Beiträge von Anderswo2023

    Hallo Lea,

    danke für deine Nachricht. In der Theorie sehe ich das genauso. Ich muss in erster Linie für mein Kind da sein und mein eigenes Leben glücklich gestalten. Ich bin nicht verantwortlich für die Entscheidungen meiner Mutter.

    Ich versuche immer wieder dran zu denken und mir das so ins Gedächtnis zu rufen.

    Nichtsdestotrotz sind da diese Schuldgefühle. Sie ist doch meine Mama, die sich grad zu Grunde richtet, du musst dich doch kümmern, sie hat sonst niemanden. Sie hat sich doch um uns als Kinder früher auch gekümmert....

    Wisst ihr, wenn sie mich aktiv nach Hilfe fragen würde und einsehen würde, dass sie ein Problem hat, dann wäre es was anderes. Aber das tut sie leider nicht. Sie will keinen Entzug und keine Therapie machen.

    Was bleibt mir sonst über, als Abgrenzung. Ich gebe mein Bestes. Die Gefühle bleiben aber ....:-/

    Danke für deinen Worte. Ich finde, wir haben viele Parallelen in unserer Lebensgeschichte...auch wenn bei mir noch vieles am Anfang ist. Ich finde es krass, dass du es immer geschafft hast, auch wenn es teilweise so schwer war mit deiner Mutter, mit ihr den Kontakt zu halten. Da gehört viel Stärke und Widerstandskraft dazu. Du hast meinen Respekt. Ich renne vor meiner Mutter geradezu weg aktuell. Ich will mit ihren Problemen nicht zu tun haben. Auch wenn es mir das Herz bricht, ich schaff das grad nicht.

    Das Aufatmen...ja, wahrscheinlich ist sie an einem besseren Ort, Ich hoffe du konntest deinen Frieden finden.

    Hallo Pfiffig, sorry für die späte Reaktion.

    Tja eingekotet und betrunken aber leider so sehr bei Sinnen, dass sie klar sagt: sie will keinen Entzug und das bringt alles nichts. Beim Hausarzt waren wir noch nicht. Ich bin mittlerweile so an dem Punkt, dass ich mich zurückziehe. Ich will nichts für sie organisieren, ich will sie so auch grad nicht sehen. Ich weiss, das klingt schrecklich passiv. Ich habs nur leider schon zu oft durch. Mir hilft grad leider nur Abstand, auch wenn ich damit riskiere, dass ihr niemand hilft. Wenn sie mich aktiv um Hilfe bitten würden, dann wäre das was anderes und vor allem, wenn die Einsicht da wäre, dass sie etwas tun muss. Aber die sehe ich nicht.

    Mir bricht es das Herz, aber ich brauche Abstand.

    Danke für eure Beiträge.

    Ich sitze dennoch hier und grübel vor mich hin. Mir fällt es so unfassbar schwer, loszulassen, weil sie ja doch meine Mama ist. Ich weiss von meinem Bruder in welchem Zustand sie ist. Sie liegt wohl nur noch im Bett und geht noch nicht mal mehr zur Hausärztin, um sich eine Krankmeldung zu holen.

    In meinem Kopf kreisen die Gedanken um die Zukunft, was passiert, wenn sie jetzt tatsächlich ihren Job verliert? Was wird dann aus ihr? Muss ich sie dann bei mir aufnehmen? Oder wird sie doch irgendwann einsehen, dass sie ein Problem hat und sich helfen lassen muss? Wird sie auf der Strasse landen? Wird sie sich was antun?

    Sie tut mir unfassbar leid, aber alleine bei dem Gedanken, sie eingekotet und sturzbesoffen in ihrem Bett zu sehen, wird mir übel. Ich will das nicht und vor allem will ich nicht, dass mein Kind sie so sieht. Ist es ok, sich zurückzuziehen und nichts zu tun? Sie will keine Hilfe...was soll ich denn sonst machen? Ich will endlich loskommen, auch wenn es so unfassbar schwer ist einen Menschen so fallen zu lassen. Aber sie wählt ihr Schicksal selbst. Wer es immer noch schafft, sich Alkohol zu besorgen, der will das auch nicht anders.....

    Hey Linde, danke für deinen Worte.

    Sie kauft sich den Alkohol im Supermarkt....torkelnd und manchmal fällt sie auch hin. Das sind die Momente, wo uns dann die Nachbarn anrufen und wollen, dass wir ihr helfen.

    Mein Bruder schafft es nicht, ihr nicht zu helfen. Er kümmert sich teilweise sehr um sie...räumt die Wohnung auf und macht ihr Essen. Er hat weniger Abstand als ich und leidet wahrscheinlich noch mehr. Ihm gegenüber habe ich auch ein schlechtes Gewissen, habe das Gefühl, ihn damit allein zu lassen. aber ich kann einfach nicht mehr.

    Ich fühle mich ständig schuldig und ja, unterlassene Hilfeleistung ist auch so ein Thema. Aber ich kann doch nicht (oder wir) jeden Tag bei ihr vorbeischauen aus Angst, sie könnte sterben oder stürzen oder sonst was. Sie trinkt tgl immer mehr und es könnte jeden Tag was passieren. Aber wir können doch nicht unser Leben vernachlässigen, um ständig nach ihr zu schauen. Sie will keine Therapie oder Entzug machen und entscheidet sich ganz klar für den Alkohol. Wir werden es womöglich nicht verhindern können, dass ihr irgendwann etwas passiert. Mit diesem Gedanken zu leben ist hart.

    Ich habe heute ganz viel mit meinem Kleinen gekuschelt und versucht, die Situation so anzunehmen, wie sie ist. Ich kann aktuell nichts für meine Mutter tun, wenn sie keine Hilfe annimmt. Ich nehme die damit verbundenen, unangenehmen Schuldgefühle an und sage mir aber immer wieder, dass ich nicht schuldig bin und es IHR Leben ist. Ich bin nicht verantwortlich dafür. Mir hilft es enorm, mich hier auszutauschen. Bin froh, dieses Forum aufgesucht zu haben. Überlege aber auch, noch eine "analoge " Selbsthilfegruppe irgendwo zu finden.

    Hallo, danke für deinen Beitrag. Einen Pflegegrad würde meine Mutter womöglich noch nicht bekommen, dafür ist sie noch zu sehr beisammen. Sie würde zudem niemanden in die Wohnung lassen wie z.B. den MDK. Ich denke, das wird im Verlauf dann ein Thema werden.

    Ist es verwerflich, wenn ich einfach keine Lust mehr habe? Wie viel schuldet man seinen Eltern? Ist man verpflichtet, ihnen zu helfen und sich um alles zu kümmern? Ich habe das Gefühl, dass sich jeden Tag gedanklich alles um meine Mutter dreht. Es gibt keinen Raum mehr für meine Bedürfnisse oder die meines Bruders.

    Am liebsten würde ich den Kontakt für ein paar Wochen ruhen lassen und selbst wieder klar kommen. Ich habe vor ein paar Monaten ein Baby bekommen und will diese Zeit geniessen. Ich fühle mich schuldig und schlecht bei dem Gedanken, dass ich glücklich sein will, wenn es meiner Mutter doch so schlecht geht. Aber das sind nun mal meine Gefühle und Bedürfnisse...

    Hallo liebes Forum, insbesondere Hallo an alle Kinder von Alkoholikern,

    ich blicke hier im Forum noch nicht so ganz durch aber ich muss mir das heute unbedingt von der Seele schreiben. Ich hoffe, ich bin hier richtig.

    Ich habe schreckliche Angst um meine Mutter, die mittlerweile im Dauersuff ist. Sie lebt alleine in einer anderen Stadt ca. 1 std entfernt, mein Bruder wohnt näher an ihr dran.

    Mittlerweile trinkt sie mehrere Liter Wein pro Tag bis ins vollständige Delirium....Die Weinmenge hat sich in den letzten Monaten sukzessive gesteigert. Und mit zunehmender Menge verliert sie mehr und mehr die Kontrolle über ihr Leben. Wir werden regelmäßig von den Nachbarn angerufen, die laute Schreie aus ihrer Wohnung vernehmen und sie sturzbesoffen im Treppenhaus antreffen. Sie liegt tagelang in ihrer Wohnung, isst nichts, kotet sich selbst ein und ist ein totales Wrack. Sie ist seit Monaten krankgeschrieben, zuletzt ist es aber auch vorgekommen, dass sie ohne Krankmeldung nicht mehr zur Arbeit erscheint und somit auch ihre Existenz gefährdet. Freunde hat sie mittlerweile keine mehr. Mein Bruder und ich sind ihre einzigen Angehörigen. Seit Jahren versuchen wir, aber insbesondere mein Bruder, ihr zu helfen. Er kümmert sich um sie, wie um ein kleines Kind. Immer wieder wird hinter ihr und ihren Abstürzen hintergeräumt.

    Mein Problem ist folgendes: Ich kann es einfach nicht mehr, ich ertrage es nicht mehr, ich will das nicht mehr. Ich will mein eigenes Leben leben und geniessen und mich um meine eigene kleine Familie kümmern. ABER DAS GEHT NICHT, weil ich in Gedanken ständig bei meiner Mutter bin, in Erwartung, dass sie wieder irgendwo sturzbesoffen aufgegabelt wird und wir uns um sie kümmern sollen. Ich komme mittlerweile nicht mehr gerne in meine Heimatstadt, weil mich ihr Verhalten zutiefst beschämt. Ich habe Angst, dass sie alles verliert, auf der Straße landet und letztlich wir sie bei uns aufnehmen müssen, weil sie obdachlos wird.

    Ich kann es einfach nicht mehr, ich will endlich frei sein von dieser ständigen Sorge um sie. Ich bin völlig verzweifelt aktuell und weiss nicht mehr weiter. Ich denke über einen endgültigen Kontaktabbruch nach....ich möchte das eigentlich nicht. Sie hat uns nie Gewalt angetan und war eigentlich eine liebende Mutter.

    Hallo,

    ich bin 31 Jahre alt und Tochter einer alkoholkranken Mutter.

    Alkohol war in unserer Familie und bei meiner alleinerziehenden Mutter schon immer ein Thema, aber so schlimm wie seit den letzten zwei Jahren war es noch nie.

    Ich bin mit 20 Jahren von zu Hause ausgezogen und habe mittlerweile selbst schon eine kleine Familie.

    Ich bin mit meiner Mutter und meinem älteren Bruder alleine aufgewachsen. Meine Mutter hatte mehrere Männer in ihrem Leben (mehrfach verheiratet) und all diese Beziehungen sind gescheitert. Mit jeder weiteren Beziehung, die in die Brüche gegangen ist und vielen finanziellen Problemen hat meine Mutter immer mehr die Flucht in den Alkohol gesucht.

    Mittlerweile trinkt sie jeden Tag, hat einen erfolglosen Entzug hinter sich und driftet immer mehr ab. Sie ist kurz davor ihren Job zu verlieren, weil sie sich ständig krank meldet. Wir werden regelmäßig von ihren Nachbarn angesprochen, dass sie betrunken und verwahrlost in der Gegend rumläuft.

    Ich bin mit der Situation völlig überfordert und schäme mich nur noch. Sie lässt sich nicht helfen und ich habe Angst vor dem totalen sozialen Abstieg meiner Mutter und, dass sie letztlich auf der Straße landet.

    Ich bin vollständig in der Co-Abhängigkeit gefangen und immer auf Habachtstellung, immer in Erwartung, dass die nächste Katastrophe bevorsteht. Ich kann mein eigenes Leben kaum noch geniessen, weil ich ständig das Schlimmste befürchte.

    Ich suche über dieses Forum Menschen, mit denen ich mich austauschen kann. Ich kann das langsam nicht mehr alleine bewältigen.

    Ich selbst trinke überhaupt keinen Alkohol.