Beiträge von koda
-
-
Liebeskummer ist furchtbar. selbst erlebt, vorallem wenn man selbst verlassen wurde, spielen die gedanken verrückt. ich hab in solchen zeiten rauf und runter gespult, wo denn der fehler lag.
jetzt macht er gerade eine therapie und sortiert sich und seine vergangenheit. sein leben. macht schluss, hält aber noch kontakt, weil der sortierprozess ein work in progress ist. vielleicht kommt ihr wieder zusammen, vieleicht nicht.
was ist, wenn du das gleiche machst? dich auch sortierst. was du für dich möchtest, hast du ja schon ein bisschen formuliert. denk doch da noch mal ein bisschen drauf rum unabhängig von ihm. die 8 jahre sind futsch, die bekommst du nicht wieder. aber vielleicht kannst du ja die nächsten 8 so gestalten, daß sie dir gefallen.
gefällt dir der ort an dem du lebst? wie möchtest du deine tage verbringen? denk von heute an, nach vorne.
-
-
guten morgen katharina und herzlich willkommen hier im forum. mein aufrichtiges beileid zu eurem verlust. alkoholismus ist eine schreckliche krankheit, ich realisiere das immer mehr. und auch eine wo man als angehörige absolut machtlos ist und einfach nichts tun kann. gut daß du hier her gefunden hast.
alles liebe für dich und deine kinder
-
guten morgen schwesti, willkommen hier im forum und mein beileid zu deinem verlust. es ist furchtbar zu lesen, wie die sucht einen menschen zerstört zumal man ja weiß daß sie theoretisch stoppbar wäre. bitte macht dir keine vorwürfe, dich trifft 0,0 schuld. für deinen bruder hat es tragisch geendet, aber nur er ganz alleine hätte es beenden können. aber die sucht war stärker als er. das zu akzeptieren ist auch für uns angehörige sehr sehr schwer.
hier gibt es auch einige menschen die jemanden verloren haben, der austausch wird dir sicher guttun. komm gut durch die nächsten tage, wenn du etwas auf dem herzen hast schreibs dir von der seele.
alles liebe für dich
koda
-
-
iiebe sonnenschein, hier bin ich drüber gestolpert:
Ich hab ihm gestern in der Früh gesagt, dass ich möchte, dass er sich eine Tasche packt und nicht nach Hause kommt wenn er getrunken hat. Das es für mich und die Kinder nicht länger auszuhalten ist und uns belastet.
Wenn er nun trinkt und nach Hause kommt, wenn ich schon schlafe, dann passt es wieder für ihn.
passt es denn für dich? für mich liest sich das, als hättest du unmerklich eine grenze verschoben. Von, er darf nicht nach hause wenn er getrunken hat zu, er darf nicht nach hause, wenn du noch wach bist. Aber wie kann er wissen daß du noch wach bist?
-
Mir geht es so, daß ich gar nichts mehr trinken will. Mich hat das was ich erlebt und gesehen habe so geschockt, daß ich seitdem Alkoholkonsum, auch den maßvollen mit sehr anderen Augen sehe. Es fühlt sich auch nicht wie Verzicht an, ich will das Zeug einfach nicht in meiner Nähe wissen. Und da spielt es keine Rolle, wer um mich ist, ich will es für mich nicht.
-
Hallo sonnenschein, wie gehts dir?
-
hi coffeegirl.
ich war sehr froh als ich letzten winter hierhergefunden habe, weil ich mich auch in einer unmöglichen wohnsituation mit jemandem befunden habe, der tief in der alkoholsucht steckte, und sich um sein leben soff. ich war nah genug an ihm dran um sehr viel mitzubekommen. und mir wurde irgendwann himmelangst. -um ihn, weil er woche für woche mehr abbaute, aber auch um mich, weil mich das sehr belastet hat. vieles was du beschreibst aus deinem alltag kenne ich auch. die fast irre emotionalität/agressivität gegenüber jeglichen stressfaktoren, alle sind schuld, das als weiteren anlass nehmen um noch mehr zu trinken auch tagsüber. verrückte mengen, oft hielt ich ihn für nüchtern, dabei war er immer auf pegel, wirkte nüchtern, weil er getrunken hatte. (bis zu dem punkt wo es kippte und er sich komplett abschoss, abend für abend.)
eine therapie hat dein mann schon hinter sich? dann weiß er was er sich antut. vielleicht auch wo es endet. aber die sucht ist stark, und so lange er nicht aus tiefstem herzen genug davon hat, kannst du NICHTS machen. er wird trinken, den eigenen langsamen selbstmord aus trüben augen sehen, bedauern und trotzdem weitermachen. ich habe stundenlange gespräche geführt, um zu verstehen, was da vor sich geht, was in ihm vorgeht, verstanden habe ich es trotzdem nicht, und er sagte mir oft er auch nicht. die sucht war einfach stärker.
-
Ich hol das mal aus mimis Faden zu mir, weil mir gerade ein Gedanke kam, zum Co Statisten Sein, von dem Whitewolf hier schreibt, das beschäftigt mich:
Es ist zum verzweifeln und Du bist nur Statist.
Ich habe mich nie wie eine Statistin gefühlt, im Gegenteil, in mir gab es eher eine Art Allmachtsgefühl, um mal im Bild zu bleiben, er und ich waren die Hauptdarsteller, und ich habe vergeblich versucht, die Regie zu übernehmen. Weil er nichts mehr im Griff hatte, sah ich alle Verantwortung das Steuer herumzureißen bei mir. Es gibt sie natürlich auch, die Hilflosigkeit, die hat mich aber eher noch mehr angespornt. Jede in meinen Augen schwache Handlung seinerseits (oder einfach laufen lassen) sorgte in meinem System für einen neuen Boost. Was er nicht hinbekam, war dann eben auf meinem Tisch.
Das dann nichts funktionierte von meinen Ideen, das machte mich fassungslos, und unglaublich frustiert. Daraus resultierte dann irgendwann auch die Ohnmacht, aber sie entstand aus einem Wahnsinnsenergiefeld, das im NICHTS verpuffte.
Funktioniert der gesunde Menschenverstand noch, in Extremsituationen? Ich möchte meinen ja. Auf den zu hören fühlte sich dann teilweise so an, als würde man gegen sich selbst gehen (vorallem gegen seine Gefühle). Das macht es so schwer, und es ist gut, das man an einem Ort wie hier erinnert wird, daß Gefühle nicht immer die richtigen Ratgeber sind.
-
hallo liebe jump!, deine zeilen lesen sich so ehrlich, so tapfer, reich, an gedanken, an gefühlen, auch wenn du das vielleicht grad gar nicht wahrnehmen kannst, aber das ist ein schatz, wert zu bewahren. Wenn man so durchgeschüttelt wird vom Leben, wird man ein bisschen durchsichtig, und läuft langsamer, bedachter. Ja man ist angreifbarer. Widerspricht sich (ist das schlimm?), tastet sich heran, an das eigene Innenleben, stösst sich den Kopf, läuft weiter. Bleibt stehen, überlegt, macht Licht an, halt der Schalter geht nicht, aber da, in einer Ecke ist Licht. Dann darüber. Erst mal setzen. Durchatmen.
Das Gute ist, du bist nicht alleine. In deinem Inneren nicht (vermute ich) und hier auch nicht. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß der Schmerz wenn er kommt, die eigene Wahrnehmung schärft, das kann sich furchtbar anfühlen, weil einem alles wehtut, aber es steckt auch eine große Kraft darin, die des Neuanfangs.
Das Meer mag helfen. Der Himmel auch.
-
Die Geschehnisse dieses Jahres zappeln in mir wie unruhige Schatten. Oft Bilder, die dann zu anderen früheren springen, ein innerliches Fadengewirr. Dürfen die sein, muss ich alles loswerden, vergessen? Den Kontakt zu xy habe ich stark reduziert, kann aber nicht verhindern, daß meine Gedanken oft zu ihm wandern. Wie geht es ihm? Trinkt er immer noch nicht? Ich frage nicht (mehr) genauer nach. Das sehe ich als mein ganz persönliches co-abhängiges Denk- und Verhaltensmuster an: es besser zu wissen als der Süchtige selbst. Da will ich nicht mehr zurück.
Ich spüre ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Hatte ich nie... Jetzt ist es da, es sagt mir, kümmer dich um dich selbst. Sorge dafür daß es dir gut geht. Kein anderer wird das für dich erledigen. Habe das Bedürfnis aufzuräumen, zu sortieren, im Außen und im Innen. Mein Zuhause so zu gestalten, daß ich Dinge wiederfinde, da bin ich eigentlich nicht so gut drin. Aber vielleicht kann sich das ja auch verändern. Die Erzählung über mich selbst, in was ich gut oder nicht gut bin.
-
Ach jump, du musst doch auch grad gar nicht stark sein. Darf doch alles sein.
-
aber irgendwann platzt mir ja auch mal der geduldsfaden und dann wird gestritten
Lieber stu, das klingt nach einer potentiell geladenen atmosphäre zuhause. Such dir hilfe. Kontrollverlust kann gefährlich werden für euch alle. Und es ist ja auch schon was passiert. Der sozialpsychiatrische dienst ist eine gute anlauftstelle.
-
Ne, nix längst gewusst. Eher mit dir gehofft, daß er die Kurve kriegt. Gut das du deinen neuen Rückzugsort hast, alles liebe zu dir.
-
Euer fokus wird vom alkohol bestimmt, bloss in entgegen gesetzte richtungen. Sie wartet auf die trinktage, du auf die nicht trinktage. Jeweils dann gehts euch besser, das muss clashen. In so einer konstellation kann es kein gemeinsames wir schaffen das geben. Du kannst auf dich schauen. Was brauchst du von dir, um ein gutes Leben zu führen?
Ups dss hat sich überschnitten, ich hatte mich auf deine posts davor bezogen. Staffelstab übergeben, bloss nicht, da bugsierst du ja den nächsten in die spirale.
-
Eigentlich hast du deine Grenzen auch schon verschoben. Du schreibst
Da war für mich ein Kipp-Punkt erreicht. Ich sagte ich kann die Beziehung so nicht fortsetzen. Sie müsse zumindest eine ganze Weile erstmal gar nichts trinken, damit ich sehe, dass sie überhaupt ohne kann.
Die Grenze war (eigentlich) erreicht. Du hast sie formuliert - es geht so nicht weiter - dir/euch aber auch eine Hintertür eingebaut, indem du für sie die Option einer längeren Trinkpause eingebaut hast. Daraus wurde also eine Trinkpause, - für euch beide. Danach ging es also etwas verändert weiter, und wurde wieder unentspannt.
Große Trinkmengen, Exzesse, heimliches Trinken, was genau hat dich damals gestört, daß du es als Kipppunkt empfunden hast?
Ich habe irgendwann 2022/2023 versucht aktiver gegenzusteuern und eingefordert, dass wir beide an weniger Tagen trinken.
Aus dem Kippunkt wurde also ein Kompromiss, und damit eine Grenze verschoben. Deine. Aus einem -so gehts nicht weiter- wurde ein "Mittelding".
-
hi momo, ich habe von anfang an bei dir mitgelesen und ich erinnere mich noch, dass mich deine ersten zeilen ziemlich in die magengrube getroffen haben, zu der Zeit steckte ich selbst mitten in einem helfermarathon und konnte zusehen, wie es Woche für Woche schlimmer wurde . Zu der Zeit steckte ich selbst in einer vertrackten Lage und hab Klarheit für mich gesucht. Wir haben uns ziemlich zur gleichen Zeit angemeldet, hab eben noch mal nachgeschaut.
Ich habe auch das Gefühl, mich grade auf dem Weg zu befinden, in Bewegung, es ist ein gutes Gefühl. Manchmal habe ich Muskelschmerzen im übertragenen Sinne, aber ich finde gerade Wege mich sowohl im Außen als auch im Inneren zu strukturieren, was mir nie leicht gefallen ist, mir aber zur Zeit eine Menge Sicherheit gibt, und mir nicht mehr so Angst macht wie früher. Die Auseinandersetzung mit der Alkoholsucht sowohl meines Vaters als auch von xy, vorallem aber das Befragen meiner eigenen Rolle darin hat mich auch ein gutes Stück auf meinen Weg geschoben.
Jetzt sind die Zeilen grade mehr zu mir als zu dir, aber in dem Gefühl was du beschreibst und der Bewusstheit habe ich mich ein Stückweit wieder erkannt, das wollte ich mit dir teilen.
Liebe Grüße koda
-
Wohin nr 3 führt kannst du hier dutzend, ne hundertfach nachlesen, für angehörige wie für trinkende geht die suchtgeschichte stetig bergab. Aus einem aushaltbaren mittelding - was soll das überhaupt sein? - der leidensdruck ist doch schon recht groß sonst hättest du dir das nicht alles so von der gestressten leber geschrieben, also jedenfalls das mittelding wird über kurz oder lang ein ausgewachsener albtraum. Den können sich aber beide seiten viele jahre schön reden.
Nr2 versuch der gemeinsamen abstinenz. Da zucke ich zusammen. Versuchen klingt nach halbherzigem, eigentlich würde ich gerne weitertrinken.