Hallo zusammen, heute ist für mich ein ganz besonderer Tag: Genau vor einem Jahr habe ich dieses Forum gefunden, mich direkt angemeldet und losgeschrieben und seither jeden einzelnen Tag hier mitgelesen, -gefühlt und unglaublich viel gelernt - und bin irgendwann sogar mit diesem Rückhalt in die zufriedene Nüchternheit (bald sechs Monate) gestartet.
Dafür bin ich Euch allen, insbesondere auch den geduldigen Mods, unendlich dankbar, denn aller Anfang ist schwer und meine verkopfte Herangehensweise war für viele erfahrene Abstinente zumindest fragwürdig, wie man hier nachlesen kann.
Ich wollte ja erst mit einem Rehaplatz in der Tasche die Entgiftung starten, weil ich mir selbst so wenig traute. Hat dann fast sechs Monate gedauert, bis es nach vielen Recherchen und Beratungsterminen, soweit war.
Für mich persönlich, bei meiner Situation und Vorgeschichte, fühlte und fühlt es sich aber richtig an, hab es nicht bereut, da auf meine innere Stimme zu hören, auch wenn jeder alkverseuchte Tag weniger natürlich besser gewesen wäre. Aber, wie ein für seine punktgenauen Kommentare bekannter Mod mir dann schrieb: Dafür gings mir dann wohl noch zu gut, um direkt aufzuhören.
In der "Wartezeit" bis zur Entgiftung habe ich mich ja weiter tagtäglich, vor allem in diesem Forum, mit der Frage beschäftigt, wie Abstinenz gelingen kann, und Ich glaube, das hat mir geholfen, vor der Krankheit zu kapitulieren und nicht kämpfen zu müssen.
Ich habe mich dabei beobachtet, wie ich vorerst weiter abends meinen Pegel gesichert habe und was ich dabei gedacht habe ("Noch darf ich ja", "eigentlich schmeckt es gar nicht mehr so richtig, aber ich darf ja auch nicht in den kalten Entzug kommen", "jetzt kippe ich allen Ernstes noch die Weinreste vom Ex hinterher, weil mir mein Bier nicht reicht, wie eklig" usw. )
In der letzten Woche vor der Entgiftung habe tatsächlich auch den "Abschied" ein bisschen zelebriert: zum letzten Mal Alksorte A, B, C, und sogar ein Foto vom allerletzten Bier gemacht(!), wie mir neulich erst wieder eingefallen ist. Parallel habe ich mich auf die ambulante Entgiftung vorbereitet wie auf eine Reise, und mir auch meinen Notfallkoffer gepackt. Und so konnte ich Anfang des Jahres ein langes Kapitel beenden und voller Vorfreude ein neues, hoffentlich noch viel längeres, aufschlagen, jetzt eben mit Tee in der Hand ...
Ohne diese "Vorgeschichte" hätte mir die Reha nicht einmal halb so viel gebracht, da bin ich mir sicher - ohne mich deshalb sicher zu fühlen. Ich habe verinnerlicht, dass das Dranbleiben am Thema und an der Abstinenz jetzt meine tägliche Aufgabe für den Rest meines Lebens ist - fast schon ein neues Hobby, wenn es nicht so ernst wäre.
Deshalb habe ich Alex gestern gebeten, den Titel meines Fadens anzupassen, denn neu bin ich hier nicht mehr, wenn auch immer noch ziemlich am Anfang....
Danke, dass es Euch gibt!