Beiträge von Rennschnecke

    Gut gemacht, liebe DSE!

    Mein Mann ist jetzt in der Klinik und will danach einen Neustart.

    Klingt, als hätte er sich auf die Reha nur eingelassen, um Dich "zurückzufordern".

    Höre bitte auf Dein Bauchgefühl! Und lies hier weiter eifrig mit (und teile wie heute gern Deine Erfahrungen).

    Und wenn Du mal Zeit und Muße hast, lies z. B. Mal den Faden von Aurora, falls noch nicht geschehen. Da war der Ex nach der Trennung auch plötzlich eine Weile "trocken"...

    Alles Gute für Dich!

    Heute leben wir getrennt. Gott sei Dank!!! Er ist vor ein paar Tagen jetzt endlich mal zu einer 3 Monatigen stationären Behandlung gefahren.

    Die Zeit mit ihm war für mich furchtbar. Ich genieße jetzt meine eigenen Wohnung und möchte nie wieder in so eine Situation kommen.

    Das hast Du gerade bei einem Neuankömmling geschrieben, DSE.

    Wie ist es denn zu der räumlichen Trennung bei dir gekommen: durch seinen Reha-Antritt (d. H. Er kommt irgendwann wieder zurück in die Wohnung?!) oder ist vorher schon einer von Euch dauerhaft ausgezogen?

    Berichte gern, wie es Dir seit Deinem letzten Beitrag vor 1,75 Jahren ergangen ist.

    Na ja, auch daran, dass Du Probleme und negative Gedanken nicht mehr mit Alkohol zu verdrängen versuchst, wodurch sie vielleicht erst mal unangenehm klar zutage treten.

    Aber erst dadurch hast du die Chance, Deine Probleme anzugehen bzw. Deinen Frieden mit Vergangenem zu machen.

    Mit klarem Kopf kann ich mich aber auch mehr über kleine Glücksmomente freuen.

    Gib dir Zeit, Du hast ja auch jahrelang gesoffen, oder?

    Da kannst Du nicht nach gerade 3,5 Monaten erwarten, dass die Regeneration durch ist. Fokussiere dich lieber auf das, was Du schon erreicht hast, z. B. guten Schlaf - das dauert bei vielen Ex-Säufern deutlich länger.

    Weil ich war wirklich ganz ganz kurz davor zu trinken, ich muss da besser vorbereitet sein. Alarmsignale besser deuten können.

    Gut, dass Du hier geschrieben und Dich auch von unseren kritischen Anmerkungen nicht hast abschrecken lassen, Blendi!

    Ansonsten gilt: Selbstfürsorge, Selbstfürsorge - für Dein inneres Gleichgewicht, damit die innere Suchtstimme keinen Anlass findet, sich glaubwürdig als "Lösung, Belohnung, Trost..." anzubieten.

    Auf das Thema Depression kam ich bei Dir, weil ich selbst in meinen dunkelsten Zeiten auch schon solche Anrufe getätigt habe, bin sogar uneingeladen bei Feiern aufgekreuzt, weil ich so dringend irgendeine Art menschlichen Kontakt brauchte - trotz der ebenso großen Angst, jemandem auf die Nerven zu fallen....

    Irgendwann, vor gut 20 Jahren, schien ich nichts mehr zu verlieren zu haben und habe mich auf psychotherapeutische und medikamentöse Hilfe eingelassen. Dumm nur, dass ich da schon klammheimlich süchtig war, da wirkt beides nur eingeschränkt.

    Will sagen: Lass Dich nicht von Podcastern beirren, die zum Teil den Eindruck erwecken, als ob das Leben ohne Alk ein Ponyhof wäre.

    Ja, alles ist besser ohne Alkohol - aber nicht automatisch einfach. Wir müssen schon selbst aktiv werden.

    Ich sage immer: Nüchtern dürfen wir uns noch mal neu entdecken und unser Leben ganz neu erfinden. Das ist nicht immer bequem, aber aufregend, auch mit ü50!

    Und ob bei dir nur eine depressive Verstimmung oder eine Depression vorliegt, kannst du jetzt, da nüchtern, herausfinden und dich ggf. Noch mal behandeln lassen.

    Nur Mut!

    Darf ich ja nun auch nicht mehr.

    Darfst du schon, wer sollte Dir das verbieten? Wir nicht. Aber wenn Du die Depri-Stimmung schlecht aushältst, wählst du vielleicht besser eine andere Musik. Nicht anders war mein Komnentar dazu gemeint.

    Ist es denn "nur" eine "Depristimmung" oder sind bei Dir schon mal Depressionen diagnostiziert worden? Nicht wenige Menschen saufen sich Depressionen oder Ängste ja lieber weg, als sich auf eine (medikamentöse) Behandlung einzulassen, war lange Zeit auch mein Fehler.

    Ist der Alkohol dann weg, fällt die Depression erst recht auf. Bei anderen entsteht sie erst durch den Alk (und kann sich durch die Abstinenz bessern).

    Hast Du da schon mal bei Dir geguckt bzw. Mit einem Arzt gesprochen?

    Den Job werde ich nicht annehmen. Wäre da Stuhlassistenz. Heisst dem Herrn da irgendwie wieder zwischen seinen Beinen sitzen zu müssen. Mache ich nicht mehr. PUNKT. Für kein Geld der Welt

    Guck mal, hat Dir das Aufschreiben hier schon geholfen, Dein Bauchgefühl ernstzunehmen? Klingt nach miesen Erfahrungen, die Du nicht noch mal riskieren solltest. Aber es gibt doch sicher noch andere Stellen für Dich, z. B. Als Quereinsteigerin im ambulanten Klinikbereich?

    Ansonsten machst Du ja wirklich schon einiges für Dich, fehlt "nur" das Zwischenmenschliche...und das braucht leider Zeit und auch Geduld.

    Auf jeden Fall ist aller Anfang schwer, Blendi, das möchte ich auch nicht kleinreden. Was für ein Depp...

    Hast Du mal überlegt, dich zusätzlich einer örtlichen SHG anzuschließen, um neue, alkoholfreie Kontakte zu knüpfen, auch für Freizeitaktivitäten?

    Und was macht die Jobentscheidung? Was genau schreckt Dich ab, wieder als Zahnarzthelferin zu arbeiten?

    Wichtig ist ja, dass Du selbst das Kopfkino bemerkst und etwas unternimmst, um es zu stoppen,Topfmann.

    Du scheinst (aus Angst vor Einsamkeit?) diese "Beziehung" um jeden Preis irgendwie aufrecht erhalten zu wollen, leidest dabei aber wie ein Hund. Das ist eine große Gefahr für Deine Abstinenz.

    Ich weiß gerade nicht, ob das schon mal geschrieben wurde: Ich rate Dir dringend zu einer ambulanten Therapie bei der örtlichen Suchtberatung (oft von Diakonie ider Caritas angeboten)in der Regel je ein Gruppen- und ein Einzeltermin pro Woche, auch abends möglich). Kann ich aus eigener Erfahrung nur empfehlen.

    Gerade in den Einzelgesprächen kannst Du wertvolle Unterstützung erfahren, um Dir über Dich selbst und Dein privates Wirrwarr klar zu werden. Und die Gruppentermine mit Gleichgesinnten tun einfach gut, selbst die "coolsten" Männer sind irgendwann Fan davon.

    Das läuft übrigens nicht über die Krankenkasse, sondern über die Rentenversicherung, im Interesse Deiner Arbeitsfähigkeit. Beim Antrag helfen sie dir.

    Einfach mal googeln, anrufen und unverbindlich beraten lassen ... Allein das Gefühl, nicht mehr still zu leiden, sondern endlich etwas für sich (und die Kinder) gegen das Leiden zu tun, ist Gold wert! 🍀🍀🍀

    Ich kann nur sagen, dass ich den allergrößten Respekt vor allen Co‘s haben. Auch vor meinem. Und ich bin wirklich froh und dankbar, dass er mich nicht fallen gelassen hat.

    Einspruch, Kadett: Ein Partner eines Alkoholikers ist ja nicht automatisch Co. Das Co-Dasein ist eine eigene Form von Abhängigkeit.

    Und wenn ein Partner sich vom Alkoholiker trennt, egal, ob selbst Co oder nicht, dann nicht, um ihn "fallen oder im Stich" zu lassen, sondern um nicht selbst auch noch im Suchtstrudel unterzugehen.

    Echte Cos nehmen viel zu lange viel zu viel Leid auf sich, bis sie sich dazu durchringen können, sich und ggf. mitbetroffene Kinder daraus zu befreien. Das kannst Du hier zur Genüge lesen.

    Und daran ist nicht nur der Alkoholiker "schuld", wenn man hier überhaupt von Schuld sprechen kann. Es handelt sich ja nun mal um schwere psychische Erkrankungen, auf beiden Seiten.

    Darum finde ich es mehr als kontraproduktiv, insbesondere gegenüber COs, eine Trennung vom Alkoholiker als "Fallenlassen" zu bezeichnen.

    Bleib doch lieber in Deinem Faden und arbeite ggf. dort Dein schlechtes Gewissen gegenüber Deinem Partner auf. Hat er sich denn überhaupt zum Co entwickelt in Deiner nassen Zeit? Und wie geht es ihm jetzt mit Deiner Abstinenz?