Hallo Schratte,
da würde ich auch meinen,dass kein Ehepartner völlig frei von ist. Ich kann den Begriff Co-Abhängig ganz schwer definieren. Gleichgültigkeit geht ja auch nicht. Sich informieren und versuchen ist zu viel? Ich weiß nicht, bin da unsicher.
Ich bin übrigens eine der Alkoholikerinnen,die keinen äußeren Tiefpunkt hatte. Mein Leben lag nicht in Schutt und Asche, als ich aufgehört habe zu trinken. Wenn ich mich an die Gespräche erinnere,die mein Mann und ich über meinen Alkoholkonsum geführt haben: Das waren keine richtigen Gespräche,ernsthafte,ehrliche. Also von meiner Seite aus,ging gar nicht,die Sucht war so omnipräsent. Entweder hab ich mich danach selbst bemitleidet oder geschämt oder oder…eigentlich egal welches Gefühl,jedes hat nur wieder dazu geführt,dass ich trinke.
Das find ich selbst voll schlimm im Nachhinein. Die Sucht war wichtiger,immer. Wichtiger als mein Mann und wichtiger als meine Kinder. Find ich ganz schlimm und brutal.
Erst ein innerer Tiefpunkt,an dem ich dachte,so kann und will ich nicht mehr weiterleben und dann der Austausch mit anderen Suchtkranken hat dann irgendwann dazu geführt,dass ich aufgehört habe.
Was hätte ich mir für meinen Mann gewünscht in meiner Trinkzeit?
Dass er nach sich schaut, schaut,dass es ihm gut geht. Geht,wenn er es nicht mehr erträgt.
Sich nicht für etwas verkämpft, für das sich das kämpfen nicht lohnt. Und vor allem nicht selbst kaputt geht und zu einem Menschen wird,der er nicht sein will und ein Leben lebt,das er so nicht leben wollte.