Beiträge von koda

    Hoffnung wieder besseren wissens, so würde ich das für mich formulieren. Ich hab das als mit dem Kopf durch die Wand wollen erlebt, die fixe Idee, wenn man selbst nur lang genug alles versucht, daß das irgendwann reichen könnte. Bei mir war/ist das tief in meiner Persönlichkeitsstruktur angelegt. Bei meiner Arbeit führt es dazu, daß ich so lange dran bleibe, bis die Dinge werden / fertig und schön. In Beziehungen ist es komplizierter, weil der andere ja kein Projekt ist, und einen eigenen Willen hat.

    Ich wünsch dir einen tollen Tag liebe Lütte, ich finde es klingt toll wie du es angehst!

    Koda

    Immer wieder Flashbacks von Situationen in meinem Leben, in denen der Alkohol eine Rolle gespielt hat, und in denen ich mich ausdrücklich nicht zurückgezogen habe, sondern erst recht die Begegnung mit Betrunkenen gesucht habe: wenn sie bedürftig wurden, sich "öffneten" oder meine Hilfe brauchten, - was ich dann schon fast reflexartig mit Nähe verwechselt habe, und mich besonders verbunden gefühlt habe. In meiner Wahrnehmung tranken für mich besondere Menschen oft besonders viel Alkohol, und wurden dann besonders interessant. Das Muster in Teilen war mir schon länger über mich bekannt, bloss den Alkohol hab ich dazu ausgeblendet. Wie konnte ich so blind sein?

    Sie sagt ins Bezirkskrankenhaus könnte sie nicht, weil auf der geschützten Station wird man nur angenommen, wenn man dort quasi klingelt und man müsste betrunken sein

    Dannn kann sie ja klingeln. Klingt eher wie eine ausrede.

    Ich kann berichten, wie ich es erlebt habe. Um auf der suchtstation aufgenommen zu werden, braucht es neben der krankeneinsicht des kranken papiere. Versicherungsschutz. Es muss klar sein, wer die kosten übernimmt. Hat deine mutter vollen versicherungsschutz? Sonst ist alles ungleich schwieriger. Man bekommt nur einen platz, wenn es einem wirklich körperlich schlecht geht. Krämpfe, entzugserscheinungen, blut im stuhl etc. Eine überweisung vom hausarzt, in unserem fall dann noch eine unterschrift von der suchtberatung. Uns haben sie auch in der notaufnahme weggeschickt, mit dem rat weiterzutrinken. Der zustand des kranken war noch nicht prekär genug. Einen platz hat er dann dennoch bekommen, weil es dann lebensgefährlich wurde, und er selbst die hilfe einforderte bzw an den punkt kam, wo er kapitulierte vor der sucht. Alles davor, warum dieser und jener weg nicht ging, waren ausreden um weiter zu trinken.

    Ich bin eigentlich jeden Tag hier, und lese mit. Hab auch schon so oft angesetzt, einen text in meinem eigenen faden verfasst und dann wieder verworfen. Vorallem aus Angst vor Wiedererkennung, aber irgendwie auch, weil ich merke, dass so viel in mir arbeitet, und ich trau mich kaum in worte zufassen, was da eigentlich grade losgespült wird. Eigentlich hab ich mich ja wegen meines freundes hier angemeldet. er ist auch noch in meinem leben, es ist soviel passiert, und wurde vor 2 monaten sehr dramatisch. Ich saß an seinem bett auf der intensivstation und hab mich wiederholt gefragt, was eigentlich hier gerade passiert. Darum solls jetzt aber gar nicht so viel gehen. Er geht seinen Weg, und ich bin, dadurch, daß wir nicht mehr zusammenwohnen, in einer deutlich befreiteren lage. wenn es zuviel wird, meide ich den kontakt.
    aber das intensive begleiten hat mich ja so sehr auf meine eigene geschichte als EKA zurückgeworfen. Und das Bild meines Vaters fängt an zu bröckeln. Ich war immer ein papakind eigentlich. Daß er trinkt, war immer normal, er hat gemeinsam mit meiner mutter die momente in denen er nicht klarkam (verkatert im bett lag) anders dargestellt. Papa verträgt den Wein nicht, also musste dann eine andere Sorte her. Oder er ist zwischendurch von Wein, dann wieder Bier, dann mal Apfelwein umgestiegen. Es gehörte einfach zu ihm, so fest so dermaßen fest in mir verkeilt, ihn IMMER mit alkohol zu sehen.

    Ich habe früh Partei ergriffen, für mich war er immer das Opfer einer übermächtigen kontrollierenden Ehefrau. Daß Wort Co-Abhängigkeit kannte ich bis vor einigen Monaten nicht, und seit ich mich soviel damit beschäftige, fallen mir dauernd Schuppen von den Augen. EKA verbinde ich grade vorallem mit Erwachsenes Kind einer Alkoholikerfamilie, auch wenn meine Mutter keinen Tropfen getrunken hat, hat sie auch jahrelang das Bild vermittelt, daß Trinken zumindest bei Papa einfach dazugehört. Herausgebildet hat sich bei mir eine unglaubliche Anziehung für gebrochene Persönlichkeiten. Als würde ich als Erwachsene reparieren wollen, was ich als Kind nicht hinbekommen habe. Mein Vater wurde nie ausfälig, wenn er betrunken war, allenfalls kam er aus sich heraus. Trinken als Zungenlöser, persönliche Bekenntnisse, (die dann im nüchternen Zustand vergessen sind), schaffen eine emotionale Verbundenheit, und haben wahrscheinlich ganz früh die Weichen für Co-Abhängigkeit gelegt. Gekümmert habe ich mich um beide Eltern, die das auch beide einforderten, ich habs aber auch bis zu einem gewissen Zeitpunkt gerne gemacht.

    Bis heute kämpfe ich damit mich gescheit abzugrenzen. Betrifft alle Bereiche. Beruflich. Persönlich. Ich gebe 150%.

    Mist jetzt wurde ich kurz rausgerissen, aber ich willdas jetzt nicht wieder löschen, es soll mal raus.

    Guten mlorgen sorrowful,

    Ich schreib dir mal aus der perspektive eines EKA,(erwachsnes kind v alkoholikern) mein vater hat getrunken, viele jahre lang moderat, regelmässig wie ein uhrwerk. Moderat schreibe ich weil mir als kind gar nicht bewusst war, dass er zuviel trinken könnte, bzw. Das regelmässiges trinken nicht zum feierabend dazu gehört. Meine prägung war also, trinken gehört dazu.

    Meine mutter war damit sehr unglücklich und hat ihn vergeblich davon abzuhalten versucht. Will sagen er war ok mit seinem konsum, sie nicht. Ihr argument, wenn die familie dir wichtig ist trink bitte nicht, hat ihn schlichtweg nicht interessiert.

    Sie ist bei ihm geblieben. Für uns kinder. Was schlimmeres hätte sie uns nicht antun können damit. Es wurde zum dauerthema. Und als mein vater sich schliesslich trennte, war sein neues umfeld wieder betroffen. Es trifft immer die ganze familie. Erst partner, dann kinder. Schwiegerkinder, wer auch immer dann der nächste angehörige ist.

    Ich hab Angst wenn der Beitrag öffentlich ist, was ist wenn er den liest? Kann man diese Beiträge als Nichtmitglied lesen?

    Die bedenken sind nicht ganz unberechtigt. Der bereich hier ist offen. Das forum findet man sehr schnell. Aber du kannst selbst vorsorge treffen

    ‐ schreib keine details die auf ort, alter oder zu spezifisches hinweisen

    - erzähl ihm nix davon. Auch wenn du hilfreiches hier findest was in deinen augen ihm auch helfen könnte.

    -suchchronik täglich löschen, nur an deinen eigenen geräten drauf zugreifen. Nix offen lassen

    - sollte er unabhängig von deinen vorsichtsmaßnahmen hier aufschlagen, dann sucht er vielleicht wirklich hilfe, drauf bauen kannst du aber nicht

    Wir haben ein Kind zusammen, ich liebe ihn und würde ihn ungerne im Stich lassen

    Das haben meine Eltern auch durchgezogen. Es hat mich bis heute sehr beschädigt, daß für mich eine untragbare Situation so lange aufrecht erhalten wurde. Heute glaube ich, daß es ihre Aufgabe gewesen wäre uns zu schützen, und uns aus einem vergifteten Umfeld herauszuholen.

    Liebe Mariella,

    Pistole auf die Brust setzen funktioniert nicht. Wie du schon selbst geschrieben hast, gehört das Lügen und Vertuschen zum Krankheitsbild, ebenso wie das Beteuern, nie wieder zu trinken, wenn Druck von außen kommt. Es muss aber aus ihm heraus die Erkenntnis kommen, daß es so nicht weitergeht. Es gibt hier unzählige Angehörige, wo sich der Trinkende an den Rande des Todes bringt, oder auch daran stirbt, ohne jegliche Einsicht. Die Sucht hat dann sosehr die Kontrolle übernommen, daß alles andere (Familie, Kinder, Partner, das eigene Leben) nur noch an zweiter Stelle kommt.

    Mein Vater war schon etliche Male im Krankenhaus (Thrombose, Lungenembolie) und selbst diese Erfahrungen haben bei ihm zu keiner Einsicht geführt. Da können wir Angehörige noch so sehr drohen, oder Versprechen einfordern/erbetteln, die der Kranke auch gar nicht erfüllen und einhalten kann. Er MUSS trinken.

    Ich habe langsam das Gefühl, dass der Alkohol schon das Gehirn geschädigt hat - sie kann sich nichts mehr merken, erzählt Dinge innerhalb von 15 Minuten drei mal.

    Das erlebe ich bei meinem vater auch, er hat eigentlich immer getrunken ('nur abends, nur bier oder wein', so hat er das glaube ich für sich legitimiert, wurde ja nie schlimmer in seinen augen, der pegel blieb gleich, jedenfalls glaube ich das. Vielleicht hat er auch heimlich getrunken und ich habs nie gemerkt), aber jeden abend solange ich mich erinnern kann. Und mittlerweile habe ich das gefühl, er kann eigentlich nichts mehr denken und spult nur noch sätze ab die er schon immer gesagt hat.

    Erst als erwachsene, eigentlich in den letzten fünf jahren realisiere ich so langsam, dass das nicht normal ist. Dss erschrickt mich oft am meisten, wie sehr ich verinnerlicht hatte dass feierabendtrinken einfach dazugehör(t)e.

    Gibt es ein krankenhaus mit separater entgiftungsstation bei euch in der nähe? Manchmal werden auch kurzfristig betten frei, wenn jemand rausfliegt wegen konsum zum beispiel. Allerdings muss dein bruder es wollen. Aber wenn es ihm so schlecht geht bleibt dran. Nicht in die notaufnahme sondern direkt zur entgiftungsstation. Ich war vor einigen wochen an einem ähnlichen punkt mit jemandem der mir sehr nahesteht. Er hatte eine zusage für ein bett, aber es hätte zu lange gedauert, und er baute täglich mehr ab. Wir sind dann ins krankenhaus, sein zustand so kritisch, dass es plötzlich doch ging und sie ihn aufnahmen.

    Zumindest weisst du für dich dass hier deine grenze erreicht ist. Wo sie für ihn ist, wird sich ja erst noch herausstellen. Er hat es weit kommen lassen. Und selbst wenn das gift aus seinem körper raus ist, ist es noch lange nicht aus seiner gedanken- und gefühlswelt draussen. Wer so tief drinsteckt(e) hat einen harten weg vor sich. Ich wünsch dir viel kraft mine. Nutz die zeit um für dich herauszufinden, wie es weitergehen kann, für dich und deine kinder. Der kleine mag kognitiv noch nichts erfassen, aber deine kinder bekommen ja dein gefühlsleben sehr wohl mit. Selbst wenn sie sich später nicht erinnern können. Nichts schönreden. Finde heraus, mit was du es zu tun hast, also ist zustand und folgen. Das hab ich für mich herausgefunden, es hilft den eigenen weg zu finden.

    Fühl dich umarmt, schreib dir alles vom gemüt. Hier wirst du gelesen. Alles gut für deinen tag!

    Lg koda

    Das mit dem -nur bier- sehe ich auch skeptisch. Entscheidend ist ja der alkohol der in den körper gelangt, bier beinhaltet nur mehr flüssigkeit. Ich bin EKA, mein vater hat so lange ich denken kann nur bier oder wein getrunken, das allerdings in rauhen mengen. Er war immer stolz drauf nie krank zu sein. Krank war er dann trotzdem regelmässig, vom kater. Die sichtbaren folgekrankheiten kamen dann jahrzehnte später. Krankenhausaufenthalte. Schon öfter fast gestorben. Er wollte trotzdem nie aufhören. Hat immer bagatellisiert.

    Wie ich auch. Ich wollte lange nicht wahrhaben, wie sehr die Sucht den Alltag bestimmen kann. Trotz - "nur bier/wein" und ‐ "nur abends"

    Seit februar bin ich schon hier, die zeit rennt. Eben mal meine eigenen zeilen wieder gelesen. Daheim schaffe ich es meist nicht für michein tagebuch zu führen, dabei denke ich es würde mir gut tun. Dafür habe ich seit ganz langer zeit mal wieder gemalt. Übe mich zur zeit in abgrenzung. Kleiner akt für heute, online lesezeichen aufräumen, all die bookmarks die ich über monate gesammelt habe aussortieren. Das meiste waren links die ich für ihn raus gesucht habe. Immer mit dem gefühl, wenn ich es nicht mache passiert nichts. Die habe ich jetzt mal (fast) alle gelöscht. Aber daran sehe ich selbst, wie sehr mich das eigentlich mitgenommen hat.

    Puh das ist hart. Ich sass vor 2 monaten auch am bett in der intensivstation und hab gehofft, das xx noch die kurve kriegt. Es ist völlig verrückt, dass buchstäblich der tod anklopfen muss, damit jemand (vielleicht) den willen zum aufhören in sich findet. Zu sehen, wie sich ein mensch tag für tag zugrunde richtet, hat mich auch sehr erschüttert. Aber die anderen haben recht,,er ist momentan zumindest in guten händen.

    Hast du für dich selbst unterstützung? Geh da nicht alleine durch. Eine freundin oder so?

    Im ernst yuna? Worauf wartest du? Wie gefährlich soll es noch werden? Du hast das doch schon einmal hinbekommen, mit dem Gehen. Was nicht mit dir stimmt, kannst du dich auch woanders fragen, und nicht in seiner Gegenwart. Sortier dich in sicherer Distanz. Alles andere ist schierer Wahnsinn.

    Gepackt ist gut! Und jetzt zur Tür raus! Den Ehering brauchst du auch nicht.

    Das sehe ich ähnlich. Der einfluss der eltern ist gross, aber auch wenn ich mich jetzt als erwachsene mit meiner kindheit auseinandersetze, schau ich nicht nur auf meine eltern. Da sind andere verwandte, geschwister, freunde. Schule, hobbies. Mein eigenes verhalten. Das ist ja das verrückte. Ich bin eben nicht die schöpfung meiner eltern. Ich bin erwachsen aus allem. Vielleicht ist das ein gedanke mit dem du auch was anfangen kannst, jenny.