Beiträge von jacaelli

    Liebe Aurora, danke für deine Worte. Die Vorstellung, die nächsten Jahre als Co zu verbringen, macht mich fertig. Das will ich definitiv nicht. Wie hast du es geschafft, dich nach so langer Zeit doch zu lösen? Das ist absolut beeindruckend, denn schon nach nur einem Jahr Beziehung reißt es mir ein Loch ins Herz, wenn ich dran denke, dass dieser sonst so tolle Mann wieder weg wäre. Wahrscheinlich stehe ich gerade am Scheideweg und kann noch glücklich sein, dass es erst ein Jahr ist, ohne Kinder, ohne Haus oder sonstwelche gemeinsamen Verpflichtungen. Ein ausstieg wäre wohl absolut möglich. Vor allem wenn ich daran denke, dass ich noch ein halbes leben vor mir habe und ich diese Zeit mit anderen Sachen verbringen möchte als mit der last eines uneinsichtigen Alkoholikers als Partner.. da würde von meinen Träumen und Vorhaben wohl kaum was übrig bleiben... ich habe schrecklichliche Angst davor, ihn mit all seinen Problemen einfach so gehen zu lassen.... Doch sehe ich natürlich auch, dass mein Leben wichtig ist und ich will auch nicht aus Mitleid mit ihm zusammen sein

    Lieben Dank für eure Anteilnahme, leider kann ich den Hund meines Freundes nicht zu mir nehmen, weil er und meine Hündin nicht unbedingt ein Herz und eine Seele sind und meine Wohnung ist sehr klein. Außerdem ist er schon älter und kann nicht mehr gut laufen. Meine kann ich zum Glück auch mit zur Arbeit nehmen.

    Gerade in diesen Tagen geht eine trinkphase zu Ende und da sitzt ein Häufchen elend vor mir und bedauert, bereut und weint. Ganz viel Scham ist dabei sowie diesmal die Erkenntnis, dass er es nicht alleine schafft und sich Hilfe holen müsste,um ein glückliches, freies Leben führen zu können. Ob da nun Taten folgen, kann ich jetzt nur hoffen. Ich habe ihm schon gesagt, dass ich das jetzt ohne Veränderung seinerseits so nicht mehr mitmachen will, was er auch versteht und ihn sehr traurig gemacht hat, weil er mich auf keinen Fall verlieren möchte. Doch tut er ja alles dafür... echt paradox... Ich glaube er hat sich noch nie wirklich darüber informiert, wie so eine Sucht funktioniert. Das wäre aber ein nötiger erster Schritt...sowie eine konsequente Beschäftigung mit dem Thema. Bis jetzt ist er nach ein paar Tagen nach der ausnüchterung wieder in die Normalität übergegangen und hatte sich nicht weiter damit befasst, warum er sich wieder abgeschossen hat. Ich habe ihm gesagt, dass er aber wegen des Hundes nüchtern bleiben muss, da er nun als Senior besondere Pflege und Fürsorge braucht. Der Hund bedeutet ihm extrem viel, umso unverständlicher und verwerflicher ist es, dass er sich regelmäßig so ausschaltet. Vielleicht rüttelt ihn die Frage, wie er die letzten Jahre oder vielleicht sogar nur Monate mit seinem Hund verbringen möchte, wach... da habe ich auch noch mit die allergrößte Angst vor, wenn sein Hund irgendwann gehen muss... da wird er sich so heftig ausknipsen, wenn er bis dahin nicht Hilfe in Anspruch genommen hat...

    da gerade eine trinkphase zu Ende geht, gehe ich davon aus, dass die nächsten 2 Monate ohne Alkohol vergehen werden. Sicher bin ich mir da aber natürlich nicht und die Sorge, wann es wieder über ihn kommt trotzt allem bedauern und bereuen, bekomme ich derzeit gar nicht mehr weg...dieses mal bin ich aber nur an zwei, drei Tagen zu ihm in die Wohnung gekommen, hab den Hund versorgt und bin nach einer Weile wieder gegangen. Beim letzten Mal bin ich tagelang am Stück bei ihm gewesen... das ist schon eine kleine Veränderung meines Verhaltens, obwohl es mir sehr schwer fiel, die beiden zurück zu lassen... die nächsten Tage werden sicher wieder sehr emotional...ich liebe ihn sehr und bin noch nicht bereit, unsere Beziehung aufzugeben... wenn ich aber hier im forum all die langjährigen Geschichten des leids lese, graut es mich schon, denn ich stehe letztendlich kurz davor, auch in einem solchen immer schlimmer werdenden und nicht enden wollenden Drama zu landen... ich finde es so schwierig, da eine klare Linie für mich zu finden, denn noch habe ich Hoffnung, dass er es schafft

    Ja, Hoffnung habe ich noch. Unsere Beziehung ist auch ihm sehr wichtig und bis jetzt habe ich seine Eskapaden mitgetragen. Ich möchte mein eigenes Verhalten ändern, um wieder mehr bei mir selbst sein zu können... ich will mich eigentlich dann auch nicht mehr um ihn kümmern wenn er getrunken hat und mich distanzieren..Vielleicht merkt er ja dann mal was... aber der hund tut mir so leid.... um den "muss" ich mich kümmern... ich hab selbst einen und weiß wie sehr er leidet, wenn Herrchen out of order ist... was ich aber genau machen kann, um mich besser abzugrenzen weiß ich selbst nicht so recht, denn in der nüchternen Zeit ist er wunderbar und wir pflegen einen sehr liebevollen Kontakt.. wenn ich mich aber in dieser Zeit zurück ziehe, habe ich Angst, dass ich dadurch den nächsten Vollrausch verursache

    er trinkt übrigens "nur" Bier und keinen Wein oder Schnaps... was natürlich kaum ein Trost ist...

    Hallo miteinander, na dann will ich mich jetzt hier auch mal vorstellen und vielleicht mit eurer Hilfe wieder zu etwas mehr Hoffnung kommen... ich bin 42 Jahre alt und seit 1 Jahr mit meinem Freund zusammen...Er betrinkt sich etwa alle 2 Monate bis fast ins koma... diese Trinkphase dauert im Schnitt ne Woche, inklusive Ausnüchterungszeit. Wir wohnen nicht zusammen und wenn es wieder soweit ist (ich merke das sofort an der Art wie er dann Nachrichten schreibt und dann schreibt er bald gar nicht mehr und geht nicht ans Telefon) und ich die Sorgen nach ein, zwei Tagen nicht mehr aushalten kann, dann komme ich zu ihm in die Wohnung (ich habe die zweitschlüssel) und finde ihn in einem absolut furchtbaren Zustand vor. Er hat einen Hund und um beide kümmere ich mich dann. Er trinkt dann sogar in meinem Beisein noch weiter. Jetzt im Winter ist es sogar noch häufiger geworden. Da er Freiberufler ist, kann er seine Sucht einigermaßen gut vor Kollegen verstecken. Er hat viel schreckliches in der Vergangenheit erlebt, ist aber nicht bereit, das mit professioneller Unterstützung aufzuarbeiten, geschweige denn, das daraus entstandene Suchtproblem. Obwohl er sich im nüchternen Zustand über alles bewusst ist und alles bereut und bedauert und sich vornimmt nur noch selten und kontrolliert zu trinken, kommt es immer wieder über ihn und alle guten Vorsätze sind dahin. Ich merke, wie sich meine Gedanken mittlerweile fast nur noch um ihn drehen und um die Angst, ob er sich schon wieder betrinkt und wenn ja, dass ihm dann bitte nichts schlimmes passiert. Ich bin tief traurig zu erkennen, dass seine Sucht alles überschattet und dass ich und sein Hund mit dem Alkohol so stark in Konkurrenz stehen. Ich weiß, dass nur er selbst durch Einsicht und Erkenntnis und vor allem durch eine ernstgemeinte, tiefgreifende Entscheidung aus diesem Teufelskreis rauskommt und ich nichts sagen oder machen kann, was ihn dazu bewegt, abstinent zu leben. Ich mache mir große Sorgen um seine Gesundheit, da das Problem schon seit einigen Jahren vorhanden ist. Ich hab keine Ahnung, wie das weitergehen soll... Ich liebe ihn sehr und möchte nichts lieber als dass er es schafft, dieses selbstzerstörerische Verhalten zu verändern...
    Ich hoffe der Austausch hier mit ähnlich betroffenen kann mir gut, um mich nicht so allein damit zu fühlen.
    Danke und herzliche Grüße an alle