Zitat
warum ich etwas unter Kontrolle halten muss, wenn ich nicht süchtig bin?
Richtig. Hier beginnt m.E. die Sucht/Abhängigkeit. Ich KONNTE es zwar kontrollieren, MUSSTE es aber eben auch, um nicht noch mehr zu trinken.
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warum ich etwas unter Kontrolle halten muss, wenn ich nicht süchtig bin?
Richtig. Hier beginnt m.E. die Sucht/Abhängigkeit. Ich KONNTE es zwar kontrollieren, MUSSTE es aber eben auch, um nicht noch mehr zu trinken.
Hallo Hartmut,
ich denke, dass man auch schon, ohne regelmäßige Kontrollverluste zu erleben, abhängig vom Alkohol sein kann.
LG Sula
Hallo Aurora,
als ich noch regelmäßig trank sah ich mich als Alkoholikerin. Ich mag den Begriff "trockener Alkoholiker" nicht sonderlich, daher bezeichne ich mich auch nicht so. Ich bezeichne mich als Sucht-Persönlichkeit. Ich habe, parallel zum Alkohol, auch 20 Jahre lang täglich gekifft. Irgendwann haben mich die täglich daraus resultierenden Folgeerscheinungen genervt und ich habe damit aufgehört bzw. nur noch alle 2-3 Monate mal gekifft. Soweit ich mich daran zurück erinnere (das ist jetzt knappe 15 Jahre her), fiel mir das wesentlich schwerer, als jetzt den Alkohol sein zu lassen. Ziel ist nun, nie wieder Alkohol zu trinken. Und da der Alkohol bei mir auch immer ganz stark an das Kiffen gekoppelt war (ich habe, wenn ich gekifft habe, immer mehr getrunken, als zu Zeiten ohne Gras), habe ich auch vor nie wieder zu kiffen. Ich scheue dieses Risiko einfach zu sehr.
Was Deine Definition von "Alkoholiker" betrifft, finde ich mich nur zum Teil darin wieder. Sowas wie Kontrollverlust hatte ich nie. Zumindest nicht in dem Ausmaß, dass ich vollkommen abgestürzt wäre. Vor allem nicht in Gesellschaft. Die typisch peinlichen Erlebnisse, die sehr viele Alkoholiker haben, kenne ich also so von mir nicht.
Trotzdem freute ich mich jeden Tag schon darauf, abends wieder trinken zu "dürfen".
Und ich habe mir meinen Konsum 25 Jahre lang schön geredet.
LG Sula
Hallo Brettmann,
ich selbst habe mich schon vor langer Zeit - auch Freunden gegenüber - als Alkoholikerin bezeichnet. Die meisten von ihnen haben mich dann immer belächelt 🤷
Lag wahrscheinlich daran, dass die meisten Leute mit dem Begriff Alkoholiker eher eine Person verbinden, die schon morgens zur Flasche Wodka greift. Mein eigenes Bild von Alkoholismus war ja sehr lange Zeit genauso. Erst als ich mich wirklich näher mit dem Thema Alkohol beschäftigte, realisierte ich, dass ich immer das war, was man gemeinhin unter einer "funktionierenden Alkoholikerin" versteht. Dass es mir sehr leicht fiel, mit dem Trinken aufzuhören und dass ich auch keinerlei Entzugserscheinungen hatte, macht keinen Unterschied für mich.
LG, Sula
Hallo Linde66,
wie lautet denn die korrekte Definition von "Alkoholiker"? Wo liegt denn die Grenze zwischen "schädlichem Ge- bzw. Missbrauch" und Alkoholabhängigkeit?
Ich habe 25 Jahre lang täglich getrunken und zum Schluss stark wahrgenommen, dass nicht mehr ich den Alkohol kontrolliere, sondern er mich. Auch wenn ich nie zu denen gehörte, die sich so dermaßen "abgeschossen" haben, dass sie ein Blackout hatten. Wahrscheinlich aber nur deshalb, weil ich (fast) immer schon, eine sehr kontrollierte Person war. Deshalb habe ich mir auch immer das Limit von "höchstens 1 Flasche Wein pro Tag" gesetzt und diese Grenze auch nur sehr selten mal überschritten. Außerdem habe ich, kurz bevor ich dem Alk endgültig Ade sagte, versucht die tägliche Menge dauerhaft zu reduzieren. Das ist mir zwar gelungen, aber nur mit äußerster Selbstbeherrschung. Da war dann für mich der Punkt erreicht, an dem ich mir sagte: Nö, das ist mir zu mühsam. Da hör' ich lieber gleich ganz damit auf.
Bin ich nun also Alkoholikerin? Sag DU es mir 🤷♀️
Liebe Grüße
Sula
Guten Morgen, Elly!
Erledigt ![]()
@ Linde66: ich hatte (noch) gar kein Corona ![]()
@ Hera: ja, Schilddrüse wäre naheliegend. Mal sehen, ob der nächste Blutbefund etwas anderes sagt als der letzte.
Eddi1963 : merkwürdig, dass die Leute so unterschiedlich auf die Umstellung reagieren. Und 8 Monate sind ja echt harter Tobak
Ich habe woanders auch schon gelesen, dass es bei jemandem 1 Jahre lang gedauert hat
Das sind ja tolle Aussichten....zumal ich am 24.7. nach längerer Arbeitslosigkeit auch wieder beginne zu arbeiten. Da mache ich mir natürlich schon Sorgen, wie das dann dort laufen soll, wenn ich noch länger so drauf bin wie jetzt ![]()
Ich habe jetzt mal für nächste Woche einen Akupunktur-Termin vereinbart. Da ich beim letzten Mal (wegen einer anderen Sache) sehr gut und schnell darauf reagiert habe, setze ich alle Hoffnung darauf, dass die Akupunktur auch diesmal so gut hilft.
LG, Sula
Hallo Linde,
nö, ist kein Corona.
LG, Sula
Hallo Elly und danke für Deine Glückwünsche 😊
Ja, mit meine Hausärztin habe ich gesprochen. Allerdings erst als ich 2 Wochen nach dem letzten Glas starke Bauchschmerzen bekam und sie dann Gastritis feststellte. Ich habe also einen kalten Entzug gemacht und hatte zum Glück keinerlei Entzugserscheinungen.
Hallo Twizzler,
einerseits erleichtert es mich zu lesen, dass ich mit dieser Erfahrung nicht alleine bin, auf der anderen Seite aber bin ich erstaunt und auch frustriert darüber, dass es so lange dauern kann, bis man wieder halbwegs im Gleichgewicht ist. Das hätte ich nicht gedacht, nachdem was ich alles darüber gelesen habe.
Hi Hera,
ja Schilddrüse wurde gecheckt, ich bin aber nicht sicher ob es alle hierfür notwendigen Werte waren. Aufgrund meiner aktuellen körperlichen Zustände habe ich meiner Hausärztin aber gestern einen weiteren Besuch abgestattet und sie hat daraufhin einen neuerlichen Bluttest veranlasst. Im Gespräch habe ich auch explizit nach den Schilddrüsenwerten gefragt.
Liebe Grüße
Sula
Hallo, liebe Community,
ich habe ca. 25 Jahre lang täglich getrunken. Wein und Sekt waren meine Schwäche. Es waren täglich zwischen 3 und 6 Achteln, die ich getrunken habe, ganz selten auch mal etwas mehr.
Mitte Mai habe ich erstmals realisiert, dass ich ein echtes Problem habe und habe mich - nach ca. 1-wöchiger intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema - dazu entschlossen, mich endgültig von diesem Nervengift zu verabschieden. Seit 16. Mai bin ich nun nüchtern. Es fiel mir erstaunlich leicht, nicht mehr zu trinken. Die ersten Tage war ich hyper-euphorisch, aber dann fiel ich - zum Glück nur für 2 Tage - in eine mittelschwere Depression. Nach den mittlerweile fast 2 Monaten die ich ohne Alkohol hinter mich gebracht habe, ist mein Fazit fast ausschließlich positiv. Meine Jahrzehnte vorhandenen Depresssionen haben sich quasi in Luft aufgelöst, ich schlafe besser und es geht mir psychisch so gut wie schon lange nicht mehr. Einen Wermutstropfen gibt es aber: seit ich nüchtern bin, habe ich ein ziemlich geschwächtes Immunsystem und fühle mich fast durchgehend halbkrank. Immer wieder habe ich Halskratzen und ein leichtes Schnupfengefühl. Innerhalb von 2 Monaten 2x Gastritis (nicht einmal zu Alkohol -Zeiten hatte ich sowas). Und was ich am schlimmsten finde: ich bin quasi dauermüde. Das frustriert mich ziemlich, da ich eigentlich erwartet hatte, dass ich mich nach 2 Monaten Abstinenz wesentlich besser fühlen müsste, als vorher MIT Alkohol. Leider ist das Gegenteil der Fall. Ich habe innerhalb dieser 2 Monate außerdem - zusätzlich zu den Vitaminpräparaten, die ich bereits davor regelmäßig eingenommen hatte - meine Liste an Nahrungsergänzungsmitteln noch erweitert. Blutbild ließ ich auch schon machen. So gut wie alle Werte liegen im Optimalbereich. Wie ist/war das bei Euch? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?