Beiträge von Rennschnecke

    Wenn ein freundlicher Hinweis für dich schon Runterputzen ist, tut es mir leid - für Dich.

    Wenn wir deiner Meinung nach unrecht haben, kannst du doch ganz entspannt drüberstehen? Warum gleich beleidigt davonrauschen? Keiner will dir was Böses, im Gegenteil.

    Hier geht es um Austausch, für die Selbsthilfe, Schulterklopfen gehört auch mal dazu, aber mehr noch schonungslose Ehrlichkeit, wie bei guten Freunden.

    Deshalb habe ich deine positive Entwicklung ja auch gewürdigt (kam vielleicht ironisch rüber), aber eben auch auf den Knackpunkt hingewiesen.

    Was glaubst Du, wie viele Alkoholiker schon gesagt haben " bei mir ist das nicht so"?

    Du kannst hier so viel für Dich lernen und mitnehmen, auch durch bloßes Mitlesen, ich wünsche Dir, dass Du Dich darauf einlassen kannst, gerade, wenn es unbequem wird. Alles Gute!

    Hmmh, ja, oder, um Eure Aufmerksamkeit zu bekommen? War er immer das "Sorgenkind"?

    So ein Geschwister (mit anderem Suchtmittel) habe ich auch, hatte auch Zeiten, wo ich dachte, nicht glücklich (mit meinem neuen Freund) sein zu dürfen, wenn das Geschwister (nenne mal bewusst kein Geschlecht) sich so mit seiner Sucht quält ...wobei es meine Aufmerksamkeit definitiv nie wollte, hatten nie ein gutes oder enges Verhältnis, es hat mich immer als Besserwisser wahrgenommen, weiß gar nicht, warum. 😉

    Und trotzdem tat es mir in der Seele weh, hätte so ziemlich alles getan, um es zur Einsicht zu bewegen und einen tödlichen Absturz zu verhindern. Müssen wohl die Blutsbande sein... Hab auch versucht, zw. Geschwister und Eltern zu vermitteln, die das "Kind" in ihrer Not unwillentlich noch mehr in die Ecke gedrängt haben.

    ... Morgen gern mehr dazu (zu möglichen Parallelen und Lehren daraus), ist ne längere Geschichte, die ich dann auch wohl besser in meinen Faden übernehmen sollte.

    Gute Nacht, auch für Deinen kleinen Sohn...

    Es ehrt dich, dass Du ihn nicht vor die Tür, in die Obdachlosigkeit, entlassen möchtest.

    Aber dann wirst Du dir das Elend bis zum bitteren Ende anschauen müssen, denn eine "Alkoholikerklappe" gibt es ja nun mal nicht.

    Es geht um Dein Glück. Und dafür bist nur du zuständig. Was ich bisher hier in Bezug auf Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit gelernt habe: Ohne schmerzhafte Veränderungen geht es nicht, wenn wir da rauswollen. Also noch mal ALLE Optionen prüfen und dann eine Entscheidung treffen, auch wenns weh tut. Oder weiter aushalten.

    Was mir noch einfällt: So, wie er drauf ist, wäre da nicht ein Betreuer sinnvoll, an den du deine gefühlte Verantwortung delegieren kannst? Ich weiß nicht, wie man das veranlassen kann, evtl. Mithilfe der Familie. Aber die wird sich nicht ohne Not rühren, d. H. Solange Dein Mietvertrag besteht und du sogar daran denkst, ihm Deine kleine Wohnung zu vermieten, was Deine Co-Abhängigkeit noch mit Brief und Siegel versehen würde

    Du könntest die große Wohnung inkl. Energie kündigen, ihm alles (Kündigungsfrist) aufschreiben, inkl. Hilfsadressen, und in die Eigentumswohnung umziehen. Dann Vermieter und Nachbarn informieren, damit die ggf. Polizei oder Feuerwehr rufen, wenn irgendwas passiert. Hast Du eine gute Haftpflichtversicherung mit aktueller Schadenshöhe? Denn solange er bei dir wohnt, haftest du ...

    Ja, das ist alles nicht schön, aber so geht es doch auch nicht weiter. Vielleicht kannst du aus den Beispielen anderer hier Kraft ziehen. Alles Gute!

    Hmmh, Alex, den von dur genannten Erklärungsansatz kenne ich nicht, was aber nichts heißen muss, bin zwar betroffen, aber naturwissenschaftlich leider so gar nicht sprachfähig.

    Da würde ich mal auf seriösen Seiten zum Thema nachschauen, zu dem Thema gibt es ja auch viele Infos und Hilfsangebote.

    Meine laienhafte Zusammenfassung: Die Depression bringt die Hirnchemie so nachhaltig durcheinander, dass bestimmte Botenstoffe wie Serotonin und/oder Dopamin ihre Wirkung nicht mehr entfalten können und der depressive Mensch in ein tiefes Loch fällt, aus dem er allein nicht mehr herauskommt. Passende Medikamente können das Gleichgewicht wiederherstellen. Manchmal reicht eine zeitlich begrenzte Medikation, manchmal nicht.

    Alkohol bringt die Botenstoffe zusätzlich durcheinander und verträgt sich mit vielen Medikamenten nicht, deswegen ist Abstinenz auch da der erste Weg zur Besserung (was mir bis vor einem Jahr nicht bewusst war.

    Hallo Maeron,

    ich konnte mich auf Psychopharmarka (genau wie auf Psychotherapie) erst einlassen, als ich keine andere Möglichkeit mehr sah, Motto: Was habe ich schon zu verlieren.

    Ein Antidepressivum macht (anders als Sucht und manche Krankheit) keinen anderen Menschen aus Dir, im Gegenteil, es lässt Dich annähernd wieder so fühlen, wie Du von der Natur gedacht bist. 😉

    (Ein kluger Psychiater und Buchautor (Prof. Dr. Manfred Lutz) hat das mal sinngemäß und plakativ so beschrieben, dass damit aus einem eher ruhigen Westfalen kein lockerer Rheinländer wird. 😉)

    Vielmehr schafft das passende Medikament oft erst - und Abstinenz sowieso - die Voraussetzung dafür, dass eine Therapie dir helfen kann. Nur Mut, bist ja auch noch am Anfang der Abstinenz-Reise, genau wie ich ...

    Ja, Liebeskummer ist fies. Sollte hier - im Selbsthilfeforum für Alkoholiker, COs und EKAs - aber auf Dauer nicht der Schwerpunkt sein.

    Ich (Alkoholikerin mit Co- Anteilen und auch etwas EKA) frage mal ganz direkt: Stört Dich wirklich sein Alkoholkonsum oder eher die ( nicht unberechtigte) Annahme, dass er deswegen für Dich nicht erreichbar ist?

    Das ist nicht böse gemeint, sondern als Anregung im Sinne der Selbsthilfe. Die innere Leere in uns kann kein anderer Mensch füllen, die Wunden des Lebens kein anderer Mensch für uns schließen. Da müssen wir uns schon selbst auf den Weg machen .

    Reiß die Wunde nicht immer wieder auf, indem Du Dir von anderen oder von "sozialen" Medien berichten lässt, was er gerade treibt, beende den Kontakt komplett. Lieber ein Ende mit Schrecken ...

    Beschäftige Dich lieber mit Dir, mit der (wertfrei gemeinten) Frage, was (z. B. Präungen in Deiner Lebensgeschichte) Dich in diese Lage gebracht hast und was Du, auch Deinem Nachwuchs zuliebe, tun kannst, um beim nächsten Partner eine bessere Wahl zu treffen, dir deutlich mehr wert zu sein.

    Lies für die Selbsterkenntnis auch noch mal deinen Faden durch und das, was Dir dazu geschrieben wurde. Das mache ich auch manchmal, um zu sehen, wo ich jetzt stehe. Alles Gute!

    Hallo Momo,

    am besten wäre es doch, wenn Du gar nicht merken würdest, dass er anzurufen versucht, oder? Denn selbst Wegdrücken ist ja noch eine Reaktion, die emotional aufwühlt.

    Dass er dabei null Gedanken an Dich verschwendet, sondern das allein für sich macht, ohne Rücksicht auf Uhrzeiten oder andere, brauche ich dir bestimmt nicht zu sagen...

    Schau Dir mal Deine Handy-Einstellungen an, da kannst Du ausschließen, dass Anrufe unbekannter Nummern überhaupt möglich sind.

    Ich habe mein Handy meistens auf lautlos gestellt, da ich nicht jederzeit erreichbar sein und nicht unverzüglich reagieren muss und möchte - außer bei den ausgewählten Kontakten, die ich als Favoriten markiert habe.

    Nur deren Anrufe kommen auch im Lautlos-Modus durch, falls mal was sein sollte, z. B. Mit engsten Verwandten und Freunden. Alles andere kann ggf. Mal ein paar Stunden auf Rückruf bzw. Antwort warten....

    Hallo zusammen, heute ist für mich ein ganz besonderer Tag: Genau vor einem Jahr habe ich dieses Forum gefunden, mich direkt angemeldet und losgeschrieben und seither jeden einzelnen Tag hier mitgelesen, -gefühlt und unglaublich viel gelernt - und bin irgendwann sogar mit diesem Rückhalt in die zufriedene Nüchternheit (bald sechs Monate) gestartet.

    Dafür bin ich Euch allen, insbesondere auch den geduldigen Mods, unendlich dankbar, denn aller Anfang ist schwer und meine verkopfte Herangehensweise war für viele erfahrene Abstinente zumindest fragwürdig, wie man hier nachlesen kann.

    Ich wollte ja erst mit einem Rehaplatz in der Tasche die Entgiftung starten, weil ich mir selbst so wenig traute. Hat dann fast sechs Monate gedauert, bis es nach vielen Recherchen und Beratungsterminen, soweit war.

    Für mich persönlich, bei meiner Situation und Vorgeschichte, fühlte und fühlt es sich aber richtig an, hab es nicht bereut, da auf meine innere Stimme zu hören, auch wenn jeder alkverseuchte Tag weniger natürlich besser gewesen wäre. Aber, wie ein für seine punktgenauen Kommentare bekannter Mod mir dann schrieb: Dafür gings mir dann wohl noch zu gut, um direkt aufzuhören.

    In der "Wartezeit" bis zur Entgiftung habe ich mich ja weiter tagtäglich, vor allem in diesem Forum, mit der Frage beschäftigt, wie Abstinenz gelingen kann, und Ich glaube, das hat mir geholfen, vor der Krankheit zu kapitulieren und nicht kämpfen zu müssen.

    Ich habe mich dabei beobachtet, wie ich vorerst weiter abends meinen Pegel gesichert habe und was ich dabei gedacht habe ("Noch darf ich ja", "eigentlich schmeckt es gar nicht mehr so richtig, aber ich darf ja auch nicht in den kalten Entzug kommen", "jetzt kippe ich allen Ernstes noch die Weinreste vom Ex hinterher, weil mir mein Bier nicht reicht, wie eklig" usw. )

    In der letzten Woche vor der Entgiftung habe tatsächlich auch den "Abschied" ein bisschen zelebriert: zum letzten Mal Alksorte A, B, C, und sogar ein Foto vom allerletzten Bier gemacht(!), wie mir neulich erst wieder eingefallen ist. Parallel habe ich mich auf die ambulante Entgiftung vorbereitet wie auf eine Reise, und mir auch meinen Notfallkoffer gepackt. Und so konnte ich Anfang des Jahres ein langes Kapitel beenden und voller Vorfreude ein neues, hoffentlich noch viel längeres, aufschlagen, jetzt eben mit Tee in der Hand ...

    Ohne diese "Vorgeschichte" hätte mir die Reha nicht einmal halb so viel gebracht, da bin ich mir sicher - ohne mich deshalb sicher zu fühlen. Ich habe verinnerlicht, dass das Dranbleiben am Thema und an der Abstinenz jetzt meine tägliche Aufgabe für den Rest meines Lebens ist - fast schon ein neues Hobby, wenn es nicht so ernst wäre.

    Deshalb habe ich Alex gestern gebeten, den Titel meines Fadens anzupassen, denn neu bin ich hier nicht mehr, wenn auch immer noch ziemlich am Anfang....

    Danke, dass es Euch gibt!

    Herzlich willkommen, Anno, lies Dich hier ein, teile Dich mit, hier ist ein unerschöpflicher Fundus an Erfahrung, der Dir guttun kann.

    Keiner verlangt, dass Du Deinen Bruder "im Stich" lässt - Dich selbst aber bitte auch nicht ...Alles Gute!

    Ja, ich denke es ist schon so.. Er hat ja vor kurzem körperlich entzogen, und es herrscht keine körperliche Abhängigkeit. Jetzt wäre die Zeit um auszuhalten, reflektieren.. aber mit jedem "Vorfall" entzieht er sich der Verantwortung. Es herrscht kein Suchtdruck, weil er sich einfach hingibt, zum Beispiel aus Geselligkeit. Es wird nix reflektiert sondern weiter gemacht als ob nix wäre. Da kann ich nicht mitgehen. Bestünde eine körperliche Abhängigkeit ist dann quasi das Kind in den Brunnen gefallen.

    Wie kommst Du darauf? Bin gerade überfordert, kann das vielleicht ein "alterHase" unter uns Alkoholikern einordnen? Danke!

    Danke, Nayouk, bei so besonderen Anlässen grundsätzlich schon, verschlafe aber momentan alles. Danke Euch für Euren Zuspruch, es geht mir schon besser, melde mich wieder, wenn ich wieder klar denken kann und gucken, was mich da geritten hat...Allen viel Spaß bei einem hoffentlich friedlichen Fußballfest!