Beiträge von Maria1989

    Ich möchte noch ein wenig näher auf meine/unsere Geschichte eingehen. Seit etwa zwei Jahren geht es leider wieder stetig bergab. Wir hatten diese Problematik bereits vor 3-4 Jahren...wo er unglaublich viel Bier getrunken hat...erst fing es mit einem Feierabend-Bier am Tag an, dann wurden es 2.,3....er hat sich dann jedoch selbst reflektiert und sich wieder gefangen und nur noch ab und an am Wochenende was getrunken.

    Nachdem dann vor 2 Jahren körperliche Beeinträchtigungen auftraten und er erstmal krank geschrieben war, hatte ich schon immer das Gefühl es geht wieder in eine ganz andere Richtung. Seit dem Vorfall vor 3-4 Jahren gab es bei uns keinen Alkohol mehr zu Hause und ich merkte, dass er Alkohol in seinem Kofferraum versteckte und heimlich in der Garage trank. Dann vor 1,5 Jahren der Schlag: er wurde gelb. Er kam ins Krankenhaus und ihm wurde klar gesagt, dass er die Finger vom Alkohol lassen muss. Er hat das dann irgendwie einigermaßen unter Kontrolle bekommen. Einsehen, dass er Alkoholiker ist, wollte er aber dennoch nicht. Dann kamen letztes Jahr zwei weitere Schicksalsschläge im familiären Bereich und seitdem ist nichts mehr wie es war. Seitdem sind Lügen, Alkoholverstecke etc. an der Tagesordnung. Ich habe die wildesten Alkoholverstecke gefunden. Aufgrund der familiären Schicksalsschläge habe ich bis bis zuletzt immer zu ihm gehalten und gedacht wir schaffen das und kommen da wieder raus.

    Zwar ist nach diversen Klinikaufenthalten eine Langzeittherapie beantragt, aber dennoch hat er meiner Meinung den Ernst der Lage nicht verstanden. Erst als ich sein Alkoholversteck wieder einmal gefunden habe, wollte er mit der Sprache rausrücken und sich helfen lassen. Es war quasi erst ein Beweis nötig, damit er mit der Wahrheit rausrückt.

    Die letzten 6 Wochen war er wirklich nur noch ein Wrack und eine Hülle seiner selbst (auch durch zusätzliche Medikamente gegen innere Unruhe) in Kombination mit Alkohol verursacht). Letzte Woche hat er dann den Vogel abgeschossen und in dem Zustand einen Unfall verursacht (Gott sei Dank ohne Personenschaden). Das hat bei mir irgendwie etwas ausgelöst: denn es ist eine Sache wenn er sich selbst zerstört, aber wenn ich mir vorstelle, was hätte alles passieren können...Seitdem ist er wieder in der Klinik. Ich habe jetzt meine wichtigsten Sachen aus dem Haus geholt und bin zu meinen Eltern gezogen. Jetzt habe ich ehrlich gesagt Angst vor der Zukunft, dass er beispielsweise meine Entscheidung nicht akzeptiert und da langfristig noch ganz schön was auf mich zu rollen wird (Eigenheim, Hund...).

    Gleichzeitig mache ich mir aber auch Sorgen um ihn. Er ist in keiner guten körperlichen Verfassung und ich frage mich wie Ernst seine Lage wirklich ist. Ich habe mittlerweile zwar verstanden, dass dieser Schritt für mich genau der einzig Richtige ist. Irgendwo habe ich gelesen, dass ich Ihn ja quasi durch mein "Mitleid" und mein gutes Herz in seiner Sucht auch noch unterstützt habe und ihn immer einen sicheren Hafen geboten habe. Und es ist auch definitiv der Zeitpunkt gekommen, wo ich wieder an mich denken muss. Aber das ist ja alles leichter gesagt als getan. Ich habe momentan bewusst keinen Kontakt zu ihm , aber auch von dem Rest der Welt schottet er sich gerade komplett ab. Deshalb habe ich auch irgendwo Angst, dass er sich etwas tun könnte.

    Liebes Forum,

    ich möchte mich hier gerne als bisherige Lebensgefährtin eines Alkoholikers vorstellen. Wir sind seit 10 Jahren zusammen- zunächst habe ich die Krankheit gar nicht als solche Krankheit erkannt...Wir gingen zusammen feiern etc., gingen mit Freunden aus und organisierten Grillabende. Alles war völlig normal - wir waren schließlich Mitte 20. Als wir dann zusammenzogen merkte ich nach und nach, dass der Bierkonsum immer mehr wurde. Ich sprach Ihn ständig darauf an aber er verharmloste und trank heimlich immer mehr. Irgendwann kam das große Geständnis, er machte einen Entzug und war danach wie ausgewechselt. Er achtete auf eine gesunde Ernährung und machte Sport, zeigte in vielen Bereichen des Lebens enorm viel Engagement. Wir erfüllten uns den Traum vom Eigenheim. Dann traten einige Schicksalsschläge in seinem Leben auf und seit ca. 1,5 Jahren geht das Ganze in eine sehr schlimme Richtung. Alkohol, Versteckspiele und Lügen sind an der Tagesordnung. Die letzten Wochen/Monate haben nur noch aus Klinikaufenthalten bestanden. Dann war er 2 Tage zu Hause und das gleiche ging von vorne los. Ich habe viele schlaflose Nächte hinter mir. Vor 2 Wochen kam es zu Vorfällen, die mich dazu gebracht haben die Reißleine zu ziehen. Es sind immerhin keine Kinder im Spiel, aber dennoch habe ich große Sorge, wie die Zukunft aussieht und wie es weitergehen soll.