Beiträge von Aruula

    Danke liebe Aurora,

    Das Buch werde ich mir bestellen.

    Die Krankheit hat unbestreitbar eine genetische Komponenten und meine Familie ist da vorbelastet.

    Eine Tante ist an ihrer Sucht gestorben. Mein Vater hatte zumindest zeitweise ein missbräuchlichen Umgang mit Alkohol. Und als wir groß würden was Alkohol allgegenwärtig. Wir durften als Kinder sogar die Eierlikör Gläser auskratzen...

    Bei meiner Schwester fällt mir das Aushalten leider immer wieder sehr schwer. Allerdings bin ich mittlerweile überzeugt dass man mit Hilfe oft eher schadet.

    Ich habe einmal ihre Messiebude aufgeräumt und sie ist in den Einzug. Danach sind wir zum Überbrücken bis zur Entwöhnungstherapie pilgern gegangen, aber schon unterwegs hat sie Bier getrunken (sie wäre ja nur körperlich nicht mehr abhängig und die Therapie käme ja erst noch) aber in Santiago hat sie fast sogar "ihren" Problemalkohol Wein getrunken. Das Glas stand schon vor ihr. Die Entwöhnungstherapie ist sie dann erst unter fadenscheinigen Gründen nicht angetreten. Sie hat es dann doch gemacht, aber ich habe den Eindruck sie tut es immer auf Druck und für andere. Das war dann mein Endpunkt und der Abbruch von meiner Seite.

    Leider hatte ich andere Baustellen die meine Aufmerksamkeit und Kraft brauchten aber selbst wenn ich die Kraft hätte, weiß ich, ich kann nicht helfen. Es ist in ihrem Fall nicht so, dass sie nicht will aber sie glaubt nicht mehr dass Entzug und Therapie hilft. Sie weiß das ja schon alles...

    Nach einer kurzen Phase mit Kontakt habe ich ihn wieder abgebrochen weil ich dauernd angelogen werde. Da geht es nicht Mal um Konsum sondern auch anderes Verhalten was man ihr vorwirft. Umfang mit Kindern, Ausflüchte und diese komischen Geschichten die sicher viele von Betroffenen kennen, die keinen Sinn machen. Unfälle an denen andere schuld sind...

    Ich habe ihr letztlich gesagt, ich will unter diesen Umständen keinen Kontakt. Sollte sie mich in einer echten Notsituation brauchen, wäre ich für sie da. Für Unterstützung während und nach einer Therapie zum Beispiel gerne. Aber sonst eben nicht.

    Bei der letzten Entwöhnungstherapie wollte ich mich als Angehörige einbringen, aber auch das geht ja nur wenn der Betroffene das will. Sie beteuerte das zwar aber seltsamerweise fielen dann angeblich die Seminare aus und und und...

    Wir sehen uns zur Beerdigung meiner Mutter bald wieder und ich stehen da sehr schwer vor.

    Mit meiner Mutter ist das letzte Bindeglied weg und vielleicht wird es ja leichter wenn ich dann tatsächlich nichts mehr mitbekomme.

    Aber die Sorge wird bleiben.

    Der unvernünftige Wunsch zu helfen wird bleiben.

    Hallo,

    Ich bin Angehörige einer Alkoholikerin. Süchtig ist meine Schwester zu der ich jahrzehntelang ein sehr enges Verhältnis hatte. Als ältere Schwester fühlte und fühle ich mich immer etwas verantwortlich habe lange versucht zu helfen. Bücher gelesen, zu Treffen gegangen, Verständnis gezeigt, Klartext geredet....

    Es gab einige Therapien aber der Rückfall folgt immer früh. Ich hatte den Kontakt vor einiger Zeit angebrochen weil es mir zu viel Kraft raubt und ich weitere andere Belastungen hatte. Nach einem Versuch den Kontakt wieder langsam aufzubauen habe ich allerdings nochmal die Notbremse gezogen. So besteht aktuell kein Kontakt. Aber ich denke täglich dran und frage mich immer wieder, ob das der richtige Weg ist.

    Ich freue mich auf Gedankenaustausch und Impulse hier im Forum.