Ich bin da ganz bei Momo. Dieses heiß/kalt, nett/ungehobelt ist absolutes Gift für jedes Nervensystem und setzt sich auf Jahrzehnte fest.
Ich bin selbst abstinenter Alkoholiker meine Ex EKA (erwachsenes Kind alkoholkranker Eltern). Sie hat bei ihrem launischen Vater gelernt auf Eierschalen zu gehen, eigene Bedürfnisse hinten anzustellen und mit sechsten Sinn die kommenden Stimmungsschwankungen zu erahnen. Ich komme aus einer Familie mit Gewalt, habe ebenfalls meine Bedürfnisse hinten angestellt, gelernt ich muss alles selbst schaffen und darf keine Gefühle zeigen. Match made in hell...
Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass sich meine Ex niemals in mich verliebt hätte, wäre sie aus einem sicheren Elternhaus gekommen. Jede Frau mit gesunden Grenzen hätte mich und meine Launen (auch vor meiner Sucht) nach kurzer Zeit vor die Tür gesetzt.
Was will ich dir mit dieser Anekdote sagen?
Die Situation in der du gerade steckst, wird sich - wenn du sie aushältst- eventuell als Glaubenssätze in deinem Kindern manifestieren. "Es ist in Ordnung so behandelt zu werden. So sieht Liebe aus." Und das werden sie wenn es blöd läuft in die eigenen Beziehungen mitnehmen, beruflich/privat vollkommen wurscht. Es wird nicht umsonst von transgenerationaler Traumata Vererbung gesprochen.
Eine intakte Familie zu sein, kann auch bedeuten einen Mensch mit schädlichen Verhaltensweisen daraus zu entfernen. Eine schimmlige Birne lässt man auch nicht so lange im Obstkorb liegen, bis der Rest gammelt.
Es wird leider nicht besser werden, wenn dein Mann keine Krankheitseinsicht hat und darauf kannst du eventuell Jahrzehnte warten. Und vielleicht kommt sie selbst dann nicht...
Ich wünsche dir auf jeden Fall den Mut die Situation selbst in die Hand zu nehmen. Es macht mich wirklich traurig weil es so verdammt unfair ist aber die Angehörigen von Alkoholikern sind leider oft diejenigen, die zuerst für sich einstehen und gehen müssen.