Beiträge von Ava

    Liebe Lilelalu,

    die Grenze kannst Du doch für Dich setzen?
    Im Thema Umgang bzgl. Kinder gibt es Möglichkeiten, Kontakt zu unterlassen oder auf ein Hallo und Tschüss zu beschränken. Kinder gehen schon raus, nach unten je nach Alter. Kein Umgang mit Dir, bei Dir- zur Not begleitet über die Caritas. Bis dahin von Eiscafé über Spaziergang bis bei Schwiegereltern. Übergabebuch für wesentliches. Es liegt ja oft an uns, was wir zulassen oder für gesetzt halten. “Man muss” oder “ja, aber” oder “geht nicht weil” kann zu einem “obwohl” oder “trotzdem” werden. Manchmal muss man es nur neu denken. Es ist superschwierig - die Phase des Gegangen seins aber noch quasi aufeinander klebend in Umständen. Dann wenigstens darin begrenzend. Leider verstehen sie es oft nicht, suchen und nehmen sich Räume. Gewohnheit. Es ist schwierig, wenn man selbst noch beschäftigt ist und es als Umbruch erlebt, in der Phase schon konsequent Trennung zu leben. Es wird besser. Viel Kraft dafür und rasch eine neue Wohnung.

    Alles liebe,

    Ava

    Liebe MaBee,

    es schmerzt einfach und richtig machen kann man es wohl nicht. Ich bin auch gerade ganz schön enttäuscht von mir, dass ich nicht früher die Reißleine gezogen habe, so vieles (ans Auto gehen, ins Bad gehen) ist doch eigentlich normal und dann kommt dieser Moment, wo es eben im Kontext mit anderen Umständen alarmierend auffällt. Es gibt Muster in der Partnersuche, traumatische Bindungen, Topf findet Deckel usw.

    Manchmal hilft ein Therapeut, das zu durchbrechen und wirklich hinschauen, was der andere uns erfüllt. Es ist ja oft ein Mangel, ein Bedürfnis, ein Trigger, den der andere erfüllt oder in uns auslöst, etwas für ihn zu sein (Mama, Therapeutin, Putzfrau). Eine Kindheitssache antriggert. Wenn man das weiß, ist es leichter - inklusive der Vorerfahrung, die die meisten schon sowieso mitbringen. Ich frage mich aber auch tatsächlich, wie es z.B. möglich ist, 600 km von Zuhause unter völlig anderen Umständen wieder zufällig jemanden spontan mit genau dem gleichen Thema treffen zu können - als stünde auf unserer Stirn: "Achtung, Alkoholiker-Kind, date mich und finde mich gut, wir werden uns am Thema Alkohol abarbeiten, wenn Du ein Thema hast". Der auf den ersten Blick auch völlig anders ist als Expartner, Väter- Typ/Charakter, also man kein "Schema/Anziehung/the same procedure as" unterstellen kann. Klar haben viele ein Thema Konsum, aber so macht es bei aller therapeutischer Aufarbeitung und Reflexion keinen Spaß, überhaupt nur jemanden unbefangen kennenzulernen. :)

    Hast Du mal überlegt, einfach einen Brief zu schreiben? Kann ja gedruckt sein, ist aber persönlich, der andere kann darüber nachdenken und erste Emotionen alleine herauslassen, Du musst nicht direkt in die Konfrontation. Im frühen Stadium kann man das auch einfach in Nachrichten schreiben, bei Fernbeziehungen ergibt sich manches ja auch nicht sofort. Wenn es Dich doch triggert und Du sowieso schon dann auch über die Maßen emotional /wütend bist, eskaliert das doch eher und Du schaffst es vielleicht nicht, das zu sagen, was Du sagen willst? Sprich verlierst Dich auch mit ihm wieder in einer Dynamik von vielleicht Rechtfertigung und Vorwurf? Ein Brief ist doch toll?

    Alles liebe

    PS: Ärgere Dich nicht über Dich. Wir sind einfach nicht perfekt.

    Liebe Cadda,

    Vielen Dank.
    Mir wurde zu dem Thema und zu meinen Gefühlen schon immer so viel abgesprochen im Leben. Ich habe eigentlich einen Bäreninstinkt und bin auch nur so durch die letzten Jahre gekommen. Ich habe durch meinen vorherigen Expartner extreme Formen von Gaslighting erlebt, mit dem Hintergrund eines Traumata wusste ich manchmal nicht mehr zu sagen, ob alle anderen (meine Familie ebenso) um mich herum verrückt geworden sind oder ich. Gute langjährige Freunde, die alle Beteiligten gut kennen, haben mir immer wieder reflektiert, dass ein Trauma nicht heißt Psychosen, völlige Auflösung und der Stempel, den andere mir geben wollten, falsch ist - dass ich Dinge richtig einordne und sehe. Ich bin zufrieden und völlig im Reinen mit Abbruch von Kontakt und traumatischen Bindungen in meinem Leben. Schmerzhaft, Therapien erfordernd, aber absolut richtig und gesund. Aber manchmal und in Resten bleibt das Gefühl, dass ich nicht richtig bin, übertreibe, Dinge falsch sehe. Es hat eine Weile gedauert, bis ich meinem Ex auf sein “Fakt ist” gesagt habe, nein -Dein- Fakt ist. Meiner (und die Realität) nicht. Ich mag Menschen nichts unterstellen, anhängen unberechtigt- vielleicht weil mir auch so passiert, öffentlich im großen Stil. Aber auf meinen inneren Wächter war immer Verlass. Das kleine scharfe Pling beim Thema Alkohol. Ich bin nicht extrem oder will ultimativ absolute Abstinenz von Menschen um mich. Aber eben aus gutem Grund auch keine Alltagsbedeutung, kein Fokus auf Alkohol. Er sagt einfach nichts als Rechtfertigung, was ich nicht schon x mal sogar in gleichen Worten gehört hätte. Ich ertrage es nur gerade so richtig schlecht, aber das ist mein Problem und ich werde es überwinden und so stoisch alleine weiter gerade aus gehen wie bisher. Ich hätte mir nur einfach mal ein bisschen Liebe gewünscht. Ich brauche aber niemanden in kranker Bindung und die Reißleine zumindest fast rechtzeitig ziehen, kann ich mittlerweile besser.
    Es tut gut, eine Reflexion von außen zu bekommen, Danke dafür! Alles liebe

    Hallo an alle und ein Update :)

    Wir hatten als Paar zueinander gefunden - Er hat den Brief gelesen, auch Dinge verändert. Vielleicht aber auch nur dahingehend korrigiert, dass er sie für mich unsichtbarer gemacht hat. Er konsumiert alkoholische Getränke aber nach meiner Wahrnehmung zu dem Zweck Spannungsabbau/Bewältigung. Ich hatte das Thema nicht mehr Thema werden lassen, auch nichts gegen einen Glühwein bei -8 Grad draußen zu Hause am WE. Bei einer WE Beziehung ja durchaus ok. Abend ausgeklungen, ins Bett schlafen gegangen, Gespräch/Konflikt mit großer Anspannung bei ihm entstanden. Mit den Worten “Jetzt habe ich Durst, ich hole mir noch mal was zu trinken” aufgestanden und in die Küche gegangen. In meiner Welt wäre das nach geputzten Zähnen spät schon im Bett ein Glas Wasser oder Tee, sogar noch ein Schluck Cola, Apfelschorle gewesen. Stattdessen Mikrowelle und nochmal -wenn auch wenig- Glühwein. (Ich hatte mir den Stand in der Flasche im Vorbeigehen gemerkt - alleine das will ich nicht in Beziehungen und im Fokus) Im Zusammenhang mit Gefühlen, Konflikt und der Vorgeschichte dazu, hat es mich bestätigt, es gab keinen Grund, diese Situation / Anspannung mit Alkohol zu lösen - Durst? Er wollte nicht in den Keller, keine Cola, es wäre nichts da - alles Quatsch. Er war bei mir, ich wäre aufgestanden, wenn ein Gast/Partner nichts findet.
    Ich glaube schlicht nicht, dass er so einfach aufhören kann zu konsumieren, wie er sagt und selbst denkt. Den generellen Ersatz sprich ständig 2 Flaschen alkoholfreies Bier (nicht 0,0 und das höherdosierte) als Wasserersatz zum Erreichen der Trinkmenge / Tag halte ich zu Triggern für nicht gut. (Abgesehen vom Blutzuckereinfluss)
    Alles andere und Wasser schmecke nicht. Heute morgen habe ich die Beziehung beendet, mit klarer Erklärung, warum. Es schmerzt. Früher hätte ich die 99% gesehen, die so toll passen- das tun sie- und wäre geblieben. Heute sehe ich das 1%, das dafür sorgt, dass ich nicht in dieses Traumabonding will, nicht in eine Beziehung aus Rechtfertigen, Kontrollversuche, ungute Gefühle, Co-Abhängigkeit im Verhalten. Möglicherweise übertreibe ich komplett, er steht ganz am Anfang eines maximal risikoreichen Konsums. Mein Bauchgefühl sagt nein. Ich habe ihm gesagt, dass das “wie viel” bei ihm für mich gar nicht entscheidend ist. Sondern das “wie”. Das Normale. Die Einordnung.
    Dass ich mit ihm mehr konsumiere, als ohne ihn (Ich bin nicht abstinent, erwarte das auch nicht von anderen. Hier vielleicht 4x im Jahr einen Fingerhut. Ich vertrage schlicht auch nichts.). Damit komme ich nicht zurecht. Ich habe die Reißleine schon zu spät gezogen, aber ich wollte keine Beziehungschance ziehen lassen, die in vielem so harmonisch ist. Ich habe mich zum Thema Alkohol aber mehrfach schlecht gefühlt, Konflikte gibt es nur dazu. Zeitverschwendung. Dann passt es nicht. Ich habe es für mich definiert. Keine Muster prägen und leben. Macht beide nicht glücklich. Ich habe es auch so benannt: Ich will Dich nicht verändern, angreifen, Dir etwas unterstellen. Es geht nur um mich. Grenzen konsequent halten.

    Ich habe vergessen, wie sehr das schmerzen kann. Es nimmt so viele Zukunftsideen. Ich fühle mich gerade irgendwie veräppelt, warum ich schon wieder jemanden mit dem Thema in mein Leben bekomme. In Punkto Grenzsetzung habe ich mich eigentlich genug bewiesen. Es stand in keinem Zusammenhang, quasi einfach vor die Füße gefallen. Ich habe eigentlich schon genug im Leben an Personen in dem Thema Loslassen müssen, gerade jetzt, wo es mir gut tun würde, fühlt es sich schlecht an.
    Einen schönen Sonntag allen

    Hallo liebe Linde,

    Ich musste gerade lachen zum „kernigen“ Burschen. 😂

    Er fährt tatsächlich hin und wieder Traktor, aber einen Brief würde er lesen, denke ich, wenn Bücher auch an ihn gehen. Er hat einen normalen Vollzeit-Job.

    Wie er auf das Thema reagiert, steht für mich unabhängig von einem „dann geht es mit uns weiter oder nicht“. Es geht nicht weiter.

    Mir geht es eigentlich darum, jemandem, wie jedem aus meinem langjährigem Freundeskreis auch, etwas mitzuteilen, was ich wichtig finde.

    Lg, Ava

    Liebe Saphira,

    Ja, verändern mag ich nicht (mehr).

    Das ist ja oft das Problem. Viele merken nicht, dass es von Anfang an nicht gepasst hätte und arbeiten sich Jahre mit Paartherapie und an Strukturen ab.

    Den Beziehungsgedanken habe ich verlassen - Reißleine ziehen habe ich gelernt, zur Not auch im freien Fall, aber weg.

    Aber ich schätze ihn als Menschen und würde das Thema gerne irgendwann kommunizieren - ich bin mir sicher, niemand in seiner weiten Umgebung gäbe einen Impuls.

    Ich habe definitiv kein Helfersyndrom und erwarte auch nichts dazu. Aber ich bin neu in sein Leben getreten und finde, man darf jemandem Dinge zurückmelden.

    Als Freund, Bekannter etc.

    Ich hätte mir als Kind gewünscht, dass aus verschiedenen Richtungen Impulse gekommen wären in die Familie. Auch später an meinen Expartner. Ändert nichts daran, dass man selbst aktiv werden muss und es für sich sehen (wollen), aber unter Freunden spricht man Besorgniserregendes ja nun auch an, sei es Essverhalten, Veränderungen, Gewalt in Beziehungen- wenn man es miterlebt.

    Ich überlege nur einen guten Weg dazu, wie macht man das?

    Ich überlege, ihm das als Brief mit unserem Verlauf zu geben - damit er alleine für sich das in Ruhe mit den entsprechenden Gefühlen mal anschauen kann und nicht im Gespräch direkt relativierend blockt, weil Angriff - Abwehr.

    Bei einem Brief regt man sich ggf. furchtbar auf, kommt aber meist runter und greift später noch mal danach.

    Lg, Ava

    Liebe Elly,

    Vielen Dank. Ja, die Gewohnheiten in Familien sind sicher oft ein Wegbereiter.

    Das ist auch der Punkt, ich muss keine Beziehung haben, um glücklich zu sein. Viele starten ja schon mit „Verändern wollen“. Ich habe gelernt und war auch im Leben schon immer gerne alleine. Ich bin nur generell ein Beziehungsmensch und habe sie schon gerne. Es ist einfach schön, auch wenn man eben ein bisschen unabhängig bleibt.

    Es schmerzt gerade, dass ich viel in den letzten Jahren getan habe, um meinen Schutzraum zu gestalten, eben auch im Thema Alkohol - und dann ausgerechnet das Thema bei jemandem gerade in meinem Leben wieder ein Thema ist. Es hätte ja auch einfach ein veganer Ultra-Läufer sein können. : )

    Lg

    Ein herzliches Hallo allen,

    ich bin Ava. Ich bin Ü40 und bringe einen Stammbaum zum Thema Alkohol mit.

    Mein Vater, meine Großmutter, meine Tante sind/waren Alkoholiker. Ich bin seit meiner Kindheit mit dem Geruch von Alkohol und Tic Tac in der Handtasche vertraut.

    Mein Vater hat aus einer belastenden Lebenssituation heraus begonnen pathologisch zu trinken; ich hatte die Möglichkeit, da schon in der Pubertät, mich abzugrenzen. Auch, weil ich es schlicht nicht vertrage (Husten, Rötungen, Schwellungen, Verspannungen und Katergefühl bei winziger Menge) ist der Kelch im wahrsten Sinne des Wortes bisher an mir vorüber gegangen. Unbeeinflusst gelassen hat es mich nicht, ich bin mit einem Mann zusammengekommen, der mein Zuhause und die damit anhängige Vertrautheit geboten hat - auch er ist in meinen Augen Alkoholiker oder hat mindestens einen hochpathologischen Konsum. Ich wurde aus anderen Gründen zwischenzeitlich hochtraumatisiert mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung in Folge. Er wurde dazu aggressiv, steigerte den Konsum und ich habe ihn mit unserem Kind verlassen. Es gab keinerlei Unterstützung für uns, ich musste den Kontakt zu nahezu allen meinen Familienmitgliedern abbrechen und wurde dort nahtlos durch ihn ersetzt. Erklärt wurde dies mit der Tatsache "Ich sei psychisch erkrankt und verrückt". Damit konnten alle besser leben. Es mag auch daran liegen, dass ich ein Leben ohne Alkohol und Illusion für andere bevorzuge und mir immer bewusst war, beginne ich im Trauma aufgrund der Symptome zu trinken, war es das. Auch Tabletten waren nie eine Option und ich hätte beruflich gesehen alle Möglichkeiten, eine Apotheke zu ordern. Ich bin stabil, frei und zufrieden, traumatisches Wachstum gibt es, auch wenn man im Leben sicher kein Trauma braucht. Ich versuche, meinen Sohn vor dysfunktionalen, schädlichen Familienstrukturen zu schützen, er wird aber von Expartner und Familie als Waffe gegen mich missbraucht und manipuliert. Es ist in meiner Familie nicht erlaubt, seinem eigenen Glück zu folgen, meine Mutter lebt ihre Co-Abhängigkeit und er hat nie überwunden, dass die schwache Frau sich von ihm trennt. Das ist aber gar nicht mein Hauptthema, ich bin mit all den Verlusten und Veränderungen im Leben im Reinen, nur etwas fällt mir akut gerade wieder auf die Füße und ich frage mich, ob es je endet und ich noch irgendwie angreifen kann.

    Ich habe viel zu mir reflektiert, therapeutisch aufgearbeitet und kenne meine Muster und Warnflaggen. In der Beziehungssuche bin ich mir meiner Geschichte bewusst und höre auf mein Bauchgefühl, wenn es anschlägt. Bindung und Vertrautheit, Elterngefühl, Zuhause wird für mich immer auch mit Bier, Nikotingeruch und anderen Gewohnheiten verknüpft sein.

    Ich bin nun -ohne mein Zutun- von jemandem angesprochen worden und wir befinden uns in einer Kennenlernphase. Er wohnt auf dem Land, betreibt Landwirtschaft hobbymäßig, ist gut aufgestellt und wir spüren eine wohltuende Nähe, die nichts mit schwierigen Mustern zu tun hat. Ich weiß, dass der Umgang mit Alkohol auf dem Land ein anderer ist, das kann man nicht leugnen. Die notwendige Nähe, das Sich helfen auf den Höfen geben in der Woche schon eine Anzahl von Geburtstagsfeiern, Veranstaltungen, Geburten, Fasching, Feste vor. Vermutlich ist der Konsum alleine dadurch für mich schon alles andere als normal, aber gesellschaftlich in dem Kontext in der Gegend komplett normal. Ich tue mich schwer. Dazu kommt allerdings Feierabend-Bier, Bier nach Ernte-Tag/für die Helfer, Bier zur Entspannung, Bier bei Stress. Die Wohnung ist ein typischer Haushalt mit Gläsern für Alkohol in der Vitrine, Weinflaschen in der Küche an der Wand, Sixpack-Geschenk zum 50. im Flur. Bierkasten im Haushaltsraum.

    Es schmerzt, dass mein Bauchgefühl schon sagt, es wird keine Beziehung entstehen (dürfen). Freunde sagen noch, erst anschauen, mit ihm sprechen. Sie sehen das normaler als ich an, aber ich komme nun mal aus einem Haushalt, wo man auch nicht sofort verwahrlost ist im Konsum und es ähnlich begann.

    Ich habe aus Nachrichten, Fotos etc. von den letzten Monaten ein Profil erstellt zum Konsum, weil ich es für mich einordnen musste. Es war sogar mehr, als gelistet wurde, weil ich nur handfestes notiert habe. Ich bin mir daraus nicht sicher, ob es überhaupt einen Tag ohne Alkohol gibt. Er hat komplett kein kritisches Bewusstsein für seinen Konsum, auch nicht, dass er aus Gründen konsumiert, die nicht sein dürfen in dem Kontext, Stress, Druck in Gesellschaft usw. Ein Feierabendbier dürfte täglich sein. Ich habe mich entschieden, ihn nicht heute und morgen, aber irgendwann auf das Thema anzusprechen, ggf. ihm zu schreiben und ihm seinen Konsum aus unserem Chat-Verlauf nur neutral ohne Interpretationen hinzulegen. Was mich auf eine Art und Weise nachhaltig verstört, ist, dass es schon wieder unerwartet begrenzt Thema in meinem Leben ist. Er ist völlig anders als mein letzter Partner oder Vater, trotzdem falle ich hier wieder über das Thema. Alles andere ist stimmig, aber das ist für mich ein Grund, keine feste Beziehung auch nur zu riskieren. Ich bin zu alt :) und zu erfahren, um mir im Leben noch Belastungen aktiv einzukaufen, ein Partner darf ergänzen und ich ergänze gerne, aber ich mag keine Abhängigkeiten, Therapeuten/Mutterrolle und Pflegefachkraft für Vermeidbares später sein. Ich mag auch tatsächlich nicht privat in dem Ausmaß täglich konfrontiert werden, unterstelle man mal, dass ich übertreibe und er noch 20 Jahre so in Gewohnheit weitermachen könnte. Es schmerzt.

    Ich freue mich über die ein oder andere Meinung dazu, ich bin tatsächlich ein wenig verunsichert, ob ich aus meiner Achtsamkeit und Wachsamkeit nun beginne, für andere generell zu übertreiben oder ob mein sensibilisiertes System nur besser trainiert ist als das des Unbedarften in unserer Gesellschaft, der niemals ein Problem darin sehen würde. Ich versuche auch, meine private emotionale Haltung von dem zu trennen, was ich z.B. einem meiner Patienten beruflich dazu gesagt hätte. Vielleicht mag jemand mal rückmelden, wie es auf ihn wirkt, rein aus den Zeilen hier. Lieben Dank :)