Beiträge von Nayouk24

    Guten Morgen Zusammen und guten Morgen Alex_aufdemweg,

    danke Rückmeldungen und Likes :)

    Heute wollte ich zu den AAs hier vor Ort gehen. Während meines Klinikaufenthaltes habe ich schon telefonisch
    Kontakt aufgenommen. Ich stelle aber fest, dass ich ein Problem damit habe.
    Ich komme aus einer mittleren Kleinstadt, die Gruppe ist vor Ort.
    Ich tue mich mit der Tatsache schwer, dass dieser Schritt zu den AAs zu gehen, das Risiko birgt,
    dass ich das Wann und Wie, wie ich mein weiteres soziales Umfeld über die Tatsache, dass ich trockener Alkoholiker bin
    nicht mehr selbst steuern kann, da es entweder die Runde macht oder ich jemanden treffe, den ich kenne under der/die
    mich kennt. Die Haltung meines Therapeuten war: SHG ist enorm wichtig ! Er ist selbst Alkoholiker und seit 25 Jahren trocken.
    Er hat nach dem Turnaround Psychologie studiert mit einem festen Ziel später in der Suchthilfe zu arbeiten.
    Er sagte: ".... wen Du jemanden dort triffst hat er das gleiche Problem wie Du, alleine das sichert die Anonymität und (!)
    und es gibt Menschen, die Fahren 40 km zu einem Gruppentreffen um möglichst anonym zu bleiben.
    Und wen treffen sie dort ? Genau die Menschen, die sie nicht treffen wollten, den die hatten die gleiche Idee.
    Hinzu kommt, dass ich mir im beruflichen Umfeld ein Outing nicht leisten kann und dies auch nicht möchte.

    Mein meine Familie wusste, dass ich ein Alkoholproblem habe und meiner Frau und meinen 2 Kinder (schon erwachsen)
    habe ich Ende Dez. meine Entscheidung zu einem stationären Alkoholentzug und Entwöhnung mitgeteilt.
    Sie waren in dieser Zeit eine grosse Unterstützung.

    Zunächste werde ich hier in diesem Forum weiter aktiv sein, da ich hier schon nach 2 Tagen gemerkt habe, dass es gut tut, Dinge von der Seele zu schreiben
    und Rückmeldung zu bekommen auch wenn dies eine Online-Plattform ist. Die AAs laufen mir ja nicht weg.

    Würde gerne Eure Meinungen dazu hören.

    Einen schönen, trockenen Tag wünsche ich.

    Nayouk, Alkoholiker, trocken seid 5 Wochen.

    Guten Abend.

    In meiner 4 wöchigen Reha hatte ich ein recht volles Program täglich.
    5xEinzeltherapie, 5xGruppentherapie pro Woche und sonstige Dinge wie Entspannung, Autogenes Training, Sport etc.
    Es gab aber auch Pausenzeiten. Diese habe ich gerade am Anfang für mich genutzt.
    Es lag aber auch daran, dass mir alles zuviel war.
    Ich hatte das Bedürfnis all die Informationen aus den Therapien und sonstigen Terminen erst einmal für mich zu sortieren,
    damit ich überhaupt einen Zugang dazu finde. In dieser Zeit habe ich kein TV gesehen oder sonst was gemacht um mich zu beschäftigen.
    Es war mir viel zu anstrengend. Ich bin manchmal nur dagesessen und habe den Gedanken freien Lauf gelassen.
    Es sind nicht immer schöne Gedanken gewesen.
    Geholfen hat mir auch mein Notizbuch in dem ich bei den Meetings Impulse und eigene Gedanken aufgeschrieben habe, in Kurzform.
    Dann konnte ich später nachschauen und es verinnerlichen. Ich habe die Praxis beibehalten, auch wenn es in der zweiten Hälfte weniger geworden ist.
    Gespräche mit anderen Patienten haben auch geholfen und ich habe die positiven Seiten der Abstinenz jeden Tag mehr gespürt.
    Im Januar waren anfangs viele junge Leute da, die nicht nur mit Alkohol Probleme hatten sondern auch mit Drogen und Tabletten zu kämpfen hatten.
    Die Jüngeren haben sich in der freien Zeit mit allem möglichen in Gruppen abgelenkt.
    Mir war das schnell zuviel und ich hatte das dringende Bedürfnis mich mit die Zeit danach auseinander zusetzen und zwar mit mir selbst,
    da ich geahnt habe , dass die eigentliche Arbeit dann erst anfängt. Ich glaube ich habe noch nie soviel Zeit mit mir selbst verbracht.
    Nun bin ich fast eine Woche wieder Zuhause bei meiner Familie. Ich suche aber weiterhin auch Zeiten für mich, wie z.B. diese Zeit um diese Zeilen zu schreiben.
    Alleinsein und Stille ist nicht immer gut zu ertragen aber meistens tut es gut, da es ruhiger und gelassener macht.
    Ich denke es ist so wie mit allem, man kann es trainieren.

    Einen schönen Abend an alle.

    Nayouk (heute trocken geblieben)

    Hallo Zusammen,

    Ich bin Alkoholiker und seit 5 Wochen trocken, 4 davon in einer Klinik stationär,
    Entgiftung und Entwöhnung und nun trocken in der Nachsorge.
    Im Klinik Aufenthalt habe ich viel über mich und das Thema Alkohol erfahren.
    Ich war ein Pegeltrinker.
    Ich habe jahrelang versucht den Konsum zu reduzieren und "kontrolliert" zu trinken. Heute weiss ich, warum dies nicht funktionieren konnte.

    In diesem Forum erhoffe ich mir Anregungen und Erfahrungen für eine dauerhaft abstinente Zukunft.

    Nayouk24