Ich wollte endlich mal ein Update geben. Der Besuch an Weihnachten hat nicht stattgefunden, genausowenig wie vor 2 Jahren. Ich war damals mit meinem Schwager hin gefahren, um sie abzuholen. Obwohl ich vorher ein paar Mal angerufen habe und sie wusste wann wir kommen, stand sie schlussendlich in der Unterhose schwankend an der Tür, total verwirrt...
Sie hatte seitdem bessere und schlechtere Phasen, ich habe sie allerdings seitdem nur telefonisch gesprochen, da ich mich ein bisschen mehr abgrenzen wollte. Normalerweise ruft sie unter der Woche jeden Tag an und wir reden ein bisschen. Oft höre ich, wenn sie betrunken ist, manchmal vermute ich es nur, manchmal wirkt sie "normal" und man kann sich mit ihr unterhalten.
Jetzt hatte sie mal wieder einen größeren Absturz. Sie hat einige Tage hintereinander den Anwesenheitsknopf nicht gedrückt und wurde dann vom Personal im betreuten Wohnen auf dem Boden liegend gefunden, teils eingenässt und eingekotet. Für mich ist diese Vorstellung grauenhaft.
Im Krankenhaus haben sie sie nur auf Brüche untersucht, weil sie ihnen gesagt hat, sie sei gefallen und habe sich den Kopf gestoßen. Die Hausärztin, die ich dann zu ihr geschickt habe, hat gesagt ihre Leberwerte wären besser, d.h. sie würde wahrscheinlich weniger trinken als früher, und ihre Elektrolyte waren total aus der Reihe.
Obwohl ich inzwischen viel gelesen habe und auch mein EKA- und Co-Abhängingen-Verhalten hinterfrage, komme ich über einen Punkt nicht hinweg: meine Mutter ist 76J. alt und ich habe das krampfhafte Bedürfnis herauszufinden, ob ihre Probleme am Alkohol liegen, oder ob sie vielleicht doch (noch dazu?) etwas anderes hat, z.B. eben die Elektrolyte / zu wenig trinkt, dement wird, oder psychische Probleme hat und sich deswegen nicht mehr selber helfen kann.
Beim Alkoholismus würde ich mir quasi selber "erlauben" zu sagen: da kann und sollte ich ihr nicht "helfen", also nichts abnehmen und evtl. sogar distanzieren.
Bei den anderen Dingen denke ich immer, ich wäre als Tochter dann doch dafür zuständig ihr zu helfen. Vielleicht ist sie geistig nicht mehr in der Lage zu erkennen, dass sie Hilfe benötigt? Erwartet man von Kindern nicht, dass sie sich bei "normalen" Krankheiten um ihre Eltern kümmern? Bitte sagt mir, was ihr darüber denkt, ich traue da meiner eigenen Einschätzung nicht!
Beiträge von Fran
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Hallo Whitewolf,
sie lebt allein im betreuten Wohnen, das ist aber eigentlich nur wie eine Mietwohnung mit Notfallknopf. Zusätzlich kommt halt 3 mal die Woche jemand vom Pflegedienst, vorranging zum Putzen und ihr beim Aufräumen "helfen". Ist also sehr selbstbestimmt und wenn sie will auch mit wenig "Aufsicht", da sie dann wohl z.B. einfach die Tür nicht aufmacht, wenn der Pflegedienst kommt, oder Arzt- und andere Termine einfach absagt.
Ich möchte, dass es meiner Mutter wieder gut geht. Einerseits, weil wir früher ein sehr gutes Verhältnis hatten und mir es weh tut sie so zu sehen. Und andererseits auch, damit ich mir keine Sorgen mehr um sie machen muss. Wenn sie trinkt, fällt sie halt auch öfter mal. In der Wohnung oder auch auf offener Straße... Mich belasten diese Situationen immer sehr.
Ein besseres Verhältnis zu ihr wäre auch schön, aber das fällt mir sehr schwer, weil ich sie so gar nicht wieder erkenne. Sie ist nicht aggressiv oder so, aber sie ist halt nicht sie selber.Was sie will, weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Ich glaube sie will in Ruhe gelassen werden, damit sie in Ruhe das tun kann, was sie will (trinken), ohne dass ihr ein schlechtes Gewissen entsteht. Andererseits will sie schon Kontakt und ruft mich z.B. so gut wie jeden Tag an. Wenn ich dann höre, dass sie betrunken ist (oder noch betrunkener als sonst...), mag ich eigentlich gar nicht mit ihr reden.
Wir waren auch schon mal verabredet und sie war dann offensichtlich betrunken wenn sie kam. Da weiß ich auch gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich hab ihr schon gesagt, dass ich weder mit ihr reden noch sie treffen mag, wenn sie betrunken ist, aber sie behauptet dann immer, sie sei nicht betrunken... oder sagt unseren Termin ab.
Sie scheint eben auch zu verwahrlosen und sich selbst zu gefährden (durch die Stürze) und da frage ich mich, ob sie das wirklich will? Eine Sozialarbeiterin sagte mal zu mir: "Jeder nicht entmündigte Mensch hat ein Recht sich selbst zu bestimmen und sich eben auch verwahrlosen zu lassen."...
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Hallo zusammen,
ich bin Mitte 40 und Tochter einer Alkoholikerin (Mitte 70), die auch zum Messietum neigt.
Sie hat es lange geheim und so ist es erst in einer akut schlimmen Selbstvernachlässigungsphase nach und nach heraus gekommen. Sie kam dann erst einmal in ein Seniorenheim, da sie auch körperlich nicht mehr fit war und danach ins betreute Wohnen. Ein Pflegedienst kommt 3 mal die Woche.
Einmal war sie im Entzug und sie hat auch einen Psychologen. Wie ich gerade erfahren habe, steckt sie gerade wieder in einer akuten Phase und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Ich weiß theoretisch, dass nur sie sich selbst helfen kann. Aber vielleicht weil sie meine Mutter ist und "schon älter" habe ich das Bedürfnis ihr zu helfen und sonst den Eindruck sie zu vernachlässigen. Ich kann da wirklich schlecht aus meiner Haut.
Meine spontane Idee war also heute für sie einen Platz in der Klinik zu suchen und sie zu überreden dorthin zu gehen. In klareren Momenten hat sie durchaus schon zugegeben, dass sie Hilfe braucht.
Auch steht jetzt im Raum, was mit unserem Treffen an einem der Weihnachtsfeiertage ist. Sie ist wohl extra noch zum Frisör, der ihr die Haare auf 2 mm rasiert hat, weil diese mal wieder total verfilzt waren. Soll ich sie zu uns (meinem Mann und mir) holen und sie dann nach den Feiertagen auf ihren Zustand ansprechen?
Oder soll ich ihr lieber sagen, dass ich sie nicht sehen möchte, solange sie sich nicht zu einem Klinikaufenthalt entschließt, also ihr quasi ein Ultimatum stellen? Ich hatte ihr schon einmal vor einigen Monaten gesagt, dass ich mich in Zukunft mehr abgrenzen werde...
Vielen Dank schon einmal für eure Hilfe.