Beiträge von Rennschnecke

    Wir haben zwar noch nicht mal Mitte Oktober, aber anscheinend ist das kommende Weihnachtsfest - und wie es unfallfrei und nervenschonend verbracht werden kann - , zunehmend ein Thema.

    Darum hole ich mal diesen Faden hervor, den ich vor zwei Jahren gestartet hatte.

    Er ist immer noch schön kurz - also ruhig mal reinschauen...und entspannen!

    Ich habs meinem Geschwister (von dem ich ebenfalls lange co-abhängig war und zu dem das Verhältnis auch nie gut/eng war) nicht gesagt, nur, dass ich nichts mehr trinke, als mir im Elternhaus in seiner Gegenwart noch was angeboten wurde (Geschwister trinkt selbst nichts. Mag es denken, was es will - Denken ist nicht Wissen.)

    Du findest hier diverse Argumente pro und contra Outen - hör am besten auf Dein Bauchgefühl.

    Alles eine Frage der Übung, nicht der Intelligenz 😉.

    Du bist ja nicht die erste Frau in dieser Lage. Dafür gibt es verschiedenste Hilfsangebote. Bestimmt können Dir hier andere Frauen aus eigener Erfahrung mehr dazu sagen.

    Du und Deine Kinder, Ihr müsst das nicht aushalten - zumal es mit der Zeit immer schlimmer werden wird, wenn die Sucht mehr und mehr Besitz von ihm ergreift.

    Hallo Steevie,

    ja, Deine Befürchtung, dass er sich trennt, wenn Du auch nur vorübergehend Abstand zu seinem Konsum hältst, habe ich verstanden.

    Aber muss es wirklich so weit kommen? Käme es nicht auf einen Versuch an? Kannst Du es Dir wirklich leisten, nicht wenigstens eine räumliche Trennung zu versuchen? Menschen sind, wenn es hart auf hart kommt, beweglicher, als sie selbst glauben.

    Es klingt für mich, als hättest Du Sorge, ihn durch eine konsequente Sicherung Deiner Abstinenz zu verlieren.

    Aber verlierst Du ihn nicht sowieso schleichend - an seine eigene Sucht? Und welchen Preis zahlst Du dafür? Was alles würdest Du in Kauf nehmen, um ihn nicht zu verlieren?

    Und was genau - außer dem, was Dir vertraut ist und was Dir deshalb Sicherheit zu geben scheint - würdest Du denn an Lebensqualität verlieren, wenn er sich wirklich trennt?

    Vielleicht hält das Leben noch viel mehr für Dich bereit als diesen alkgeschwängerten Kokon ohne jede nicht-digitalen Außenkontakte?

    Kommst Du überhaupt irgendwo hin, zum Arzt oder zum Einkaufen, ohne ihn oder seine Eltern um Hilfe zu bitten und dazu über Deine Pläne zu informieren?

    Was wäre z. B., wenn Du an einer Selbsthilfegruppe in der Nähe teilnehmen wolltest (eine gute Gelegenheit, um Gleichgesinnte außerhalb von Partnerschaft und Familie in der Welt da draußen kennenzulernen)?

    Du hast geschrieben, dass Du vorsichtig wieder Kontakt zu Deinen Eltern aufnimmst. Das klingt gut - solange Deine Abstinenz nicht durch neuen emotionalen Stress gefährdet wird.

    Wenn Ihr beide gerade die Wohnung oben für Euch ausbaut: Bist Du offiziell als Miteigentümerin eingetragen oder könnte er Dich jederzeit rauswerfen? Arbeitet Ihr jeder für sich getrennt oder macht ihr gemeinsame Kasse?

    Bitte entschuldige die vielen Fragen. Schon wegen der gebotenen Anonymität brauchst Du sie nicht mir zu beantworten - nur Dir selbst.

    Ich sehe nur zwei mögliche Haltungen:

    Entweder: Ohne Deine Abstinenz ist alles nichts - auf die Gefahr hin, dass sich Eure Wege vielleicht trennen.

    Oder: Ohne ihn ist alles nichts - dann musst Du früher oder später wieder mitsaufen - garantiert.

    Du hast schon so viel für Dich bewegt, indem Du Dich hier angemeldet hast und Dich unerschrocken austauschst - ich glaube, Du darfst Dir noch viel, viel mehr zutrauen - für Dich, nicht gegen ihn.

    Lies Dir noch mal genau die Grundbausteine durch, Estragon. Das ist gelebte Forenerfahrung.

    Du musst andern nicht beim Saufen zugucken. Du musst Dich auch nicht als Fahrer für Saufwillige zur Verfügung stellen und/oder diskutieren, wenn Du nach Hause möchtest - egal, warum.

    Ich habe hier mal gelesen:

    "Meine Abstinenz ist nicht verhandelbar."

    Sei es Dir wert, nimm Dich wichtig!

    Meinen bisher einzigen Suchtdruck habe ich ähnlich erlebt - und auch erst am Ende als solchen erkannt, Steevie.

    Danach wusste ich, wie er sich anschleichen kann, und habe meinen Notfallkoffer noch mal neu gepackt - und noch aufmerksamer jeden Tag hier mitgelesen, gerade bei anderen Anfängern:

    Was erleben die am Anfang und was schreiben ihnen erfahrenere Teilnehmer dazu?

    1000 Tage schon? Na sowas ...😉

    Glückwunsch, lieber Nayouk, und danke für diese berührenden Zeilen im offenen Bereich, wo sie hoffentlich von vielen stillen Mitlesern wahrgenommen werden, die sich eine lebenslange Abstinenz noch nicht recht vorstellen können.

    Schön, dass Du hier aktiv bist und Dich zusätzlich noch als Moderator engagierst - immer lesenswert, immer besonnen. DANKE!

    Dein Stoffwechsel und auch die Psyche sind nach vier Wochen Abstinenz noch mitten in der Umstellung und beim Giftabbau, Morgaine, das braucht seine Zeit.

    Vielleicht doch noch mal den Kaffeekonsum überdenken und nach 16 h lieber einen schönen Kakao oder Schoko-Chai-Tee trinken? Schlafroutinen einführen, wenn diese verloren gegangen sind? Beides tut mir persönlich gut.

    Durch Deine Lernerei für die Fortbildung stehst Du vielleicht auch unter einem gewissen Druck?

    Kennst und beachtest Du die HALT- Regel als Leitlinie für die Selbstfürsorge, um dem Suchthirn kein Einfallstor für seine "uneigennützigen" Lösungsvorschläge zu bieten?

    Sie lautet: Never be too Hungry, Angry, Lonely or Tired . Also: Achte darauf, dass Du nicht zu hungrig, wütend, einsam oder müde wirst.

    Herzlichen Glückwunsch, Tabsi, eine stolze Zahl!

    Danke für Deinen Rückblick. Ich kenne auch diese große Dankbarkeit, dass ich den schweren Prüfungen des Lebens nun wenigstens nüchtern begegnen kann.

    Falls das (noch neue) COs mitlesen, die sich vielleicht fragen: "Das hört sich so "einfach" und logisch an - warum begreift mein süchtiger Angehöriger das nicht, warum findet er oder sie den Ausstieg nicht?"

    Weil die Sucht auch darin einzigartig ist, den Süchtigen zu "belabern", z. B. : "Komm, so schlimm ist es doch gar nicht, irgendein Laster hat doch jeder. " Und vor allem: "Wenn Du armer Mensch jetzt auch noch auf Deinen Stoff verzichten sollst - dann ist das Leben ja gar nicht mehr lebenswert." Usw. Usw.

    Aber auch bei klassischen Krankheiten ist es wichtig, dass die Betroffenen mitarbeiten - was auch da nicht erzwungen werden kann.

    Vergleichen bringt also nur bedingt weiter. Am Ende ist jeder eigenverantwortlich unterwegs.

    Für Dich und Deine Lieben alles Gute!

    Aki, du kannst niemanden zwingen, sich behandeln zu lassen. Auch Krebskranke übrigens nicht.

    Sie ist vermutlich noch voll in der Sucht verhaftet und glaubt, ohne den Stoff nicht leben zu können. Die Sucht ist sehr mächtig, da haben Angehörige keine Chance.

    Du kannst nur Dich selbst schützen, das hast Du mit dem Rauswurf gemacht - und mehr auf Dich schauen, Du hattest ja auch was von Kindheitsprägungen geschrieben: Ist das gerade normaler Trennungsschmerz bei Dir oder steckt evtl. Noch mehr dahinter? Du hast Dich ja nicht umsonst bei den COs angemeldet. Nur auf Dich selbst hast Du Einfluss, nicht auf sie.

    Hallo Minze,

    das ist doch schon mal ein Fortschritt. Wann ist denn der Termin?

    Vielleicht kannst Du Dir eine Liste machen mit dem, was Dir wichtig ist. Kann Dir jemand dabei zur Seite stehen?

    Es sollte nicht darum gehen, Deinen Jungs ein weiteres Hilfsangebot zu machen, um das sie nicht gebeten haben.

    Es geht um Euch als Eltern: Ihr könnt schon lange nicht mehr, habt außerdem noch die Schwiegermutter zu versorgen, und abgesehen davon lebt auch Ihr nicht ewig, deshalb muss eine zukunftsfeste Lösung für die Jungs her, unabhängig von Euch.

    Hallo Morgaine,

    das möchte ich gern aufgreifen:

    Ich habe oft hier gelesen, dass es egal ist, warum ich/man getrunken habe.

    Egal ist es nicht, es ist nur so: Ab irgendeinem Tag x haben wir nur noch getrunken, weil wir süchtig geworden sind und die Sucht "bedienen" mussten.

    Alle anderen "Gründe/Anlässe", durch die wir ursprünglich mal schleichend in die Sucht gerutscht sein mögen, waren nur noch Makulatur - wir mussten einfach trinken.

    Jetzt, ganz am Anfang, sollte es bei Dir in erster Linie darum gehen, die frisch gewonnene Abstinenz zu schützen und zu festigen. Da scheint es bei Dir aktuell noch wackelig zu sein.

    nur die Substanz wegzulassen reicht mir nicht.

    Verlangt doch keiner, hier heißt es ganz ähnlich:

    Nur nicht trinken reicht nicht.

    Wer möchte ich sein - nüchtern - und wie schaffe ich es, nicht einfach neue Kompensationsstrategien für schwierige Themen und Situationen zusammen zu zimmern... ?

    Ja, die Rück-, Vorwärts- und Innenschau mag für viele sinnvoll und hilfreich sein, auch für mich, wie ich gerade wieder feststellen musste, aber alles zu seiner Zeit: Das Wichtigste am Anfang ist die Abstinenzsicherung hier und heute. Und da ist übergangsweise auch ein Zuviel an Schokolade ok.

    Wenn Du Dich wegen akutem Suchtdruck so knapp vor einem Rückfall fühlst, kannst Du Dich hier jederzeit im SOS-Chat auf der Startseite melden und Dir die Finger wund schreiben und um akute Unterstützung bitten - irgendeine(r) ist fast immer gerade aktiv.

    Wenn Dir in so einer wackligen Phase der Gedanke kommt: "Ach, ich möchte mal wieder in mein Stammcafe, obwohl da auch Alk serviert wird und ich da auch schon welchen getrunken habe", kann das ein Versuch Deines Suchthirns sein, Dich wieder auf die Alkspur zu bringen.

    Gehst Du dann hin, ist es auch nicht untypisch, wenn die Suchtgdanken mit Verspätung am gewohnten Saufort - zu Hause - zuschlagen: "Jetzt bin ich dran."

    Darum vielleicht am Anfang bewusst die ausgetretenen Pfade verlassen und von der Gewohnheit abweichen. Ich habe z. B. In den ersten Monaten nicht mehr nach (spätem) Feierabend eingekauft, weil ich mir da zu nassen Zeiten immer Alk für zu Hause "gegönnt" habe.

    Derzeit lese ich ein Buch von Gabor Maté über Sucht und ihre Mechanismen und es hilft mir, mit dem Druck umzugehen.
    Oder ich schlafe oder höre Musik oder lese hier im Forum...

    Hast Du für akuten Druck noch mehr, insbesondere Aktiveres in Deinem Notfallkoffer? Z. B. Scharfe Bonbons lutschen, eine ellenlange Luftmaschenkette häkeln (es geht nicht um Handarbeiten als neues Hobby, monotone Handbewegungen sind einfach sehr entlastend fürs Hirn, gerade bei innerer Unruhe), auf einem Bein stehen, rückwärts gehen, kalt duschen usw.

    Ich finde es übrigens beeindruckend, dass und wie ausführlich Du bisher auf jede einzelne Nachricht eingegangen bist. Aber stress Dich dabei nicht. Du bist zuallererst für Dich hier. Alles Gute!

    PS: ich kenne beide Seiten: als Alkoholikerin und als früher lange Zeit co-abhängige Schwester von Geschwistern mit anderen Süchten.

    Ich weiß, von außen ist sowas leicht gesagt - aber irgendwann kann man den Gedanken langsam zulassen, dass man alles versucht hat und nun selbst nicht mehr kann.

    Irgendwann ist sogar Wut möglich über die allseits verschwendete Lebenszeit und -energie. Dann kannst Du leichter ins Handeln kommen. Dabei kann Dir der Austausch hier helfen.