Ich bin eigentlich jeden Tag hier, und lese mit. Hab auch schon so oft angesetzt, einen text in meinem eigenen faden verfasst und dann wieder verworfen. Vorallem aus Angst vor Wiedererkennung, aber irgendwie auch, weil ich merke, dass so viel in mir arbeitet, und ich trau mich kaum in worte zufassen, was da eigentlich grade losgespült wird. Eigentlich hab ich mich ja wegen meines freundes hier angemeldet. er ist auch noch in meinem leben, es ist soviel passiert, und wurde vor 2 monaten sehr dramatisch. Ich saß an seinem bett auf der intensivstation und hab mich wiederholt gefragt, was eigentlich hier gerade passiert. Darum solls jetzt aber gar nicht so viel gehen. Er geht seinen Weg, und ich bin, dadurch, daß wir nicht mehr zusammenwohnen, in einer deutlich befreiteren lage. wenn es zuviel wird, meide ich den kontakt.
aber das intensive begleiten hat mich ja so sehr auf meine eigene geschichte als EKA zurückgeworfen. Und das Bild meines Vaters fängt an zu bröckeln. Ich war immer ein papakind eigentlich. Daß er trinkt, war immer normal, er hat gemeinsam mit meiner mutter die momente in denen er nicht klarkam (verkatert im bett lag) anders dargestellt. Papa verträgt den Wein nicht, also musste dann eine andere Sorte her. Oder er ist zwischendurch von Wein, dann wieder Bier, dann mal Apfelwein umgestiegen. Es gehörte einfach zu ihm, so fest so dermaßen fest in mir verkeilt, ihn IMMER mit alkohol zu sehen.
Ich habe früh Partei ergriffen, für mich war er immer das Opfer einer übermächtigen kontrollierenden Ehefrau. Daß Wort Co-Abhängigkeit kannte ich bis vor einigen Monaten nicht, und seit ich mich soviel damit beschäftige, fallen mir dauernd Schuppen von den Augen. EKA verbinde ich grade vorallem mit Erwachsenes Kind einer Alkoholikerfamilie, auch wenn meine Mutter keinen Tropfen getrunken hat, hat sie auch jahrelang das Bild vermittelt, daß Trinken zumindest bei Papa einfach dazugehört. Herausgebildet hat sich bei mir eine unglaubliche Anziehung für gebrochene Persönlichkeiten. Als würde ich als Erwachsene reparieren wollen, was ich als Kind nicht hinbekommen habe. Mein Vater wurde nie ausfälig, wenn er betrunken war, allenfalls kam er aus sich heraus. Trinken als Zungenlöser, persönliche Bekenntnisse, (die dann im nüchternen Zustand vergessen sind), schaffen eine emotionale Verbundenheit, und haben wahrscheinlich ganz früh die Weichen für Co-Abhängigkeit gelegt. Gekümmert habe ich mich um beide Eltern, die das auch beide einforderten, ich habs aber auch bis zu einem gewissen Zeitpunkt gerne gemacht.
Bis heute kämpfe ich damit mich gescheit abzugrenzen. Betrifft alle Bereiche. Beruflich. Persönlich. Ich gebe 150%.
Mist jetzt wurde ich kurz rausgerissen, aber ich willdas jetzt nicht wieder löschen, es soll mal raus.