Hallo Frieda,
wie geht es Dir inzwischen, auch zu Hause? Deine SHG ist für Dich da ...
Hallo Frieda,
wie geht es Dir inzwischen, auch zu Hause? Deine SHG ist für Dich da ...
Mich juckt es auch in den Fingern, wenn ich das hier so lese. Ihr seid alle (drei?) krank, aber Du bist die einzige, die arbeiten geht und anscheinend auch allein für den Haushalt verantwortlich?
Da frage ich mich: Wer ist hier "faul", wer "ruht sich auf seiner Krankheit aus"? Wer ist rücksichtslos? Wer Party machen kann, kann auch im Haushalt seinen Teil tun. Verträgt sich der Alkohol überhaupt mit deren Krankheit? Wer bezahlt den?
Ich finde übrigens schon, dass wir in unseren eigenen 4 Wänden erwarten können, dass unsere Mitbewohner dort keinen Alkohol mehr trinken und/ oder aufbewahren. Oder würdest Du auch Zigarettenqualm dulden, wenn Du Asthma hättest?
Hier habe ich neulich erst irgendwo den klugen Spruch gelesen: Wer kein Problem mit Alkohol hat, hat auch kein Problem ohne. Sie können ja zum Trinken weggehen, dann entfällt auch das Spülen...
Ich habe den Eindruck, dass es Deiner Familie lieber wäre, wenn Du weitertrinkst - weil Du dann so schön pflegeleicht bist und Ihnen aus lauter schlechtem Gewissen rund um die Uhr jeden noch so kleinen Stein aus dem Weg räumst. Mit Deiner Nüchternheit wirst du plötzlich unbequem, das kennen sie von Dir nicht. Kann das sein? (Lese ich hier übrigens öfter.)
Das Schöne an der Nüchternheit ist, dass wir uns damit ganz neu erfinden bzw. Neue Seiten von uns entdecken und ausleben können. Also: Mach Deinem Forumsnamen Ehre, trau Dich, konsequent weuterl für Dich zu sorgen - sonst macht es keiner...
PS: Starke Leistung übrigens, dass Du Dich von den anfänglichen Schwierigkeiten hier nicht abschrecken lässt, weiter so. Alles Gute!
Gut das Du mittlerweile in Deiner Abstinenz so gefestigt bist, das diese Herausforderung Dir nichts ausmacht.
Ja, das hab ich zunächst auch gedacht 😉. Aber ganz so einfach war und ist es dann doch nicht. Das möchte ich gern endlich mal hier im "offenen Vollzug" mit Euch teilen, weil ich hier gerade in meiner passiven Anfangszeit so viel lernen durfte.
Dabei geht es noch gar nicht um eigenhändige Pflege, nur um das Begleiten der alten Eltern in den nächsten Lebensabschnitt, viel Orga, viele Gespräche ...erste Erfahrungen mit Pflegeeinrichtungen ...
Bin damit zwar nicht allein, aber die Geschwisterschar ist sehr uneins und größtenteils wie ich nicht vor Ort. Uneinigkeiten bestehen vor allem darin, welche Eingriffe man den alten Herrschaften (beide über 80, nach einem Unfall wurde der erste pflegebedürftig, nebenbei wurden weitere schwere Krankheiten entdeckt) noch zumuten kann und soll, ob Lebensdauer oder Lebensqualität wichtiger sind, wenn man sich entscheiden muss, etc. Pp.
Ich war in den letzten Monaten so oft dort wie lange nicht (unser Verhältnis war erst durch die Entfernung besser geworden), z. T. Auch mit Übernachtung, obwohl die beiden ähnlich lange und viel am Abend trinken, wie ich es bis vor mehr als 9 Minaten getan habe.
Aber: Das machte mir doch nichts aus, stieß mich höchstens ab, ich war doch schon so gefestigt - oder?! Und die beiden Alten werde ich jetzt bestimmt nicht zu bekehren versuchen, sollen die sich doch ihren Wein "gönnen", solange sie dabei noch laufen können, sind ja nun mal im Training, si wie ich früher ....
Ich war auch eher genervt, dass ich sie mehrfach energisch daran erinnern musste, dass ich " aus verschiedenen gesundheitlichen Gründen" schon länger keinen Tropfen mehr trinke und deshalb nichts angeboten bekomme möchte. Ich glaube, ich fühlte mich ihnen sogar etwas überlegen deswegen ....
Eines Tages, ca. Ende September, Anfang Oktober, also gar nicht so lange nach meiner letzten Post in diesem Faden, erschrak ich plötzlich über folgenden Gedanken, der sich ein paar Tage lang hartnäckig immer wieder bei mir meldete: "Naja, wenn ich es bis zum 80. Schaffen sollte, dann kann ich ja auch wieder "was" trinken, dann ist es ja auch egal, wann und woran ich mal sterbe... Zu alt werden ist auch nicht schön..."
Ich erschrak darüber, konnte den Gedanken aber nicht mit den Mitteln der Logik und dem vor allem hier erworbenen Wissen über Sucht "abwimmeln". Hier mochte ich davon nicht erzählen, weil es mir peinlich war und ich mir Eure Reaktionen lebhaft vorstellen konnte.( Wenn ich mich akut in Gefahr gefühlt hätte, hätte ich mich aber sofort gemeldet).
In der ambulanten Therapie habe ich es inkl. Selbstreflexion ("Wenn ich überhaupt so alt werden sollte, würde ich dann bestimmt auch keinen Wert mehr darauf legen.") erzählt, es wurde wahrgenommen, es wurden Verständnisfragen gestellt, dann war gut.
Ansonsten musste ich es erstmal für mich selbst klarkriegen, hätte auch nicht gewusst, wie ich es beschreiben sollte, ist ja jetzt auch sehr lang geworden.
Ich habe also viel nachgedacht, immer mehr Süßes gegessen und auch das Forum "verschlungen", dann "Forendiät" gemacht und noch andere Muster bei mir hinterfragt, dann wieder langsam hier angefangen, und nun bin ich wieder ruhiger und standfester ( ich habe immer das Bild vor Augen, dass das Wissen um die Sucht vom Kopf in die Füße kommen muss, damit es verinnerlicht ist und ich stabil stehe, weiß nicht, woher ich das habe....
So, das soll für heute reichen ...
Hallo Solom,
ich ( Alkoholikerin mit Co-Anteilen) vermute mal, dass die meisten Alleinerziehenden um diese Zeit schon völlig erschöpft im Bett liegen.
Das Forum ist auch nicht als Live-Chat gedacht, sondern eben als Online-Selbsthilfegruppe. Da kann zwischen den Beiträgen schon mal Zeit vergehen. Ist aber nicht schlimm, dann haben wir Zeit, sie uns durch den Kopf gehen zu lassen.
Wie ist es Dir denn in den letzten Monaten ergangen? Konntest Du mit den Reaktionen und Anregungen, die Du bisher erhalten hast, etwas anfangen?
Warst Du regelmäßig online und hast zumindest still mitgelesen, z. B. Bei den Cos, die Dir geantwortet haben? Kann ich nur empfehlen, das ist so lehr- und hilfreich,wenn auch manchmal schwerer Stoff ...
Ich wünsche Dir, dass Du die Chancen dieses Forums für Dich sehen und nutzen kannst. Alles Gute!
Ja, das weiß ich sehr zu schätzen , kann es nur selbst noch nicht so ganz greifen, aber bleibe dran....
Meine Erfahrung: Als ich vor ca. 2 Jaren anfing, nicht mehr ohne Selbstzweifel zu glauben, alles unter Kontrolle zu haben, fielen mir plötzlich sokche Artikel in den Medien gehäuft auf.
Auch Berichte über trocken gewordene Promis waren für mich unglaublich wertvoll, obwohl ich weder deren Fan war, noch mit deren Lebensweg viel gemeinsam hatte. (Deswegen bin ich jetzt si gespannt auf das offenbar noch mal ganz andere Buch von Mia Gatow.)
Je mehr ich davon mitbekam, desto mehr konnte ich akzeptieren, "auch ein Problem" zu haben, und dann dauerte es nicht mehr lange, bis ich hierhergefunden hatte.
Alles anzeigenGestern Abend, der Krimi ein "Starkes Team". Kurz vor dem Abspann eine Szene in der Kneipe, nach geklärtem Fall.
Die Wirtin: "Wollt Ihr beide noch was ".
Er (mit seiner Berliner Schnauze, ich mag sie): "Ja, lass ma' die Luft raus".
Vor ihm ein leeres Bierglas und bei Ihr und Ihm ein Kurzer, den sie die dann beide runterkippen.
Die Szene vermittelt Entspannung nach getaner Arbeit.Ich hab es einfach nur "gesehen". Meine Frau fragte mich, wie geht es Dir damit, wenn Du sowas siehst?
Ich: "Jo, es sehe es halt, macht mittlerweile nix mehr mit mir" (zumindestens gestern).
Sie: "Es ist erschreckend, wo man überall mit Alkohol konfrontiert wird".
Hallo Nayouk, ich antworte mal hier. Gut, dass ich das gestern doch nicht geguckt habe, bei mir schwankt das nämlich, und in letzter Zeit fühle ich mich nicht so stabil wie lange Zeit vorher, da brauche ich sowas nicht.
Dazu ein Erlebnis von mir: Als ich gestern im Getränkemarkt (da hätte ich mich in den ersten Monaten auch nicht reingetraut) noch schnell eine kleine Kiste Wasser (mit nur 6 Flaschen, gibt es nicht überall) besorgen wollte, musste ich längere Zeit am leeren Verkaufstresen warten.
Direkt in Sichtweite an der Wand: Zigarettenschachteln mit den inzwischen obligatorischen Warnhinweisen. Aus Langeweile habe ich (noch nie geraucht, weil ich den Geruch nicht mag, gibt ja genügend andere Suchtmittel) ein paar davon gelesen und dachte: Könnte man 1:1 auch auf Alk-Flaschen kleben. Die "kostbaren" Flaschen mit Hochprozentigem standen übrigens im Regal daneben, wenigstens nicht in neinem direkten Blickfeld.
Ich neige nicht zu übertriebenem Optmismus, habe aber den Eindruck, dass sich auch da langsam im öffentlichen Bewusstsein was ändert und "Diversity" auch beim Konsum (egal von was) immer mehr zunimmt. Dazu trägt auch dieses leicht auffindbare Forum bei ...
Bei ntv.de findet sich gerade (frei zugänglich)eine sehr interessante Buchbesprechung unter der Überschrift "Einfach mal nichts trinken?" (zzt. Unter den fünf meistgelesenen Artikeln auf der Seite) zu 2 Büchern zum Thema " Rausch":
- Dr. Gernot Rücker (Suchtmediziner, der sehr deutliche Worte findet, u. A. " Alkoholdiktatur")
- Mia Gatow (trockene Alkoholikerin, die sich wohl eher "unspektakulär" in die Sucht gesoffen hat.
I
Glückwunsch, Lilamond, das hört sich sehr gut an!
obwohl ich immer noch Angst habe bzw ein mulmiges Gefühl wenn ich auf der Straße bin und Autos an mir vorbei fahren.
Was genau macht Dir da Angst?
Auch von mir: Vielen lieben Dank, Sue!
Ich lese hier viel und es macht mir Mut.
Super, Cambrina, Du gehst es an! Und mit dem täglichen Lesen hier bereitest Du Dich auch mental optimal auf die nächsten Schritte vor, kann ich Dir aus aus eigener Erfahrung sagen.
Gut beschrieben, hatte ich Sommer auch, als ein paar ungünstige ( einzeln gar nicht dramatische) Faktoren bei mir zusammenkamen.
Da braucht es Selbstfürsorge, damit die Suchtstimme keine Chance hat, sich wieder bei uns einzuschmeicheln ...
Gut, dass Du so genau hinguckst und berichtest!
Ihr macht das schon, gebt Euch Zeit. Schön, dass Ihr so gut miteinander reden könnt, das ust dich das wichtigste Fundament! Und du bist nicht schuld, du bist krank. Und tust jetzt konsequent was dagegen ...
Umgekehrt geht es mir übrigens ähnlich, Jana, weil ich mich in Bezug auf andere Suchtmittel vor vielen Jahren co-abhängig verhalten habe ...
Gerade für die stillen Mitleser und Neulinge möchte ich aber auch kleinkrämerisch sein und betonen, dass wir vielleicht von ehemaligen Trinkern, aber nicht von ehemaligen Alkoholikern sprechen können : Ein Alkoholiker wird, egal wie lange abstinent, immer ein Alkoholiker, d. H. Süchtig bleiben, so wie ein schlummender Vulkan immer ein Vulkan bleiben wird, der irgendwann wieder ausbrechen kann ...
Es gibt ja auch Beratung und SHGs vor Ort für Angehörige, vielleicht wäre das etwas für ihn? ( Diese SHG ist ja schon Deine, das sollte man nicht teilen.)
Verständlich, auf beiden Seiten ... Sachlich ansprechen ( wie kannst Du mich unterstützen, was kst kontraproduktiv...?)ist eine gute Idee, muss sich ja auch alles erst mal neu einspielen bei Euch....
Genau, wir brauchen ein dickeres Fell, damit wir uns die Schuhe anderer Leute nicht mehr anziehen und der Suchtstimme keine Chance geben.
Wenn die Blicke wirklich abschätzig sind, ist es vielleicht Neid, weil die anderen noch nicht so gut für sich sorgen können, es aber gern würden. War bei mir früher so ...
Jetzt sehe ich mich eher als Trendsetter, deren Beispiel schon manche ( auf ihre Art, z.B mit Sabbatjahr) zu folgen scheinen ...
Geht mir ähnlich.
Früh gelernte Muster lassen sich nur langsam und mühevoll ändern, aber es ist möglich, denn der Mensch ist noch bis ins hohe Alter lernfähig!
Auch beim Thema Leistung/Selbstausbeutung braucht es wohl einen persönlichen Wendepunkt, glaube ich, damit nicht nur der Kopf begreift, dass es so nicht weitergeht.
Bis vor gut enem Jahr habe ich auch permanent viele Überstunden gemacht, gab ja immer so viel Wichtiges zu erledigen, und wenn ich es nicht mache...
Bis eine Aktion meines Arbeitgebers mir endgültig gezeigt hat, dass er dies und auch die Qualität meiner Arbeit in keinster Weise wertzuschätzen weiß, aber bei seiner Personalplanung offenbar stillschweigend einkalkuliert .
Das hat mich so schockiert, seitdem ist Schluss, ich kann und will keine nennenswerten Überstunden mehr machen, das habe ich auch deutlich gesagt und ziehe es jetzt auch konsequent durch: mein Leben, meine Gesundheit! (Da war ich noch nicht nüchtern, aber hier schon passiv dabei, ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Abstinenz.)