Beiträge von indiana

    Tja, pfiffig, gar nicht sind wir da weiter gekommen, er macht da dicht,

    unternimmt nicht wirklich was um ein Zimmer zu bekommen...

    schöne Scheiße...und so lange er im Garten schläft, ist er ja quasi immer noch bei mir...

    daher kommt ja dieses alte Wort "beiwohnen" -

    Tja, mein Helfersyndrom-Monkey hatte auch Spaß mit mir -

    mein Lebenspartner hatte ja nun eine ganze Woche im Garten verbracht

    und war hier um sich umzukleiden und frisch zu machen,

    wir hatten ein ganz nüchternes gutes Gespräch, habe ihm unmissverständlich

    gesagt, dass ich die räumliche Trennung möchte,

    Und das würde ich dir Nforce auch empfehlen, ein bisschen Abstand ist manchmal

    gar nicht so schlecht....

    Guten Morgen,

    neuer Tag, neues Glück, hier ist es heute mal ein bisschen kühler,

    gute Zeit zum Saubermachen und Fahrradfahren.

    Ich überlege grade, wie ich meine Wohnung umgestalten möchte,

    neuer Anstrich, neue Möbel vielleicht.

    okay Linde, habe verstanden, es war ja nur zum Verständnis gedacht,

    damit man die Situation besser einschätzen kann.

    Ja, so ein Monteurszimmer wäre nicht schlecht, aber warum soll ich das

    für ihn suchen? Sagtet ihr nicht, ich solle mich nicht mehr kümmern?

    Liebe Grüße Indiana

    und habt alle einen schönen Sonntag!!

    Ja er hat noch eine Wohnung, in seiner alten Heimatstadt etwa 450 km entfernt,

    aber seit zwei Jahren lebt er mit in meiner Wohnung und ist hier auch gemeldet.

    Seinen Führerschein hat er nun schon zum zweiten Mal verloren, er muss mit

    dem Bus 20 min. in die Arbeit fahren, ist aber eine gute Verbindung.

    Ich glaube er ist ein hochfunktionaler Alkoholiker, er trinkt nur heimlich und versteckt

    und ziemlich kontinuierlich, aber selten bis zum Anschlag, wobei das sehr unterschiedlich ist.

    Hallo Micha,

    er trinkt im Moment glaub ich nicht, versucht wieder selber runter zu kommen,

    schafft er auch ne Weile, dann geht es wieder los, vor allem wenn der Druck

    zu groß wird in der Arbeit und auch durch seine Altlasten aus seinem früheren Leben,

    - edit, bitte keine Details über den Partner veröffentlichen -

    Das Grundstück ist offen, der Zaun niedrig - jeder kann da rein, die Laube kann man abschließen,

    aber er schläft im Zelt, alle Knochen tun ihm weh, er kommt nachts nicht zur Ruhe, zu dunkel und still ist es da draußen,

    das muss man aushalten können, sein Handy kann er nicht aufladen, ..blabla...usw. der arme Kerl...

    ich könnte platzen vor Wut, wieder alles nur Schall und Rausch -

    der Mann findet einfach keine Unterkunft und macht sichs weiter

    gemütlich im Garten, morgen will er in meine Wohnung kommen,

    seine Kleidung wechseln - ja muss wohl sein-und schreibt ständig

    liebevolle Textnachrichten, ich kanns nicht mehr hören...

    irgendwann zieh ich ihm die Bratpfanne über den Schädel...

    Wann hat dieser Alptraum mal ein Ende?

    Hallo Nforce147,

    danke für diesen interessanten Bericht, in der Depression sind mir solche Wendepunkte

    schon öfter begegnet und der Vergleich ist sicher ganz gut, um die Dynamik besser zu verstehen.

    Bei deiner Geschichte habe ich aber schon auch Bedenken, ob du durch dein coabhängiges Verhalten

    dich nicht wieder in eine schwere Depression hineinmanövrierst.

    Mir jedenfalls ging es so und ich habe es fast gar nicht gemerkt, weil das so schleichend ist. Ich habe immer

    funktioniert, meine Arbeitsroutine aufrecht erhalten, fast alle häuslichen Arbeiten erledigt, einkaufen mit dem

    Auto, Fahrdienste weil mein Partner seinen Führerschein nun schon zum zweiten Mal verloren hat,

    kochen ist sowieso meins gewesen schon immer, Garten mache ich auch fast allein -

    letztlich fühlt man sich völlig im Stich gelassen, und zum Dank für alle Mühen liegt der Partner dann an

    deinem Geburtstag betrunken auf deiner Couch in deinem Wohnzimmer,

    wenn du von der Arbeit kommst.

    Aber irgendwann stehst du auf und sagst - es reicht - ich bin auch noch da. Ich will mein Leben zurück.

    Pass gut auf dich auf, es tut nämlich kein anderer für dich.

    Liebe Grüße Indiana

    deine Worte sind grad schwer für mich zu ertragen, muss echt weinen grade...

    ist es wirklich immer so, dass jeder Alkoholiker erst ganz unten aufschlagen muss?

    und wie oft? wie viele Rückschläge denn noch? Gibt es denn gar kein Halten..

    ich fürchte, es liegt nicht mehr in meiner Hand - ich gebe die Kontrolle ab,

    sie liegt mir nicht...Liebe ist Freiheit und kein Zwang...

    Tja, gute Frage,

    er kann da nicht bleiben auf Dauer,

    aber die letzten Tage haben ihn ziemlich zum Nachdenken gebracht,

    er glaubt morgen bekommt er vielleicht eine Unterkunft,

    die wäre in der Nähe aber doch genügend weit weg von mir,

    aber bisher alles nur Worte, er redet immer viel und gern,

    ich will aber Taten sehn!

    Micha, wann hast du gewusst, du tust es nur für dich, für sonst niemanden?

    Hallo guten Morgen,

    danke für eure wertvollen Beiträge, ich musste erst einmal lange darüber nachdenken.

    Gestern Abend haben wir uns im Garten nochmal kurz gesehen, er saß immer noch wie

    gelähmt da und gesprochen wurde nicht viel, außer über ein paar Glühwürmchen,

    die da herumgeisterten.

    Zu essen gab es Döner-Kebap und Cola, na immerhin, verhungert ist er noch nicht.

    Ich saß ganz gemütlich da und habe mir ein kühles alkoholfreies Bier genehmigt,

    ohne schlechtes Gewissen, das ich sonst immer hatte, wenn ich mal was trinke.

    Er meinte nur, dass er durch den Abstand der letzten Tage gemerkt habe, wie wenig wir eigentlich

    miteinander machen. Dazu passt wohl der Satz, den ich hier irgendwo gelesen habe, dass einen

    zum Schluss nur noch der Alkohol (oder eben das Problem damit) verbindet. Eine schreckliche

    Vorstellung.

    Dieses Sich-Tot-Stellen ist wohl eine bewährte Praktik bei Alkoholikern, so nach dem Motto,

    wenn Du dich nicht mehr kümmerst, dann kümmere ich mich auch nicht mehr um mich?

    Dann sterb ich eben, ohne dich kann ich nicht leben...Diese verdammte Scheißegal-Haltung,

    wie kann sich ein Mensch nur selbst so aufgeben?

    Liebe Grüße Indiana

    Natürlich ist das nicht mein Problem. Aber ich möchte ihn auch nicht da im Garten lassen,

    das ist nicht so gut, weil es auch mein Ort der Ruhe und Kraft ist und ich mich dort fast täglich und vor allem

    am Wochenende aufhalte. Ich arbeite dort sehr gerne , möchte das Gewächshaus weiter umbauen,

    die Laube wieder auf Vordermann bringen, ich kann dort Lagerfeuer machen mit den Kindern und

    zelten und und und...meine Kräuter sammeln, Holz machen und bin dabei mitten in der Natur.

    Hallo Strolch,

    deine Situation kommt mir ziemlich bekannt vor,

    auch ich habe ständig Angst, in welcher Verfassung mein Mann von der Arbeit nach

    Hause kommt, mal ist er nüchtern, mal angetrunken, und die gesundheitlichen

    Folgen werden immer mehr spürbar, er hat starken Bluthochdruck und ist

    ständig krank (Lunge), weil er auch sehr stark raucht.

    Und mir selber geht es auch nicht so gut, ich habe manchmal richtige Panikattacken,

    mit Herzrasen und Übelkeit und Schwindel, arbeite als Lehrkraft und steh dann

    im Unterricht wie neben mir selber...

    Da wirst Du wohl alleine zum Festival fahren müssen oder mit ner guten Freundin,

    aber ist denn das der Sinn von Partnerschaft?

    Nein, zurück will er gar nicht, dass ist für ihn glaube ich keine Option. Dort ist sein altes Leben,

    seine Ex-Frau, sein Sohn, seine alte Arbeit, wo er gekündigt wurde, wahrscheinlich auch schon

    aufgrund von Alkohol. Er war dort 33 Jahre beschäftigt. Der Arbeitgeber hat seine Sucht lange

    mitgetragen und immer wieder versucht ihn einzubinden, ohne Erfolg. Dann war er fast zwei

    Jahre arbeitslos und hat fast nur noch getrunken. Dann kam er hier her. Er hat eine Arbeits-

    maßnahme gemacht und sich erfolgreich einen neuen Job in seinem technischen Bereich gesucht

    und arbeitet dort gut und ist sehr beliebt bei allen Kollegen. Fast zwei Jahre war er trocken

    und ich dachte wirklich, jetzt geht es aufwärts...tja weit gefehlt.

    Ich fürchte, ich werde ihm noch selber eine Unterkunft suchen müssen, so unselbständig ist er

    geworden. Außerdem habe ich Angst, dass er irgendwann nur noch betrunken in der Laube liegt

    und dort vielleicht sogar stirbt, nichts mehr isst...er ist halt so der Typ Mann, der sich nicht mal

    ein Ei braten kann. Und das ist irgendwie auch meine Schuld.

    Guten Abend,

    ich wollte mal ein kurzes update geben, mir geht es viel besser,

    ich habe sehr gut und sehr tief und endlich mal wieder erholsam geschlafen,

    bin nicht mehr so nervös und zittrig und kann mich auch in der Arbeit viel besser

    konzentrieren. Ich bin Lehrerin von Beruf und leite einen Integrationssprachkurs B1

    mit 23 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern.

    Mein Partner hat noch keine Unterkunft gefunden und wohnt weiterhin im Garten.

    Der liegt etwa 2 km entfernt außerhalb der Stadt und so muss ich ihn nicht sehen,

    was mir total guttut. Er kann dort nur nicht immer bleiben, weil es dort kein Wasser,

    keinen Strom, kein Internet und auch keine Heizung gibt. Es ist ein altes Pachtgrundstück

    sozusagen ein wildes Naturparadies, mein absoluter Rückzugsort und Ausgleich zum

    anstrengenden Sprachdozenten-Dasein.

    Wenn es mal wieder regnet und kälter wird, kann es dort sehr ungemütlich werden.

    ..und dann ?

    Guten Morgen,

    ich mag diese morgendliche Stille, bevor der Tag losgeht.

    Wollte dir Hope92 noch Danke sagen für deine lieben Worte, ich hoffe, heute wird es mir besser gehen.

    Das Wetter sieht ja auch ein bisschen kühler aus als gestern, also mal Durchatmen.

    Bis später, habt einen schönen Tag!

    Liebe Grüße Indiana