Thread eröffnet 'ich schaffe es nicht aufzuhören zu trinken' und dann im dritten Abschnitt schreibt: ich will eigentlich auch garnicht aufhören, mir schmeckt der Alkohol doch so gut. Darin liegt doch im Grunde schon die Antwort. Ich schaffe etwas nicht, wenn ich es garnicht will. Und warum auch.

    Und wenn man dann weiter lesen würde: ich trinke ja eigentlich auch garnicht täglich , nur ab und zu und wenn es mir zu viel wird kommt kein Alkohol zu mir ins Haus. Dann würde ich ( oder Jonas) doch denken: Der/die ist doch garnicht abhängig. Was will der/die hier?

    Sicher kann man Coabhängigkeit und Alkoholabhängigkeit nicht miteinander vergleichen, aber vielleicht wird Dir jetzt deutlicher, wie es auf Aussenstehende wirkt.

    Vielleicht kannst Du noch einmal alles ganz neu überdenken und definieren, was genau Dein Ziel ist, welches Deine baustellen sind bei denen Du Dir Hilfe erhoffst. Du bestimmst selbst was Du 'willst'.

    Hallo Angy,
    Deine Situation läßt sich offenbar tatsächlich nicht mit der einer Coabhängigen vergleichen. Ich sehe es auch so, dass Du Dich von vornherein ja nicht auf die Nähe zu Deinem XY eingelassen hast. Und ich vermute mal, dass das daher rührt, dass Du Dir als EKA schon aus eigener Erfahrung heraus einen Schutzwall für Dich und Deine Kinder gebaut hast. Genau so pflege ich es auch zu tun. Aus der räumlichen Distanz heraus wird erstaml geprüft...
    Das bedeutet aber nicht, dass Du gefühlsmäßig nciht genauso involviert bist wie eine verheiratete Frau mit gemeinsamen Haus und Kindern. Du hast nur den Vorteil, dass Du Dir noch ein Hintertürchen offen gelassen hast, dass Du ja im Grunde nun auch gut für Dich nutzen kannst.
    'Nur' eine Liebesaffaire zu haben schützt nicht vor coabhängigen Verhalten und Denken. Dinge wie zB für seinen coabhängigen 'Geliebten' beim Chef anrufen, vor Nachbarn lügen, alles schön reden, verzweifelt auf den entzug hoffen etc sind ja Dinge, die ganz unabhängig vom Beziehungsstatus stattfinden können.
    Du machst auch für mich den Eindruck, dass Du nicht so tief drin steckst, noch nie so weit gegangen bsit wie viele andere Partnerinnen hier im Forum. aber Dein Anliegen ist ja das Gleiche wie bei den anderen. Es stört Dich, dass Dein Partner trinkt. Du leidest darunter und möchtest etwas ändern.
    Sicher hast Du auch ebenso wenig gewußt, dass man im Grunde kaum Einfluß hat auf die Sucht des anderen. Auch da bist du als EKA sicher den anderen um einiges an Erkenntnis voraus. Doch auch als Kind versteht man ja die Zusammenhänge noch nicht so richtig, dass man sagen könnte, eigentlich müßtest Du als EKA es doch gerade wissen, wie aussichtslos es ist.
    Vielleicht ist da aber gerade bei Dir der richtige Ansatzpunkt. Halte Dir doch mal das bereits von Dir Erlebte vor Augen. Wie war das denn?
    Was sind denn überhaupt Deine Ziele, Deine Wünsche in bezug auf Deinen Partner. Möchtest Du auf lange Sicht auch eine engere Beziehung zu ihm oder reicht es Dir so, wie es momentan ist, wenn er doch nur nüchtern wäre.
    Es sieht für mich so aus, als ob Du Dir im Moment einfach nur die nüchternen Momente herauszupicken versuchst. Das wird nicht immer einfach sein. Du mußt Dir auch darüber im Klaren sein, dass die nüchterneheit ja immer seltener wird, da der Alkoholismus immer schlimmer wird. wird es Dir für eine Beziehung reichen, wenn ihr Euch einmal im Monat seht?
    Aus dem, was Du schreibst läßt sich schwer ersehen, ob und wie sehr Du selber unter seiner Krankheit leidest oder ob Du nur Hilfe für ihn suchst oder Dich mit Deinem Dasein als EKA auseinandersetzen willst. Denn schließlich bist Du ja hier in der Abteilung coabhängige gestrandet.

    Trotz räumlicher Distanz kann man Dir ja im Grunde auch nur das Gleiche sagen, wie einer verheirateten Ehefrau. Du kannst an seiner Sucht nichts verändern. Du kannst seinen Tiefpunkt nicht bestimmen. Der kann morgen kommen , oder auch erst in 20 Jahren. Bist Du bereit so lange zu warten? Ist das ein Leben/ Beziehung, wie Du es Dir vorstellst? Ausgehend davon, dass Du keinen Einfluß hast auf seine Sucht/ Tiefpunkt, bist Du bereit zu warten bis sein Tiefpunkt von alleine bei ihm kommt?

    Du kannst mit geringer Chance versuchen ihn unter Druck zu setzen, ihm sozusagen die Pistole an den Kopf zu setzen. So nach dem Motto : Der Alkohol oder ich. Wärst Du dann auch konsequent genug? Auch dann, wenn er sich gegen Dich entscheidet, was dann ja auch die absolute Trennung auch für Dich bedeuten würde.

    Ich habe es als Kind gelernt mich mit dem ALkoholiker zu arrangieren, indem ich in meiner eigenen Welt gelebt habe, sein Trinken mehr oder weniger ignoriert habe. Die Auswirkungen des Alkohols jedoch kann man nicht ignorieren. Und genau die werden ja immer schlimmer und unberechenbarer.

    Ich denke, dass Du nicht die große Wahl hast und nicht mehr machen kannst als darauf hoffen, dass er sich ändert, wenn DU mit ihm zusammen bleiben möchtest.

    Da Dein Partner ja zumindest wohl schonmal seine Sucht sich selbst eingestanden hat kannst Du es ja mit Gesprächen versuchen. Argumente gibt es ja genug.

    Wie verhält sich denn Dein Partner, wenn er zurückgewiesen wird, wenn er nicht nüchtern ist. Ist er dann einsichtig? Gibt es eine Basis für einigermaßen vernünftige Gespäche?

    Liebe Natalie,
    viele Menschen wissen garnicht wie gefährlich die Alkoholsucht in Wirklichkeit ist. Sie haben sich noch nie damit auseinandergesetzt und wollen es auch garnicht.
    Viele sehen es so, dass Du halt eben mal nicht mehr trinken 'willst'. So wie ne Trinkpause.
    Aber es ist Deine Krankheit und darum solltest Du für Dich sorgen und auch entscheiden, was Dir gut tut und was nicht. Was für Dich gefährlich ist und was nicht. Diese Entscheidungen würde ich weder von anderen erwarten noch in die Hand der anderen legen. Du mußt Dich vor niemandem rechtfertigen.
    Bleib auf Deinem Weg.
    Alles Gute
    Frozen Tears

    Liebe Angy,
    auch ich bin EKA wie Du. Daher wundert es mich, dass Du deinen Thread nicht bei den EKAs eröffnet hast.
    Alles was hier im Bereich der Coahängigen geschrieben wurde ist sicher richtig.
    Ich stimme zu, dass die Liebe zu einem Alkoholiker ( oder auch zu irgendeinem anderen Menschen) in der regel keine selbstlose Liebe ist, dass diese Art von selbstloser Liebe in kaum ( oder gar keiner) einer Beziehung zu finden ist, vielleicht bei Eltern-Kind-Beziehungen?. Die Menschen ( auch ich) stecken voller Erwartungen und werden dementsprechend auch immer wieder enttäuscht.
    Das zu erkennen ist schonmal ein wichtiger Punkt, finde ich.
    Zu selbstloser Liebe zu finden ist sicher noch schwieriger als die Coabhängigkeit zu überwinden.

    Du nennst hier Gründe, warum Du Dich nicht trennen kannst, was Dir heir so im Kopf herum schwirrt.
    1. Er hat dann niemanden

    Frage ist auch: braucht er überhaupt jemanden? Du beschreibst ( und viele andere in ihren threads auch), dass
    der XY immer wieder auszeiten hat, wo er sich nicht meldet.
    Vielelicht können die ALkoholiker ja mal schrieben, was der Abhängige in diesen Auszeiten macht. Leidet er, denkt er an seine Frau/ Familie, voller Sehnsucht, betrübt... oder trinkt er einfach in Ruhe und genießt dieses gefühl ungestört, unkritisiert seiner Sucht nachzugehen?

    Du hast Angst davor, dass er sich ne andere sucht. besonders , wenn er in Therapie geht und dort eine kennenlernt.
    Muß er sich dafür eine andere suchen? Denkst Du nicht, dass er nicht aus seiner Sicht besser ohne ist und in Ruhe trinken möchte?
    Überlege mal, was 'seine Bedürfnisse' als Alkoholiker sind und was 'Deine Bedürfnisse' sind.
    Glaubst Du mir, wenn ich behaupte, dass diese Bedürfnisse sich zur Zeit nicht decken?
    Ich vermute (meine These), dass es ihm auch reichen würde Dich alle 14 Tage mal zu sehen.
    Würde Dir das reichen und ist es dann noch eine Beziehung, wie Du sie Dir vorstellst?
    Wenn es so ist, dann kannst Du es ja so machen, dass Du ihn alle 14 Tage bei ihm und nüchtern triffst. Deine Kinder würden nichts mitbekommen.
    Ist es dann noch eine Beziehung, wie Du sie Dir vorstellst?
    Du möchtest aber sicher mehr und versuchst ihn in diese Richtung zu drängen, zu überreden. Das wird ihm sicher nicht passen und so entsteht immer wieder dieses Hin und Her. Alles, weil DU Erwartungen an eine Beziehung hast. Sei Dir dessen bewußt. Dein Leid entsteht doch quasi aus diesen unerfüllten, von dir Gewünschten Erwartungen, die ER aber nicht erfüllen kann. Es könnte funktionieren, wenn Du also Deine Erwartungen auf fast Null zurückschraubst, Deine Leben lebst und ihn machen( trinken) läßt. bedenke, dass er auch ein Recht darauf hat. Auch er kann bestimmen, wie und wie oft er Dir seine Liebe ( vorausgestzt , dass er DIch liebt) zeigt und wieviel zeit er mit anderen Freunden ( alkohol) verbringen möchte. Die andere, vor der Du so Angst hast ist bereits da, die andere ( alkohol) gibt ihm im Moment so ziemlich alles was ER braucht. Glaubst Du er denkt so viel an Dich, wie Du an ihn denkst. Glaubst Du mir, wenn ich behaupte, dass er jeden Moment so sehr an die andere denkt, wie DU täglich an ihn denkst?
    Ist das die Beziehung, wie Du sie Dir vorstellst?

    Was wäre, wenn er in einer Therapie eine andere kennenlernt? Frage Dich mal, ob Du es wirklich willst, dass er eine Therapie macht. Denn auch, wenn er sich 'Dir zu Liebe' drauf einläßt kann er in einer Therapie eine andere kennenlernen, die ebenfalls betroffen ist und ihn besser versteht, mit der er mehr Gemeinsamkeiten hat.
    Frage Dich, ob Dir seine Gesundheit wirklich an erster Stelle steht oder soll er gesund werden, um Deine Bedürfnisse nach Liebe befriedigen zu können.
    Alles Fragen, die Du einfach mal durch deinen Kopf gehen lassen solltest und für DICH ehrlich beantworten solltest.

    Er ist gefangen in seiner Sucht. Aber auch Du bist gefangen in Deinen Gefühlen zu ihm, Deinen Bedürfnis nach Liebe, dass Deiner Meinung nach nur er erfüllen kann, aber offenbar nicht tut.

    Und jetzt setzt ich noch ein drauf. Als EKA ist mir hier beim Lesen der EKA threads bewußt geworden, dass wir noch dazu ich nenne es mal 'geblendet' sind. Wir kennen das chaotische Leben, die Auf und Abs, Schriereine, Prügeleien usw.
    Wir verabscheuen es - aber es war für uns in einer wichtigen Phase, wo wir geprägt wurden eine Normalität.
    SO sah für uns Familie aus. So fühlten wir uns zuhause.
    Ich denke, dass wir EKAs eine noch gefährlichere höhere Toleranz gegenüber dieser Misere haben als Coabhängige, die in solche eine Beziehung hineingeschlittert sind.
    Darum wundert es mich nicht, wenn Du hier noch mehr 'rumeierst' als es vielleicht andere tun.
    Das auch mal zum Verständnis der anderen hier.
    Dieser ganze Mist, den man in allen Threads hier liest war unser( EKA) Leben und wir haben uns leider dran gewöhnt und sind schon von daher beziehunggestört.
    Das erschwert alles um so mehr und ich denke, dass es sehr schwer ist ohne eine Therapie da auf die Schnelle raus zu kommen.

    Übrigens wenn in diesem Zusammenhang gefragt wird, ob man lieber zuschauen möchte, wie der Partner zum Pflegefall wird, ob man ihn noch pflegen möchte und beim Sterben zusehen möchte, frage ich mich,was das für eine Sinn haben soll. Diese Situation hätte man auch, wenn man einen krebskranken Partner an seiner Seite hat. Diese Einstellung wäre schon gewissermaßen selbstlose Liebe.
    Diese Einstellung hätte nichts mit coabhängikeit zu tun. Es wäre sicher schwer, aber wäre nicht schlimm, solange der Partner nicht darunter 'leidet', oder? Soll jemand also nur motiviert werden eine beziehung zu beenden, weil der Partner krank ist und in absehbarer Zeit zum Pflegefall wird?

    Ich möchte an dieser Stelle auch erwähnen, dass Trennung nicht immer die Lösung zum Erfolg ist. Es gibt auch Paare, die es gemeinsam durchstehen und noch zusmamen sind.

    Es sollte daher nicht auf Trennung gedrängt werden, sondern an der Coabhängikeit gearbeitet werden. Die ist nach einer Trennung auch nicht weg, da wird dann unter Umständen auch weiter 'geeiert' , zB unbewußt mit einem neuen Partner.
    Wenn man begriffen hat wie der andere tickt und wie wenig Chancen die Beziehung hat, wenn man enttäuscht genug ist, dann kommt sicher irgendwann die Trennung von selbst.
    Auch Coabhängige brauchen ihren Tiefpunkt. Und ich glaube, dass der von EKAs auf Grund dieser Familiensituation ( Gewöhnung/ Normalität) noch schwieriger zu erreichen ist.

    Dass Du allein mit Deinen Kindern lebst ist schon mal eine gute Grundsituation und auch eine typische für EKAs. Darin zeigt sich auch, dass wir von vornherein vorsichtiger sind und uns davor schützen wollen, dass uns das Erlebte selbst widerfährt. Das ist die Vernunftsebene.
    Leider haben wir auf der anderen Seite auch die Gefühlsebene, die uns dieses oben schon beschriebene Gefühl der Normalität von Alkohol und all seinen Konsequenzen vermittelt hat. Man steckt also voller Widersprüche.
    Darum erhoffe ich mir auch immer von den Coabhängigen , dass sie an ihre Kinder denken, sich trennen, damit diese GENAU SO nicht werden.
    Und vielleicht hilft es Dir, Angie auch mal darüber nachzudenken, ob Du Dich darin wiedererkennst und Du möchtest, dass Deine Kinder auch so werden.
    Es stimmt doch, dass die Kinder mitbekommen, wenn Du immer darüber nachgrübelst warum er wohl so oder so ist. Wenn Du dich ärgerst, wenn er nicht anruft, sich tagelang nicht meldet. Sie haben dann eine traurige Mutter vor sich. Das belastet sie sehr. Und Du überforderst Deine Kinder auch damit.
    Was ich denke, was Dir noch fehlt ist die Einsicht, dass es sich bei Deinem Partner um eine Krankheit handelt, an der auch er momentan nichts ändern kann.
    Das bedeutet, dass Du nur die Wahl hast die Beziehung zu beenden, wenn Du so nicht leben kannst und willst. oder aber MIT dieser Krankheit zu leben, mit all seinen Konsequenzen. Konsequenzen wären, dass Du akzeptierst, dass er launisch ist, sich nicht meldet, unberechenbar ist, aggressiv wird, zum Pflegefall wird, irgendwann Halluzinationen haben wird, Du also den gesamten verlauf seiner Krankheit ( die immer schlimmer wird) an seiner Seite sein möchtest. Du liebst einen kranken süchtigen Mann.
    Das was Du Dir wünscht kann er Dir nur noch hin und wieder geben, reicht Dir das?

    Ich sehe, dass Du sehr stark auch von verlustängsten geplagt bist. In Deiner Fantasie malst Du Dir aus oder befürchtest Du, dass eine andere Deine Stelle einnehmen würde. Der anderen würde es nicht anders gehen als Dir. Auch sie würde sicher leiden wie Du jetzt. Wenn es so käme und Du erstmal über den trennungsschmerz weg bist würdest Du nicht mehr mit ihr tauschen wollen.

    Selbst wenn er trocken werden würde müßte 'die andere' immer mit der Angst leben , dass es einen Rückfall gibt. Vielleicht (nein, mit Sicherheit) ist er, wenn er trocken ist auch ein ganz anderer Mensch. Weißt Du jetzt überhaupt, ob Du ihn dann noch so haben willst? Und wie ich es sehe, gibt es doch gar kiene Anzeichen dafür, dass er in absehbarer zeit trocken wird. Selbst Du bist ja scheinbar weit davon entfernt.

    Was kannst Du jetzt überhaupt tun?
    Fange an umzudenken. Sorge als erstes dafür, dass Deine Kinder in Sicherheit sind, dass sie nicht seinen Launen ausgesetzt sind. ich denke, da hast Du recht gut für gesorgt udn ich hoffe es bleibt auch so. Und dann kommst Du.
    Fange an auch für Dich gut zu sorgen. Erwarte von ihm NICHTS. Alles was Du brauchst soll von Dir selber erfüllt werden. Du mußt Dich um Dich selbst kümmern. Ich wette, dass Du das als EKA auch schonmal lernen mußtest und genau so mußt Du es jetzt auch tun. Gib die Verantwortung für Dein Wohlergehen nicht an andere ab, so sehr Du es Dir auch wünscht. Gib diesem ( niemals zu erfüllenden) Wunsch nicht nach. Es ist eine Illusion zu glauben, dass ein Alkoholiker Dich glücklich machen kann und er braucht es auch nicht. Akzeptiere, dass ER alles hat um glücklich zu sein. Leider ist es so, dass er Dich gerade nicht so braucht wie Du es meinst ihn zu brauchen. Das tut sicher weh, es so zu sehen. Aber das ist Realität. So sieht die Sucht aus.

    Da Du ja alleine mit Deinen Kindern lebst nehme ich an, dass Du die üblichen Dinge der Coabhängikeit nicht einmal bedienst wie: Für ihn Dinge übernehmen, die er wegen des ALkoholkonsums nicht mehr alleine schafft, für ihn zu lügen, immer für ihn da sein, auch wenn es dir nicht in den Kram paßt. Sei Dir bewußt, dass Du Dich unterscheidest in Deinem verhalten von vielen Coabhängigen hier, denn Du bist ja ein EKA. Das macht es aber nicht einfacher für Dich.
    Aber sei Dir bewußt, dass Du beides kennst. Du hast sowohl Alkoholabhängigkeit als auch Coabhängigkeit erlebt. Du hast irgendwo Anteile davon in Dir, auch sicher Abscheu dagegen.
    Vielleicht würde es Dir weiterhelfen Dich damit auseinanderzusetzen, wie EKAs ticken, wie kompliziert es ist und wie widersprüchlich.
    Ich erkenne mich in vielem wieder. In deiner Art zu denken. Darin, dass ich vieles unnötigerweise auf mich beziehe. Bis heute fühle ich mich noch verletzt von den beschimpfungen meines Vaters. Obwohl ich jetzt erwachsen bin und vieles gelesen habe und verziehen habe, mir bewußt bin, dass er krank ist. Die Gefühle des 'gekränkten Kindes' haben sich so sehr manifestiert, dass ich Schwierigkeiten habe mit meinem vernünftigen Denken das kaum ausgleichen kann.
    Und es kann sein, dass dieses gekränkte Kind, was sicher auch in Dir schlummert, es sich immer wieder versucht zu beweisen, dass es doch wert ist geliebt zu werden, besonders von einem süchtigen Menschen ( der ein ja in der Kindheit enttäuscht hat und einem das Selbstwertgefühl genommen hat ). Das ist ein erbärmlicher Kampf um Liebe, Zuneigung, Anerkennung. Vor allem ist es ein Kampf, den man ja nicht gewinnen kann, da man ihn ja mit ienem Süchtigen aufgenommen hat, der das garnicht erfüllen kann ( ebenso wenig wie der damals süchtige Elternteil). So ungefähr stelle ich mir unser Innenleben als EKA vor. Ich denke, wir müssen lernen zu akzeptieren , was möglich ist und was Illusion ist. Vor allem aber, dass WIR nichts damit zu tun haben. Die Sucht eines anderen, auch eines geliebten Menschen, ist die Abhängigkeit von einem Stoff = alkohol, ist aber völlig unabhängig von UNS. Also all dessen Tun ( oder auch Nicht tun) und Handeln hat mit uns nichts zu tun.
    Ich habe auch eine Idee warum wir das nicht so einfach akzeptieren wollen. als Kind waren wir dieser Sitaution hilkflos ausgeliefert. Wir waren ohnmächtig und konnten nichts dagegen tun.
    Wenn wir aber nun irgendetwas hätten, was wir verändern könnten haben wir ja ein wenig Handlungsspielraum.
    Wir können also in uns Gründe suchen, die das trinken rechtfertigen, bekomnen ja auch gerne mal etwas vorgeworfen. Wenn wir also anfangen besser zu sein, gut zu sein, besser als alle anderen zu sein müßte er doch aufhören zu trinken. Das kann halt deswegen nicht funktionieren, weil wir ja garcicht schlecht sind, sondern wir in unserer Sucht uns ja selbst niedermachen und Gründe suchen für die Sucht des anderen. Genauso macht der Alkoholbahängige es auch. er sucht nach Gründen. Vielleicht sogar bei uns.
    Das verletzt uns aufs neue, erweckt aber in uns wieder die Illusion, dass wir ja was ändern können an der sucht des anderen, fühlen uns also nicht mehr ohnmächtig wie vorher, fangen wieder an alles mögliche zu tun, um seine Gunst zu erhalten, damit er sich als Belohung dann für uns ändert.

    Räumlich bist Du ja bereits von ihm getrennt, bzw hast Dich garnicht erst auf diese Art der Nähe eingelassen. ( vernünftiger Selbstschutz?) Emotional hängst Du aber tief drin. Ich denke, Du kannst zu innerem Seelenfrieden kommen, wenn Du all Deine Gedanken nochmal überprüfst und nicht alles auf Dich beziehst, wenn Du ihn einfach machen läßt, ihn sein läßt wie er ist als Süchtiger. Lass die Was-wäre-wenn-Gedanken sein und stelle Dich der Realität.
    Als Kind warst Du ohnmächitg, aber jetzt bist Du erwachsen und kannst handeln. Du kannst weggehen, wenn es Dir nicht paßt. Du kannst Dir eine eigenen Meinung über Dich machen. Du kannst und darfst Dich anderen Menschen zuwenden, die Dir geben was Du brauchst und er Dir nicht geben kann.
    Ob Du es glaubst oder nicht: Heute hast DU es in der Hand.

    Ja Jürgen, da sprichst Du ja ein ganz heikles Thema an mit der Schuld. Ich persönlich bin ein Mensch, der nahezu darauf verzichtet nach Schuldigen zu suchen, eigentlich dann, wenn ich ohnehin wieß, dass man damit etwas nicht mehr rückgängig machen kann. Denn dann hilft es einem auch nicht weiter zu wissen, ob und wer Schuld war. Und die Diskussion um die Schuldfrage kann dann höchstens nur noch neues Leid aufbringen. Stattdessen verusche ich lieber das was ist an Überresten mit der Hilfe anderer noch dahingehend zu retten, dass ich etwas 'brauchbares' draus machen kann. In diesem Falle bin ich es ja.
    Was meine Eltern angeht verlange ich nicht einmal von ihnen die Verantwortung zu übernehmen. Was sie jetzt für ich tu ist ausreichend. Was sie versäumt haben ist unwiederbringbar. Hilfe zur Verabeitung bekomme ich eher von anderen Personen.
    In anderen Fällen kann aber der Schaden durchaus wesentlich größer sein. Ich hatte das Pech unfähige Eltern gehabt zu haben, aber gleichzeitig das Glück, dass mich andere Menschen aufgefangen haben. Das hat nicht jedes Kind.

    Vielleicht hilft es an dieser Stelle einmal meine Erfahrung als Kind zweier Abhängiger zu schildern.
    Zunächst mal vorweg: meine Eltern sind keineswegs Parasit und Wirt. So gesehen tun sie sich beide nichts. Die Rollenverteilung ist eine dem Alter entsprechende: Mutter bekommt die Kinder und kümmert sich um den Haushalt. Vater schafft das Geld heran und übernimmt den handwerklichen Part. So war es vor und so ist es nach der nassen Phase noch. Beide profitieren so gesehen voneinader.
    Meine Mutter hätte sich sicherlich keinen Alkoholiker als Ehemann 'gesucht'. Gleichzeitig ist sie aber nach dem Motto erzogen worden: 'In guten und in schlechten Zeiten und bis dass der Tod Euch scheidet'. Ist das nicht überhaupt ein idealer Sinnesspruch für solch eine Abhängigkeitsbeziehung?
    Obwohl ich nun genügend Schnapsgesichter mein Leben lang vor Augen hatte würde es mir auch nicht auf Anhieb gelingen eine ALkoholabhängigen von jemandem zu unterscheiden, der hin und wieder mal ein Glas Wein trinkt. Es sei denn er befindet sich schon im letzten Stadium. Noch dazu kommt ja der Fakt, dass es ein Phänomen des Süchtigen ist seine Sucht zu verheimlichen. Flaschen werden versteckt und nach aussen hin ein scheinbar funktionierendes Leben.
    Somit möchte ich mal klar stellen:
    Der/die Coabhängige sucht sich den Süchtigen nicht aus. Auch nicht unbewußt. Wie sollte das funktionieren.
    Hat man bereits eine Partner, der Alkohol trinkt, langsam mehr und mehr dann weiß doch der Partner selber nicht wann genau der Punkt der Sucht eintritt. Und dieser schleichende Prozeß ist ja auch genau das gefährliche. Man merkt es ja nicht.
    Trinkt jetzt ein Partner jahrlenag und läßt sich dabei nichts anmerken gibts ja keinen Grund für die Partnerin irgendwas zu ändern. Problematisch wird es doch erst dann, wenn der Alkohol den Partner so verändert, dass das Leben zur Hölle wird. Das kann im übrigen auch schon dann passieren, wenn der trinkende Partner noch garnicht süchtig ist.
    Damit will ich verdeutlichen, dass die Coabhängikeit etwas ist, was nicht unbedingt mit Alkohol, mit Sucht zu tun hat.

    Es werden täglich mehr und mehr Phänomene wahrgenommen, die der Partnerin nicht passen, gegen die sie aber machtlos ist. jeder Gesunde würde nun dagegen ankämpfen, reden, drohen, weinen etc. Das sind doch erstmal ganz normale Konflikte eienr Partnerschaft. Der eine macht was, was dem anderen nicht paßt. Dieser versucht das zu ändern und setzt Grenzen.
    Ein Beispiel:
    Ein Mann betrügt seien Frau.
    Das kann passieren ohne Alkohol, das kann passieren in einmaligem alkoholisierten Zustand, das kann passieren in einem süchtigen Zustand.
    Die Frau ist (höchstwahrscheinlich) verletzt und kann sich nun überlegen, ob sie sich trennt, ob sie es ihm 'einmal' verzeiht, ob sie damit immer leben kann. Das sind ihre Grenzen, die sie sich selber setzt und sie selebr nach eigenem Ermessen entscheidet, ob es ihr gut tut. Diese Grenze beinhaltet ja auch eine Konsequenz.
    Ich kann nicht mit dem seitensprung leben also gehe ich.
    Kommt es nochmal vor gehe ich.
    Das kann man prinzipiell auf alles übertragen, was im Leben mit einem Alkoholiker passiert: bett nässen, Lügen, gewalt, Untreue, Rumhägen, Wohnung verwüsten...
    Die Partnerin muß entscheiden, was für sie noch gesund ist und danach handeln. Das muß man ja in jeder Partnerschaft, denn da kann eben, ohne dass eine Sucht im Spiel ist, ziemlich genau das Selbe passieren. Deswegen hab ich das Beispiel Fremdgehen gewählt.
    Wenn dieser Mechanismus aber nicht mehr funktioniert ist man in meinen Augen krank. Wenn ich nicht mehr wirklich wahrnehme, was für mich erträglich ist, oder aber ich es wahrnehme und keine Konsequenz daraus ziehe bin ich krank, nämlich der Sucht verfallen, coabhängig.
    Ich vergesse mich selber, ich tue mir selber ncihts gutes mehr, lasse böses zu, lasses schlimmes mit mir machen ohn ezu reagieren. So sehe ich die Coabhängigkeit.

    Dieses Muster, ob ich dem Alkoholiker bekoche, für ihn lüge, seien Dreck wegräume, bei seinem Arbeitgeber anrufe sind alles zweitrangige Dinge, die zeigen, dass man eben alles dafür tun möchte um diese krankhaft 'gewordene' Beziehung aufrecht zu erhalten.

    Auch Existenzängste, finanzielle Abhängigkeiten und Einbüßen von Luxus halte ich für zweitrangig. Ebenso dem Vater die Kinder erhalten wollen sind alles nur vorgeschobene Gründe für die 'Unfähigkeit sich von seinem eigenen Leid' zu befreien. Und darin sehe ich auch die Parallelen zur Alkoholabhängikeit. Ein schleichender Prozeß, den zu stoppen es nötig ist einen gewissen Tiefpunkt zu erreichen.

    Daher bin ich der Überzeugung, dass eine Coabhängigkeit gleichzusetzen ist mit einer Beziehungsabhängigkeit. Oder aber eine untergeordnete Form der Beziehungsabhängikeit ist, wenn man es mit dem 'Co' nur auf Süchte bezieht.

    Ebenso wenig glaube ich, dass der Alkoholiker sich bewußt einen Mensch aussucht , um diesen für seine Sucht auszunutzen. Eine Coabhängie, die einiges mit sich machen läßt ist auf der einen Seite sicher bequem, auf der anderen Seite aber auch lästig im Sinne der Sucht: Ständige Vorwürfe und Meckerei will der Süchtige, der ja ebenso unfähig ist sich aus seiner Sucht zu befreien, ja garnicht hören und lebt dann seine Sucht oft ausserhalb aus, gemeinsam mit Gleichgesinnten, die auch trinken. (Früher habe ich daher gedacht, dass man diese Leute als Coabhängige bezeichnet.)
    Der süchtige Vater kennt seien Grenzen nicht, denkt nicht an seine Gesundheit, sein Leben, das Leben anderer, seiner Kinder. Die süchtige Mutter erkennt ihre Grenzen nicht, denkt dabei nicht an ihre eigene Gesundheit und an das Wohlergehen der Kinder.
    Eingebildete Coabhängige, die sich selbst als solche definieren kann ich mir gerade nciht vorstellen.

    Wohl gibt es eine Unterscheid zwischen der Abhängigkeit zu einem Alkoholabhängen und einem nicht Abhängigen.

    Obwohl die Phänomene in vielen Fällen die gleichen sein können - Lügerei, Gewalt, Unzuverlässigkeit, Untreue, Zurückgezogenheit... - weiß die Partnerin ja, dass sich all diese Dinge zusammen mit dem Alkoholkonsum eingeschlichen haben. Das gibt der dennoch coabhängigen noch dazu Hoffnung, dass sie ihren Partner ja wieder in seinem 'Urzustand' zurück haben kann, wenn er nur aufhören würde zu trinken. Das erschwert mE die Einsicht, dass sie selber krank ist und nur die Krankheit bei dem anderen sieht, den es zu kurieren gilt.
    Seine eigene Sucht nicht zu erkennen ist also eine Sache. Die Sucht des anderen nicht zu erkennen und zu verstehen, an ihr herumdoktern zu wollen ist eine weiter Sache. Wer selber krank ist und dabei noch versucht einem anderen Kranken, dem von aussen her nicht zu helfen ist immer wieder helfen möchte rennt immer wieder gegen die Wand.
    Daher stimme ich zu, wenn man an dieser Stelle von einer Art Größenwahn spricht. Eine vollkommen falsche krankhafte Selbsteinschätzung.
    Beim Alkoholiker ist es ja anders. Der sieht seine eigene Sucht nicht und ist mit seiner stofflichen Sucht auch nicht auf die Coabhängige fixiert. Er läßt sich die Annehmlichkeiten sicher gefallen, aber die Vorwürfe, Meckerei usw., das gesamte Familienleid, auch das der Kinder, beinflussen die sucht ja in keiner Weise. Gegebenenfalls, wenn es zu unbequem wird, geht er ja nach draussen ( Kneipe, gasthaus), damit er seine Ruhe hat und bequem weiter saufen kann - weil er ja weitersaufen 'muß' = Sucht.

    Die Kinder sind die Opfer. Sie sind daruf angewiesen, dass einer der Elternteil ihren Tiefpunkt erreicht. Entweder trennt sich die Mutter oder der Vater hört auf zu trinken. Dann sind die Kinder von ihrem Leid erstmal erlöst.
    Hört Vater auf zu trinken bedeutet es aber nciht gleichsam für die mutter, dass sie ihre Coabhängikeit im Griff hat. Ebenso, wenn sie ihren Tiefpunkt erreicht hat und sich von dem Mann trennt ist sie imemr noch nasse Coabhängige, die immer wieder sich ihrer grenzen bewußt sein muß.
    Was tut mir gut, was lasse ich mir gefallen. Wo setze ich meine Grenzen. Dies zu erkennen ist sicher schwieriger und viel komplexer als eine Flasche oder auch einen Tropfen Alkohol zu erkennen.
    Andererseits tut man anderen mit seiner Coabhängiekit nicht direkt weh, sondern nur sich selber, zieht aber, auch in der Konstellation mit den Phänomenen des süchtigen Partners seine Kinder mit da rein. Die müssen mit der Leidensbereitschaft der Mutter mitleiden, werden in gewisser weise vernachlässigt und überfordert, sich selbst überlassen . Ebenso zieht der Alkoholiker mit seiner Sucht die Angehörigen mit rein, indem sie u.U. beschimpft , mißhandelt, vernachlässigt werden.
    Für mich ist es in keiner Weise eine witzige Sache über die man sich lustig machen sollte. Jedem steht ja das Recht zu aus seinem Leben zu machen , was er will. Darin inbegriffen zu saufen wie man möchte und sich verprügeln lassen wie man möchte. Leider passieren Kindern, ganz besonders den kleinen wehrlosen Kindern immer wieder so schreckliche Dinge in diesen Suchtbeziehungen.
    Die Coabhängikeit wird dabei dann meist übersehen. Die Partnerin hätte doch was tun können, sie hätte doch ihre Kinder beschützen können. Gerade von ihr wird vernünftiges Handeln erwartet. Und gerade der Coabhängigen ist es auch ohne den Einfluss eines berauschenden, bewußtseinsverändernden Stoffes nicht möglich 'vernunftsgemäß' zu handeln - weil auch sie 'gefangen ist in ihrer Sucht'.
    Da als Kind 'normal' zu werden ist schon schwierig. Denn die vorgelebte 'Normalität' ( zumindest die in der Familie, zum Glück gibts ja noch eine Aussenwelt) sieht für ein Kind zweier Süchtiger so aus wie oben beschrieben.
    Vielleicht ist es auch so, dass man in der Situation des nassen Süchtigen den anderen auch ganz verzerrt wahrnimmt, bzw wahrgenommen hatte und deshalb diese Vorurteile oder Falschbeurteilung des anderen so stattfindet.
    So könnte ein nasser alkoholiker ja durchaus in nassem Zustand gedacht haben: Die meckert ständig an mir rum, warum geht sie dann nicht einfach, wenn ich ihr nicht mehr gefalle, wahrscheinlich will sie nur noch mein Geld.
    Die Coabhängige denkt ebenso fälschlicherwiese: Der leibt mich und die Kinder nciht, der denkt nur an sich selber, sonst würde der doch aufhören zu trinken.
    Auch als Kind habe ich ähnlich gedacht, weil mir das alles unbegreiflich war. Warum säuft mein Vater und ist so grässlich und warum trennt sich die Mutter nicht?
    Hier in diesem Forum sollten alle die Chance nutzen und durch die Darstellung der anderen genau diese Vorurteile abzubauen. In erster Linie ist man hier angemeldet, um an sich und seiner Sucht zu arbeiten und braucht dazu nciht einmal nach den anderen zu schauen. Für uns Kinder, die wir ja nicht süchtig sind, hilft es aber sehr nach den anderen zu schauen und in den Threads der Cos und alkoholabhängigen zu lesen, was da abgeht , um einigermaßen zu verstehen, was und warum das mit uns so passiert ist.
    Neben der eigenen Sucht ist es also auch nicht so verkehrt im Laufe der zunehmenden Trockenheit mal zu sehen, wie es anderen damit ergeht/ erging, besonders wenn man Familie hat oder hatte, denke ich.

    Ich glaube hier wird vieles miteinander vermischt. Ich denke, dass in einer Beziehung mit einem Alkoholiker sehr viele Komponenten eine Rolle spielen. Denn ich denke, dass im Laufe der Zeit, wenn sich eine Alkoholabhängigkeit entwickelt noch einige andere unvorhersehbare Probleme dazu kommen und zu weiteren Beziehungsproblemen führt. Die Voraussetzungen in jeder Beziehung sind ja auch unterschiedlich.

    Betonen möchte ich aber, dass eine Coabhängigkeit, oder auch andere Formen der Abhängigkeit innerhalb der Beziehung wie Helfersyndrom, Eifersucht, Bestätigungssucht, also egal ob in Zusammenhang mit Alkohol oder nicht, letztlich zur Selbstaufgabe und Leid führt.

    Wenn die Partnerin eines Alkoholikers munter mitsäuft und den ALkohol besorgt ist sie ja nicht zwangsläufig coabhängig , sondern vielleicht bald ebenfalls alkoholabhängig. Es gibt sicher auch Frauen, die die Krankheit für sich ausnutzen, weil der Alkoholiker vielleicht gerne in Gesellschaft säuft und gerne mal ne Runde schmeißt, weil der Alkohol ihn übermütig macht.

    Eine gewisse Abhängigkeit, also gefühlsmäßige Abhängigkeit entwickelt sich bestimmt zwangsläufig in jeder Beziehung, die dann bei der Trennung zu der 'Entzugserscheinung Liebeskummer' führt.

    Ähnliches passiert schnell mit dem Besitzdenken 'Eifersucht'.

    Ich meine, dass diese Abhängigkeiten nebeneinadner her und unterschiedlich stark ausgeprägt in einer Beziehung herrschen können. Und das von beiden Seiten her. So kann ein Alkoholabhängiger noch dazu der klammerige sein und unter Umständen sogar auch Coabhängig, wenn man die Coabhängigkeit nicht nur auf alkoholabhängige Partenr bezieht.

    Multiple Abhängigkeitsstörungen würde ich sagen.

    Da der Alkoholismus ja nun oft auch erst im Laufe der zeit entsteht, wenn sich eine Beziehung schon etabliert hat ( Ehe, Kinder, Haus und Garten) bin ich nicht unbedingt der Überzeugung, dass sich die Coabhängigen alkoholkranke Partner bereits suchen oder umgekehrt, sondern ich denke, dass man da so reinschlittert. Eine Person, die aber ein ausgeprägtes Helfersyndrom aht wird sich ihre Partner schon eher nach Bedürftigkeit aussuchen.

    Eine Ehefrau, die sich Sorgen macht, dass der Mann zu viel trinkt, aus Peinlichkeit auch mal für ihn lügt usw finde ich noch recht nachvollziehbar.
    Wird aber der Alkoholkonsum so stark, dass es keine befriedigende Ehe mehr ist ( Gewalt, Lügerei, Unzuverlässigkeit, Launenhaftigkeit...) und die Frau dann nicht mehr vernünftig handeln kann und sich nicht trennen kann würde ich sagen, dass dann auch aus dem normalen Besorgtsein eine Krankheit entstanden ist. Wohl ebenso schleichend wie beim Alkoholiker.
    Und dann kommen oft diese anderen Abhängigkeiten dazu, die dazu führen dass man sich nicht trennen kann, wenn die Beziehung einem nicht mehr gut tut. An Gedanken wie - Was ist wenn er eine andere kennenlernt, die mit seiner Sauferei klar kommt - würde ich eher die Kategorie Eifersucht erahnen.

    All diese zusätzlichen Abhängigkeiten werden nach einer Therapie sicher weiterhin bestehen. Ausserdem führt ja auch der ALkoholismus zu einem veränderten Verhalten, dass aber eben im trockenen Zustand nicht so gewesen wäre. Und das hinterläßt auch Wunden, selbst wenn der Partner trocken ist und man weiß, dass er das nur getan hat, weil er alkoholisiert war. Da werden Dinge gesagt und getan,die nciht so gemeint waren. Das kann nicht jeder einfach so verzeihen und vielleicht ist man sich dessen garnicht so sehr bewußt.

    Ich denke auch, dass der Weg aus der Coabhängikeit nicht unbedingt die Trennung ist. Die Trennung ist der Weg aus den Folgen des Alkoholismus.
    Man kann seinen Partner nicht zur Trockenheit bewegen. Aber nass ist er nicht mehr der mensch, der er mal war und macht einem und den Kindern das Leben zur Hölle. Das sollte Grund genug sein sich eine andere Bleibe zu suchen. Wer seinen Partner dennoch so sehr liebt, seine Krankheit als Krankheit erkennt und ihm beiseite stehen will kann dann ja auch aus der Entfernung heraus warten bis der Tiefpunkt erreicht ist und die wenigen nüchternen Momente mit dem Partner genießen.

    Ich denke mal, dass meine Eltern zu den wenigsten gehören, die gemeinsam diese Krankheiten überstanden haben und nach ca 30jähriger Trockenheit immer noch eine gemeinsame Ehe führen. Aber der Weg, der zu diesem Ziel führte ist nicht unbedingt nachahmenswert, finde ich. Es gab einfach zu viel Leid auf diesem Weg.

    Lese ich aber in all den threads hier denke ich schon, dass jede Geschichte etwas gemeinsames hat, besonders die Verzweiflung, die Hoffnung, die Illusion und anfangs oft die Unkenntnis über die Sucht.
    Man sollte aber auch nicht jede Besorgnis und jedes Denken an den Partner als Coabhängigkeit abstempeln und auch nicht suggerieren dass mit einer Trennung alles vorbei ist und dies der einzig wahre Weg sei.
    genausowenig würde ich jemandem raten: Harre so lange weinend in Deinem Zimmer aus bis Dein Partner seinen Tiefpunkt erreicht hat und wenn es Jahrzehnte dauert.

    Auch die Alkoholabhängigkeit zeigt sich ja in allen möglichen Facetten. Vom täglichen Trinker, Wochenendsäufer und Quartalstrinker. Vom ruhigen zurückgezogenen gemütlichen Trinker bis hin zum aggressiven Weiberhelden. Auch da läßt sich sicher nicht alles nur auf den Alkohol schieben und es spielen verschiedene andere Faktoren auch eine Rolle.

    Meine Meinung
    Frozen tears

    Hallo ihr lieben Leidensgenossinnen,
    wenn ich heir so lese muß ich bemerken, dass ich für mich schon vieles verdrängt habe, was einmal war. aber hin und wieder kommen Dinge wieder hoch. So zum beispiel komem ich dann auch in eine Phase, wo ich keien entscheidungen mehr treffen kann. Ich habe noch nie darüber nachgedacht, dass es mit meiner Vergangenheit als EKA zu tun haben könnte. Aber jetzt, wo ich lese, dass es einigen anderen auc so geht habe ich mir schon Gedanken dazu gemacht.
    Was habe ich denn vorgelebt bekommen? Einen Vater, der trinkt bis er weiße Mäuse sieht und nicht nein sagen kann. Eine Mutter, die darunter leidet und sich nicht trennen kann, obwohl sicher täglich mit dem Gedanken gespielt hat.
    Was bleibt Dir da anderes Übrig als Kind ausser Dir zumindest in Gedanken eine Fluchtweg auszumalen. ein Zurückziehen in Dein Zimmer, in eine Beschäftigung, in Gedanken/ Träumereien, später auch echte Fluchtwege nach draussen. Meine Eltern waren ja wie gelähmt um vernünftige Entscheidungen zu treffen. So mußte ich selber schon früh wie ein Erwachsener mir Gedanken machen, mich beschützen, mich umsorgen usw. oftmals war ich damit überfordert und wußte nicht, wie und wofür ich mich als Kind entscheiden sollte. dann aber wieder der zwang, weil ja niemand anderes zurechnungsfähiges da war. Man nutzte jede kleine Lücke aus, wo der Vater mal nüchtern erschien und die Mutter ansprechbar. Sie war teilweise sehr in Gedanken versunken, führte Selbstgespräche, war irgendwo anders. Ihre Art mit der Sucht meines Vaters fertig zu werden. So durchzog es sich weiterhin in meinem Leben. Phasen von völliger Verwirrtheit und Hin- und Her-Denkens, was schon Kleinigkeiten anging bis hin zu selbstbewußten klaren Jas und Neins.

    Ebenfalls bekannt ist mir die Flucht aus der Beziehung, wenn der Partner plötzlich heiraten will. Wie weggeblasen waren plötzlich alle Gefühle, obwohl ich mich oftmals nach einer heilen Welt und intensiver Bindung sehnte.
    Und das ist mir mehr als einmal passiert.