In diesem Zusammenhang mal eine Frage an die jetzt Trockenen hier, die vielleicht auch keine körperlichen Entzugserscheinungen hatten....wann war euch klar, das ihr euch psychisch vom Alkohol lösen müsst und wie habt ihr das bewerkstelligt?
Ich hatte meine erste schwere Depressive Episode (vorher immer nur mittelschwer).
Medikamente genommen, Alkohol getrunken (gar nicht mal so viel), aus dem Bett gekotzt (habe es nicht geschafft aufzustehen), mich unendlich geschämt und danach 3 Tage mit noch schwereren Depressionen im Bett gelegen.
Habe mich dann mit dem Thema Depression und Alkohol auseinandergesetzt und beschlossen, nicht mehr zu trinken.
In der Klinik (wegen der Depression) wurde ich dann mit dem Thema Abhängigkeit konfrontiert und konnte mich aufgrund folgender bei mir vorliegender Symptome dort einordnen.
- Kontrollverlust (jeder gute Vorsatz weniger zu trinken ist nach dem ersten Glas gescheitert)
- Trinken bis zum Blackout ( habe ich zumindest das ein oder andere mal erlebt)
- heimliches Nachschütten, damit keiner sieht wie viel ich trinke
- aufs Wochenende hin arbeiten
- später auch in der Woche jede Gelegenheit, die meiner Meinung nach Trinken gerechtfertigt hat (Geburtstag, guter Tag, schlechter Tag, neues Auto, was weiß ich was noch alles), ausgenutzt
- Stress und schlechte Laune wenn ich der Fahrer war
usw
Ich hatte Angst irgendwann auch körperlich abhängig zu sein (damals hab ich es noch so eingeschätzt, dass dies schlimmer sei als die psychische Abhängigkeit - was natürlich absoluter Schwachsinn ist) und habe für mich angenommen, dass ich ein Alkoholproblem habe und nie wieder trinken werde